Kreuzfahrtschiff dockt im Containerhafen


Wer hat das nicht auch schon einmal erlebt? Alles stimmt! Das Schiff passt. Die Kabine entspricht voll unseren Erwartungen. Das Essen ist traumhaft. Die Mitreisenden nerven nur ganz wenig. Wir fühlen, das alles haben wir uns verdient. Und dann wachen wir eines Morgens in einem gottverlorenen Containerhafen, z. B. in Antwerpen, auf

und noch ehe wir unsere Augen geöffnet und die Vorhänge unserer Balkonkabine zurückgezogen haben, hören wir Geräusche die von Maschinen und arbeitenden Menschen stammen. Gerade diese Geräusche wollten wir während unseres wohlverdienten und teuer erkauften Urlaubs nicht hören.

Ein Reisemangel? Mitnichten! Die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht berichtet in ihrer Publikation ReiseRecht aktuell über ein Urteil des Amtsgerichts Rostock. Unter dem Az 47 C 270/11 wurde im November 2011 eine diesen Missstand behandelnde Klage abschlägig entschieden.

Zur Klage: Die Klägerin buchte eine Asienreise auf einem Clubschiff. Im Verlauf der Reise wurde hauptsächlich in Containerhäfen gedockt. Die Klägerin befand, dass die Nutzung der Balkonkabine wegen der gegebenen Lärmbelästigung unmöglich gewesen wäre.

Das Gericht wies die Klage mit dem Bemerken ab, dass der Veranstalter die Passagiere vorab nicht über den Liegeplatz und eventuell auftretende Geräusche informieren müsse.

Solcher Lärm müsse hingenommen werden, denn auch in Passagierhäfen könne es Geräusche geben.