18.10.2016 – Die griechische Tourismus-Vereinigung SETE prognostiziert für den Kreuzfahrt-Tourismus des Jahres 2017 einen etwa 30-prozentigen Umsatzeinbruch. Die Ursache: weniger Kreuzfahrt-Touristen und - daraus resultierend - schwindende Umsätze.

Mit dieser düsteren Prognose wird Andreas Stylianopoulos zitiert, der in Griechenlands Tourismus-Vereinigung SETE den Kreuzfahrtbereich verantwortet. Zugleich ist er Chef von Navigator Travel & Tourist Services Ltd. Dieses Unternehmen vertritt die Interessen von Royal Caribbean Cruises in Griechenland.

Kreuzfahrtschiffe vor Santorin

Kreuzfahrtschiffe vor Santorin


Die Ursache, für das Läuten der Alarmglocken, ist in der schwindenden Anzahl der Anläufe von Kreuzfahrtschiffen in griechischen Destinationen zu sehen. Betroffen sollen vor allem Griechenlands Westküste, Athens Hafen Piräus, der Saronische Golf, die Kykladen Inseln, Kreta und der südliche Dodekanes (östliche Ägäis) sein. Viele der kulturell und historisch „wertvollen“ Destinationen stehen im Jahr 2017 nicht auf den Agenden der Kreuzfahrtanbieter. Griechenlands Kreuzfahrtgeschäft wird dann lediglich von drei oder vier hochwertigen Zielen am Laufen gehalten. Die Reduzierung der Schiffsanläufe wird in Hotels, Läden, bei Catering-Dienstleistern, Speditionen und anderen mit der Kreuzschifffahrt verbundenen Branchen zu Umsatzeinbrüchen führen.

In diesem Zusammenhang wird aber auch ausgeführt, dass der durch den misslungenen Militärputsch in der Türkei bedingte zweistellige Zuwachs der in Griechenland registrierten Kreuzfahrtpassagiere im laufenden Jahr ein reines Zufallsgeschäft war. Der Putsch führte bekanntlich zu einer Umroutung vieler Kreuzfahrtschiffe von türkischen zu griechischen Häfen.

Kreuzfahrtschiff in Katakolon/Peleponnes

Kreuzfahrtschiff in Katakolon/Peleponnes


Eine Besserung könnte sich allerdings wieder im Jahr 2018 einstellen, wenn Kreuzfahrt-Unternehmen mit speziellen Marketing-Aktionen das Geschäft beleben sollten. Zuletzt hatte auch China Cosco Shipping Corporation Ltd. entschieden, sich stärker im Kreuzfahrtgeschäft zu engagieren; das könnte Griechenland ebenfalls zugutekommen.

Autor: Karl W. P. Beyer
Redakteur