Ciao Reflection

Nach dem Frühstück verlassen wir die Celebrity Reflection. Das Auschecken klappt genauso hervorragend wie das Einchecken. Wir fliegen heute zurück nach Deutschland und werden auf eigene Faust zum Flughafen Fiumicino reisen. Bis zum Hafenausgang gibt es einen Shuttlebus.

Dort ist dann der Teufel los. Außer der Reflection liegen die Brilliance of the Seas, die Costa Diadema und die MSC Orchestra im Hafen von Civitavecchia. Und nahezu alle Passagiere wollen den Hafen verlassen, entweder um einen Tagesausflug machen, einen weiteren Italienaufenthalt anzutreten oder zum Flughafen zu reisen.

Das X - Celebrity Cruises unverkennbares Markenzeichen

Das X - Celebrity Cruises unverkennbares Markenzeichen


Ciao Civitavecchia

Trotz des herrschenden Gedränges und des vermeintlichen Chaos am Hafenausgang geht dort alles sehr fix. Mit einem Sammeltaxi fahren wir zum Bahnhof und dann mit dem Zug über Roma-Trastevere nach Fiumicino. Wir sind schon einige Male mit der italienischen Bahn unterwegs gewesen. Die Züge waren immer sauber und pünktlich, die Ausschilderung an den Bahnhöfen ist gut, das Bahnpersonal ist freundlich und hilfsbereit. So auch dieses Mal. Unsere Fahrt zum Flughafen verläuft ohne Probleme.

Am Hafenausgang werden von örtlichen Anbietern Transfers zum Flughafen Fiumicino angeboten. In 2017 werden dafür 20 EUR pro Person verlangt, das halten wir für einen absolut guten Preis. Die eingesetzten Minibusse machen einen guten und zuverlässigen Eindruck auf uns.

Von der Cruise Line angebotene Transfers sind wesentlich teurer, dort wird man schnell mit 80 USD pro Person zur Kasse gebeten.

Blickfang  in Civitavecchia

Blickfang in Civitavecchia


Fazit

Die Mittelmeer Kreuzfahrt mit der Celebrity Reflection hat uns sehr gut gefallen. Die besuchten Häfen, egal ob wir sie bereits kannten oder ob sie neu für uns waren, sind sehenswert, auch bei einem zweiten oder gar dritten Besuch. Und das Schiff können wir in jeder Beziehung empfehlen. Ein schwimmendes Hotel in tadellosem Zustand, gepflegt und einladend, mit genügend Raum für den einzelnen Gast. Dazu gut geschultes, kompetentes und freundliches Personal. Obendrein spielte auch das Wetter mit. Vom Beginn unserer Tour bis zum Ende war es jeden Tag warm und sonnig, bei klarer Sicht und meist blauem Himmel.

Ein Wermutstropfen: Wir lieben Seetage. Und auf dieser Kreuzfahrt waren es definitiv zu wenige.

Celebrity Reflection - Auf Reede vor Villefranche-sur-Mer

Celebrity Reflection - Auf Reede vor Villefranche-sur-Mer


 (Anne Plau)

Ein weiterer Seetag

Heute ist noch einmal richtig viel los, unsere Kreuzfahrt nähert sich dem Ende. Beim Bingo gibt es den Super Jackpot, das große Finale der Kunstauktion findet statt, und die Shops locken mit Extra-Rabatt. Im Café al Bacio plaudert der Captain mit den Passagieren, die Offiziere und Gäste treffen sich zum Golf Putting und zum Pool Volleyball. Auch die Künstler sind überall mit Life-Auftritten zu finden. Die Tenors of Rock präsentieren sich noch einmal in einer Matinée und abends findet im Grand Foyer die letzte große Show mit den Sängern und Tänzern der Reflection statt.

Celebrity Reflection - Sonnendeck mit Jogging Parcours

Celebrity Reflection - Sonnendeck mit Jogging Parcours


Und was machen wir? Wir genießen noch einmal diesen sonnigen Tag auf See. Gegen Abend kommt Land in Sicht. Vor uns liegt Sardinien. Und dann fahren wir zwischen Sardinien und Korsika durch, das ist unglaublich schön.

Sardiniens Nordküste

Sardiniens Nordküste


Was gibt es noch über die Reflection zu sagen?

Die Celebrity Reflection bietet gerade in den Außenbereichen viel Platz. Da sind die großzügigen Pools, die Liegeflächen in der Sonne, aber auch etliche im Schatten und natürlich der Lawn Club. Ein echter Rasen auf einem Kreuzfahrtschiff ist etwas ganz Besonderes. Zudem wird man immer wieder aufgefordert die Rasenflächen auch zu benutzen.

Celebrity Reflection - Der Lawn Club

Celebrity Reflection - Der Lawn Club


Im Innenbereich dominieren das Grand Foyer und die gläsernen Fahrstühle. Das Grand Foyer geht über die Decks 3 bis 5, angrenzend liegen Bars, Cafés und die Shops. Der von Deck 3 bis Deck15 offene Fahrstuhlschacht mit acht Fahrstühlen und einem echten Baum in der Mitte liegt direkt daneben. Angrenzend auf den Decks 6 bis 12 findet man die iLounge mit PC-Arbeitsplätzen, das gemütliche Hideaway, den Game On-Bereich für elektronische Spiele, die Bibliothek und den Captain’s Club. Auf Deck 14 und 15 schaut man vom Fahrstuhl direkt auf den Poolbereich. Hier ist das Fahrstuhlfahren wie eine kleine Schiffsbesichtigung.

Celebrity Reflection - Herrenbekleidung in der Ladenzone Celebrity Reflection - Blick ins Grand Foyer Celebrity Reflection - Aufzugsschacht mit Bibliothek Celebrity Reflection - Die Bibliothek

 

Essen und Getränke gibt es rund um die Uhr. Das Essen ist super. Auswahl und Qualität sind immer gut, egal ob im Buffet- oder Bedienrestaurant, im Café oder am Grill. Ebenso die Getränke und der Service.

Bezüglich Kleidung geht es leger oder sportlich schick zu, wobei man hier lässig nicht mit nachlässig verwechseln sollte. Badekleidung und Shorts in den Restaurants und den Bars innen gehen gar nicht. Formelle Garderobe ist allerdings Vergangenheit, und auch der Captain trägt gern einmal kurzärmelige Hemden.

Offiziere der Celebrity Reflection

Offiziere der Celebrity Reflection


Das Personal ist durchweg sehr gut, freundlich, umsichtig und aufmerksam. Unser Steward Chetan bekommt eine 1+ für seinen außergewöhnlich guten Service.

 

Kritisches

Kritikpunkte gibt es, aber nur sehr wenige. Auch auf anderen Kreuzfahrten und auf anderen Kreuzfahrtschiffen wird zu Beginn einer Reise der Verkauf von Getränkepaketen forciert. Bei dieser Reise fiel uns unangenehm auf, mit welcher Beharrlichkeit dieses Thema angegangen wurde. Die Tische im Buffetrestaurant außen wurden teilweise nicht gut gepflegt. Vielfach fehlten auch Bestecke, Gläser  und Tassen an einzelnen Stationen.

Und dann die Musik in den öffentlichen Räumen. Sie war einfach zu laut. Insbesondere im Bereich des Grand Foyer, der nach oben offenen Lobby, wurde man von Deck 3 bis Deck 15 beschallt. In den angrenzenden Cafés und Bars war eine Unterhaltung manchmal nur unter erschwerten Bedingungen möglich.

Celebrity Reflection - Abendstimmung am Poolbereich

Celebrity Reflection - Abendstimmung am Poolbereich


weiterlesen: Tag 12 - Civitavecchia

Lebendige Geschichte

Cartagena liegt in einer tiefen Bucht an Spaniens Costa Cálida. Der große Naturhafen dient hauptsächlich als Handelshafen, aber auch Kreuzfahrtschiffe laufen Cartagena regelmäßig an. Getrennt durch den Yachthafen befindet sich der Anleger parallel zur gepflegten Uferpromenade. Gleich dahinter liegen die gut erhalten punischen Stadtmauern, und oberhalb wacht das Castillo de la Conceptión.

Promenade am Kreuzfahrtterminal und das Kastell

Promenade am Kreuzfahrtterminal und das Kastell


Cartagena ist wie ein lebendig gewordenes Geschichtsbuch. Phönizier, Römer, Mauren: alle waren hier. Aus vielen Epochen finden wir Bauwerke, z.B. punische Mauern, ein römischen Theaters, eine maurische Burg; und das alles in fußläufiger Entfernung zum Kreuzfahrtterminal.

Wir haben einen Rundgang vorbereitet, damit wir möglichst viel von dieser attraktiven Stadt sehen. Auf der Promenade unterhalb des Paseo Alfonso XII gehen wir am Wasser entlang in Richtung Nautisches Museum. Im Hafenbecken davor neben dem auffälligen Gebäude des Regattavereins überrascht uns die Skulptur Cola de Ballena, die Schwanzflosse eines Wals. Gegenüber in einer kleinen Werft liegen nebeneinander die Segelyacht A und die Superyacht A des russischen Milliardärs Melnichenko. Es gelingt sicher nur sehr selten, beide Schiffe gleichzeitig zu sehen. Wir haben also richtig Glück.

Gebäude des Regattavereins Segelyacht A Superyacht A Monument der Héroes de Cavite

 

Römische Ausgrabungen

Wir halten uns rechts und queren eine kleine gepflegte Parkanlage, die Plaza de los Héroes de Cavite, dann kommen wir zur Plaza del Ayuntamiento, dem Rathausplatz, und zum Rathaus. Es ist eines der schönsten, das wir je gesehen haben.

Fassade des Rathauses

Fassade des Rathauses


Wieder geht es rechts ab und direkt neben der Ruine der alten Kathedrale erreichen wir das römische Theater. Das Theater wurde im 1. Jahrhundert v.Chr. erbaut und erst Ende der 1980er Jahre entdeckt. Inzwischen wurde es sorgfältig rekonstruiert und kann seit 2008 besichtigt werden. Es ist bisher das Highlight der römischen Ausgrabungen und sollte auf jeden Fall besichtigt werden.

Wir gehen zurück zum Rathausplatz und folgen der Calle Mayor, einer verkehrsberuhigten Straße mit schönen Jugendstilgebäuden. Krönung dieser Gebäude ist das historische Gran Hotel an der Plaza San Sebastian.

Teatro Romano Das ehemalige Gran Hotel Forum Romanum Foro Romano - Der Windmühlenhügel

 

Die nächsten römischen Ausgrabungen finden wir im Barrio del Foro Romano, dem Forum Romanum. Das ist ein kompletter Häuserblock aus der Römerzeit mit Thermalanlage, Arkadenhof, und Atrium, zum Schutz vor Wettereinflüssen ist die Anlage aufwändig überdacht. Und dahinter, auf dem Cerro del Molinete, dem Windmühlen Hügel, einem Gebiet mit immensen Ausmaßen, gehen die archäologischen Ausgrabungen weiter. Es ist unglaublich.

Malerische Plätze

In Cartagena liegt alles nah beieinander. Immer wieder entdecken wir ein schönes Bauwerk, einen kleinen Park oder Platz. So z.B die Plaza San Francisco, einen großen Platz mit hohen Bäumen, rundherum gut restaurierten alten Gebäuden und schattigen Bänken. Dann folgt die Plaza de la Merced mit dem Palacio Aguirre, von der eine Promenade zum Campus Muralla del Mar hinauf führt. Auf dem geräumigen Platz davor liegt die alte Stierkampfarena, unter der ein römisches Amphitheater auf Ausgrabung wartet. Bisher sind nur einige der Außenmauern zu sehen. In Cartagena waren die Römer tatsächlich sehr aktiv.

Palacio de Aguirre

Palacio de Aguirre


Cartagena von oben

Unser nächstes Ziel ist das Castillo de la Conceptión, eine von den Mauren erbaute Burganlage. An der alten Stierkampfarena vorbei steigen wir zum Castillo auf. Es gibt einen Lift bis auf 45 m Höhe mit einer Gangway zum Hügel des Castells. Von der Burg ist nicht viel erhalten, allerdings werden einige Räume und Gewölbe in einem historischen Zentrum präsentiert, das ist sehr sehenswert. Am besten aber ist der Blick von oben. In das römische Theater und in das Auditorium schaue

n wir direkt hinein, die Stadtmauern sind gut zu erkennen, die Promenade, der Hafen, die Bucht. Zurück gehen wir über Treppen und schattige Wege bis zum Hafen.

Aufzug zum Castillo de la Concepción bahnhof marrakesch Der Linterna Turm Zugang zum Kastell

 
 

Stadtbummel

Nachmittags machen wir noch einmal einen Bummel durch den Ort. Wir gehen wieder am Wasser entlang bis zum Museo Naval, das wir uns diesmal genauer anschauen. Das berühmte U-Boot „El Peral“, sehen wir leider nicht. Früher lag es draußen direkt an der Promenade, zum Schutz gegen Wind und Wetter hat es jetzt einen Platz im Museum. Auch für die Calle Mayor und die pittoresken Seitengassen lassen wir uns mehr Zeit. Cartagena ist eine sehr schöne, saubere und gut angelegte Stadt. Es macht Freude sich dort aufzuhalten. Zurück zum Schiff gehen wir durch die Grünanlage auf der Stadtmauer.

Kreuzfahrtschiff Celebrity Reflection im Hafen von Cartagena

Kreuzfahrtschiff Celebrity Reflection im Hafen von Cartagena


Senior Officers’ Cocktail Party

Für diesen Abend haben wir eine Einladung des Captain’s Club zur Senior Officers’ Cocktail Party erhalten. Das lassen wir uns nicht entgehen. Das Treffen findet in der Sky Lounge statt und tatsächlich sind nahezu alle Offiziere da. Auch der Master of the ship, Captain Apostolos Bouzakis. Während einer Karibikkreuzfahrt mit der Celebrity Equinox war er schon einmal unser Captain. Er ist gebürtiger Grieche und seine Borddurchsagen sind uns in guter Erinnerung geblieben. Sie endeten immer mit „I wish you a wonderful day on the beautiful Equinox“, vorgetragen mit unverkennbar griechischem Akzent. Nicht nur bei einer Party des Captain’s Club, auch sonst sind der Master und seine Offiziere sehr präsent an Bord und nehmen sich Zeit für die Passagiere.

Offiziere der Celebrity Reflection

Offiziere der Celebrity Reflection


 weiterlesen: Tag 10 - Ibiza

Partyinsel und UNESCO Welterbe

Ibiza gilt gemeinhin als Partyinsel. Viele Besucher erwarten, dass die Insel überlaufen ist von den Reichen und Schönen oder denen, die sich dafür halten, dass es hauptsächlich um Shopping und Chillen geht, um angesagte Clubs und Discos, und was auch immer. Dabei darf man nicht vergessen, das Ibiza landschaftlich außerordentlich reizvoll ist. Die Küsten sind lang, die kleinen Ortschaften sind zauberhaft und nicht überall trifft man auf viele Menschen. Es ist allerdings wichtig, dass man sich abseits der touristischen Zentren bewegt.

Ibiza Stadt

Ibiza Stadt


Die Altstadt von Ibiza hatten wir bereits bei unserem letzten Besuch angesehen. Dieser Ort hat ein ganz besonderes Flair und gehört zudem zum UNESCO Welterbe. Für jeden, der das erste Mal auf Ibiza ist, ist die Altstadt ein absolutes Muss, erst danach kommt der Rest dieser sehenswerten Insel an die Reihe.

Inseltrip mit dem Leihwagen

Wir werden uns heute das ländliche Ibiza ansehen. Dazu hatten wir bereits vor der Reise ein Auto gemietet. Da wir nur einen Tag Zeit haben, reichen die öffentlichen Verkehrsmittel nicht aus, um auch die entlegenen Teile der Insel kennen zu lernen. Busse fahren z.B. von Ibiza Stadt nach Sant Josep, Sant Antoni oder Santa Eulària. Das aber sind nicht die Orte, die wir uns heute interessieren. Wir wollen alte Kulturlandschaft sehen. Unsere Tour soll den südöstlichen Teil von Ibiza umfassen: im Süden bis La Canal, dann in das Naturschutzgebiet an der südwestlichen Spitze, weiter nach Norden bis Sant Antoni, danach in östlicher Richtung quer über die Insel bis Santa Eulària und an der Küste wieder zurück bis Ibiza Stadt.

Im Naturpark Ses Salines

Im Naturpark Ses Salines


Vom Kreuzfahrtterminal an der Estación Botafoc sind es fast 3 Kilometer bis zum Ort. Es gibt einen Port Bus, der zwischen Terminal und der Av Santa Eulària des Rio nahe der Altstadt pendelt. Dort ist auch das Büro unseres Autovermieters. Wir bekommen einen Mini Countryman, ein super schönes Auto, sehr neu, schnell und wendig; genau das Richtige für unseren Inseltrip.

Naturparks Ses Salines und Es Vedra

Wir kommen gut aus Ibiza Stadt heraus. Am Wasser entlang fahren wir bis zur Platja d'en Bossa, einem der stadtnah gelegenen Sandstrände. Es ist ruhig, die Sonnenanbeter schlafen wohl noch. Von dort fahren wir durch den Naturpark Ses Salines und die Salzfelder nach La Canal. Am kleinen, idyllisch gelegenen Sandstrand ist wenig los. Zurück fahren wir wieder durch die Salinenfelder, diesmal stoppen an der Kirche Sant Francesc am Naturpark Ses Salines.

Platja de Ses Salines Die Saline Esglesia de Sant Francesc Steilküste bei Es Vedra

 

Unser nächstes Ziel sind die Felseninseln Es Vedra und Vedranell, die zum Naturschutzgebiet gehören und vor der südwestlichen Küste liegen. Wir fahren vorbei an Es Cubells durch eine sehr hügelige bewaldete Landschaft, die Straße ist kurvenreich. In der Nähe der Küste parken wir den Wagen. Wir müssen etwa 10 Minuten zu Fuß einem felsigen Pfad folgen und erreichen den Mirador des Savinar.

Felsinseln Es Vedra und Vedranell

Felsinseln Es Vedra und Vedranell


Vom Mirador aus haben wir einen tollen Blick auf Es Vedra, das kleinere Vedranell und den Piratenturm, einen der alten Wehrtürme, die es noch vereinzelt auf Ibiza gibt. Es geht weiter in nördlicher Richtung. Wir passieren die malerische Cala d’Hort, dann Sa Talaia, den mit 475 Metern höchsten Berg der Insel und erreichen Sant Josep.

Das ländliche Ibiza

Eigentlich wollen wir hier eine Pause machen, aber es ist definitiv zu voll. Zu allem Überfluss lädt ein Reisebus gerade seine Passagiere an der Pfarrkirche ab, der angeblich schönsten Kirche der Insel. Wir flüchten. In Sant Agusti, einer beschaulich kleinen Ortschaft mit gleichnamigem Kloster finden wir unseren Platz für eine Pause. An Sant Antoni, dem bedeutendsten Touristenort an der Westküste, fahren wir gleich vorbei. Wir queren jetzt die Insel nach Osten, meiden aber weiterhin die großen Straßen, die kleinen sind einfach hübscher. Es gibt tatsächlich noch Landwirtschaft, Fincas und Vieh. Bisher geht unsere Rechnung auf. Außerhalb der Touristenzentren treffen wir auf nur wenige Menschen, und das ländliche Ibiza ist genauso schön, wie wir erwartet haben.

Kirche von Sant Agusti Landschaft im Inselinneren Santa Gertrudis Santa Eulària del Rio

 

Wir halten in Santa Gertrudis, einem der traditionsreichen Dörfer mitten auf der Insel. Alles ist sehr gefällig, die Häuser sind gepflegt, es gibt eine Dorfkirche, einen Kirchplatz, kleine Lokale und ein Eiscafé, in dem wir ein sehr leckeres Eis essen. Wir fahren weiter über gewundene Landstraßen vorbei an Santa Eulària und sind schon zurück an der Ostküste. In Cala Llonga treffen wir wieder auf Tourismus pur, die tief ins Land reichende Bucht ist völlig zugebaut. Von hier ist es nicht mehr weit bis Ibiza Stadt.

Wir haben noch etwas Zeit. Am Wasser entlang schlendern wir bis zum Ort und dann durch die malerischen Gassen bis zur alten Stadtmauer. Es war ein schöner Tag auf Ibiza. Bei unserem nächsten Besuch werden wir den nordöstlichen Teil der Insel anschauen. Da gibt es für uns noch viel zu entdecken.

Ibiza - Estación Maritima Ibiza Stadt - Carrer de Riambau Ibiza Stadt - Hard Rock Café am Passeig de Vara de Rey Ibiza Stadt - Portal de Ses Taules

 

Tenors of Rock

Abends gibt es eine mitreißende Show. Die Tenors of Rock treten im Theater auf. Wir haben schon einmal eine Show mit diesen britischen Sängern gesehen und waren begeistert. So auch dieses Mal. Die 5 Sänger bieten Rock vom Feinsten, Songs von den Beatles, Stones, Queen und und und: dazu absolute Top-Qualität in Gesang und Performance. Die Show dauert fast eine Stunde, und wir hätten noch einmal so lange zuhören und zuschauen können.

weiterlesen: Tag 11 - Auf See

Felsen mit frei lebenden Affen

Heute wird es „very british“. Wir erreichen Gibraltar, das einzige britische Überseegebiet, das Teil der EU ist. Gibraltar liegt an einer ganz entscheidenden Stelle an der südlichen Spitze Spaniens. Hier treffen atlantischer Ozean und Mittelmeer aufeinander, Europa und Afrika sind nur durch die schmale Straße von Gibraltar getrennt.

Gibraltar - Upper Rock

Gibraltar - Upper Rock


Die bekanntesten Bewohner des strategisch bedeutenden Felsens sind die dort seit über 200 Jahren lebenden Berberaffen. Sie sind die einzigen wild lebenden Affen in Europa. Es heißt, Gibraltar bleibt so lange britisch wie diese Affen auf dem Felsen leben. Dafür wird einiges getan. Die Tiere werden ordentlich gefüttert, regelmäßig tierärztlich betreut und genießen ziemliche Narrenfreiheit.

Top of the Rock

Auch unser heutiges Ziel erkunden wir individuell. In Gibraltar geht das gut zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehr als 40% von Gibraltar sind Naturschutzgebiet. Viele Strecken sind steil und unwegsam und erfordern einiges an Fitness. Vom Cruise Terminal bis zur Busstation an der North Bastion am Casemates Square gehen wir etwa 1 ½ Kilometer. Dann fahren wir mit dem Bus bis zur Talstation der Cable Car, der Seilbahn, die uns in wenigen Fahrtminuten auf den über 400 Meter hohen Felsen bringt. Vom Top of the Rock, der höchsten Stelle auf 426 Meter, haben wir den perfekten 360° Rundumblick. Im Süden liegt Afrika, davor weit unter uns die Straße von Gibraltar. Im Norden liegt Spanien. Die vierspurige Straße dorthin überquert die Landebahn des Flughafens von Gibraltar. Das ist einzigartig auf der Welt.

Gibraltar - Spanien voraus und Schiffe auf Reede Nordafrika von Gibraltar aus gesehen Minibus-Stau wegen Gibraltars Affen Wellness und Fellpflege

 

Vom Top of the Rock wollen wir zu Fuß zum Ort zurück, vorbei an O’Hara’s Battery, St Michael's Cave und dem Jews’ Gate. An der abschüssigen Straße sehen wir auch die ersten Berberaffen, die sich ohne Scheu vor den vielen Zuschauern im Gelände bewegen. Die meisten Besucher kommen mit Kleinbussen und Taxen auf den Felsen. Entsprechend stark ist die Straße befahren und oftmals stauen sich die vielen Fahrzeuge. Wir sind froh, als wir zur O’Hara’s Battery abbiegen.

Überwältigende Ausblicke

Wieder geht es auf eine Höhe von 420 Metern. Von oben sieht man auf den südlichsten Punkt Gibraltars, den Europa Point mit Trinity Leuchtturm und Moschee. An O’Hara’s Battery beginnen auch die Mediterranean Steps, die bis zum Jews’ Gate auf 180 Meter herunter führen. Diese Stufen führen an den steilen Felsen der Ostküste herunter, dann um die Südspitze herum, immer mit Blick auf die Straße von Gibraltar.

Mediterranean Steps

Mediterranean Steps


Die Stufen sind uneben und zum Teil sehr steil, es ist ein abenteuerlicher Weg. Wir schauen uns den Anfang dieser Stufen an und entscheiden uns für den bequemeren Weg über die Straße bis St Michael’s Cave. Die Höhlen sind ein beliebter Ausflugsort. Es ist so voll, dass wir auf die Besichtigung verzichten. Danach folgen wir einem beschwerlichen Fußweg durch das zerklüftete Gelände bis zum Jews’ Gate. Dort verlassen wir das Naturreservat Upper Rock. Der Weg wird jetzt sehr bequem. Nach wenigen 100 Metern erreichen wir eine Bushaltestelle und steigen in den nächsten Bus bis zum Beginn der Mainstreet.

Alles sehr britisch

Die Main Street führt vom Casemates Square bis fast zur Talstation der Cable Car. Wichtige repräsentative Gebäude befinden sich dort, gleichzeitig ist sie eine beliebte Einkaufsstraße und in wesentlichen Teilen verkehrsberuhigt. Es gibt sehr schöne Lokale und Geschäfte, alles sehr britisch – auch Marks & Spencers sind vertreten. Wir betreten die Main Street am Referendum Gate, passieren das Inces Hall Theatre, die Residenz des Gouverneurs, die King’s Chapel und dann die anglikanische und die römisch-katholische Kathedrale.

Straßenszene im Zentrum Einer der vielen Pubs Gibraltars Government Building im Stadtzentrum King's Chapel

 

Am sehr pittoresken John Mackintosh Square wechseln wir in die parallel zur Main Street verlaufende Irish Town, einen Fußgängerbereich mit vielen, speziell irischen Pubs und Restaurants.

Am Casemates Square steigen wir noch einmal in einen Bus, um uns den Süden von Gibraltar anzusehen. Wir fahren bis zur Sandy Bay. Das ist eine Tour, auf die wir genauso hätten verzichten können. Sandy Bay ist ein ganz normaler kleiner Strand, nichts besonders Aufregendes. Wir hätten besser die Tunnel des Zweiten Weltkriegs angesehen, die sehr interessant sein sollen. Das müssen wir dann nächstes Mal machen. Wir fahren die gleiche Strecke mit dem Bus zurück und machen uns langsam auf den Weg zum Schiff.

Wir verlassen Gibraltar um 17:00 Uhr. Dieses Auslaufen, vom Hafen aus rund um den Felsen und durch die Straße von Gibraltar, ist natürlich der absolute Wahnsinn. Wir sitzen auf dem Außendeck des Buffet-Restaurants auf Deck 14 und genießen jeden Moment, bis der Felsen nicht mehr zu sehen ist.

Gibraltar von Süden

Gibraltar von Süden


weiterlesen: Tag 9 - Cartagena