Piratengefahr


ARAG-Experten haben aus vorliegenden Urteilen Rechtstipps für Kreuzfahrten gesammelt und vorgelegt. Hieraus zitieren wir:

Piratenattacken im Golf von Aden auf Kreuzfahrtschiffe sind vorstellbar. Ein Ehepaar hatte eine dreiwöchige Kreuzfahrt von Durban nach Genua gebucht. Nach der Einschiffung wurde den Reisenden mitgeteilt, dass es zu Routenänderungen wegen möglicher Piratenangriffe käme. Drei geplante Destinationen wurden vorsorglich nicht angelaufen. Ersatzweise wurde ein zusätzlicher fünfstündiger Aufenthalt in Sharm El Sheik eingeschoben.

Das AG München (Az.: 281 C 31292/09) entschied in diesem Fall auf eine Reisepreisminderung von 25 Prozent. Eine Routenänderung ist nach Meinung des Gerichts nur dann zulässig, wenn die Gründe dafür erst nach Vertragsabschluss eintreten. Wird eine Reise trotz eines vorher bestehenden Sicherheitsrisikos verkauft, müsse die Gesellschaft das Anfahren ermöglichen oder akzeptieren, dass seitens der Reisenden Minderungsrechte ausgeübt werden.