30.11.2016 – Der internationale Verband der Kreuzfahrtindustrie, die CLIA, sieht die Entwicklung der europäischen Kreuzfahrtbranche für die kommenden zehn Jahre positiv. Im Rückblick verzeichnet das europäische Kreuzfahrtgeschäft seit 2008 eine Kapazitätsausweitung um 49 Prozent.

Anlässlich des diesjährigen Gipfeltreffens des europäischen Segments der CLIA, des International Cruise Summit in Madrid, wurde ausgeführt, dass im Jahr 2015 insgesamt 6,6 Millionen Europäer eine Kreuzfahrt antraten (plus 3 Prozent). Die Masse der Reisenden, nämlich 93 Prozent, startete von europäischen Häfen aus zu Kreuzfahrten.

Mein Schiff 4 - Vor der Schiffstaufe in Kiel

Mein Schiff 4 - Vor der Schiffstaufe in Kiel

Jeweils mehr als 27 Prozent der europäischen Passagiere kamen aus Deutschland und Großbritannien. Auf den nächsten Plätzen folgten anteilig Italiener und Franzosen mit 12,3 bzw. 9,3 Prozent. Spanische Urlauber stellten mehr als sieben Prozent der europäischen Kreuzfahrtgäste. Weltweit waren Europäer mit 28,4 Prozent am Passagieraufkommen der Kreuzfahrtschiffe beteiligt.

AIDAstella - In Las Palmas de Gran Canaria

AIDAstella - In Las Palmas de Gran Canaria

Im vergangenen Jahr startete nahezu ein Drittel aller Passagiere die Kreuzfahrtreisen in Italien. Spanien und Großbritannien folgten mit ungefähr 21 Prozent bzw. 17 Prozent auf den Plätzen 2 und 3. Von Deutschland aus reisten lediglich 9,6 Prozent der Passagiere. Auf Frankreich, Dänemark und Griechenland entfielen zusammen etwa 11 Prozent der Reisenden.

Neapel - Cruise Terminal mit Costa neoRiviera

Neapel - Cruise Terminal mit Costa neoRiviera

Der Wirtschaftsbeitrag der europäischen Kreuzfahrtbranche wird für das Jahr 2015 auf 41 Milliarden Euro beziffert. Mehr als 360.000 Menschen waren direkt im Kreuzfahrtsektor oder in verbundenen Branchen beschäftigt. Gegenüber 2014 standen damit entlang der gesamten Lieferkette 11.000 Arbeitskräfte zusätzlich in Lohn und Brot.

Um der stetig wachsenden Nachfrage nach Kreuzfahrten gerecht zu werden, stocken
Reedereien ihre Schiffskapazitäten kräftig auf. Nach heutigem Planungstand werden bis 2026 insgesamt 75 Schiffe in Dienst gestellt.

Um das Branchenwachstum auch zukünftig zu gewährleisten, setzt CLIA Europe auf intensive Lobbyarbeit. Dazu sei das „geschäftsfreundliche“ Umfeld zu sichern, der derzeitige EU-Visa-Kodex sei zu reformieren und auf dem gesamten Kontinent seien die EU-Umweltgesetzte und Hafenordnungen zu vereinheitlichen.