AIDA Innovation Hub 2026: Drei Projekte ausgezeichnet

AIDA Innovation Hub 2026: Drei Projekte ausgezeichnet

Autor: Christopher Plau

Beim AIDA Innovation Hub 2026 hat AIDA Cruises drei Projekte ausgezeichnet, die neue Lösungen für die Kreuzfahrt und die maritime Branche entwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Themen Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit sowie KI und digitale Lösungen. Die Gewinner kommen von der revincus GmbH, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der contagt GmbH.

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AIDA Innovation Hub 2026 © Foto AIDA Cruises / Marc Klein


Mehr als 150 Ideen waren für den AIDA Innovation Hub eingereicht worden. Neun Finalisten präsentierten ihre Konzepte am 16. September 2026 im AIDA Headquarter in Rostock. Drei Projekte überzeugten schließlich die Fachjury und sollen nun gemeinsam mit AIDA Cruises weiter untersucht werden.

Drei Gewinner beim AIDA Innovation Hub 2026

Die ausgezeichneten Projekte beschäftigen sich mit sehr unterschiedlichen Bereichen des Kreuzfahrtbetriebs. Während revincus Energie aus Abwasser zurückgewinnen möchte, untersucht das DLR den Einsatz von Holz im Schiffbau. contagt entwickelt dagegen eine digitale Navigation, die Passagieren künftig die Orientierung auf großen Kreuzfahrtschiffen erleichtern könnte.

  • Dekarbonisierung: revincus GmbH – Rückgewinnung von Wärmeenergie aus Abwasser
  • Nachhaltigkeit: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – Projekt „WoodShip“
  • KI-Tools & Smarte Lösungen: contagt GmbH – digitale Indoor-Navigation für Kreuzfahrtschiffe

Abwasser als Energiequelle auf Kreuzfahrtschiffen

In der Kategorie Dekarbonisierung setzte sich die revincus GmbH aus Weimar durch. Das Unternehmen entwickelt eine Technologie, mit der die im Abwasser enthaltene thermische Energie zurückgewonnen werden kann.

Die gewonnene Wärme soll erneut an Bord genutzt werden. Ein automatisiertes Reinigungssystem sorgt dafür, dass die für die Wärmeübertragung benötigten Flächen auch während des laufenden Betriebs leistungsfähig bleiben.

Für Kreuzfahrtschiffe ist dieser Ansatz interessant, weil der Hotelbetrieb an Bord einen erheblichen Energiebedarf verursacht. Gelingt es, einen Teil bereits vorhandener Wärme zurückzugewinnen, könnte der Energiebedarf reduziert und vorhandene Energie effizienter genutzt werden.

Projekt WoodShip: Mehr Holz im Schiffbau

Den Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit erhielt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt aus Stuttgart mit dem Projekt „WoodShip“.

Das Konzept untersucht, in welchen Bereichen von Schiffen künftig stärker regional verfügbares Holz eingesetzt werden könnte. Denkbar sind beispielsweise Sichtschutzelemente, Verkleidungen oder bestimmte Anwendungen im Bereich von Balkonen.

Dabei geht es nicht einfach darum, herkömmliche Materialien durch Holz zu ersetzen. Die Forscher beschäftigen sich mit der Kombination aus nachwachsenden Rohstoffen, Leichtbau, Brandschutz und standardisierten Bauteilen. Gerade die hohen Sicherheits- und Brandschutzanforderungen im Schiffbau machen entsprechende Lösungen technisch anspruchsvoll.

Sollte sich das Konzept bewähren, könnten nachwachsende Materialien künftig in ausgewählten Bereichen neuer oder modernisierter Schiffe eine größere Rolle spielen.

Digitale Navigation soll die Orientierung an Bord erleichtern

Besonders unmittelbar für Kreuzfahrtgäste erkennbar wäre die Idee der contagt GmbH aus Mannheim. Das Unternehmen gewann die Kategorie KI-Tools & Smarte Lösungen mit einer digitalen Indoor-Navigation.

Große Kreuzfahrtschiffe verfügen über zahlreiche Decks, Restaurants, Bars, Veranstaltungsbereiche und weitere Einrichtungen. Gerade auf Schiffen wie AIDAnova oder AIDAcosma kann die Orientierung zu Beginn einer Reise entsprechend anspruchsvoll sein.

Die Lösung von contagt soll Passagiere digital durch das Schiff führen. Vorgesehen sind unter anderem mehrsprachige Informationen, barrierefreie Wegeführungen und standortbezogene Hinweise. Perspektivisch könnte die Technik als White-Label-Lösung in bereits vorhandene digitale Angebote einer Reederei integriert werden.

Für AIDA wäre damit beispielsweise eine Einbindung in bestehende digitale Anwendungen denkbar. Ob und in welcher Form die Technologie tatsächlich auf AIDA Schiffen eingesetzt wird, steht allerdings noch nicht fest.

Werden die Gewinnerprojekte auf AIDA Schiffen eingesetzt?

Eine Einführung der drei ausgezeichneten Lösungen auf der gesamten AIDA Flotte ist bislang nicht beschlossen. Die Gewinner erhalten zunächst die Möglichkeit, ihre Konzepte gemeinsam mit AIDA Cruises weiterzuentwickeln.

Dabei kommen nach Angaben der Reederei sowohl Umsetzungsstudien als auch Pilotprojekte an Bord infrage. Erst in diesen weiteren Schritten dürfte sich zeigen, welche Lösungen sich technisch und wirtschaftlich für den praktischen Einsatz auf Kreuzfahrtschiffen eignen.

Mehr als 150 Ideen für die Zukunft der Kreuzfahrt

Für den AIDA Innovation Hub waren mehr als 150 Ideen eingereicht worden. Neun Projekte erreichten das Finale in Rostock. Die Teilnehmer kamen aus Rostock, Hamburg, Weimar, Stuttgart, Mannheim, München und Madrid.

Die Bandbreite der Konzepte reichte von Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft über neue Materialien und Schallminderung bis zu digitalen Analyse- und Orientierungssystemen. Weitere Ansätze beschäftigten sich mit der Vernetzung von Kreuzfahrtgästen, Reisezielen und lokalen Angeboten.

Über die drei Gewinner entschied eine fünfköpfige Fachjury aus Wissenschaft, Industrie und Kreuzfahrt. Zu den wesentlichen Bewertungskriterien gehörten Innovationsgrad, Umsetzbarkeit und die Bedeutung der Konzepte für die maritime Branche.

Was ist der AIDA Innovation Hub?

Der AIDA Innovation Hub ist Teil der Innovationsstrategie von AIDA Cruises. Das Format soll Start-ups, Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft zusammenbringen.

Ziel ist es, neue Technologien und Konzepte frühzeitig zu identifizieren und erfolgversprechende Lösungen von der ersten Idee bis zu möglichen praktischen Anwendungen zu begleiten.

Für AIDA eröffnet sich damit die Möglichkeit, Entwicklungen aus Forschung und Technologie frühzeitig auf ihre Eignung für den Kreuzfahrtbetrieb zu prüfen. Die drei Gewinnerprojekte des Jahres 2026 zeigen zugleich, in welchen Bereichen derzeit besonders intensiv nach neuen Lösungen gesucht wird: Energieeffizienz, nachhaltigere Materialien und digitale Angebote für Gäste.

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