Einige Stunden auf Aruba
Kreuzfahrt-Passagiere sind nicht immer zu beneiden. Vor allem dann, wenn – wie im Fall unserer Freunde gerade einmal sechs Stunden Liegezeit auf Aruba vorgesehen waren. Das ist für eine 180 km² messende Insel sehr wenig Zeit. Unsere Freunde hätten an einer organisierten Tour teilnehmen können, die ihnen einige der Insel-Highlights nahegebracht hätte. - Sie entschieden sich jedoch für eine Rundfahrt mit dem Taxi durch den Norden der Insel und einen individuellen Rundgang durch Oranjestad.
Vom Schiff bis zum Taxistand sind es gerade einmal 5 Minuten Weg. Einer Übersichtstafel sind die Fahrtpreise zu entnehmen. Auf Aruba gelten für definierte Ziele Fixpreise. Aufgeführt sind Fahrten zu den Stränden, zum Flughafen, zu vier Golfplätzen und zu anderen Zielen. Werden Rundfahrten gewünscht, ist pro Stunde mit 40 US$ zu rechnen. Auf Aruba gilt der Aruba Florin als Zahlungsmittel. Praktischerweise ist für Touristen der US-Dollar die gebräuchlichere Währung.
Nordöstlich von Oranjestad liegt unser erstes Ziel, die Casibari Felsformation. An dem von Buschland und bemerkenswerten Kakteen umgebenen Felsklotz findet man von den indianischen Ureinwohnern angefertigte Felszeichnungen.
Danach ging es in nordwestlicher Richtung zu der vor der windigen Küste auf einem Plateau stehenden Alto Vista Kapelle. Die kleine Kirche wurde im Jahr 1952 errichtet. Sie ersetzte eine im Jahr 1750 von einem spanischen Missionar errichtete Kirche. Das Gotteshaus ist sehr hübsch anzusehen. Im unteren Bereich Felssteine, darüber gelber Verputz und ein rotes Dach, so stellt sich das Äußere dar. Innen ist die Kapelle lichtdurchflutet. Um den Altar herum viel Blumenschmuck. Vor der Kapelle laden steinerne, im Rund angeordnete Bänke zum Ruhen und zur Andacht ein.
Eine Viertelstunde dauert die Fahrt in den westlichen Zipfel Arubas zum 30 m hohen Leuchtturm El Faro Blanco. Er wird auch California Lighthouse genannt. Diesen Namen verdankt er einem im Jahr 1891 in der Nähe havarierten Schiff gleichen Namens.
Unterhalb des Leuchtturms liegt Arashi Beach. Das ist ein kleiner, naturbelassener Strandabschnitt mit Sunshades. In Sichtweite des Leuchtturms sieht man den bekannten Tierra Del Sol Golf Course, der auch von den Reedereien gern angeboten wird. Sehr gefällig wirkt das in unmittelbarer Nähe des Leuchtturms gelegene italienische Restaurant La Trattoria del Faro Blanco. Auf der offenen Terrasse möchte man gern sitzen. Aber der Fahrer drängte zum Aufbrauch.
Schließlich wollte er ihnen noch De Oude Molen zeigen. Die original holländische Mühle ist ein Unikum im karibischen Raum. Sie wurde aus Holland eingeführt. - Erbaut wurde sie im Jahr 1804 zum Wasserschöpfen. Nachdem sie im Jahr 1878 von einem Sturm stark beschädigt wurde, ließen die Besitzer sie abreißen und an einem anderen Ort wieder aufbauen. Von da an mahlte die Mühle Getreide. Im Jahr 1929 setzte ein Sturm die Mühle erneut außer Funktion. Über Jahrzehnte war sie eine Ruine. Erst im Jahr 1960 wurden die Fragmente abgerissen und nach Aruba verschifft. Dort wurde sie in der Hotelzone nahe dem Hyatt Hotel wieder aufgebaut. Heute birgt sie ein Restaurant und ein Museum. Tatsächlich ist die Mühle sehr schön anzusehen und wirkt nicht einmal fehl am Platze.
Wenn man sich schon in der Hotelzone aufhält, bietet sich noch ein Abstecher an den Strand an. An jenem Strandabschnitt lässt es sich aushalten. Der Sandstrand ist weiß, feinsandig und von ordentlicher Länge. Bäume und Sunshades spenden Schatten. Liegen können gemietet werden. Freundliche Menschen unterstützen die Strandbesucher bei allen möglichen sportlichen Aktivitäten. Es gibt nach Meinung unserer Freunde schlechtere Orte auf der Welt.
Zu den besseren Orten, da besteht kein Zweifel, zählt aus ihrer Sicht Oranjestad. Die Stadt geht zurück auf das im Jahr 1796 von den Niederländern gegründete Fort Zoutman. Bald danach wurden in der Nähe des Forts die ersten Häuser errichtet. Zweihundert Jahre später zählt die Stadt etwa 30.000 Einwohner.
Oranjestad ist Kreuzfahrthafen, Inselhauptstadt, Touristenzentrum, Duty Free Zone, Standort diverser Kasinos und vieles andere mehr. Die Geschäftshäuser, Hotels und Kasinos um den Hafen herum sind in farbenfrohem holländischen Kolonialstil, man könnte auch von Zuckerbäckerstil sprechen, erbaut worden. Der Vergleich mit anderen karibischen Regionen drängt sich förmlich auf. Während anderswo die Inselhauptstädte vielfach zu wünschen übrig lassen, passt es in Oranjestad.
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Es empfiehlt sich, zuerst einmal an der Wasserlinie, dem L. G. Smith Boulevard, bis zum Parlamentsgebäude entlang zu schlendern. Vor dem Wilhelmina Park, wir sind in Holland, liegen das Seaport Village, der Seaport Market Place, das Seaport Casino und so manches mehr. Apropos Casinos. Die sind ebenso häufig im Stadtbild vertreten wie die Shopping Malls.
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An der Breitseite der Marina und dem Schonerhafen liegt die Touristen Information. Daneben das Eetcafé The Paddock. Erstaunlich, welches Seegetier als „Catch of the Day“ am Fisherman Pier vorgezeigt wird. Gewaltige Mahi-Mahi-Exemplare warten dort auf Käufer.
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Wer eine holländisch-karibische Einkaufsstraße sucht, sollte in die Wilhelminastraat gehen. Es ist unbestreitbar, diese Stadt hat Flair. Oranjestad ist wunderschön.

(Karl Beyer)
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