Schiffswechsel bei Kreuzfahrten – Verbraucherrechte


12.08.2015 – AIDA Cruises hat bekanntlich Probleme mit der Übernahme der in Japan zu bauenden AIDAprima. Die mit dem Bau beauftragte Mitsubishi-Werft konnte den Neubau nicht innerhalb des vereinbarten Liefertermins fertigstellen. Zum zweiten Mal musste AIDA Cruises vor Kurzem eingestehen, dass die Reisen im geplanten Zeitraum nicht stattfinden können.

Die schon einmal revidierten Terminplanungen sahen die AIDAprima im Oktober 2015 auf einer Jungfernfahrt von Yokohama nach Dubai. Während des gesamten Winterprogramms sollte das Schiff Wochentouren ab Dubai übernehmen. Als Konsequenz der misslichen Lage bietet die Gesellschaft ihren Gästen die Umbuchung auf andere Schiffe an. Die von Dubai ausgehenden Reisen wird nun die AIDAstella übernehmen. Neben dem Schiffswechsel werden den Reisenden Bordgutscheine und/oder Ermäßigungen auf die nächsten Reisen angeboten.

AIDAprima - Entwurfszeichnung

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat sich zu diesem Vorgehen Gedanken gemacht. Beate Saupe von der Verbraucherzentrale kommt zu folgendem Schluss: „Bei der Buchung eines Kreuzfahrtschiffs wird in der Regel besonderer Wert auf ein bestimmtes Schiff gelegt, sodass ein Schiffswechsel eine erhebliche Beeinträchtigung der Reise darstellen und ein Kündigungsrecht bestehen kann". Die Buchung und Bestätigung eines bestimmten Schiffs stellt demnach eine zugesicherte Eigenschaft dar, die bei Nichterfüllung Ansprüche des Reisenden wie Preisminderung oder Kündigung begründen.

AIDAstella im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria

Haben Verbraucher vorher Auslagen für die Reise getroffen, dazu gehören Flüge, Hotels und Visakosten, können die bereits angefallenen Kosten gegenüber AIDA geltend gemacht werden. Saupe: „Auch ein Anspruch auf Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreude kann den Reisenden zustehenden".