Meyer Werft

Meyer Werft


Im Januar 2020 feierte die Papenburger MEYER Werft ihr 225-jähriges Firmenjubiläum. Die Firmengeschichte reicht ins Jahr 1795 zurück, und seit sieben Generationen befindet sich die Traditionswerft in Familienbesitz. Die MEYER-Gruppe unterhält Werftstandorte in Papenburg, Rostock und Turku/Finnland.

Ein Blick zurück

Die Stadt Papenburg zählte ursprünglich 23 Werftbetriebe, von denen nur MEYER überlebte. Seit seiner Gründung hat sich das Unternehmen stetig fortentwickelt. Der ursprünglich „Thurm Werft“ geheißene Betrieb baute zuerst Holzschiffe. Im Jahr 1872 verließ mit der „Triton“ das erste dampfgetriebene Stahlschiff den Betrieb.

Dampfschiff Triton

Dampfschiff Triton - Foto©MEYER Werft


Im Jahr 1913 folgte mit der „Graf Goetzen“ ein Schiff, das noch heute im Einsatz ist. Das Kombischiff für Passagiere und Fracht wurde nach Fertigstellung wieder in seine Einzelteile zerlegt, in Kisten verpackt und an den Tanganyikasee im heutigen Tansania transportiert. Dort wurde es erneut zusammengebaut. Heute fährt das Schiff unter dem Namen „Liemba“.

 

 

Frühzeitig spezialisierte sich die MEYER Werft auf spezifische Schiffstypen. Die Homepage des Unternehmens nennt Containerschiffe, Fährschiffe, Forschungsschiffe, Gastanker und Tiertransporter. – Besondere Wertschätzung bei Reedereien genießen die von der MEYER-Gruppe abgelieferten Kreuzfahrtschiffe für Flüsse und Hochsee.

Werfthalle der MEYER Werft

Werfthalle der MEYER Werft


Kompetenz im Bau von Kreuzfahrtschiffen

Mit der Homeric wurde im Jahr 1985 das erste Kreuzfahrtschiff abgeliefert. Die Homeric fährt noch heute unter dem Namen Marella Dream für Marella Cruises (TUI UK Ltd.). Seit 1985 baute die MEYER Werft 50 Kreuzfahrtschiffe für namhafte Reedereien. Unter den Schiffen sind Namen wie die AIDAnova, die Celebrity Eclipse, die Disney Dream, die Anthem of the Seas oder die Norwegian Getaway. Vor der Fertigstellung und Abnahme steht die IONA. Der Neubau, das 50. Kreuzfahrtschiff der MEYER Werft, geht an P&O Cruises.

MEYER Werft - Ausdocken der Ovation of the Seas

MEYER Werft - Ausdocken der Ovation of the Seas


Im Jahr 2020 beschäftigt die MEYER Werft am Standort Papenburg aktuell 3.625 Mitarbeiter. Im Jahresmittel werden drei Schiffe in zwei riesigen Baudockhallen gefertigt.

Die MEYER-Gruppe

Neben der Papenburger MEYER Werft unterhält die MEYER-Gruppe zwei weitere Werft-Standorte. Im Jahr 1997 übernahm MEYER die zuvor schwächelnde Neptun Werft in Rostock. Seit 2015 gehört die ehemalige STX-Werft in Turku/Finnland zur MEYER-Gruppe. Die drei Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 7.000 Arbeitnehmer.

Norwegian Getaway im Baudock der MEYER Werft

Norwegian Getaway im Baudock der MEYER Werft


Im Jahr 2000 wurden von der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde die ersten Aufträge für Flusskreuzfahrtschiffe akquiriert. Mittlerweile bauen 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Flusskreuzfahrtschiffe, Fähren und Gastanker. Daneben beliefert der Betrieb die MEYER Werft mit Maschinenraummodulen. Bis heute hat die Neptun-Werft mehr als 70 Flusskreuzfahrtschiffe gefertigt. Neptun beansprucht für sich die Marktführerschaft bei Flusskreuzfahrtschiffen.

Neptun Werft - Fluss-Kreuzfahrtschiff

Neptun Werft - Fluss-Kreuzfahrtschiff-©Neptun Werft


Die 2015 übernommene Meyer Turku OY-Werft im finnischen Turku baut an drei Standorten mit 2.000 Mitarbeitern Eisbrecher, Fähren, Forschungsschiffe, eisgängige Frachter, Gastanker, Marine-, sowie Kreuzfahrtschiffe.

 

 

Zum Konzernbetrieb gereift, sieht sich das Unternehmen durch die in den drei Standorten vorgenommenen Investitionen in der Lage, die für den Bau der Schiffe notwendigen Sektionen in kürzerer Durchlaufzeit mit höherer Qualität herzustellen. Dies verschafft Wettbewerbsvorteile. Vor allem der Papenburger Unternehmensteil beansprucht für sich, eine der modernsten Werften der Welt zu sein.

MEYER Werft - Vorfertigungshalle

MEYER Werft - Vorfertigungshalle


Mittels moderner Computertechnologie werden vor Baubeginn die Konstruktionspläne gefertigt. Bereits in der Planungsphase sorgen Computer-Simulationen für Klarheit, ob sich die vom Auftraggeber angedachten und gewünschten Innovationen in der Praxis umsetzen lassen. Gedruckte Baupläne sind nahezu passé. Die Fertigungsstufen sind digitalisiert abrufbar. Effizientes Produzieren ist gewährleistet. Die Zeit, in der Schiffe auf Helgen mit Schweißgeräten und Niethämmern von Hand gebaut wurden, liegt lange zurück. Die interne Logistik ist ebenfalls computergestützt. Die Bauteile werden Just-in-Time-in den Baudocks angeliefert. Die Maßnahmen führen zu Produktivitätssteigerungen und Kostenreduzierungen und machen die Werften der Gruppe wettbewerbsfähig.

MEYER Werft - Baudockhalle

MEYER Werft - Baudockhalle


Im Besucherzentrum in Papenburg verfolgen Besucher den Bau von Kreuzfahrtschiffen aus nächster Nähe. Auf 3.500 m² Fläche werden die Schaulustigen über Schiffbau und Kreuzfahrt informiert. Von zwei Besuchergalerien blicken die Besucher auf die Schiffsneubauten hinunter. Jährlich nutzen 250.000 Gäste die Gelegenheit, dem Bau von Kreuzfahrtschiffen vor Ort beizuwohnen. Besuche können unter www.papenburg-tourismus.de gebucht werden. 

MEYER Werft - Übergang zum Besucherzentrum

MEYER Werft - Übergang zum Besucherzentrum


Als Familien-Unternehmen nennt Meyer verständlicherweise nur soviel an Unternehmenszahlen wie notwendig. Fakt ist, dass der Papenburger Betriebsteil bis ins Jahr 2023 mit Aufträgen für den Bau von Kreuzfahrtschiffen ausgelastet ist.

Update März 2020