16.08.2014 – Gestern hätte der Panamakanal sein 100-jähriges Jubiläum begehen und den Eintritt in eine neue Ära mit einer glanzvollen Erweiterung des Kanals feiern sollen. Leider kam es anders. Die Arbeiten am Ausbau des Kanals verzögern sich um mindestens ein Jahr. Monatelanger Stillstand der Arbeiten und eine Kostenexplosion mit anschließenden Finanzierungsproblemen haben das auf sieben Jahre Bauzeit und 5,35 Milliarden US-Dollar Investitionen geschätzte Bauvorhaben, erheblich verzögert.

Der Panamakanal wurde geplant, um die an der Ostküste der USA befindliche Industrie näher an die Westküste der USA und an die asiatischen Märkte anzuschließen. Der Umweg um Kap Hoorn oder durch die Magellanstraße verlängert gegenüber einer Panamakanal-Passage die Fahrt von New York nach San Francisco um circa 20.000 Kilometer. – Es lag nahe, den Bau eines Kanals durch die schmale Landbrücke von Panama, der Bereich gehörte ursprünglich zu Kolumbien, zu realisieren.

Panamakanal - Pedro Miguel Schleuse mit der Centennial Bridge

Die Arbeiten begannen im Jahr 1881 unter Führung des Erbauers des Suezkanals, Ferdinand de Lesseps, und endeten neun Jahre später in einem Desaster für das französische Kanal-Konsortium. Mehr als 20.000 an Gelbfieber und Malaria gestorbene Menschen und zur damaligen Zeit unvorstellbare 287 Millionen US-Dollar gingen verloren.

Panamakanal - Erweiterungsarbeiten 

Im Jahr 1904 wurde das ehrgeizige Vorhaben unter amerikanischer Führung erneut gestartet. Wieder waren circa 5.000 Tote zu beklagen. Am 15. August 2014 war es dann aber soweit; das Paketschiff Ancona durchquerte als erstes Schiff den Kanal.  

Panamakanal - Erweiterungsarbeiten am Culebra Cut

Jährlich fahren 13.000 Schiffe durch den Panamakanal. Seit 2007 wird der Kanal für die Durchfahrt von Containerschiffen mit 13.000 Containern, sogenannten Post-Panamax-Schiffen, fit gemacht. Die Staustufen werden von drei auf zwei reduziert und größere Schleusen von 427 Meter Länge und 55 Meter Breite werden errichtet.

Panamakanal - Einfahrt in die Gatunschleuse

Panamas Staatshaushalt finanziert sich zu einem erheblichen Anteil aus den Passage-Einnahmen des Kanals. Die Gebühren für eine Kanaldurchfahrt liegen derzeit bei großen Schiffen bei 300.000 US-Dollar. Weitere wichtige Einnahmequellen des 3,3 Millionen Einwohner zählenden Landes sind der Finanzplatz Panama City und die Freihafen- und Freihandelszone Colón am Karibischen Meer. 

Autor: Karl W. P. Beyer
Redakteur