Gäste von Luxuskabinen müssen Geräusche akzeptieren


Wir haben es persönlich schon einmal erlebt. Mit großer Freude betraten wir unser Kreuzfahrtschiff und nahmen unsere Kabine in Beschlag. Was wir vorfanden, entsprach den Beschreibungen der Reederei und ließ auf zwei schöne, ruhige Wochen in der Karibik hoffen.

Kaum setzte sich das Schiff in Bewegung, war es mit der Ruhe vorbei. Von da an war das durchdringende, pfeifende Geräusch einer Turbine zu vernehmen. Das verhieß nichts Gutes für die Dauer der Reise und die ohnehin vorhandenen Tinnitusbeschwerden. Die darauf folgende Reklamation führte zur Erkenntnis, dass das bemängelte Geräusch ein schiffstypisches und somit hinnehmbares Geräusch sei. Uns konnte durch Umquartierung geholfen werde.

Nun zur rechtlichen Betrachtung. In ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht über einen ähnlichen Fall, in dem das LG Rostock Recht zu sprechen hatte. Was war geschehen? Gäste der Premium Suite eines Kreuzfahrtschiffes klagten auf Minderung des Reisepreises. Während ihrer Karibikreise waren die Kläger in einer Kabine gebucht, unter deren Sonnenterrasse sich ein Einzug für die Lüftungsanlagen befand. Wegen des damit verbundenen Lärms zogen die Gäste vor Gericht.

Das Gericht befand, dass kein Anspruch auf eine Minderung des Reisepreises bestünde. Übermäßige Lärmbelästigung könne grundsätzlich ein Reisemangel sein. Liege er im üblichen Rahmen, sei er jedoch hinzunehmen. Die Kläger hätten eine außergewöhnliche Lärmbelästigung nicht beweisen können. Im Übrigen habe die Reederei in ihren Katalogunterlagen auf Motorengeräusche hingewiesen. Auch ergebe eine gebuchte Premium-Suite nicht das Anrecht auf eine besonders ruhige Kabine. Näheres hierzu unter Az: 9 O.147/10 LG Rostock.