Schadenersatzansprüche - Stornierung von Kreuzfahrten


Das Unglück der Costa Concordia mit seinen bisher noch nicht abschließend einschätzbaren Folgen wirft die Frage auf, welche Rechte Verbraucher in solchen Fällen haben.

Zu dieser aktuellen Angelegenheit äußert sich die Verbraucherzentrale Brandenburg in einer Pressemitteilung vom 16.01.2012. Darin heißt es u. a.:

Das europäische Seerecht regelt im europäischen Raum Schadenersatzansprüche gegenüber dem Beförderer. Die Regelung (EG) 392/2009 stellt klar, wie bei Körperschäden (bis hin zum Tod) und bei Gepäckschäden einschließlich Verlust zu verfahren ist. Ansprüche auf Leistungen sollten dem Befördrer und dem Reiseveranstalter zeitnah nachweisbar angezeigt werden. Ein Verschulden des Beförderers muss nicht vorliegen.

Es wird von der Verbraucherzentrale die Meinung vertreten, dass die Verluste der auf der Costa Concordia gebuchten Reisenden weit über körperliche und Gepäckschäden hinausgehen. Deshalb sollten Betroffene gegenüber dem Reiseveranstalter auch Schadenersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit gemäß § 651 BGB oder Schmerzensgeld geltend machen.

Für den denkbaren Fall, dass diese Katastrophe Reisende verunsichert, eine Kreuzfahrt anzutreten, führt die Verbraucherzentrale aus, dass sich aus dem Unfall kein Anspruch auf eine kostenfreie Stornierung ähnlicher Reisen ableitet.

Zu ergänzen ist noch, dass ein Sprecher von Costa Crociere erklärt hat, in Kürze dieses Thema zu regeln. Den Betroffenen sollen alternative Angebote vorgelegt werden.