Azamara Club Cruises - LogoDas in Miami/Fl. ansässige Unternehmen Azamara Club Cruises steht seit dem Jahr 2007 für die Luxussparte innerhalb des Konzern Royal Caribbean Cruises Ltd. Es betreibt derzeit zwei Kreuzfahrtschiffe mittlerer Größe, die Azamara Journey und die Azamara Quest. Beide sind sehr bemerkenswerte und angenehme Schiffe der 30.000-Tonnen-Klasse.

Zuvor fuhren beide Schiffe für die ebenfalls zum Konzern Royal Caribbean Cruises Ltd gehörenden spanischen Pullmantur Cruises. Die wiederum hatte die ursprünglich im Jahr 2000 gebauten baugleichen Schiffe der Renaissance-Klasse im Jahr 2005 übernommen. In den jährlichen Umfragen zweier bekannter internationaler Reisemagazine belegt die Gesellschaft in der Gruppe der „Midsize-Ship Lines“ vordere Plätze. Diesen Ruf erlangte das junge Unternehmen durch intensive Arbeit an der Hard- und Software, d. h. an den Schiffen und an der Konzeption. Das Erfolgsmodell basiert vor allem auf der Definition und Ausschöpfung eines dezidierten Kundensegments.

Azamara Quest - Auf der Elbe vor Hamburg

Die Marke wendet sich zielgenau an anspruchsvolle, gut verdienende Reisende mit einem Faible für Kreuzfahrten. Diese vorzugsweise als Paare im besten Alter auftretenden internationalen Gäste sind aktiv, reiseerfahren und kultiviert. Sie sind für Neues aufgeschlossen und möchten die Welt kennenlernen. Erleben statt Besichtigen steht für sie im Mittelpunkt. Und sie sind gern bereit, dafür auch mehr Geld auszugeben.

Unter dem Motto „You’ll love where we take you“ werden vorzugsweise weniger stark frequentiere Ziele angelaufen. Dazu zählen vor allem Bestimmungsorte in Europa sowie Ziele in Asien, Südamerika und im karibischen Raum. Zu den europäischen Reisezielen gehören die baltischen Staaten, Skandinavien, Westeuropa, die Küste Frankreichs, die italienische Riviera, Griechenland oder Kroatien. Allesamt Ziele, an denen Gäste sich gern aufhalten.

Das Konzept sieht vor, dass die beiden Schiffe die Häfen häufig erst am späten Abend verlassen. Manchmal bleiben sie sogar über Nacht an ihren Zielen. Dies bedeutet für die Schiffsgäste, dass sie an den Bestimmungshäfen intensivere Eindrücke sammeln können.Des Weiteren punkten die Schiffe mit außergewöhnlichem Service, erstklassigen Speisen und Weinen sowie guten Fitness- und Spa-Angeboten. Geboten werden zahlreiche inkludierte Leistungen wie Trinkgelder für das Kabinen-, Restaurant- und Bar-Personal, Mineralwasser, Tee, Kaffee, rote und weiße Hausweine zum Mittag- und zum Abendessen sowie ausgewählte alkoholische Getränke. Ein Shuttleservice vom und zum Hafen, soweit verfügbar, und ein Butlerservice im Suitenbereich runden das Angebot ab. Als Highlight einzelner Reisen gilt ein im Reisepreis enthaltener exklusiver abendlicher Landausflug, der sogenannte AzAmazing Evenig. Ein solcher Programmpunkt ist beispielsweise der Besuch des Titanic-Museums in Belfast außerhalb der normalen Öffnungszeiten.

belfast titanic museum am river lagan

Zum Jahreswechsel 2012/2013 wurden beide Schiffe aufwendig renoviert. Dafür wurden zweistellige Millionenbeträge in die Hand genommen. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die von uns besuchte Azamara Quest strahlt eine gediegene, luxuriöse, teilweise koloniale Atmosphäre aus. Die Kombination traditioneller Designwerte mit modernen Elementen scheint gut gelungen. Das Schiff wirkt auf uns „very british“.

 Azamara Quest - Club Atmosphäre

Beide Schiffe sind wegen ihrer kosmopolitischen Ausrichtung möglicherweise nicht das passende Angebot für jene Gäste, die sich gern auf Club-Schiffen deutscher Provenienz verwöhnen lassen. Allen anderen Kreuzfahrern sind sie wärmstens zu empfehlen.

(Karl Beyer) Juli 2013

Autor: Karl W. P. Beyer
Redakteur