Diese 16 Fehler vom ersten Tag an auf der Kreuzfahrt vermeiden

Kreuzfahrten galten früher insbesondere unter jüngeren Menschen als wenig attraktiv, doch heute entdecken selbst Kritiker ihre zahlreichen Vorteile. Innerhalb kurzer Zeit kann man mehrere Orte besuchen, ohne sich um Anreise oder mögliche Visa Gedanken machen zu müssen. Zudem locken eine hervorragende Verpflegung und vielseitige Unterhaltungsmöglichkeiten an Bord – Langeweile kommt also in der Regel nicht auf.

Dennoch gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten, von der Buchung bis zum täglichen Ablauf auf hoher See. Dieser Artikel erklärt sechzehn häufige Fehler auf Kreuzfahrten und wie man sie am besten vermeidet.

1. Unpassendes Kreuzfahrtschiff gewählt

AIDAcosma Abfahrt von Dubai

AIDAcosma Abfahrt von Dubai


Bereits bei der Wahl des Kreuzfahrtschiffes machen viele Reisende den Fehler, nicht das passende Schiff auszuwählen. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen einem Mega-Schiff mit über 7.000 Passagieren und einem kleineren Luxusschiff, das vielleicht nur 1.000 bis 2.000 Gäste beherbergt. Dies kann Auswirkungen auf das Angebot, die Qualität und den Komfort haben.

Für Familien mit Kindern sind größere Schiffe meist die bessere Wahl, da sie mehrere Poolanlagen, Wasserrutschen und tägliche Unterhaltungsprogramme bieten. Wer es hingegen ruhiger mag, wird die intime Atmosphäre und Gelassenheit auf einem kleineren Schiff zu schätzen wissen. Beide Optionen haben also ihre eigenen Vor- und Nachteile.

2. Den Koffer falsch gepackt

    Beim Packen des Koffers gibt es zwei wesentliche Aspekte zu berücksichtigen: Was bietet das Kreuzfahrtschiff und wohin führt die Reiseroute? Besonders die neueren Mega-Schiffe verfügen über ein umfangreiches Unterhaltungsangebot, das nur mit der passenden Kleidung vollständig genutzt werden kann – sei es zum Entspannen am Pool oder zum Schlittschuhlaufen auf der Eislaufbahn.

    Zudem stehen Landausflüge an verschiedenen Orten an, die unterschiedliches Schuhwerk erfordern können. Nur Flip-Flops im Gepäck zu haben, kann da hinderlich sein. Darüber hinaus sind wärmere Kleidung und eine Regenjacke empfehlenswert, falls das Wetter einmal nicht mitspielen sollte. Ausreichend Hygiene- und Pflegeprodukte sollten ebenfalls nicht fehlen.

    3. Abfahrtszeit verpasst

      Die Landausflüge gehören zu den Höhepunkten jeder Kreuzfahrt, da Reisende nicht nur die Beine vertreten, sondern auch spannende Orte entlang der Route erkunden können. Obwohl die Reedereien große Anstrengungen unternehmen, die sogenannte „Back-on-Board“-Zeit auf allen Kanälen zu kommunizieren, kommt es dennoch immer wieder zu Problemen. Einige Passagiere verschlafen die Abfahrtszeit oder unterschätzen die Dauer des Rückwegs – insbesondere, wenn sie auf eigene Faust unterwegs sind.

      Wer dann nicht rechtzeitig zurück an Bord ist, riskiert, dass das Schiff ohne ihn ablegt. Bei von der Reederei organisierten Ausflügen kümmert sich die Reederei in der Regel darum, dass alle Gäste rechtzeitig an Bord sind oder im Ausnahmefall eine Rückkehr zum Schiff organisiert wird. Wer privat unterwegs ist, ist im Zweifel auf die Hilfe des Hafenagenten angewiesen. Dieser kann möglicherweise einen Transport zum nächsten Hafen organisieren, aber die Kosten für Unterkunft, Weiterreise und Transport trägt in der Regel der säumige Passagier selbst – und verliert dabei unter Umständen ein oder zwei Tage der Reise.

      4. Falsches Essen am Buffet

      Mein Schiff 7 Anckelmannsplatz Buffet Restaurant

      Mein Schiff 7 Anckelmannsplatz Buffet Restaurant


        Grundsätzlich ist die Verpflegung auf den meisten Kreuzfahrtschiffen exzellent und steht einem guten Hotel in nichts nach. Dennoch sollten Gäste mit empfindlichem Magen aufmerksam wählen: Viele Zutaten werden tiefgekühlt an Bord gebracht, und bei Buffets kann es vorkommen, dass Speisen eine Weile stehen. Wie überall, wo viele Menschen essen, lohnt es sich daher, genau hinzuschauen.

        Besondere Vorsicht ist bei rohem Fisch (Sushi) und Meeresfrüchten, weich gekochten Eiern und Rohkostsalaten geboten. Eine ernsthafte Lebensmittelvergiftung ist auf modernen Kreuzfahrtschiffen zwar eher selten, aber ein verstimmter Magen kann den Urlaubstag deutlich beeinträchtigen. Wer empfindlich reagiert, greift besser zu gut durchgegarten Speisen, Brot, Nudeln oder Aufstrichen, nimmt zunächst kleinere Portionen und beobachtet, was man persönlich gut verträgt.

        5. Hände nicht regelmäßig waschen

        Viren und Bakterien verbreiten sich auf einem Kreuzfahrtschiff besonders schnell. Schließlich sind Tausende von Menschen auf engem Raum und teilen sich viele Einrichtungen, vom Pool bis zum Buffet. Kommt es zu Ausbrüchen, kann der Reiseablauf erheblich gestört werden – etwa durch zusätzliche Hygienemaßnahmen, temporär geschlossene Bereiche oder im Extremfall Routenänderungen.

        Einen hundertprozentigen Schutz gibt es zwar nicht, aber regelmäßiges Händewaschen kann das Erkrankungsrisiko deutlich senken. Das gilt sowohl für Atemwegserkrankungen als auch für Magen-Darm-Infekte, die auf hoher See vergleichsweise häufig auftreten. 20 Sekunden mit Seife und warmem Wasser reichen bereits aus – alternativ kann man die zahlreichen Desinfektionsstationen an Bord nutzen, vor allem vor dem Betreten der Restaurants.

        6. Öffentliches WLAN ungeschützt nutzen

          Heutzutage bietet nahezu jedes moderne Kreuzfahrtschiff WLAN-Pakete an, die jederzeit hinzugebucht werden können. Dennoch sollten Passagiere in öffentlichen oder geteilten WLAN-Netzen grundsätzlich vorsichtig sein. Ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen können Daten theoretisch leichter mitgelesen werden – insbesondere dann, wenn keine verschlüsselte Verbindung (https) oder andere Sicherheitsmechanismen genutzt werden.

          Ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) erhöht hier die Sicherheit deutlich: Es verschlüsselt die Internetverbindung, sodass auch sensible Anwendungen wie Online-Banking besser geschützt sind. Mit einem VPN auf dem Handy oder Laptop lässt sich das Bord-WLAN deutlich sicherer nutzen. Trotzdem gilt: In öffentlichen WLANs sollte man mit besonders sensiblen Daten immer umsichtig umgehen.

           

          7. Das Budget zu knapp einplanen

            Besonders Anfänger unterschätzen oft die Gesamtkosten einer Kreuzfahrt. Das liegt vor allem daran, dass auf vielen Schiffen Ausgaben wie Essen und Trinken bereits im Paket enthalten sind. Doch bei den Landausflügen summiert sich einiges: Ein Mittagessen im Restaurant und eine Schnorcheltour können bereits 100 Euro kosten.

            Auch an Bord ist nicht alles inklusive. Hochwertige Restaurants, alkoholische Getränke und bestimmte Unterhaltungsangebote kosten häufig extra. Das kann die Gesamtrechnung schnell in die Höhe treiben. Reisende sollten daher vorab eine realistische Budgetplanung aufstellen und bei Bedarf die Ausgaben priorisieren, um das Beste aus ihrer Reise herauszuholen.

            8. Sicherheitsübung vernachlässigen

              Wie im Flugzeug ist auch die Sicherheitseinweisung auf einem Kreuzfahrtschiff Pflicht. Dennoch schwänzen einige Passagiere diese Übung oder schenken ihr wenig Aufmerksamkeit. Auf vielen modernen Schiffen erfolgt sie mittlerweile als sogenannte „e-Muster“-Übung: Die wichtigsten Informationen werden per Video, TV oder App vermittelt, anschließend bestätigt man seine Teilnahme an einer Sammelstation. Unabhängig von der Form gilt: Im Notfall trägt jeder Passagier an Bord ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Notfälle sind selten, aber sie lassen sich nie ganz ausschließen.

              Wenn Alarme ertönen, muss jeder Passagier wissen, was zu tun ist. Der Weg zur eigenen Sammelstelle ist besonders wichtig, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Zudem hilft die Einweisung ängstlichen Passagieren, im Ernstfall einen kühlen Kopf zu bewahren. Deshalb ist die Teilnahme verpflichtend – wer sich dauerhaft verweigert, muss im Extremfall damit rechnen, dass der Kapitän die Mitreise verweigert.

              9.  Reiseversicherung nicht abschließen

              Eine Reiseversicherung kann im Notfall viel Geld und Stress ersparen. Sie deckt unter anderem medizinische Kosten, Gepäckverlust und Reiserücktritt ab. Viele Reisende unterschätzen die Bedeutung einer guten Versicherung, was im Falle von Krankheit oder anderen unvorhergesehenen Ereignissen zu erheblichen Problemen führen kann.

              10. Dresscode ignorieren

                Auf vielen Kreuzfahrtschiffen gibt es bestimmte Kleiderordnungen, insbesondere in den gehobenen Restaurants oder bei speziellen Veranstaltungen wie dem Kapitänsabend. Wer den Dresscode ignoriert, kann unter Umständen vom Besuch bestimmter Bereiche ausgeschlossen werden. Es ist daher ratsam, sich vorab über die Kleiderordnung zu informieren und entsprechende Kleidung einzupacken.

                11. Visabestimmungen der Zielhäfen nicht beachten

                  Je nach Reiseroute können in den verschiedenen Anlaufhäfen unterschiedliche Visabestimmungen gelten. Wer diese ignoriert, kann Probleme bei der Einreise bekommen und verpasst möglicherweise spannende Landausflüge. Es ist wichtig, sich vor Reiseantritt über die Einreisebestimmungen der besuchten Länder zu informieren und gegebenenfalls die nötigen Visa zu beantragen.

                  12. Roaming-Kosten nicht beachten

                  Die Nutzung des eigenen Handys auf hoher See kann zu hohen Roaming-Gebühren führen. Viele Reisende sind sich dessen nicht bewusst und erleben nach der Reise eine böse Überraschung auf der Telefonrechnung. Es empfiehlt sich, vorab einen passenden Auslandstarif zu buchen, das mobile Datenroaming zu deaktivieren oder das Bord-WLAN zu nutzen.

                  13. Kabinenauswahl vernachlässigen

                  AIDAnova Verandakabine Deluxe

                  AIDAnova Verandakabine Deluxe


                    Die Lage der Kabine kann einen großen Einfluss auf das Kreuzfahrterlebnis haben. Kabinen in der Nähe von Aufzügen, Diskotheken oder Maschinenräumen können lauter sein. Wer zu Seekrankheit neigt, sollte eine Kabine in der Schiffsmitte auf einem unteren Deck wählen, wo die Bewegungen des Schiffes weniger spürbar sind.

                    14. Landausflüge nicht im Voraus buchen

                      Beliebte Landausflüge können schnell ausgebucht sein. Wer seine Ausflüge nicht im Voraus plant und bucht, verpasst möglicherweise die Chance, bestimmte Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Zudem bieten vorab gebuchte Ausflüge oft den Vorteil einer besseren Planung und garantierter Verfügbarkeit, wodurch Reisende ihre Zeit effizienter nutzen können.

                      15. Sonnenschutz vernachlässigen

                        Auf einer Kreuzfahrt in der Karibik ist die Sonneneinstrahlung oft besonders intensiv, da das Wasser die UV-Strahlen reflektiert. Viele Reisende unterschätzen dies und verzichten auf ausreichenden Sonnenschutz, was zu Sonnenbrand oder Hitzschlag führen kann. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckungen und Sonnenbrillen sind daher unbedingt erforderlich.

                        16. Seasickness-Medikamente und andere Hilfsmittel gegen Übelkeit nicht mitnehmen

                          Auch wenn man bisher keine Probleme mit Seekrankheit hatte, können die Bewegungen eines Schiffes ungewohnt sein. Es ist daher sinnvoll, rechtzeitig an Mittel gegen Übelkeit zu denken. Vitamin C wird in manchen Empfehlungen vorbeugend eingesetzt, um den Histaminabbau zu unterstützen; Ingwer gilt als magenberuhigend und kann zum Beispiel in Form von Kapseln, Tee oder kandierten Stücken eingenommen werden. Akupressurbänder üben Druck auf einen bestimmten Punkt am Handgelenk aus und können bei manchen Menschen Übelkeit lindern – garantieren aber keinen Erfolg.

                          Rezeptfreie Antihistaminika zur Vorbeugung von Reisekrankheit blockieren Histamin-Rezeptoren und werden oft bereits vor Fahrtantritt eingenommen; sie können jedoch Müdigkeit und eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit verursachen. Präparate mit zusätzlicher calciumantagonistischer Wirkung haben ein etwas anderes Nebenwirkungsprofil, können aber ebenfalls müde machen. Auch Parasympatholytika, etwa in Form von Pflastern, können den Magen beruhigen, sind aber nur nach ärztlicher Verordnung sinnvoll und können Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Sehstörungen, Müdigkeit oder reduzierte Reaktionszeiten auslösen. Grundsätzlich gilt: Auswahl und Dosierung von Medikamenten sollten immer vor der Reise mit Ärztin/Arzt oder Apotheke abgestimmt werden – insbesondere bei Vorerkrankungen, Schwangerschaft oder bei Kindern. 

                          ⚕️ Wichtiger Hinweis zu gesundheitlichen Informationen

                          Die in diesem Artikel genannten Hinweise zu Gesundheit, Seekrankheit, Medikamenten und sonstigen gesundheitlichen Themen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine individuelle Beratung, Diagnose oder Behandlung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke.

                          Medikamente – egal ob rezeptpflichtig oder rezeptfrei – sollten nur nach Rücksprache mit Ärztin/Arzt oder Apotheke eingenommen werden, insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen, bei Schwangerschaft oder bei Kindern.

                          Wenn Beschwerden stark ausgeprägt sind, länger anhalten oder weitere Symptome wie Fieber, starke Schmerzen oder Kreislaufprobleme hinzukommen, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden – an Bord beim Schiffsarzt oder an Land bei einer geeigneten medizinischen Einrichtung.

                          Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann eine persönliche medizinische Beratung nicht ersetzen.