Routenänderung bei einer Kreuzfahrt – Kein Wertverlust


Man erlebt es dann und wann, dass im Verlauf einer Kreuzfahrt einer der Zielhäfen nicht angelaufen wird. Mit einer solchen Angelegenheit hatte sich das Amtsgericht Rostock zu beschäftigen.

Im vorliegenden Fall hatten die Kläger eine Nordeuropa-Schiffsreise gebucht. ‚Einer der Zielhäfen war Reykjavik auf Island. Dort sollte das Schiff über Nacht liegen. Wegen schlechter Windverhältnisse entschied die Schiffsführung jedoch, den Hafen von Reykjavik nicht anzulaufen.

Deshalb forderten die Kläger eine Reisepreisminderung in Höhe von zwei Tagesreisepreisen. Sie begründeten ihre Forderung damit, dass aus ihrer Sicht Island und vor allem Reykjavik ein Hauptbestandteil der Reise gewesen wären.

Das Amtsgericht Rostock entschied unter dem Az 47 C 381/11, dass infolge des Nichtanlaufen eines Hafens der Charakter der Reise nicht verloren gegangen sei. Während der Seereise seien alle anderen Häfen erreicht worden. Außerdem hätten die Kläger an Bord des Schiffes während der beiden Tage Leistungen beansprucht. Über die von der Reederei freiwillig gezahlte Summe von 450 Euro hinaus bestünde somit kein weiterer Anspruch auf Minderung des Reisepreises.