Kiel
Holstenstadt tom Kyle“, so lautete der ursprüngliche Name Kiels. Tom Kyle bedeutete soviel wie „an der Förde“. Der Name beschreibt präzise die Lage Kiels an der weit ins Land hineinreichenden Meeresbucht der Ostsee.
Kiel ist die größte Stadt des Bundeslandes Schleswig-Holstein und zugleich die am weitesten nördlich gelegene Landeshauptstadt. Auf knapp 120 km² Fläche leben beiderseits der Förde an die 240.000 Einwohner.
Mit Kiel bringen wir gern die Kieler Woche in Verbindung. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird in Kiel die jährlich stattfindende „Regattawoche“ ausgetragen. Segler aus aller Welt treffen sich zu diversen sportlichen Wettbewerben. Ein Höhepunkt für viele Zuschauer ist die seit 1998 wieder regelmäßig stattfindende Windjammerparade zu der sich neben Groß- und Traditionsseglern historische Dampfschiffe und viele Hundert Segelboote regelmäßig einfinden. -Noch etwas Sportliches: Handball-Fans denken bei Kiel an den THW Kiel, den vielfachen deutschen Handball-Rekordmeister.
Die Ursprünge der Stadt gehen wohl auf das 13. Jahrhundert zurück. Belegt ist, dass der Stadt 1242 das Lübische Stadtrecht verliehen wurde. Später wurde sie Mitglied des Hansebundes, aus dem sie im Jahr 1518 jedoch wieder ausgeschlossen wurde. Im Lauf der Jahrhunderte wechselten die Herrschaftsverhältnisse mehrfach. Nachdem Holstein und Kiel im Jahr 1806 Dänemark zugeschlagen wurden, kehrte die Stadt im Jahr 1815 zum Deutschen Bund zurück und wurde somit ein Teil Deutschlands.
Nach der Reichsgründung im Jahr 1871 entwickelte sich Kiel zur Großstadt. In dieser Zeit wurde Kiel neben Wilhelmshaven zum zweiten Reichskriegshafen ernannt. Die Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals im Jahr 1895 verbesserte die Anbindung der Stadt an die Nordsee. Die heute Nord-Ostsee-Kanal genannte Wasserstraße entwickelte sich zum am meisten befahrenen Kanal der Welt. Daran hat sich bis heute nichts geändert; mehr als 30.000 Schiffe befahren jährlich den Kanal. Kiel stieg aufgrund seiner strategischen Lage endgültig zum Haupthafen der deutschen Kriegsflotte auf. Die Stadt prosperierte durch die Flotte und die dadurch begründeten Unternehmensansiedlungen.

Der wachsende Wohlstand kam in ihrer Gründerzeitarchitektur zum Ausdruck. Im 2. Weltkrieg wurde das historische Zentrum der Stadt bei alliierten Luftangriffen zu 80 Prozent zerstört. Viel Bausubstanz aus der Gründerzeit ging für immer verloren. Beim Wiederaufbau wurde eher zu pragmatischen Lösungen gegriffen. Dies ist der Grund, dass noch heute viele Bausünden das Stadtbild Kiels prägen.

Kiel ist nicht nur das politische Zentrum des Landes. Kiel ist auch eine Hochschulstadt. Seit dem Jahr 1665 existiert die Christian-Albrechts-Universität. Außerdem ist Kiel Standort einer Fachhochschule, einer Kunsthochschule und der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein. Institute, wie das Institut für Weltwirtschaft, runden das wissenschaftliche Spektrum ab.
Wirtschaftlich liegt Kiel gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner mit weitem Abstand über dem Durchschnitt Schleswig-Holsteins. Knapp 80 Prozent aller Arbeitnehmer sind im Dienstleistungssektor tätig. Nur etwa 20 Prozent entfallen auf den produzierenden Bereich. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist auch der Hafenbetrieb. Kiel gilt als einer der wichtigsten Ostseehäfen für die Handelsschifffahrt. Von Kiel starten die Ostseefähren nach Schweden, Norwegen, Litauen und Russland. Die Stadt ist noch immer ein wichtiger Marinestandort. Und in den letzten Jahren legen verstärkt Kreuzfahrt-Schiffe an den Terminals an. Den Gästen der Kreuzfahrtschiffe bietet Kiel allerhand Sehenswertes. Näheres dazu findet sich unter Kiel Sehenswertes.

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