12.07.2013 – Das kennen wir. Unser Kreuzfahrtschiff liegt im Hafen. Die Maschinen arbeiten mit reduzierter Leistung. In bester Stimmung schauen wir in Richtung der Schornsteinanlage und sehen von dort zarte Wölkchen unterschiedlichster Färbung aufsteigen. So genau wollen wir gar nicht wissen, was dort dem Schornstein entfleucht. Umweltverbände werden zu Recht nicht müde, auf die umweltschädlichen Einflüsse der Kreuzfahrtschiffe hinzuweisen.

Gestern lasen wir in einer Pressemitteilung der TUI Cruises, dass das Unternehmen erstmalig einen Umweltbericht veröffentlicht, in dem die Umweltstrategie und Ziele für die kommenden fünf Jahre definiert werden. Ferner wird über das Umweltmanagement an Bord und an Land berichtet. Der Bericht wird zukünftig in Zweijahresabständen fortgeschrieben.

Es wird ausgeführt, dass es beim Umweltschutz um konkrete Maßnahmen geht. Kernpunkte sind: Klimaschutz und Emissionsminderung; Energieeffizienz; Transparenz und Nachprüfbarkeit der Umweltleistung; Nachhaltigkeit in der Lieferkette; Ressourcenschutz durch Abfall- und Abwassermanagement; Einbeziehen von Interessengruppen und die Umweltsensibilisierung an Bord und an Land.

Mein Schiff  1 vor Martinique

Zwar klingen einige der Ziele eher wolkig. Hier heißt es abwarten. Im technischen Bereichen dominieren Fakten. Wir entnehmen dem Bericht, dass die Flotte 0,367 Tonnen Treibstoff pro Seemeile einsetzt. Das muss man sich vorstellen: Drei Seemeilen gefahren und 1,1 Tonnen Bunker sind durch den Schornstein verschwunden! Hier ist ein Ansatzpunkt für Aktionen. Bereits im Jahr 2012 wurde der Treibstoffverbrauch um 3,7 % gesenkt. Im laufenden Jahr sollen es nochmals 5 % werden. Mit der Reduzierung des Treibstoffverbrauchs wird auch der CO2-Ausstoß verringert.

Ein Schlüssel zur Minderung des Treibstoffeinsatzes ist die Verbesserung der Energieeffizienz an Bord der Schiffe. Was dieses Thema anbelangt wird augenscheinlich auf die bestellten beiden Neubauten gesetzt. Eine umfassende Nutzung der Abwärme aus den Hauptmaschinen und eine hocheffiziente Klimaanlage sollen bewirken, dass Mein Schiff 3 mit 30 % weniger Energieeinsatz auskommen wird als Kreuzfahrtschiffe vergleichbarer Ordnung. Bei beiden Neubauten sollen die Schwefelemissionen um bis zu 99 % und die Stickoxidemissionen um 75 % abgesenkt werden.

Die Abfallreduzierung und die Reyclingquote sollen ebenfalls verbessert werden. Im Jahr 2012 betrug die durchschnittliche Abfallmenge pro Übernachtung an Bord 10,7 Liter. Dies entspricht gegenüber 2011 einem Rückgang um 3,1 Liter. Für 2013 werden 8,7 Liter angepeilt.

Mit Spannung sehen wir bereits heute einer Aktualisierung der Daten entgegen.

Autor: Karl W. P. Beyer
Redakteur