16.04.2013 - Neuigkeiten aus dem Umfeld der Familie Deilmann lassen uns immer aufhorchen. Gestern durften wir den Lübecker Nachrichten entnehmen, dass Gisa und Hedda Deilmann planen, wieder ins Kreuzfahrt-Geschäft einzusteigen.

Zur Erinnerung: Die Zwillingsschwestern erbten im Jahr 2003 nach dem Tod ihres Vaters die Majorität einer in Schieflage befindlichen Reederei für Fluss- und Hochsee-Kreuzfahrten. Wegen drastischer Umsatzeinbrüche bei den Flusskreuzfahrten, berichtet wurde von 50 % Ausfällen, wurde zuerst dieser Geschäftsbereich ausgesondert und in die Insolvenz geschickt. - Auch der Bereich Hochseekreuzfahrten war langfristig von den Gesellschafterinnen nicht mehr zu halten. Der vielseitig aufgestellte Finanzinvestor Aurelius AG, Grünwald, übernahm im Jahr 2010 das Flaggschiffs der Reederei, die MS Deutschland. Die Altgesellschaft war danach gezwungen Insolvenz anzumelden und die Hauptgesellschafterinnen Gisa und Hedda Deilmann meldeten anschließend Privatinsolvenz an. Sie müssten sich derzeit in der auf sechs Jahre bemessenen Wohlverhaltensperiode befinden.

Nun also haben die Damen in Lübeck die Deilmann Selektion GmbH gegründet, um „individuelle Luxusreisen jenseits des Massentourismus“ anzubieten. Zu diesem Behufe wird die 48 m lange und 10,40 m breite Hansa Explorer gechartert. - Das 2006 in Dienst gestellte Schiff ist ein Unikum. Es dient der Reedereigruppe Harren & Partner, Bremen, sowohl als Ausbildungsschiff für Seeleute, Köche und Stewards als auch als Kreuzfahrtschiff der Extraklasse. An Bord bieten sechs Kabinen insgesamt 12 Kreuzfahrern Platz.

Zunächst sollen im Jahr 2014 einem zahlungskräftigen Publikum zwei Kreuzfahrten ins Polarmeer angeboten werden. Die Lübecker Nachrichten berichten, dass später das Engagement ausgeweitet werden soll. Mut haben Gisa und Hedda Gabler offenbar. Hoffentlich auch die nötige Fortune.

Autor: Karl W. P. Beyer
Redakteur