- 1. Die besten barrierefreien Kreuzfahrtziele weltweit
- 2. Besonders geeignete Kreuzfahrtschiffe mit barrierefreier Ausstattung
- 3. Reedereien mit besonderem Fokus auf Barrierefreiheit
- 4. Wichtige Hinweise zu Buchung, medizinischer Versorgung und Ausflügen
- 5. Angebote oder Preisnachlässe für betroffene Reisende
- 6. Häufig gestellte Fragen zu barrierefreien Kreuzfahrten
- Fazit
Kreuzfahrten eröffnen auch Reisenden mit eingeschränkter Mobilität, ob Senioren, dauerhafte Rollstuhlnutzer oder temporär Gehbehinderte, komfortable Urlaubsmöglichkeiten auf See. Moderne Schiffe und Reedereien investieren zunehmend in Barrierefreiheit und Inklusion, damit alle Gäste – unabhängig von körperlichen Einschränkungen – entspannt die Welt entdecken können.
Im Folgenden finden Sie einen Überblick über barrierefreundliche Reiseziele, geeignete Kreuzfahrtschiffe mit behindertengerechter Ausstattung, Reedereien mit besonderem Fokus auf Barrierefreiheit sowie praktische Tipps zu Buchung, Bordmedizin, Ausflügen und eventuellen Vergünstigungen.
1. Die besten barrierefreien Kreuzfahrtziele weltweit

AIDAcosma in Doha – Viele Sehenswürdigkeiten in Doha sind barrierearm zugänglich.
Bestimmte Regionen eignen sich für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen besonders gut. Beliebte und barrierearme Kreuzfahrtziele sind unter anderem:
Karibik
Inseln der Karibik bieten ganzjährig warmes Klima und moderne Kreuzfahrthäfen mit guter Infrastruktur. Viele große Karibik-Häfen (z. B. in Barbados, Curaçao oder St. Thomas) verfügen über Kreuzfahrtterminals mit stufenfreien Zugängen, breiten Stegen und teils rollstuhlgerechten Ausflugsmöglichkeiten. Die tropische Landschaft lässt sich so auch für Rollstuhlfahrer bequem entdecken – teils bieten Reedereien spezielle Ausflüge mit rollstuhlgerechten Fahrzeugen an, um Strände oder Sehenswürdigkeiten zu erreichen.
Mittelmeer
Kreuzfahrten im westlichen und östlichen Mittelmeer verbinden angenehmes Klima mit kulturreichen Städten. Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland locken mit historischen Häfen, von denen viele inzwischen barrierefreie Routen für Touristen eingerichtet haben. So gilt etwa Barcelona als ein sehr rollstuhlfreundlicher Hafen mit behindertengerechten Stadtrundfahrten, und auch Rom (Civitavecchia) oder Valencia bieten barrierearme Touren an. Valencia bietet nachweislich barrierefreie Strände mit speziellen Hilfsmitteln wie amphibischen Stühlen und Hebekränen. Auf den Routen der Reedereien stehen oft Mallorca, Málaga oder Korsika – all diese Destinationen lassen sich mit etwas Planung gut mit Rollstuhl oder Rollator erkunden. Reedereien wie AIDA und MSC (-> MSC Barrierefrei Ausflüge) bieten in vielen Häfen speziell gekennzeichnete „bequeme“ bzw. barrierefreie Ausflüge an, die auf Gäste mit Gehbehinderung zugeschnitten sind.
Nordeuropa (Norwegische Fjorde & Ostsee)
Für Reisende, die weniger Hitze vertragen, sind Nordeuropa-Routen ideal. Die norwegischen Fjorde beeindrucken durch grandiose Natur, die man oft schon vom Schiff aus barrierefrei genießen kann. Viele Häfen in Skandinavien und im Ostseeraum (z. B. Kopenhagen, Stockholm, Tallinn) sind gut zugänglich: Flache Uferpromenaden, Lifte oder Rampen in Museumsgebäuden und barrierefreie Stadtführungen erleichtern den Landgang. Auch Großbritannien und Island/Grönland werden von manchen Reedereien mit barrierearmen Angeboten angesteuert. Die Hafeninfrastruktur in Nordeuropa ist meist modern – in Tenderhäfen (wo auf kleine Boote umgestiegen werden muss) legen viele Nordland-Routen gar nicht erst an, oder es gibt technische Hilfen wie Spezial-Tenderboote, die z. B. von Holland America Line eingesetzt werden.
Kanaren & Madeira
Die Kanarischen Inseln und Madeira, oft im Winter angefahren, kombinieren mildes Klima mit guter Zugänglichkeit. Viele Ausflüge auf Teneriffa, Gran Canaria oder Madeira berücksichtigen Barrierefreiheit – etwa Panorama-Bustouren mit Rampen oder Seilbahnen mit rollstuhlgerechtem Einstieg. Dank neu ausgebauter Uferwege und angepasster Fahrzeuge können auch mobilitätseingeschränkte Gäste die vulkanischen Landschaften und botanischen Gärten dieser Inseln erleben.
Nordamerika & Orient
Für Fernreisen bieten sich Kreuzfahrten an, die von der US-Ostküste (etwa nach Kanada) oder an der US-Westküste/Alaska entlangführen – amerikanische Häfen sind im Allgemeinen sehr gut auf Barrierefreiheit ausgelegt (breite Rampen, behindertengerechte Toiletten und Hilfspersonal). Auch Dubai/Emirate-Kreuzfahrten haben an Land oft hochmoderne, zugängliche Infrastruktur (z. B. barrierefreie Shopping-Malls, Aufzüge zu Aussichtsplattformen). So können Gäste im Rollstuhl etwa Dubai, Abu Dhabi oder Muscat besichtigen, ohne auf die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten verzichten zu müssen.
Hinweis: Generell gilt es bei der Routenwahl zu beachten, wie die Schiffe anlegen. Wird ein Kreuzfahrtschiff am Pier festgemacht und über eine feste Gangway entladen, ist das Verlassen meist stufenlos und problemlos möglich. Müssen jedoch Tenderboote eingesetzt werden (Schiff liegt vor Anker), stoßen Rollstuhlfahrer an Grenzen. In Tenderhäfen ist für Gäste, die auf den Rollstuhl angewiesen sind und nicht eigenständig einige Schritte gehen können, ein Landgang oft nicht machbar. US-amerikanische Reedereien haben hier zuletzt Fortschritte gemacht und testen Hebevorrichtungen zum Umsteigen ins Beiboot, aber die Verfügbarkeit ist nicht garantiert. Es lohnt sich daher, bei der Reiseplanung die Hafenbedingungen zu prüfen – die meisten Reedereien geben in Routenbeschreibungen an, wo getendert wird und wo barrierefreie Hafenanlagen vorhanden sind.
Tipp: AIDA stellt eine Übersicht der Häfen mit Einschränkung für Rollstuhlfahrer zur Verfügung.
2. Besonders geeignete Kreuzfahrtschiffe mit barrierefreier Ausstattung
Nahezu alle neuen Kreuzfahrtschiffe großer Reedereien sind heute mit Aufzügen, Rampen und rollstuhlgerechten Kabinen ausgestattet. Dennoch gibt es einige Schiffe, die aufgrund ihres Designs, ihrer Größe oder spezieller Einrichtungen als besonders barrierefreundlich gelten. Hier eine Auswahl an Schiffen und ihren behindertengerechten Merkmalen:
AIDAcosma & Schwesterschiffe (AIDA Cruises)

AIDA Barrierearme Verandakabine Komfort © AIDA Cruises
Die neueren AIDA-Schiffe (AIDACosma, AIDAnova, AIDAprima, AIDAperla) wurden von Beginn an auf Barrierefreiheit konzipiert (Barrierefreies Reisen mit AIDA). Sie verfügen über breite, automatische Türen, überdurchschnittlich große barrierearem Kabinen mit ebenerdigen Duschen und Haltegriffen sowie Aufzüge zu allen Decks. In öffentlichen Bereichen helfen taktile Beschriftungen und Brailleschrift bei der Orientierung. AIDA bietet pro Schiff mehrere rollstuhlgerechte Kabinentypen (Innen, Außen, Balkon) an, die nahe an den Fahrstühlen liegen. Entertainment-Einrichtungen wie das Theatrium halten reservierte Rollstuhlplätze bereit, und in Casinos gibt es speziell abgesenkte Spieltische, an denen Rollstuhlfahrer bequem Platz finden.
Mein Schiff Flotte (TUI Cruises)
TUI Cruises hat auf seinen Mein Schiff-Schiffen konsequent auf Barrierearmut geachtet. Auf jedem Neubau (Mein Schiff 1 bis Mein Schiff Flow) gibt es 10 behindertengerechte Kabinen (darunter auch Balkonkabinen und Suiten) mit extra breiten Türen, unterfahrbaren Waschtischen und Notrufsystem. Alle neuen Schiffe gelten als vorbildlich ausgestattet: Hier erleichtern kleine Rampen den Zugang zum Balkon, und herunterklappbare Kleiderstangen im Schrank helfen Rollstuhlnutzern im Alltag. Alle Decks sind per Aufzug erreichbar und nahezu alle öffentlichen Bereiche – vom Restaurant bis zum Theater – sind schwellenfrei gestaltet.

Mein Schiff 7 Barrierefreie Balkonkabine © Mein Schiff - René Supper
Queen Mary 2 (Cunard Line)
Die Queen Mary 2, als klassischer Ocean Liner konzipiert, bietet ebenfalls umfangreiche Barrierefreiheit. Cunard hat auf diesem Schiff rollstuhlgerechte Kabinen in mehreren Kategorien eingerichtet und gewährleistet den Zugang zu allen wichtigen Gesellschaftsräumen und Außendecks. Speziell auf der QM2 wird viel Wert auf Service für mobilitätseingeschränkte Gäste gelegt (z. B. Priority Boarding beim Check-in und Hilfe durch geschultes Personal). Trotz ihres traditionellen Designs wurde die Queen Mary 2 so umgebaut, dass auch Gäste im Rollstuhl praktisch überall hingelangen können – von den Restaurants über den Ballsaal bis zu den Promenadendecks.
Interessant: Zwinger für Katzen und Hunde an Bord der Queen Mary 2
Tipp: PDF Leitfaden für Ihre Bedürfnisse an Bord
Oasis-Klasse Schiffe (Royal Caribbean)
Schiffe wie die Oasis of the Seas, Wonder of the Seas oder neuerdings Icon of the Seas gehören zu den größten Kreuzfahrtschiffen der Welt und punkten mit entsprechender Infrastruktur. Royal Caribbean bietet auf seinen Megalinern ein besonders großes Angebot an barrierefreien Kabinen in fast allen Kategorien. Die Schiffe verfügen über zahlreiche Aufzüge, extra breite Gänge und Türen sowie behindertengerechte Poolzugänge. Royal Caribbean war zudem eine der ersten Reedereien, die hydraulische Lifte an den Pools installiert hat, damit Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe ins Wasser gelangen können. Auch die Unterhaltung an Bord ist inklusiv: In den großen Theatern und Show-Lounges sind barrierefreie Plätze vorgesehen, sodass Gäste im Rollstuhl freie Sicht auf Bühnenshows und Filme haben.
Norwegian Gem / Pearl / Jade (Norwegian Cruise Line)
Diese Schiffe der Norwegian-Flotte werden oft für Reisen mit Handicap empfohlen. Sie bieten schöne barrierefreie Suiten und Minisuiten mit Balkon, sodass auch Gäste mit Rollstuhl großzügige Kabinen mit Meerblick genießen können. NCL hat auf allen Schiffen rollstuhlgerechte Kabinen und öffentliche Bereiche ohne Stufen. Besonders hervorzuheben sind zusätzliche Angebote wie hydraulische Pool-Lifts, barrierefreie Spielmöglichkeiten im Casino und sogar zugängliche Kids Clubs, damit wirklich alle Altersgruppen inkludiert sind. Norwegian Cruise Line stellt zudem sicher, dass verschiedene Rollstuhltypen (manuell, elektrisch etc.) an Bord erlaubt sind und mitgebracht werden können – dies erhöht die Flexibilität für die Reisenden.
Celebrity Constellation & MS Amsterdam
Als Beispiele für barrierefreundliche Schiffe mittelgroßer Klasse werden oft die Celebrity Constellation (Celebrity Cruises) und die MS Amsterdam (Holland America Line) genannt. Beide bieten zahlreiche barrierefreie Kabinen, einen persönlichen Service für Gäste mit Einschränkungen und sehr gute Bewertungen von Reisenden mit Handicap. Holland America Line richtet sich traditionell stark an ältere und gehbehinderte Gäste, was sich in durchdachter Schiffsgestaltung zeigt: nahezu alle Bereiche – von den Restaurants bis zum Open-Air-Deck – sind ohne Stufen erreichbar. Zudem hat HAL auf manchen Schiffen spezielle Tenderboote im Einsatz, mit denen Rollstuhlfahrer in Häfen an Land gebracht werden können, die sonst nur per Beiboot erreichbar wären.
Grundsätzlich gilt
Je neuer ein Schiff, desto konsequenter ist es auf Barrierefreiheit ausgerichtet. Ältere Schiffe werden zwar nachgerüstet, können aber oft nicht alle Schwellen und engen Stellen eliminieren. Daher kann es vorkommen, dass auf einem sonst sehr gut ausgestatteten Schiff vereinzelte Bereiche (z. B. ein höher gelegenes Außendeck ohne Aufzug oder ein zügig rotierendes Restaurant mit schmalem Zugang) nicht erreichbar sind. Die meisten Großsegler und sehr kleinen Kreuzfahrtschiffe (Expeditionsschiffe) sind ebenfalls weniger gut für Rollstühle geeignet. Wer auf Nummer sicher gehen will, fragt vor Buchung gezielt nach den Einrichtungen des Wunschschiffs – seriöse Anbieter und Reisebüros geben Auskunft über Türbreiten, Kabinengrößen und verfügbare Hilfsmittel an Bord.
3. Reedereien mit besonderem Fokus auf Barrierefreiheit
Viele große Reedereien haben das Thema Inklusion fest verankert und bieten speziell abgestimmte Services für Gäste mit Behinderung. Einige Anbieter stechen mit umfangreichen Programmen hervor:
AIDA Cruises
Video: AIDA Expertenrat „Barrierefreies Reisen“ auf AIDAnova
AIDA Cruises hat eine eigene Special Care Abteilung eingerichtet, die schon bei Planung und Buchung beratend zur Seite steht. Die Mitarbeiter kennen die Unterschiede der einzelnen Schiffe genau (Türbreiten, Kabinengrößen, Deckpläne) und helfen, die passende Kabine und Route zu finden. An Bord veranstaltet AIDA zu Reisebeginn einen Barrierefrei-Treff, in dem Gäste mit Handicap und ihre Begleitung wichtige Infos erhalten und Ansprechpartner kennenlernen. Außerdem bietet AIDA auf Wunsch individuelle Ausflugsarrangements an: Wer keine passende Tour im Programm findet, kann über AIDA vorab private, barrierefreie Ausflüge organisieren lassen. Für hörbehinderte Gäste stellt AIDA ein Gehörlosen-Set mit Pager pro Kabine bereit, und an der Rezeption sind Induktionsschleifen für Hörgeräte vorhanden. Auch visuelle Alarmierungen (Blinklichter bei Alarm) gehören zur Ausstattung. AIDA und einige andere Reedereien ermöglichen es zudem, Mobilitätshilfen (Rollstühle, Rolatoren) bei Partnerfirmen zu mieten und direkt aufs Schiff liefern zu lassen. Wichtig zu wissen: Wer ohne fremde Hilfe nicht mobil ist (z. B. im Notfall die Rettungsstation nicht selbst erreichen kann), muss bei AIDA – wie auch bei manchen anderen Reedereien – mit einer Begleitperson reisen, da das Bordpersonal keine individuelle Rund-um-die-Uhr-Betreuung leisten darf.
Tipp: AIDA Prospekt: Barrierefrei die Welt entdecken
TUI Cruises (Mein Schiff)

Mein Schiff 7 barrierefreier Balkon © Mein Schiff - René Supper
TUI Cruises legt großen Wert auf vorbereitende Information – mobilitätseingeschränkte Gäste füllen vor Reisebeginn einen Fragebogen zu ihren Bedürfnissen aus. An Bord steht dann alles bereit: Reservierungen von leicht zugänglichen Tischen im Restaurant werden auf Wunsch vorgenommen, sodass man z. B. trotz Buffetform entspannt essen kann. Rollstuhlfahrer erhalten Vorrang beim Ein- und Ausschiffen und auch bei den Shows im Theater gibt es fest reservierte Plätze für sie. TUI markiert im Ausflugsprogramm bestimmte Touren als „extra leicht“, um anzuzeigen, dass sie für Gäste mit Gehbehinderung geeignet sind. Allerdings verlangt TUI Cruises aus Sicherheitsgründen bei seh- oder hörbehinderten Passagieren ebenfalls eine Begleitperson in derselben Kabine. Blindenführhunde sind bei TUI im Gegensatz zu anderen Reedereien leider nicht erlaubt. Insgesamt bemüht sich TUI um einen persönlichen Service: Das Team hilft gerne bei individuellen Anliegen.
Tipp: Mein Schiff: Reisen mit körperlichen Einschränkungen
Royal Caribbean International
RCI gilt als Vorreiter in Sachen Barrierefreiheit. Die Reederei hat ein eigenes Access Department und bietet zahlreiche barrierefreie Angebote: Hydraulische Pool-Lifte, spezielle Rollstuhl-Plätze in Theatern, priorisierte Einschiffung für Gäste mit Behinderung und Kabinentüren mit automatischem Türöffner auf neueren Schiffen. Für hörgeschädigte Reisende stellt Royal Caribbean vibrationsbasierte Wecker und visuelle Alarmanzeiger in Kabinen bereit, und auf Anfrage können Gebärdensprachdolmetscher für Shows gestellt werden (auf ausgewählten Routen). Blinden Passagieren wird ein Orientierungsrundgang über das Schiff angeboten, und alle Beschilderungen sind in Profilschrift und Braille angebracht. Auch Royal Caribbean arbeitet – wie viele US-Reedereien – mit Partnerfirmen wie Special Needs at Sea zusammen, um Hilfsmittel (Scooter, Sauerstoffgeräte etc.) bereitzustellen.
Tipp: Royalcaribbean: Barrierefreie Kreuzufahrten
Norwegian Cruise Line
NCL hat ein umfassendes Programm namens “Accessible Travel Program”. Vor der Reise können Gäste ihre Bedürfnisse anmelden und erhalten Unterstützung bei der Planung. An Bord überzeugen NCL-Schiffe durch Details: Pool-Lifte, abgesenkte Casino-Automaten, barrierefreie Kinderbetreuungsbereiche und mehr. NCL erlaubt es – anders als einige Mitbewerber – auch, dass alle Arten von Rollstühlen (ob manuell, elektrisch oder Scooter) mitgebracht und in den Kabinen genutzt werden. Für sehbehinderte Gäste gibt es Braille-Bordprogramme (so hat z. B. die Norwegian Dawn einen Braille-Drucker für das Tagesprogramm) und für hörbehinderte Gäste können FM-Empfänger für Ansagen zur Verfügung gestellt werden. Zudem bietet NCL, ähnlich wie Carnival Cruise Line, auf Wunsch die Bordzeitung im Audio-Format an. All diese Services zielen darauf ab, möglichst autonomes Reisen zu ermöglichen.
Tipp: NCl - Unterstützung für Gäste mit besonderen Bedürfnissen
Holland America Line
HAL wird von vielen älteren Reisenden und Rollstuhlfahrern wegen seines vorbildlichen Service geschätzt. Die Reederei hat sogenannte Access & Compliance Mitarbeiter, die Barrierefreiheit ständig verbessern. Fast alle Schiffe der Flotte haben nahezu vollständig zugängliche öffentliche Bereiche. Zusätzlich kooperiert HAL mit „Special Needs at Sea“ und ähnlichen Diensten, sodass Gäste bei Bedarf Rollstühle, Pflegebetten oder Sauerstoff-Konzentratoren mieten können. Eine Besonderheit sind die bereits erwähnten speziellen Tenderboote auf manchen Routen, die es auch Rollstuhlnutzern ermöglichen, in jedem Hafen an Land zu gehen. Holland America bietet zudem geführte Gruppen für Passagiere mit Behinderung an – beispielsweise treffen sich Gäste mit Sehbehinderung zu geführten Schiffsrundgängen.
Tipp: Holland America Line: Bei uns sind alle Menschen willkommen
Costa Kreuzfahrten
Costa hat in der Vergangenheit einige inklusive Initiativen gestartet. So wurden 2019 die „Adagio Tours“ eingeführt – barrierefreie Landausflüge für Gäste mit eingeschränkter Mobilität, die ohne Aufpreis angeboten werden. Die Costa Stiftung entwickelte diese Touren gemeinsam mit Fachverbänden, um sicherzustellen, dass z. B. in jedem Hafen wenigstens ein vollständig rollstuhlgerechter Gruppenausflug verfügbar ist (z. B. Stadtrundfahrten in Marseille, Barcelona oder Palermo). Costa war außerdem lange Zeit die einzige Reederei, welche die Begleitperson eines Rollstuhlfahrers kostenlos mitreisen ließ (siehe Abschnitt 5) – ein Vorteil, der jedoch Ende 2024 gestrichen wurde. Nichtsdestotrotz verfügt Costa auf allen neueren Schiffen über zahlreiche behindertengerechte Kabinen und bietet seinen Gästen Priorität beim Ein-/Ausstieg sowie Hilfestellung bei Transfers an.
Tipp: Eine barrierefreie und komfortable Kreuzfahrt
MSC Cruises
Unter dem Menüpunkt „Mobilität & Medizinisches“ bündelt MSC sämtliche Services für Reisende mit Handicap. Auf allen neueren Einheiten – von der MSC Seaside-Klasse bis zur World Europa und Euribia – stehen großzügige H-Kabinen bereit: schwellenloser Balkonzugang, ≥ 90 cm breite Türen, roll-in-Dusche mit Klappsitz, Haltegriffe und abgesenkte Ablagen. An Bord sorgen taktile Beschilderung, akustische Liftansagen und Pool-Lifte an den Hauptpools für Barrierefreiheit; beim Check-in erhalten mobilitätseingeschränkte Gäste Priority-Boarding und bei Bedarf einen Bordrollstuhl für den Terminal-Transfer.
Seit 2023 laufen auf vielen Routen die „Easy & Accessible“-Ausflüge: kleine Gruppen in rollstuhlgerechten Bussen, durchgehend stufenlose Routen und barrierefreie Sanitärstopps – aktuell v. a. in Karibik- und westlichen Mittelmeerhäfen, weitere Destinationen sind angekündigt. Wer Unterstützung benötigt, trägt seine Wünsche spätestens 30 Tage vor Abfahrt im Formular „Besondere Bedürfnisse“ ein; das Access-Team organisiert dann Gangway-Assistenz oder – in Tenderhäfen – passende Hebevorrichtungen.
Tipp: Mobilität un Medizinisches
(Natürlich haben auch weitere Reedereien – von Princess Cruises bis hin zu Hapag-Lloyd – ähnliche Programme und Standards. In der Regel lohnt sich ein Blick auf die jeweilige Webseite der Reederei, wo es meist eine Rubrik „Reisen mit Behinderung“ gibt, in der alle Services und Ansprechpartner aufgelistet sind.)
4. Wichtige Hinweise zu Buchung, medizinischer Versorgung und Ausflügen

Eine Kreuzfahrt mit Mobilitätseinschränkung erfordert etwas mehr Planung im Voraus, aber mit den richtigen Vorkehrungen steht einem erholsamen Urlaub nichts im Wege. Hier die wichtigsten Tipps und Hinweise:
Frühzeitige Buchung & Kabinenauswahl
Barrierefreie Kabinen sind oft nur begrenzt verfügbar und sehr gefragt. Buchen Sie so früh wie möglich, um eine geeignete Kabine zu sichern. Viele Reedereien bieten barrierefreie Kabinen in unterschiedlichen Kategorien an – prüfen Sie, ob Sie z. B. lieber eine Kabine nahe am Aufzug wünschen oder mehr Platz im Bad benötigen, und geben Sie diese Wünsche direkt bei Buchung an. In den Deckplänen der Anbieter sind die behindertengerechten Kabinen meist speziell markiert. Scheuen Sie sich nicht, telefonisch nach exakten Maßen (Türbreite, Bettunterfahrbarkeit etc.) zu fragen.
Anmeldung besonderer Bedürfnisse
Informieren Sie die Reederei rechtzeitig über Ihre Einschränkungen. Die meisten haben dafür Formulare oder Fragebögen, die bis spätestens einige Wochen vor Reisebeginn eingereicht werden sollten. Darin machen Sie Angaben zu benötigten Hilfsmitteln (Rollstuhl, Scooter, Sauerstoffgerät), zu Ihrer Gehfähigkeit (z. B. ob Sie ein paar Schritte gehen können) und zu eventuellen Begleitpersonen. Auf Basis dieser Infos kann die Crew sich vorbereiten und z. B. beim Boarding Unterstützung bereitstellen. Falls Sie einen Rollstuhl leihen möchten, hilft die Reederei oder vermittelt einen externen Verleihservice – wichtig ist, den Mietwunsch direkt bei Buchung oder frühzeitig vorab zu äußern.
Ärztliches Attest & Medizinische Betreuung
Je nach persönlicher Situation kann es sinnvoll sein, vor Reiseantritt den Hausarzt zu konsultieren und sich eine Reisetauglichkeits-Bescheinigung ausstellen zu lassen (vor allem, wenn chronische Erkrankungen vorliegen). Auf größeren Kreuzfahrtschiffen gibt es immer ein Bordhospital mit Arzt und Pflegepersonal, ausgestattet für die gängigen Notfälle und Behandlungen. Routine-Dialysen oder spezialisierte Therapien sind allerdings an Bord in der Regel nicht möglich – wer darauf angewiesen ist, muss mit der Reederei klären, ob eigene Geräte mitgebracht und sicher betrieben werden können. Einige wenige Kreuzfahrten (z. B. spezielle Dialyse-Kreuzfahrten mit erfahrenem Arzt an Bord) werden von bestimmten Reiseanbietern organisiert, aber im Regelfall gilt: Notwendige Medikamente und Hilfsmittel in ausreichender Menge selbst mitführen und einen schriftlichen Medikamentenplan dabeihaben. Das Bordhospital kann bei Bedarf Kühlmöglichkeiten für Medikamente (z. B. Insulin) bereitstellen – informieren Sie hierzu am besten vorab über das Kontaktformular die Reederei. Denken Sie auch an eine Auslandsreisekrankenversicherung, die im Notfall Kosten übernimmt.
Barrierefreie Landausflüge
Der Landgang ist oft der schönste Teil der Reise – informieren Sie sich daher im Voraus über geeignete Ausflüge. Reedereien kennzeichnen in ihren Ausflugsbeschreibungen meist, welche Touren für Gäste mit eingeschränkter Mobilität geeignet sind (z. B. Stufe „leicht“ oder explizit als rollstuhlgerecht markiert). Manche bieten sogar komplett barrierefreie Touren an, wie Costa mit seinen Adagio-Ausflügen, oder AIDA mit privaten Touren nach Wunsch. Wichtig: Buchen Sie diese Ausflüge möglichst früh – die Teilnehmerzahlen sind oft limitiert. Wenn Sie auf einen Rollstuhl angewiesen sind, achten Sie auf Ausflüge, die keine Busse mit vielen Stufen erfordern. Viele Hafenstädte bieten spezielle Taxis oder Vans mit Rampen an – erkundigen Sie sich, ob die Reederei oder lokale Anbieter solche Transfers organisieren können. Im Zweifelsfall können Sie auch auf eigene Faust etwas unternehmen: Informieren Sie sich dazu vorab, ob z. B. der Kreuzfahrthafen nahe am Stadtzentrum liegt (dann kann man promenieren) oder ob es barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel gibt. Planen Sie etwas mehr Zeit ein und nehmen Sie ggf. Ihre Begleitperson mit, dann steht dem Genuss der Destination nichts im Wege.
Einschiffung, Ausschiffung und Bordleben
Am An- und Abreisetag empfiehlt es sich, früh am Terminal zu sein. Viele Reedereien gewähren Priority Boarding für Gäste mit Handicap – fragen Sie beim Check-in, ob Sie eine bevorzugte Einschiffung erhalten können. Die Crew hilft bei Bedarf über die Gangway, darf aber aus Haftungsgründen keine direkte Hebehilfe leisten (d. h. Sie müssen zumindest mit einem eigenen Rollstuhl rollend an Bord kommen können). An Bord sind Aufzüge der wichtigste Helfer: Prüfen Sie den Deckplan, wo die nächstgelegenen Lifte zu Ihrer Kabine sind. Alle Aufzüge haben taktile Beschriftung und Ansagen; teilweise sind die Knöpfe jedoch etwas hoch angebracht, hier hilft erfahrungsgemäß aber immer ein Mitreisender gerne aus.
Restaurants und Bars
Sind heute fast durchgehend barrierefrei erreichbar. Falls Sie im Buffet-Restaurant Schwierigkeiten haben, einen Platz zu finden, können Sie das Personal ansprechen: Viele Schiffe (z. B. AIDA und TUI) reservieren auf Wunsch einen Tisch in Eingangsnähe, damit Rollstuhlfahrer stressfrei essen können. Pools & Wellness: Einige Reedereien – wie erwähnt – haben Pool-Lifte installiert. Wo dies nicht der Fall ist, müssen Sie eigenständig oder mit Hilfe Ihrer Begleitung in den Pool gelangen; das Bordpersonal darf aus Sicherheitsgründen keine Körperhilfe leisten. Viele Whirlpools haben aber z. B. eine seitliche Einstiegstreppe, die das Hinsetzen erleichtert. Die Spa-Bereiche (Sauna, Massage) sind meist zugänglich, teilweise gibt es dort aber enge Umkleiden oder Stufen zu Ruhezonen – fragen Sie im Zweifel an der Spa-Rezeption nach Hilfsmöglichkeiten.
Tipps für die Anreise
Sofern Ihre Kreuzfahrt einen Flug erfordert (z. B. in die Karibik), kümmern Sie sich frühzeitig um die Anmeldung von Mobilitätshilfen bei der Airline. Wenn Sie das An- und Abreisepaket der Reederei buchen, übernimmt oft der Anbieter diese Anmeldung bei der Fluggesellschaft für Sie. Die Airlines stellen kostenlos Rollstühle im Flughafen und Einstiegshilfen (Lift oder Hebebühne ins Flugzeug) zur Verfügung – Voraussetzung ist jedoch eine rechtzeitige Anmeldung (meist bis 48 Stunden vor Abflug). Beachten Sie die Größen- und Gewichtsgrenzen für Elektrorollstühle im Flugzeug: Batterietyp und Maße müssen vorher gemeldet werden (AIDA rät z. B., eher einen klappbaren manuellen Rollstuhl mitzunehmen, falls möglich). Wenn Sie mit der Bahn zum Hafen anreisen, können Sie bei vielen Reedereien erfragen, ob es Rail&Fly-Angebote gibt. Wichtig: In Deutschland fährt bei Vorlage des Schwerbehindertenausweises mit Merkzeichen „B“ die Begleitperson im Zug kostenlos mit – dies gilt auch, wenn Sie die Bahnfahrt über die Reederei buchen.
Versorgung an Bord & Notfälle
Während der Reise sorgen die Crews dafür, dass sich Gäste mit Einschränkungen wohlfühlen. Notfallübungen (Muster Drill) finden unter Berücksichtigung Ihrer Situation statt – melden Sie sich am Sammelpunkt, das Personal weist Ihnen einen gut zugänglichen Platz zu. Für sehbehinderte Gäste sind die meisten Schiffe mit taktilen Bodenindikatoren und Brailleschrift in Aufzügen und an Kabinentüren ausgestattet. Oft wird ein persönlicher Crew-Mitglied als Ansprechpartner benannt, den man jederzeit rufen kann. Hörbehinderte Gäste erhalten auf Anfrage vibrierende Pager oder Türklopfsignale als Wecker/Alarm. Im Notfall (medizinisch oder technisch) gibt es spezielle Evakuierungsstühle, um Rollstuhlfahrer über Treppen zu transportieren. Dennoch sollten gehbehinderte Gäste immer mit einer gewissen Eigeninitiative rechnen – eine Begleitperson als Unterstützung ist sehr hilfreich und von einigen Reedereien ja auch vorgeschrieben, wenn man im Ernstfall nicht alleine klarkommt.
5. Angebote oder Preisnachlässe für betroffene Reisende

Die Kreuzfahrtbranche versucht, allen Gästen gerecht zu werden, allerdings sind Rabatte speziell für Menschen mit Behinderung bisher selten. Einige Hinweise und Ausnahmen:
Costa Begleitperson-Regelung
Costa Kreuzfahrten war lange Zeit ein Vorreiter mit einem besonderen Angebot: Seit 2014 reisten Begleitpersonen von Gästen mit „B“ im Schwerbehindertenausweis kostenlos in derselben Kabine mit (es fielen nur Steuern und Trinkgelder an). Dieser Vorteil wurde jedoch zum 30. November 2024 abgeschafft. Für alle Neubuchungen seit Dezember 2024 gilt, dass auch die Begleitperson den normalen Reisepreis zahlt. Bereits gebuchte Reisen bleiben davon unberührt. Damit entfällt ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, denn Costa war die einzige große Reederei mit einem solchen Rabatt. Andere Reedereien boten bislang keine vergleichbaren dauerhaften Preisnachlässe für Begleiter an.
Sonderpreise & Aktionen
Gelegentlich gibt es Promotions, die indirekt Vorteile bringen. Beispielsweise bieten einige Veranstalter Rabattaktionen für Senioren an oder spezielle Gruppentarife, wenn mehrere Kabinen gemeinsam gebucht werden – hier können natürlich auch Reisende mit Handicap profitieren, wenn sie etwa in Gruppen reisen. Flusskreuzfahrten haben mitunter Angebote, bei denen Pflegepersonal an Bord ist und im Paketpreis enthaltene Hilfeleistungen bieten – dies zielt zwar nicht auf den Preis ab, aber auf Mehrwert. Im klassischen Hochsee-Bereich sind Extra-Versicherungen oder Umbuchungsoptionen manchmal kostenlos zubuchbar (z. B. wenn man wegen einer Erkrankung stornieren muss).
Anreisevergünstigungen
Wie oben erwähnt, reist bei Bahnfahrten innerhalb Deutschlands die eingetragene Begleitperson kostenfrei mit. AIDA bestätigt dies beispielsweise für ihr Anreisepaket per Bahn ausdrücklich. Für Flüge gibt es leider keine Ermäßigungen für Behinderte – allerdings stellen viele Airlines medizinisches Sondergepäck (wie einen faltbaren Rollstuhl) nicht in Rechnung und ermöglichen die Mitnahme kostenlos.
Steuerlicher Vorteil
Ein indirekter „Nachlass“ besteht darin, dass Reiseveranstalter auf Antrag ungenutzte Leistungen erstatten müssen. Wenn Sie zum Beispiel aufgrund Ihrer Behinderung bestimmte Ausflüge oder Bordangebote nicht nutzen können, fragen Sie nach, ob ein Alternativangebot oder eine (Teil-)Erstattung möglich ist. Zudem lassen sich Mehrkosten (für Hilfsmittel, besondere Transfers etc.) unter Umständen steuerlich geltend machen – hierzu sollte man Belege sammeln und sich im Zweifel steuerlich beraten lassen.
6. Häufig gestellte Fragen zu barrierefreien Kreuzfahrten
Kann ich einen Elektro-Rollstuhl an Bord nutzen?
Ja. Die meisten Reedereien erlauben E-Rollstühle, solange sie in der Kabine geladen werden können und Trocken- oder Gelbatterien nutzen. Melde das Gerät spätestens 30 Tage vor Abfahrt an.
Gibt es Kabinen mit roll-in-Dusche?
Auf nahezu allen Neubauten ja. AIDAcosma bietet z. B. 27 barrierefreie Kabinen mit ebenerdiger Dusche und Haltegriffen. Fragen Sie immer nach „H-Kabinen“ oder „accessible staterooms“.
Wie funktioniert der Landgang in Tender-Häfen?
Wenn Beiboote nötig sind, können reine Rollstuhlfahrer oft nicht an Land. Einige US-Reedereien (Holland America, Royal Caribbean) testen jedoch Hebevorrichtungen; Verfügbarkeit variiert.
Sind Pool-Lifte Standard?
Noch nicht flächendeckend. Royal Caribbean (Oasis-Klasse) und Norwegian Cruise Line haben Lifte an Hauptpools; bei AIDA und TUI hilft das Personal, allerdings ohne Hebehilfe.
Brauche ich eine Begleitperson?
Wenn Sie im Notfall nicht selbstständig evakuieren können, verlangen viele Reedereien (z. B. AIDA, TUI) eine Begleitperson in derselben Kabine. Informieren Sie sich vor Buchung.
Kann ich Dialyse an Bord durchführen?
Auf regulären Fahrten nein. Es gibt aber spezielle Dialyse-Kreuzfahrten mit Gastarzt und Geräten. Alternativ eigenes portables Gerät nur nach schriftlicher Genehmigung der Reederei.
Gibt es Rabatte für Rollstuhlfahrer?
Selten. Costa hatte bis 11/2024 eine kostenlose Begleitperson-Regelung. Ansonsten gelten normale Tarife; Bahn-Begleitperson fährt innerhalb DE gratis (Merkzeichen „B“).
Wie melde ich Medikamente an, die gekühlt werden müssen?
Kontaktieren Sie das Bordhospital vorab; die Crew stellt einen Mini-Kühlschrank oder nimmt Insulin in die Bordapotheke.
Fazit
Abschließend lässt sich sagen, dass Kreuzfahrten heute so barrierefrei wie nie zuvor sind. Zwar sind spezialisierte Preisnachlässe für behinderte Gäste (noch) rar, doch der Komfortgewinn durch die vielen Hilfen und Services an Bord ist unbezahlbar. Von der Reservierung einer rollstuhlgerechten Kabine über barrierefreie Ausflüge zum Normaltarif bis hin zur medizinischen Grundversorgung rund um die Uhr – all das trägt dazu bei, dass Reisende mit Mobilitätseinschränkungen ihren Urlaub ohne Kompromisse genießen können. Mit der richtigen Vorbereitung und Wahl von Schiff, Route und Anbieter steht einer traumhaften Kreuzfahrt für jedermann nichts mehr im Wege. Gute Reise!