27.12.2012 - Das Jahr 2012 bescherte uns acht Schiffsneubauten und vier Umbauten. Auch das kommende Jahr verspricht, wieder interessant zu werden. Im Jahr 2013 dürfen Kreuzfahrtenthusiasten nach sechs neuen Schiffen Ausschau halten. Zudem erfahren drei alte Schiffe Veränderungen.

Schiffsneubauten 2013

März 2013
Den Anfang im Reigen der neuen Kreuzfahrtschiffe macht AIDA Cruises. Am 17. März 2013 geht das zehnte Schiff der AIDA-Flotte, die mit ca. 71.300 BRZ vermessene AIDAstella, von Warnemünde aus auf Jungfernfahrt. Zuvor bereits startet sie vom 12. bis zum 14. März von Hamburg zur AIDA-Fanreise in die Nordsee. Die Kabinenzahl der AIDAstella wird mit 1097 angegeben. Bei Doppelbelegung würde dies 2.194 Passagieren entsprechen. Die Zahl der mit Balkonen ausgestatteten Kabinen und Suiten wird mit 510 angegeben. Das entspricht knapp der Hälfte aller verfügbaren Kabinen.

AIDAstella
Foto: AIDA Cruises

Um den 13,5 m² großen Innenkabinen mehr Attraktivität zu verleihen, werden diese durch Installation von Flatscreen-TVs zu virtuellen Außenkabinen aufgewertet. Auf diese Weise nehmen Passagiere der Innenkabinen einen Blick aufs Meer wahr. Die Größe der Außenkabinen variiert zwischen 14 und 16,5 m². Von der Größe vergleichbar sind auch die Balkonkabinen. Die Größe der Balkone macht zwischen 3 und 6 m² aus. Üppigere Platzverhältnisse bieten die Junior-Suiten, die es von der Größe auf 24 bis 32 m² bringen. Hinzu kommen noch an die 10-m²-Balkonfläche. Das Bad ist, wie in dieser Kabinenklasse nicht anders zu erwarten, mit einer Badewanne ausgestattet. Getoppt wird der Kabinenbereich mit diversen Suiten und Premium-Suiten.

Rein optisch steht das Schiff für skandinavisches Design. Auch auf die Hausbrauerei wurde nicht verzichtet. Und während wir uns bei einzelnen Schiffen der Celebrity Cruises bereits an Rasenflächen gewöhnt haben, wartet die AIDAstella mit Birkenbäumen auf, die in der Wellnessoase ihren Platz finden. Da passt es gut, dass der Schiffsneubau im Nordland eingesetzt werden soll.

Auch andere Mütter haben hübsche Töchter. Noch im März toppt MSC Crociere S.A. die AIDAstella hinsichtlich deren Größe locker mit der MSC Preziosa. Preziosa steht im Italienischen für kostbar oder wertvoll. Das neue Schiff rangiert in der Klasse der MSC Fantasia, MSC Splendida und MSC Divina.

MSC Preziosa im Baustadium
MSC Preziosa © MSC Crociere S.A.

Der Schiffsneubau ist ein Überbleibsel des libyschen Gaddafi-Regimes. Mit diesem Schiff wollte die libysche Staatsreederei ins Kreuzfahrtgeschäft einsteigen. Nach der arabischen Revolution wurde nichts aus diesem ehrgeizigen Vorhaben. Die Bauwerft STX France musste sich nach einem neuen Interessenten umsehen. MSC stieg in den Baukontrakt ein und ließ den Schiffsneubau auf MSC-Maß bringen. Ab März 2013 werden wir die MSC Preziosa im Mittelmeerraum bewundern können.

Die Schiffsgröße und die Länge werden mit ca. 139.400 BRZ sowie mit 333 m angegeben. In 1.751 Kabinen sollen bei Zweierbelegung 3.502 Passagiere auf 18 Decks Platz finden. Für den MSC Yacht Club sind 69 Suiten reserviert. Etwas Besonderes ist die 120 m lange Vertigo Wasserrutsche, die über die Bordwand hinaus reicht. Ein Teil der Rutschbahn ist zudem transparent. Vier Hauptrestaurants, zwei Spezialitätenrestaurants und 21 Bars und Lounges verwöhnen die Gäste.

Mai 2013
Im Mai werden zwei weitere Schiffe auf große Fahrt gehen.

Zu Beginn des Monats Mai startet die bei der Meyer Werft, Papenburg, gebaute Norwegian Breakaway. Das neueste Schiff der Norwegian Cruise Line ist mit 144.017 BRZ vermessen und 324 m lang. Sie wird bis zu 4.028 Passagieren Platz bieten. Ihr zukünftiger Heimathafen ist New York. Die auffällige an New York erinnernde Bugbemalung des New Yorker Künstlers Peter Max (Finkelstein) weist darauf hin. Vorgesehen ist, dass das Schiff regelmäßig zwischen New York und der Karibik pendelt.

Norwegian Breakaway
© NCL/Norwegian Cruise Line

Fun und Unterhaltung stehen im Mittelpunkt des Geschehens an Bord. Gäste dürfen zwischen 18 unterschiedlichen Dining-Optionen und 13 Bars & Lounges wählen. Eine der Bars wird als Eisbar gestaltet. Das verspricht, ein unterkühltes Vergnügen zu werden. Der Wellnessbereich erfreut seine Nutzer mit der ersten auf einem Hochseeschiff installierten Salzgrotte. Der groß dimensionierte Sportbereich reicht über drei Decks. Im Aquapark locken fünf Wasserrutschen nicht nur die Nachwuchs-Kreuzfahrer. Zwei der Rutschen bieten das Erlebnis eines freien Falls. An einen Hochseilgarten auf See wurde ebenfalls gedacht.

Ebenfalls im Mai präsentiert Hapag Lloyd die ausschließlich mit Balkonsuiten ausgestattete Europa 2.

MS Europa 2 vor Hamburger Kulisse
Foto: Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

Positioniert wird das lifestyle-orientierte Schiff im Fünfsternesegment. Die Europa 2 wendet sich an beruflich stark eingespannte Kreuzfahrer, die im Vergleich zur „alten“ Europa mit einem weniger förmlichen und einengenden Ambiente gelockt werden sollen. Die Routen dieses Schiffs werden in Hinblick auf den überwiegend eng geknüpften Zeitplan der ins Auge gefassten Klientel überwiegend kurz gehalten. Durch Kombination zweier oder mehrerer Routen lassen sie sich selbstredend längere Routenverläufe erzielen.

Acht Restaurants offerieren Speise und Trank. Davon ist nur eines aufpreispflichtig. Wer möchte, kann im bordeigenen Miele-Kochstudio seine Kochkünste optimieren.

Mit Stolz weist Hapag-Lloyd auf die Katalysatoren-Technik hin, mit der das Schiff ausgestattet ist. Das bedeutet, dass die beim Schiffsbetrieb anfallenden Luftschadstoffe um 95 Prozent durch den Katalysatoreneinsatz reduziert werden sollen. Es steht zu hoffen, dass das den in Bezug auf Kreuzfahrtschiffe kritisch eingestellten Nabu hoffentlich freuen wird. Das mit etwa 40.000 BRZ große Schiff wird bei STX France gebaut.

Juni 2013
Gut 100.000 Tonnen mehr sind es, wenn im Juni die Royal Princess an den Start geht. Das bei Fincantieri auf der Monfalcone-Werft für Princess Cruises gebaute Schiff ist mit 141.000 BRZ vermessen. Seine Länge wird mit 330 m angegeben. Zum dritten Mal trägt dann ein Schiff der zur Carnival-Gruppe gehörenden Gesellschaft den Namen „Royal“.

Royal Princess
Quelle: Princess Cruises

Im Jahr 2014 wird ein gleich großes Schiff, die Regal Princess, nachfolgen. Bis dahin ist die Royal Princess das größte Schiff der dann 17 Schiffe umfassenden Princess-Flotte. Es wird 3.600 Gästen in 1.780 Kabinen Platz bieten. Was das Verhältnis der Innen- zu den Außenkabinen anbelangt, wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Nur 342 Kabinen, gerade einmal 19 Prozent, sind als Innenkabinen gedacht. Allein 1.092 Balkon- und Deluxe-Balkonkabinen werden ausgewiesen. Hinzukommen noch 306 Mini-Suiten und 40 Balkonsuiten. Behindertengerecht sind 36 Kabinen ausgestattet.

Faszinierende Dimensionen wird das sich über drei Decks erstreckende zentrale Atrium bieten. Hier wird ein Teil des Unterhaltungsprogramms ablaufen. An Restaurants und Läden ist in diesem Bereich ebenfalls gedacht worden. Zwei aufwendig gestaltete Marmor-Wendeltreppen führen nach oben. Die Baukosten werden mit 558 Mio. Euro angegeben.

Für Menschen ohne Höhenangst ist der über die Bordwand hinausreichende SeaWalk mit Glasboden gedacht. In nahezu 40 m Höhe wird es möglich sein, aufs Meer und auf die Seitenlinie des Schiffs zu blicken. Ein Anblick, den sonst nur noch die auf der Brücke des Schiffs Tätigen empfinden können. Auch eine Bar wird in den SeaWalk integriert. Auf dem obersten Deck wird mit dem Sanctuary ein nur Erwachsenen zugänglicher Poolbereich eingerichtet. Um ihn herum werden sieben auf dem Wasser liegende private Cabanas mit Minibar und Flatscreen eingerichtet.

Die Sommersaison bringt die Royal Princess im Mittelmeer zu. Im Oktober 2013 steht dann eine Reise von Venedig nach Fort Lauderdale auf dem Programm.

Juli 2013
Wesentlich kleiner als die Norwegian Breakaway fällt die Le Soléal der Compagnie du Ponant aus. Das auf Jacht-Kreuzfahrten spezialisierte Unternehmen wird den Schiffen Le Boréal und L’Austral mit der Soléal ein weiteres luxuriöses Schiff mit 132 Außenkabinen für 224 bis 264 Passagiere zur Seite stellen. Gebaut wird die 142 m lange Superjacht bei Fincantieri.

Schwesterschiff Le Boreal
© Philip Plisson

Am 1. Juli geht die Soléal unter französischer Flagge von Venedig aus auf Jungfernfahrt. Ab dem 13. Juli beginnt der eigentliche Fahrbetrieb. Das Schiff wird auf seinen ersten Fahrten Island, Grönland, die Nordwestpassage, Russland, Japan und Kamtschatka ansteuern. Danach fährt es für den Rest des Jahres zwischen Hongkong und Singapur.

Zwei auf feine internationale Küche spezialisierte Restaurants, zwei Lounges und eine Open Air Bar auf dem Pooldeck, Theater, ein Fitness- und Wellnessareal werden geboten. Die Gäste werden von 139 Crewmitgliedern verwöhnt. Das Schiff soll das Gütesiegel „Clean Ship“ tragen. Das passt gut zu den vorgesehenen Destinationen.

Umbauten und Neupositionierungen 2013

April 2013
Im kommenden Jahr wird die Carnival Destiny einer Verjüngungskur unterzogen. Nach erfolgten Umgestaltungen in den Jahren 2005 und 2010 wird das Schiff im Jahr 2013 renoviert und aufwendig umgebaut und vergrößert. Zusätzlich werden 182 weitere Kabinen eingebaut. Danach sollen 3.006 Passagiere an Bord Platz finden. Zusätzliche Dining-Optionen werden geschaffen. Wie man liest, lässt Carnival sich den Umbau 155 Mio. US-Dollar kosten. Der höchste Betrag, der jemals von der Reederei für eine Schiffsüberholung gezahlt wurde.

Carnival Destiny vor dem Umbau

Unter dem neuen Namen Carnival Sunshine wird das erneuerte Schiff ab dem 12. April 2013 von Venedig aus wieder ins Rennen geschickt. Als neuartig wird ein über drei Decks gehender, kostenloser Erholungsbereich für Erwachsene geschildert. Nicht ohne Grund wird das Schiff als FunShip-Konzept 2.0 wieder in den Markt eingeführt.

Mai 2013
Die Ocean Majesty der Majestic International Cruises ist zwar schon ein betagtes Schiff. Es wurde 1966 als Ro-Ro-Fähre in Dienst gestellt. Im Jahr 1995 wurde entschieden, das Schiff einem anderen Zweck zuzuführen. Es wurde entkernt und als Kreuzfahrtschiff neu aufgebaut . Seitdem trägt es den Namen Ocean Majesty. Das Schiff ist mit 10.417 BRT vermessen. Auf 135 m Länge können 548 Passagiere befördert werden. Über den Winter 2012/2013 wird das Schiff im Kabinenbereich komplett renoviert und umgebaut, um es auf diese Weise heutigen Standards anzupassen.

Ocean Majesty©Hansa Touristik

Vom 15. Mai an soll es für Hansa Touristik in der Ostsee, auf Nordlandtouren und im Mittelmeer fahren. Begonnen wird mit einer Pfingstkreuzfahrt. Hansa Touristik wirbt mit dem hübschen Slogan "Immer eine Wellenlänge voraus" um Gäste. Alles was zu einer modernen, klassischen Kreuzfahrt dazu gehört und wichtig ist, wird geboten. Das beginnt bei "All-Inklusive Reisen" und hört  mit "Wahl zwischen Wellfit Buffetrestaurant und a-la-Carte-Restaurant" oder "wechselndes Edutainment" auf.

September 2013
Silversea Cruises präsentieren als jüngste Neuerwerbung das Expeditionsschiff Silver Galapagos. Der Name ist Programm. In 50 Suiten wird 100 Gästen Platz geboten. Das 88 m lange Schiff wird umfangreich renoviert und dem Ambiente und Niveau der Silversea-Flotte angepasst werden. Ab Ende September wird es um die Galapagosinseln herum operieren.

Die Reederei verspricht dazu, dass alle Kabinen und Suiten Meerblick bieten. Viele der Kabinen haben eine private Veranda. In den Suiten wird Butlerservice geboten. Die Reederei stellt das internationale Flair an Bord des Schiffes heraus. Das Ambiente sei einem Country Club ähnlich. Ausfahrten mit dem Beiboot, Schnorchelgänge oder Wanderungen im Zielgebiet gehören zu den kostenlosen Aktivitäten an Bord des Schiffes. Touren zu den Galapagos Inseln können bereits für die Jahre 2013 und 2014 gebucht werden.

 

Autor: Karl W. P. Beyer
Redakteur