AIDA gibt griechische Tourismusabgabe ab Sommer 2027 an Gäste weiter

AIDA gibt griechische Tourismusabgabe ab Sommer 2027 an Gäste weiter

Autor: Christopher Plau

05. August 2026 - AIDA Cruises gibt die griechische Tourismusabgabe ab Sommer 2027 an seine Gäste weiter. Das Unternehmen belastet die staatlich festgelegte Gebühr automatisch über das Bordkonto. Je nach Reisezeit und Hafen zahlen Kreuzfahrtgäste bis zu 20 Euro pro Person und Landgang. Besonders teuer werden Besuche auf Santorin und Mykonos.


aidablu santorin

Griechenland erhebt die Abgabe bereits seit dem Sommer 2025. AIDA hatte die Kosten bisher nicht auf diese Weise über das Bordkonto seiner Gäste abgerechnet. Das ändert sich ab Sommer 2027. Gleichzeitig passt AIDA seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen zum 1. August 2026 an.

Die neue Abrechnung betrifft vor allem AIDA-Reisen durch die Ägäis und das östliche Mittelmeer. Dazu gehören beispielsweise die im AIDAblu Reisefinder für Griechenland und die Mittelmeerinseln gelisteten Routen.

Das Wichtigste im Überblick:

  • AIDA rechnet die griechische Tourismusabgabe ab Sommer 2027 über das Bordkonto ab.
  • Die Gebühr fällt pro Person und Landgang an.
  • Auf Santorin und Mykonos kostet ein Landgang bis zu 20 Euro.
  • Kinder und Jugendliche zahlen den gleichen Betrag wie Erwachsene.
  • Wer an Bord bleibt, muss keine Tourismusabgabe zahlen.
  • Für Buchungen vor dem 1. August 2026 gelten besondere Regelungen.

Was ändert sich bei AIDA ab Sommer 2027?

AIDA übernimmt ab Sommer 2027 die Abwicklung der griechischen Tourismusabgabe. Sobald ein Gast in einem griechischen Hafen an Land geht, belastet AIDA den entsprechenden Betrag automatisch über das Bordkonto. Die Bordabrechnung weist die Gebühr gesondert aus.

Anschließend führt AIDA das Geld im Namen der Gäste an die griechischen Behörden ab. AIDA legt weder die Höhe noch die konkrete Ausgestaltung der Abgabe fest. Die Regelung gilt für alle Kreuzfahrtgesellschaften, die griechische Häfen anlaufen.

Die Gebühr fällt sowohl bei individuellen Landgängen als auch bei organisierten AIDA-Ausflügen an. Sie gilt unabhängig vom Alter. Auch Kinder zahlen daher den vollen Betrag.

Wer während des Hafenaufenthalts ausschließlich an Bord bleibt, muss keine Abgabe zahlen. Die Tourismusabgabe für den Ausschiffungshafen ist nach Angaben von AIDA bereits im Reisepreis enthalten.

Wie hoch ist die griechische Tourismusabgabe?

Die Höhe hängt vom besuchten Hafen und von der Reisezeit ab. Für Santorin und Mykonos gelten deutlich höhere Beträge als für andere griechische Häfen.

ReisezeitraumSantorin und MykonosAndere griechische Häfen
1. Januar bis 31. März 4 Euro pro Person 1 Euro pro Person
1. April bis 31. Mai 12 Euro pro Person 3 Euro pro Person
1. Juni bis 30. September 20 Euro pro Person 5 Euro pro Person
1. Oktober bis 31. Oktober 12 Euro pro Person 3 Euro pro Person
1. November bis 31. Dezember 4 Euro pro Person 1 Euro pro Person

Wichtig: Die Beträge gelten für jeden einzelnen Landgang. Eine Reise mit mehreren griechischen Häfen kann deshalb spürbare Zusatzkosten verursachen.

So teuer können mehrere Landgänge werden

Besucht ein Paar im Sommer sowohl Santorin als auch Mykonos, entstehen insgesamt 80 Euro Zusatzkosten. Eine vierköpfige Familie zahlt bereits für einen einzigen Landgang auf einer der beiden Inseln 80 Euro.

Kommen weitere griechische Häfen hinzu, steigt der Betrag weiter. Bei der Reiseplanung lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die vollständige Route. Einen Überblick über passende Reisen bietet die Seite AIDA Angebote, Routen und Reisefinder.

Welche AIDA-Buchungen bleiben von der Weitergabe ausgenommen?

Für Gäste, die ihre AIDA-Reise vor dem 1. August 2026 gebucht haben, gelten weiterhin die zuvor gültigen Reisebedingungen. AIDA spricht für diese Buchungen von einer Befreiung von der Steuer.

Sollte die Tourismusabgabe bei diesen Gästen dennoch auf dem Bordkonto erscheinen, erstattet AIDA den Betrag nach eigenen Angaben wieder über das Bordkonto. Entscheidend ist somit das Buchungsdatum und nicht der spätere Reisebeginn.

Wer seine Reise ab dem 1. August 2026 bucht und im Sommer 2027 oder später nach Griechenland fährt, sollte die möglichen Zusatzkosten bereits bei der Reiseplanung berücksichtigen.

Warum erhebt Griechenland die Gebühr?

Die griechische Regierung begründet die Abgabe mit dem Erhalt und dem Ausbau der Infrastruktur in stark besuchten Kreuzfahrtzielen. Das griechische Finanzministerium erwartet durch die Gebühr jährliche Einnahmen von rund 52 Millionen Euro.

Das Geld soll in Hafenprojekte sowie in die Vermarktung des griechischen Tourismus fließen. Die Einnahmen fließen damit nicht ausschließlich in die unmittelbar betroffenen Häfen oder Inseln.

Besonders Santorin und Mykonos kämpfen während der Hauptsaison mit hohen Besucherzahlen. An Tagen mit mehreren Kreuzfahrtschiffen entstehen Wartezeiten, überfüllte Straßen und Engpässe an beliebten Sehenswürdigkeiten. Über die ursprüngliche Einführung der Gebühr berichteten wir bereits im Beitrag Griechenland führt Ankunftsgebühr für Kreuzfahrer ein.

Ist die Weitergabe durch AIDA nachvollziehbar?

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Weitergabe verständlich. Griechenland legt die Abgabe staatlich fest. AIDA erzielt daraus keine zusätzlichen Einnahmen, sondern zieht den Betrag ein und führt ihn an die Behörden ab.

Entscheidend bleibt jedoch die Preistransparenz. Gäste sollten schon vor der Buchung erkennen können, welche zusätzlichen Kosten ihre konkrete Route verursacht. Eine spätere Belastung über das Bordkonto ist praktisch, kann den ursprünglichen Reisepreis aber günstiger erscheinen lassen, als die Reise am Ende tatsächlich ausfällt.

Gerade bei Routen mit Santorin, Mykonos und weiteren griechischen Häfen können sich die Gebühren summieren. AIDA sollte deshalb nicht nur allgemein auf die Regelung hinweisen. Sinnvoll wäre eine konkrete Kostenschätzung direkt bei der jeweiligen Reise.

Was ist an der griechischen Tourismusabgabe kritisch?

Grundsätzlich darf Griechenland Kreuzfahrtgäste an den Kosten stark besuchter Häfen beteiligen. Hafenanlagen, Verkehrswege, Abfallentsorgung und Sicherheitsdienste verursachen erhebliche Ausgaben. Die konkrete Ausgestaltung der Gebühr überzeugt dennoch nicht vollständig.

20 Euro pro Person sind ein hoher Betrag

Ein Landgang auf Santorin oder Mykonos kostet in der Hauptsaison 20 Euro pro Person. Für Paare und Familien entsteht schnell eine erhebliche Zusatzbelastung. Hinzu kommen Ausflüge, Transfers, Eintrittspreise und die Verpflegung an Land.

Kinder zahlen die volle Gebühr

Die Tourismusabgabe gilt unabhängig vom Alter. Eine Ermäßigung für Kinder oder Jugendliche gibt es nicht. Dadurch trifft die Regelung Familien besonders stark.

Die Aufenthaltsdauer spielt keine Rolle

Ein Gast mit einem kurzen Landgang zahlt genauso viel wie ein Passagier, der den gesamten Tag auf der Insel verbringt. Die Gebühr berücksichtigt weder die Dauer noch den tatsächlichen Umfang der genutzten Infrastruktur.

Die Gebühr begrenzt Schiffsanläufe kaum

Die Route und die Zahl der Schiffsanläufe stehen normalerweise lange vor Reisebeginn fest. Die Abgabe steuert daher vor allem die Entscheidung einzelner Gäste, an Land zu gehen. Sie verhindert jedoch nicht automatisch, dass mehrere große Schiffe gleichzeitig einen Hafen anlaufen.

Die Verwendung der Einnahmen bleibt weit gefasst

Das griechische Finanzministerium nennt neben Hafenprojekten auch die allgemeine Vermarktung des Tourismus als Verwendungszweck. Wer die Abgabe mit überlasteter Infrastruktur begründet, sollte die Einnahmen möglichst transparent und gezielt in den betroffenen Orten einsetzen.

Was sollten AIDA-Gäste vor der Buchung prüfen?

  • Welche griechischen Häfen enthält die Route?
  • Fällt die Reise in die teure Hauptsaison von Juni bis September?
  • Werden Santorin oder Mykonos angelaufen?
  • Wie viele Personen möchten in den einzelnen Häfen an Land gehen?
  • Wurde die Reise vor oder nach dem 1. August 2026 gebucht?
  • Hat AIDA die Gebühr auf der Bordabrechnung korrekt ausgewiesen?

Die zentrale Seite AIDAblu Kreuzfahrten 2026, 2027 und 2028 ordnet die verschiedenen Griechenland-, Adria- und Mittelmeerrouten ein.

Fazit: Verständliche Grundidee, aber eine zu pauschale Belastung

Die griechische Tourismusabgabe ist in ihrer Grundidee nachvollziehbar. Stark besuchte Inseln und Häfen benötigen Geld für Verkehrswege, Hafenanlagen, Abfallentsorgung und weitere öffentliche Aufgaben. Kreuzfahrtgäste dürfen an diesen Kosten beteiligt werden.

Die konkrete Regelung fällt jedoch zu grob aus. Bis zu 20 Euro pro Person und Landgang sind erheblich. Besonders kritisch sehen wir die volle Gebühr für Kinder. Auch die fehlende Unterscheidung nach Aufenthaltsdauer überzeugt nicht.

Die Abgabe löst zudem das eigentliche Problem überfüllter Häfen nur eingeschränkt. Sie verringert nicht automatisch die Zahl der Schiffe. Sie kann lediglich dazu führen, dass einzelne Gäste auf einen Landgang verzichten.

Dass AIDA eine staatliche Gebühr ab Sommer 2027 an die Gäste weitergibt, ist wirtschaftlich verständlich. AIDA sollte die möglichen Zusatzkosten jedoch klar und frühzeitig ausweisen. Eine Belastung über das Bordkonto reicht allein nicht aus. Gäste müssen bereits vor der Buchung abschätzen können, wie teuer ihre konkrete Griechenlandroute tatsächlich wird.

Unser Urteil: Die Abgabe ist keine grundsätzlich falsche Idee. Ihre Höhe und ihre pauschale Anwendung belasten Kreuzfahrtgäste jedoch teilweise unverhältnismäßig. Besonders Familien zahlen auf Santorin und Mykonos schnell hohe Zusatzbeträge.

Häufige Fragen zur AIDA-Tourismusabgabe in Griechenland

Ab wann gibt AIDA die griechische Tourismusabgabe an seine Gäste weiter?

AIDA rechnet die Abgabe ab Sommer 2027 automatisch über das Bordkonto ab. Einen konkreten ersten Reisetermin nennt das Unternehmen bislang nicht.

Wie viel kostet ein Landgang auf Santorin oder Mykonos?

Zwischen Juni und September beträgt die Gebühr 20 Euro pro Person. Im April, Mai und Oktober fallen 12 Euro an. In den Wintermonaten kostet der Landgang 4 Euro.

Müssen Kinder die Tourismusabgabe zahlen?

Ja. Die Gebühr gilt unabhängig vom Alter. Kinder und Jugendliche zahlen den gleichen Betrag wie Erwachsene.

Fällt die Gebühr auch bei einem AIDA-Ausflug an?

Ja. Die Abgabe gilt sowohl für individuelle Landgänge als auch für organisierte Ausflüge.

Muss ich zahlen, wenn ich an Bord bleibe?

Nein. Wer das Schiff im griechischen Hafen nicht verlässt, muss keine Tourismusabgabe zahlen.

Was gilt für Buchungen vor dem 1. August 2026?

Für diese Buchungen gelten laut AIDA die zuvor gültigen Reisebedingungen. Sollte die Abgabe auf dem Bordkonto erscheinen, erstattet AIDA den Betrag wieder.


Offizielle Quellen: