Carnival Pride testet HullSkater-Roboter für sauberen Schiffsrump

Carnival Pride testet HullSkater-Roboter für sauberen Schiffsrump

Autor: Christopher Plau

4. August 2026 – Carnival Cruise Line testet auf der Carnival Pride eine neue Form der automatisierten Rumpfreinigung. Der sogenannte HullSkater von Jotun fährt ferngesteuert über den Schiffsrumpf und entfernt beginnenden Bewuchs unterhalb der Wasserlinie. Ein sauberer Rumpf erzeugt weniger Widerstand und kann dadurch den Energiebedarf des Schiffes senken.


Carnival Pride testet HullSkater-Roboter für sauberen Schiffsrump

Carnival Pride testet HullSkater-Roboter für sauberen Schiffsrump © Foto Carnival Cruise Line


Die Carnival Pride ist das erste Schiff der Carnival-Flotte, das die Hull Skating Solutions von Jotun einsetzt. Während des Pilotprojekts sammelt Carnival Betriebsdaten und prüft, wie zuverlässig sich die Technik in den laufenden Schiffsbetrieb integrieren lässt.

Das HullSkater-Pilotprojekt im Überblick

Pilotschiff Carnival Pride
Reederei Carnival Cruise Line
Technologie Jotun Hull Skating Solutions mit HullSkater
Aufgabe Kontrolle und vorbeugende Reinigung des Unterwasserrumpfs
Steuerung Ferngesteuerter Betrieb mit Kameras und Sensoren
Standort Der Roboter bleibt dauerhaft an Bord
Ziel Weniger Bewuchs, geringerer Wasserwiderstand und effizienterer Schiffsbetrieb
Projektstatus Pilotphase und Auswertung von Betriebsdaten

Was testet Carnival auf der Carnival Pride?

Carnival Cruise Line testet ein automatisiertes System, das den Unterwasserrumpf regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf reinigt. Der HullSkater befindet sich dauerhaft auf der Carnival Pride und kann von der Besatzung ins Wasser gelassen werden.

Nach dem Aussetzen bewegt sich das Gerät über die Außenhaut des Schiffes. Kameras und Sensoren erfassen den Zustand des Rumpfs. Erkennt das System beginnenden Bewuchs, reinigen speziell entwickelte Bürsten die betroffenen Flächen.

Der Roboter soll Algen, Schleim und andere Ablagerungen entfernen, bevor sich eine stärkere Bewuchsschicht bildet. Carnival wechselt damit von einer reaktiven zu einer vorbeugenden Rumpfpflege.

Wie funktioniert der HullSkater von Jotun?

Der HullSkater ist ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug für die Kontrolle und Reinigung von Schiffsrümpfen. Jotun kombiniert den Roboter mit einem abgestimmten Beschichtungssystem und einer digitalen Überwachung der Rumpfleistung.

Der Hersteller setzt nicht abrasive Bürsten ein. Sie sollen leichten Bewuchs entfernen, ohne die vorhandene Antifouling-Beschichtung zu beschädigen. Mehrere Kameras übertragen Bilder des Unterwasserrumpfs. Die dabei entstehenden Daten lassen sich speichern und für spätere Kontrollen vergleichen.

Das System benötigt keine Taucher. Spezialisierte Bediener können den HullSkater aus der Ferne steuern. Da die komplette Ausrüstung an Bord bleibt, kann das Schiff den Roboter im Hafen oder vor Anker einsetzen.

Warum erhöht Bewuchs den Energieverbrauch eines Schiffes?

Bewuchs macht die Oberfläche des Schiffsrumpfs rauer. Dadurch steigt die Reibung zwischen Wasser und Außenhaut. Das Schiff benötigt mehr Antriebsleistung, um seine Geschwindigkeit zu halten.

Carnival verweist auf Berechnungen, nach denen mariner Bewuchs den Leistungsbedarf des Antriebs um bis zu 25 oder 30 Prozent erhöhen kann. Gleichzeitig entfällt nach Angaben der Reederei rund 60 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Kreuzfahrtschiffs auf den Antrieb.

Diese Werte stellen keine bereits gemessene Einsparung der Carnival Pride dar. Sie verdeutlichen vielmehr, warum Reedereien einen sauberen Unterwasserrumpf als wichtigen Teil ihres Energiemanagements betrachten.

Was bedeutet Biofouling?

Als Biofouling bezeichnet die Schifffahrt die Ansammlung von Wasserorganismen auf dauerhaft oder zeitweise eingetauchten Oberflächen. Dazu gehören beispielsweise Schleimschichten, Algen, Muscheln und Seepocken.

Die Ablagerungen erhöhen nicht nur den Wasserwiderstand. Schiffe können anhaftende Organismen zudem in andere Meeresregionen transportieren. Dort können sich einzelne Arten ausbreiten und heimische Ökosysteme beeinträchtigen.

Die Internationale Maritime Organization empfiehlt deshalb ein systematisches Biofouling-Management. Dazu gehören geeignete Beschichtungen, regelmäßige Kontrollen sowie eine frühzeitige und kontrollierte Reinigung.

Welche Vorteile verspricht sich Carnival?

Carnival möchte vor allem herausfinden, ob der HullSkater den Rumpf während des normalen Schiffsbetriebs dauerhaft sauber halten kann. Eine häufigere Kontrolle soll verhindern, dass sich größere Ablagerungen bilden.

Ein erfolgreicher Einsatz könnte mehrere Vorteile verbinden:

  • weniger Reibungswiderstand während der Fahrt,
  • ein niedrigerer Energiebedarf des Antriebs,
  • ein geringerer Treibstoffverbrauch,
  • weniger verbrauchsbedingte Emissionen,
  • regelmäßige Bilder und Zustandsdaten des Rumpfs,
  • weniger aufwendige Reinigungsmaßnahmen bei starkem Bewuchs.

Ob und in welchem Umfang die Carnival Pride diese Vorteile erreicht, muss die Pilotphase zeigen. Carnival sammelt dazu Betriebsdaten und Erfahrungen aus dem praktischen Einsatz.

Warum ist die regelmäßige Reinigung besser als eine späte Grundreinigung?

Die vorbeugende Reinigung setzt ein, solange der Bewuchs noch dünn und leicht zu entfernen ist. Stärkere Ablagerungen haften fester und verlangen häufig deutlich intensivere Reinigungsverfahren.

Eine späte Unterwasserreinigung kann außerdem die Schutzbeschichtung des Rumpfs belasten. Gelöste Organismen, Farbreste und andere Stoffe dürfen nicht unkontrolliert ins Hafenwasser gelangen. Häfen und Staaten stellen deshalb unterschiedliche Anforderungen an Reinigungsarbeiten unter Wasser.

Der HullSkater verfolgt einen anderen Ansatz: Er soll den Rumpf häufig und schonend pflegen, statt lange Reinigungsintervalle mit umfangreichen Maßnahmen zu verbinden.

Was ist über die Carnival Pride bekannt?

Die Carnival Pride gehört zur Spirit-Klasse von Carnival Cruise Line. Das Schiff ist mit 88.500 BRZ vermessen und bietet Platz für rund 2.134 Gäste bei Doppelbelegung. Carnival nennt eine Besatzungsstärke von etwa 930 Personen.

Mit dem HullSkater übernimmt die Carnival Pride eine zusätzliche Rolle als technisches Erprobungsschiff. Sie ist das erste Schiff innerhalb der Carnival-Cruise-Line-Flotte, das diese Lösung im laufenden Betrieb testet.

Weitere Informationen zum Mutterkonzern findest du im Porträt der Carnival Corporation & plc.

Ist der HullSkater eine Lösung für nachhaltige Kreuzfahrten?

Die Rumpfreinigung allein macht ein Kreuzfahrtschiff nicht klimaneutral. Sie kann jedoch den Energiebedarf eines vorhandenen Schiffes reduzieren, ohne dass dafür ein neuer Antrieb oder ein umfangreicher Umbau notwendig ist.

Solche Effizienzmaßnahmen wirken besonders dann, wenn Reedereien sie mit weiteren Technologien verbinden. Dazu zählen ein angepasstes Geschwindigkeitsmanagement, moderne Beschichtungen, optimierte Routen, Landstrom, Abwärmenutzung und emissionsärmere Kraftstoffe.

Der HullSkater greift an einem grundlegenden physikalischen Faktor an: Je weniger Widerstand ein Schiff im Wasser erzeugt, desto weniger Leistung benötigt es für dieselbe Geschwindigkeit.

Mehr Hintergründe bietet der Beitrag Wie nachhaltig sind Kreuzfahrten wirklich?.

Wie geht es nach dem Pilotprojekt weiter?

Carnival hat bislang nicht angekündigt, wann die Testphase endet oder welche weiteren Schiffe die Technik erhalten könnten. Zunächst wertet das Unternehmen die auf der Carnival Pride gesammelten Daten aus.

Dabei dürfte Carnival unter anderem prüfen, wie häufig der Roboter zum Einsatz kommt, wie zuverlässig er unterschiedliche Rumpfbereiche erreicht und ob sich Veränderungen bei Rumpfwiderstand und Energiebedarf nachweisen lassen.

Erst nach dieser Auswertung lässt sich beurteilen, ob Carnival Cruise Line den HullSkater auf weitere Schiffe überträgt. Die Carnival Pride dient damit als praktischer Test für einen möglichen flottenweiten Einsatz.

Einordnung: Kleine Maßnahme mit möglicher Dauerwirkung

Der HullSkater wirkt weniger spektakulär als ein neuer Schiffsantrieb. Seine Stärke liegt jedoch im regelmäßigen Einsatz. Ein sauberer Rumpf verbessert die hydrodynamischen Eigenschaften während jeder Fahrt und kann damit fortlaufend Energie sparen.

Entscheidend bleibt, welche Ergebnisse Carnival während der Pilotphase erzielt. Bislang nennt die Reederei keine konkreten Verbrauchswerte der Carnival Pride. Aussagen über eine feste Treibstoff- oder CO₂-Einsparung wären deshalb verfrüht.

Das Projekt zeigt dennoch, dass Carnival neben neuen Schiffen auch die Effizienz der bestehenden Flotte verbessern möchte. Parallel entwickelt die Reederei mit der Carnival Destiny eine neue Schiffsgeneration und baut ihre Destinationen wie Celebration Key auf Grand Bahama weiter aus.

Fazit zum HullSkater auf der Carnival Pride

Die Carnival Pride testet mit dem HullSkater eine technisch interessante Lösung gegen Bewuchs am Schiffsrumpf. Der ferngesteuerte Roboter kontrolliert und reinigt die Außenhaut unter Wasser, bevor Algen und andere Organismen größere Ablagerungen bilden.

Ein sauberer Rumpf verringert den Wasserwiderstand und kann den Energiebedarf des Antriebs reduzieren. Wie groß dieser Effekt auf der Carnival Pride tatsächlich ausfällt, steht jedoch noch nicht fest. Carnival muss zunächst die Daten aus dem laufenden Pilotbetrieb auswerten.

Bewährt sich das System, könnte die Technologie auch für weitere Schiffe der Carnival-Flotte interessant werden. Gerade bei älteren und intensiv eingesetzten Kreuzfahrtschiffen bieten regelmäßige Rumpfkontrollen eine vergleichsweise schnell umsetzbare Möglichkeit, die betriebliche Effizienz zu verbessern.

Häufige Fragen zum HullSkater der Carnival Pride

Was ist der HullSkater?

Der HullSkater ist ein ferngesteuerter Unterwasserroboter des norwegischen Herstellers Jotun. Er kontrolliert den Schiffsrumpf mit Kameras und entfernt beginnenden Bewuchs mit speziellen Bürsten.

Welches Carnival-Schiff testet den HullSkater?

Die Carnival Pride ist das erste Schiff der Carnival-Cruise-Line-Flotte, das die Jotun Hull Skating Solutions im laufenden Betrieb testet.

Warum muss der Rumpf eines Kreuzfahrtschiffs gereinigt werden?

Algen, Schleim, Muscheln und andere Ablagerungen machen den Rumpf rauer. Dadurch steigt der Wasserwiderstand und das Schiff benötigt mehr Energie für den Antrieb.

Wie viel Treibstoff spart die Carnival Pride durch den HullSkater?

Carnival hat noch keine konkrete Einsparung veröffentlicht. Die Reederei sammelt während der Pilotphase Betriebsdaten und prüft erst anschließend, wie stark der HullSkater den Energiebedarf beeinflusst.

Benötigt der HullSkater Taucher?

Nein. Der Roboter wird ferngesteuert. Kameras und Sensoren ermöglichen die Kontrolle des Rumpfs, während Bediener das Gerät aus der Ferne steuern.

Kann Carnival den HullSkater auch auf anderen Schiffen einsetzen?

Grundsätzlich ist ein Einsatz auf weiteren Schiffen möglich. Carnival hat eine Ausweitung auf andere Flottenmitglieder bislang jedoch nicht bestätigt. Zunächst wertet das Unternehmen den Pilotbetrieb auf der Carnival Pride aus.