Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff m/v Hondius

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff m/v Hondius

Stand: 12. Mai 2026, 18:00 Uhr MEZ. An Bord des Expeditionsschiffes m/v Hondius von Oceanwide Expeditions ist es zu einer schweren medizinischen Lage gekommen. Das Schiff war am Sonntag, 10. Mai 2026, um 06:24 Uhr Ortszeit im Hafen von Granadilla auf Teneriffa eingelaufen. Nach der erfolgreichen Ausschiffung aller Gäste und einer begrenzten Anzahl von Besatzungsmitgliedern hat die m/v Hondius Granadilla am 11. Mai 2026 um 19:00 Uhr Ortszeit verlassen und befindet sich nun auf dem Weg nach Rotterdam in den Niederlanden. Im Zusammenhang mit der Reise werden mehrere schwere Erkrankungen, Todesfälle und bestätigte Hantavirus-Nachweise untersucht.

m/v Hondius Expeditionsschiff von Oceanwide Expeditions
Wichtig: Dieser Beitrag fasst den Stand der offiziellen Mitteilungen zusammen. Die Ursache der Erkrankungen, mögliche Übertragungswege und Zusammenhänge zwischen den Fällen werden weiter untersucht. Der Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.

Medizinische Lage an Bord der m/v Hondius

Auf der Reise der m/v Hondius hat sich seit April 2026 eine ernste medizinische Lage entwickelt, die Anfang Mai öffentlich und international koordiniert wurde. Nach den bisherigen offiziellen Angaben gab es während der Reise mehrere schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und bestätigte Hantavirus-Nachweise. Drei Menschen sind im Verlauf der Reise beziehungsweise nach einer Ausschiffung verstorben – ein älteres niederländisches Ehepaar sowie eine deutsche Staatsangehörige.

Nach Angaben der WHO wurden mit Stand 8. Mai 2026 insgesamt acht Fälle im Zusammenhang mit der Reise gemeldet. Sechs Fälle wurden laborbestätigt, zwei gelten als wahrscheinliche Fälle. Alle sechs laborbestätigten Fälle wurden als Andes-Virus identifiziert, eine Variante des Hantavirus. Unter den acht Fällen sind drei Todesfälle. Die WHO bewertet das Risiko für die allgemeine Weltbevölkerung weiterhin als niedrig, das Risiko für Passagiere und Besatzung an Bord des Schiffes jedoch als moderat.

Die Untersuchungen zur genauen Infektionsquelle, zum Verlauf der Ansteckungen und zu einem möglichen Zusammenhang zwischen den Fällen dauern an. Nach WHO-Angaben deutet die derzeitige Arbeitshypothese darauf hin, dass sich der erste Fall wahrscheinlich vor dem Einschiffen durch eine Umweltexposition in Argentinien infiziert haben könnte. Zugleich spricht die bisherige Datenlage laut WHO für anschließende Mensch-zu-Mensch-Übertragungen an Bord. Diese Bewertung steht unter dem Vorbehalt weiterer epidemiologischer und genetischer Untersuchungen.

Aktueller Stand: m/v Hondius weiter auf dem Weg nach Rotterdam

Laut Pressemitteilung von Oceanwide Expeditions vom 12. Mai 2026, 18:00 Uhr MEZ, verfolgt die Reederei weiterhin den Verlauf der Fahrt der m/v Hondius nach Rotterdam. An Bord befinden sich derzeit 27 Personen: 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Mitarbeiter, die vom RIVM bereitgestellt wurden.

Nach Angaben von Oceanwide Expeditions zeigt keine der an Bord befindlichen Personen Symptome im Zusammenhang mit dem Hantavirus. Die beiden medizinischen Mitarbeiter sollen die Situation während der restlichen Reise weiter überwachen.

Die m/v Hondius wird nach Angaben der Reederei voraussichtlich entweder am Sonntag, 17. Mai 2026, oder am Montag, 18. Mai 2026, in Rotterdam eintreffen. Bei der Ankunft soll die gesamte Besatzung von Bord gehen und die von den niederländischen Behörden und dem RIVM festgelegten Quarantäneverfahren einhalten.

Nach dem Aussteigen der Besatzung soll die m/v Hondius gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Die genauen Protokolle werden laut Oceanwide Expeditions derzeit in enger Abstimmung mit dem RIVM und dem GGD Rotterdam fertiggestellt.

Weitere Informationen zur Ankunft der m/v Hondius in Rotterdam sowie zum Anmeldeverfahren für Medienvertreter im Hafen von Rotterdam sollen in den kommenden Tagen bereitgestellt werden. Oceanwide Expeditions kündigte an, aktuelle Informationen auf der eigenen Presseseite zu veröffentlichen.

Die Ausschiffung aller Gäste und einer begrenzten Anzahl von Besatzungsmitgliedern in Granadilla auf Teneriffa war zuvor abgeschlossen worden. Insgesamt wurden nach Angaben von Oceanwide Expeditions 122 Personen in ihre Heimatländer beziehungsweise in die Niederlande zurückgebracht. Dabei handelte es sich um 87 Gäste und 35 Besatzungsmitglieder.

Der Transfer wurde nach Darstellung der Reederei von der WHO und internationalen Regierungen geleitet, überwacht und ermöglicht. Oceanwide dankte in der Mitteilung den lokalen Behörden auf den Kanarischen Inseln, der spanischen Regierung, den niederländischen Behörden und dem niederländischen Außenministerium für die Unterstützung.

Der Leichnam der deutschen Passagierin, die am 2. Mai 2026 an Bord verstorben ist, verbleibt nach früheren Angaben von Oceanwide Expeditions auf der m/v Hondius. Diese Person wird in der Gesamtzahl der an Bord befindlichen Personen nicht mitgezählt. Oceanwide Expeditions will sich mit den zuständigen Behörden abstimmen, um die Überführung nach der Ankunft in den Niederlanden sicherzustellen.

Das Gepäck aller Gäste verbleibt weiterhin an Bord der m/v Hondius. Oceanwide Expeditions steht nach eigenen Angaben mit allen Gästen in direktem Kontakt, auch bezüglich der Rückgabe des Gepäcks nach der Ankunft der m/v Hondius in Rotterdam.

Alle verbleibenden Besatzungsmitglieder an Bord sollen sich an die von den niederländischen Behörden festgelegten medizinischen Untersuchungs- und Quarantäneauflagen halten. Oceanwide Expeditions steht außerdem mit dem RIVM und der WHO in Kontakt, um zu klären, ob für künftige Expeditionen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind.

Die drei Personen, die am 6. Mai 2026 mit Sanitätsflugzeugen von der m/v Hondius in die Niederlande gebracht wurden, befinden sich beziehungsweise befanden sich nach den jüngsten WHO-Angaben unter medizinischer Beobachtung. Die WHO meldete mit Stand 8. Mai vier hospitalisierte Patienten: einen in Johannesburg, zwei in den Niederlanden und einen in Zürich. Eine zuvor als Verdachtsfall geführte Person wurde nach negativen PCR- und Serologietests auf Andes-Virus nicht mehr als Fall eingestuft.

Oceanwide Expeditions veröffentlichte zudem weitere Angaben zu Personen, die bereits vor der „Atlantic Odyssey“-Reise auf der m/v Hondius gereist waren. Von den 114 Gästen, die am 1. April 2026 in Ushuaia an Bord gingen, waren drei Gäste bereits vom 20. März bis 31. März 2026 auf der vorherigen Reise Ushuaia–Antarktis–Ushuaia an Bord gewesen. Dabei handelte es sich nach Angaben der Reederei um einen griechischen und zwei niederländische Staatsangehörige. Bei allen drei Personen seien keine Symptome aufgetreten.

Die Reise war die „Atlantic Odyssey“, die am 1. April 2026 in Ushuaia, Argentinien, startete und planmäßig am 4. Mai 2026 in Praia, Kap Verde, enden sollte. Gäste konnten die Reise in unterschiedlichen Varianten buchen: entweder bis St. Helena oder weiter bis Kap Verde.

Nach den aktualisierten Angaben von Oceanwide Expeditions befanden sich bei der Abfahrt aus Ushuaia am 1. April 2026 insgesamt 114 Gäste und 61 Besatzungsmitglieder an Bord. Am 15. April 2026 stiegen in Tristan da Cunha sechs weitere Gäste zu. Auf St. Helena gingen am 24. April 2026 insgesamt 32 Gäste von Bord; diese Zahl wurde von zuvor gemeldeten 30 angepasst. Sie umfasst auch den niederländischen Gast, der am 11. April an Bord verstorben war, sowie den niederländischen Staatsangehörigen, der den Leichnam begleitete und am 26. April während der Rückreise verstarb.

Nach der medizinischen Evakuierung über Ascension am 27. April verließen zwei weitere Gäste das Schiff. Am 2. Mai 2026 verstarb ein weiterer Gast an Bord. Am 6. Mai 2026 wurden drei Personen – ein niederländischer und ein deutscher Passagier sowie ein britisches Besatzungsmitglied – mit Sanitätsflugzeugen von der m/v Hondius in die Niederlande gebracht. Am selben Tag gingen vier medizinische Mitarbeiter an Bord des Schiffes.

Die enge Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Behörden, darunter WHO, RIVM, zuständige Botschaften und das niederländische Außenministerium, wird fortgesetzt.

Stellungnahme zur Borddurchsage vom 12. April 2026

Oceanwide Expeditions veröffentlichte am 7. Mai 2026 zusätzlich eine Stellungnahme zu einem im Umlauf befindlichen Video, das am 12. April 2026 aufgenommen wurde. Das Video zeigt nach Angaben der Reederei eine Borddurchsage an Gäste und Besatzung über den Tod einer Person an Bord am 11. April 2026.

Oceanwide Expeditions betont in der Stellungnahme, dass zum Zeitpunkt des ersten Todesfalls am 11. April 2026 die Todesursache unbekannt gewesen sei. Nach Angaben der Reederei habe es zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise auf ein Virus oder eine Ansteckung an Bord der m/v Hondius gegeben. Dies sei vom Schiffsarzt festgestellt und am 12. April vom Kapitän persönlich an Passagiere und Besatzung kommuniziert worden.

Nach einer medizinischen Untersuchung sei zunächst von einem Einzelfall ausgegangen worden. Oceanwide Expeditions erklärt, dass bei der Information der Gäste und der Besatzung die vorgeschriebenen Verfahren eingehalten worden seien. Auch Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften sowie maritime Standards zur ordnungsgemäßen Abwicklung und Meldung eines Todesfalls auf See seien befolgt worden.

Nach der medizinischen Evakuierung eines erkrankten Gastes am 27. April 2026 forderte das medizinische Team des Schiffes Tests an, um mögliche gemeinsame Krankheitserreger festzustellen. Oceanwide Expeditions leitete nach eigenen Angaben an diesem Tag den sogenannten SHIELD-Reaktionsplan ein. Am 4. Mai 2026 wurde bestätigt, dass bei der am 27. April evakuierten Person, die in einem Krankenhaus in Südafrika behandelt wird, Hantavirus vorliegt. Dies war laut Oceanwide der erste bestätigte Fall.

Als Reaktion darauf verschärfte Oceanwide Expeditions nach eigenen Angaben das Notfallprotokoll, forderte Gäste auf, Isolationsmaßnahmen und Hygienevorschriften einzuhalten, und weitete die medizinische Überwachung aus. Inzwischen sind zusätzliche medizinische Fachkräfte an Bord gekommen.

Chronologie der Hantavirus-Lage auf der m/v Hondius

Datum Entwicklung
1. April 2026 Die m/v Hondius startet nach WHO-Angaben in Ushuaia, Argentinien, zu einer Route über den Südatlantik. Nach Angaben von Oceanwide Expeditions gehen 114 Gäste und 61 Besatzungsmitglieder an Bord.
4. bis 7. April 2026 Die m/v Hondius befindet sich im Bereich Südgeorgien.
11. April 2026 Ein niederländischer Passagier verstirbt an Bord. Die Todesursache kann an Bord nicht festgestellt werden. Nach Angaben von Oceanwide Expeditions gibt es zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise auf ein Virus oder eine Ansteckung an Bord.
12. April 2026 Der Kapitän informiert Passagiere und Besatzung nach Angaben von Oceanwide persönlich über den Todesfall vom 11. April. Zu einer entsprechenden Borddurchsage kursiert später ein Video, zu dem Oceanwide am 7. Mai eine Stellungnahme veröffentlicht.
13. bis 16. April 2026 Die m/v Hondius befindet sich im Bereich Tristan da Cunha, Inaccessible Island und Nightingale Island. Nach Angaben von Oceanwide Expeditions steigt ein Besatzungsmitglied aus und sechs Gäste steigen zu. Die Zahl an Bord steigt dadurch auf 120 Gäste und 60 Besatzungsmitglieder.
17. April 2026 Die m/v Hondius befindet sich im Bereich Gough Island.
21. bis 24. April 2026 Die m/v Hondius erreicht St. Helena. Nach aktualisierten Angaben von Oceanwide Expeditions gehen dort 32 Gäste von Bord. Diese Zahl umfasst auch den niederländischen Staatsangehörigen, der am 11. April verstorben war, sowie den niederländischen Staatsangehörigen, der den Leichnam begleitete und später am 26. April während der Rückreise verstarb.
26. April 2026 Der Zustand der Ehefrau des zuvor verstorbenen Gastes verschlechtert sich während der Heimreise und sie verstirbt. Bei ihr wird das Andes-Virus, eine Variante des Hantavirus, nachgewiesen.
27. April 2026 Zwei Gäste werden über Ascension medizinisch evakuiert, darunter ein britischer und ein amerikanischer Staatsangehöriger. Ein britischer Passagier befindet sich später in Johannesburg in Südafrika auf der Intensivstation in kritisch stabilem Zustand. Bei ihm wird Hantavirus nachgewiesen. Nach Angaben von Oceanwide fordert das medizinische Team Tests an, um mögliche gemeinsame Krankheitserreger festzustellen; die Reederei leitet ihren SHIELD-Reaktionsplan ein.
2. Mai 2026 Ein weiterer Passagier, eine deutsche Staatsangehörige, verstirbt an Bord. Die Todesursache ist nach Angaben von Oceanwide noch nicht abschließend geklärt.
4. Mai 2026 Oceanwide bestätigt über die WHO zwei Hantavirus-Nachweise. Zwei Besatzungsmitglieder britischer und niederländischer Staatsangehörigkeit weisen akute Atemwegsbeschwerden auf und benötigen dringend medizinische Versorgung. Laut Oceanwide wird am 4. Mai der erste bestätigte Hantavirus-Fall gemeldet.
5. Mai 2026 Oceanwide kündigt eine medizinische Evakuierung an. Als mögliche Weiterfahrt werden Las Palmas auf Gran Canaria oder Teneriffa genannt.
6. Mai 2026, 11:00 Uhr MEZ Pressemitteilung: Transfer für den Vormittag Ortszeit Kap Verde geplant. Zwei Infektiologen aus den Niederlanden sind auf Anraten des RIVM auf dem Weg zum Schiff.
6. Mai 2026, 14:45 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Alle drei Personen wurden erfolgreich von Bord gebracht. Spanien erlaubt die Einfahrt in die Kanarischen Inseln. Das BAG bestätigt einen weiteren Hantavirus-Fall in der Schweiz, der im Universitätsspital Zürich behandelt wird.
6. Mai 2026, 22:45 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Das erste Sanitätsflugzeug mit zwei der drei transferierten Personen ist in den Niederlanden gelandet. Das zweite Sanitätsflugzeug mit der dritten Person hat zu diesem Zeitpunkt Verspätung; diese Person befindet sich weiterhin in stabilem Zustand. Die m/v Hondius hat Kap Verde um 19:15 Uhr MEZ verlassen und nimmt Kurs nach Norden in Richtung Kanarische Inseln. Die Überfahrt soll nach aktuellem Plan drei bis vier Tage dauern. Drei weitere medizinische Fachkräfte sind an Bord gegangen.
7. Mai 2026, 11:30 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Auch das zweite Sanitätsflugzeug ist in den Niederlanden gelandet. Alle drei von Bord gebrachten Personen befinden sich nun in der Obhut von medizinischem Fachpersonal. Die m/v Hondius ist auf dem Weg zum Hafen von Granadilla auf Teneriffa. An Bord befinden sich laut Reederei keine Personen mit Symptomen. Die Abstimmungen zu Quarantäne- und Screening-Verfahren laufen weiter.
7. Mai 2026, 13:30 Uhr MEZ Oceanwide veröffentlicht eine Stellungnahme zu einem im Umlauf befindlichen Video der Borddurchsage vom 12. April 2026. Die Reederei erklärt, dass zum Zeitpunkt des ersten Todesfalls am 11. April keine Hinweise auf ein Virus oder eine Ansteckung an Bord vorgelegen hätten. Nach der Evakuierung eines erkrankten Gastes am 27. April seien Tests angefordert und der SHIELD-Reaktionsplan eingeleitet worden.
7. Mai 2026, 17:15 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Die m/v Hondius ist weiterhin unterwegs zum Hafen von Granadilla auf Teneriffa. Die vorläufige Ankunft wird für die frühen Morgenstunden des Sonntags, 10. Mai 2026, erwartet. An Bord befinden sich weiterhin keine Personen mit Symptomen. Das medizinische Personal bleibt während der Fahrt unter Leitung und Anleitung des RIVM, der WHO und der niederländischen Regierung an Bord.
8. Mai 2026, 19:00 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Die m/v Hondius wird nach Anweisung der zuständigen Behörden weiterhin voraussichtlich in den frühen Morgenstunden des 10. Mai 2026 im Hafen von Granadilla auf Teneriffa erwartet. An Bord befinden sich weiterhin keine Personen mit Symptomen. Die Lage an Bord sei ruhig. Oceanwide veröffentlicht außerdem weitere Details zur „Atlantic Odyssey“-Route, zu Ein- und Ausschiffungen sowie zu Gäste- und Besatzungszahlen.
9. Mai 2026, 13:30 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Die drei am 6. Mai mit Sanitätsflugzeugen in die Niederlande gebrachten Personen befinden sich weiterhin in medizinischer Obhut und Beobachtung. An Bord der m/v Hondius befinden sich weiterhin keine Personen mit Symptomen, die medizinische Überwachung durch vier medizinische Mitarbeiter wird fortgesetzt. Die Ankunft in Granadilla auf Teneriffa wird weiter vorläufig für die frühen Morgenstunden des 10. Mai erwartet. Es wird erwartet, dass alle Gäste und eine begrenzte Zahl von Besatzungsmitgliedern in Granadilla von Bord gehen. Danach sollen unter Anleitung der WHO, des RIVM und der niederländischen Behörden Vorkehrungen für die Weiterfahrt der m/v Hondius in die Niederlande getroffen werden.
9. Mai 2026, 23:00 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Die m/v Hondius soll am 10. Mai 2026 um 05:30 Uhr Ortszeit im Hafen von Granadilla auf Teneriffa eintreffen. Die Ausschiffung aller Gäste und einer begrenzten Anzahl von Besatzungsmitgliedern soll ab etwa 08:00 Uhr Ortszeit in kontrollierten Gruppen beginnen. Gäste sollen direkt zu zugewiesenen Flugzeugen gebracht und in ihre jeweiligen Länder transportiert werden, wo sie nach Vorgaben der nationalen Behörden in Quarantäne gehen. Für nicht-spanische Staatsangehörige ist keine Quarantäne in Spanien vorgesehen. Nach Ausschiffung und Bunkern in Santa Cruz soll die m/v Hondius mit verbleibender Besatzung nach Rotterdam weiterfahren; die voraussichtliche Fahrzeit beträgt etwa fünf Tage.
10. Mai 2026, 12:40 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Die m/v Hondius ist um 06:24 Uhr Ortszeit im Hafen von Granadilla auf Teneriffa eingelaufen. Unter Leitung lokaler Behörden, der WHO und ausgewählter internationaler Regierungen läuft die Ausschiffung aller Gäste und einer begrenzten Anzahl von Besatzungsmitgliedern. Nach der Ausschiffung werden alle Personen unverzüglich zu den bereitstehenden Flugzeugen gebracht. Nach Abschluss der Ausschiffung soll die m/v Hondius in Santa Cruz bunkern und anschließend mit verbleibender Besatzung nach Rotterdam weiterfahren.
11. Mai 2026, 21:30 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Die Ausschiffung in Granadilla ist abgeschlossen. Insgesamt wurden 122 Personen in ihre Heimatländer beziehungsweise in die Niederlande zurückgebracht, darunter 87 Gäste und 35 Besatzungsmitglieder. Die m/v Hondius hat Granadilla um 19:00 Uhr Ortszeit verlassen und ist auf dem Weg nach Rotterdam. Die Fahrt soll voraussichtlich sechs Tage dauern; als vorläufiges Ankunftsdatum wird der Abend des 17. Mai 2026 genannt. An Bord befinden sich 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Fachkräfte des RIVM. Die m/v Hondius soll bei Ankunft in Rotterdam desinfiziert werden.
12. Mai 2026, 18:00 Uhr MEZ Oceanwide bestätigt: Die m/v Hondius befindet sich weiterhin auf dem Weg nach Rotterdam. An Bord sind 27 Personen, darunter 25 Besatzungsmitglieder und zwei vom RIVM bereitgestellte medizinische Mitarbeiter. Bei keiner dieser Personen treten Symptome im Zusammenhang mit dem Hantavirus auf. Die Ankunft in Rotterdam wird voraussichtlich am Sonntag, 17. Mai, oder Montag, 18. Mai 2026, erwartet. Nach der Ankunft soll die gesamte Besatzung von Bord gehen und die von den niederländischen Behörden und dem RIVM festgelegten Quarantäneverfahren befolgen. Anschließend soll die m/v Hondius gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Was ist ein Hantavirus?

Hantaviren sind Viren, die natürlicherweise vor allem bei Nagetieren vorkommen. Menschen können sich meist durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere anstecken, etwa durch aufgewirbelten Staub, der mit Urin, Kot oder Speichel kontaminiert ist. Je nach Virustyp kann eine Hantavirus-Erkrankung sehr unterschiedlich verlaufen – von milden Beschwerden bis hin zu schweren Lungen- oder Nierenerkrankungen.

Im Fall der m/v Hondius wurde das Andes-Virus identifiziert. In Südamerika kann dieses Virus ein schweres Herz-Lungen-Syndrom auslösen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei Hantaviren ungewöhnlich, wurde aber für das Andes-Virus bei engem und längerem Kontakt beschrieben. Ob dies im Fall der m/v Hondius eine Rolle spielt, wird weiter untersucht.

Wie wird Hantavirus übertragen?

Die typische Übertragung erfolgt nicht über Kreuzfahrtschiffe als solche, sondern über Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen. Hantaviren sind in Argentinien endemisch. Nach WHO-Angaben wird im aktuellen Fall geprüft, ob und in welchem Umfang es zu Mensch-zu-Mensch-Übertragungen gekommen sein könnte. Gleichzeitig geht die WHO derzeit von einem niedrigen Risiko für die allgemeine Weltbevölkerung aus.

Für Reisende ist deshalb wichtig: Aus dem Vorfall lässt sich nicht ableiten, dass Kreuzfahrten allgemein ein erhöhtes Hantavirus-Risiko darstellen. Entscheidend sind die konkrete Exposition, mögliche Kontakte, die Route, Aufenthalte in Risikogebieten und die medizinische Abklärung im Einzelfall.

Welche Symptome können bei Hantavirus auftreten?

Hantavirus-Erkrankungen können zunächst unspezifisch beginnen. Möglich sind unter anderem Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Husten oder Atemnot. Bei schweren Verläufen kann sich der Zustand rasch verschlechtern. Die WHO beschreibt für den aktuellen Cluster unter anderem Fieber, gastrointestinale Symptome, Lungenentzündung, akutes Atemnotsyndrom und Schock.

Hinweis für Reisende: Wer nach einer Reise mit möglicher Exposition Fieber, Atemnot, starke Krankheitszeichen oder ungewöhnliche Beschwerden entwickelt, sollte medizinischen Rat einholen und die Reisehistorie ausdrücklich erwähnen.

Bedeutung für Kreuzfahrtgäste und Expeditionsreisen

Der Fall der m/v Hondius zeigt, wie komplex medizinische Notfälle auf Expeditionsreisen sein können. Routen in abgelegene Regionen, internationale Zuständigkeiten, unterschiedliche Hafenbehörden, notwendige Evakuierungen und medizinische Screenings müssen koordiniert werden. Im aktuellen Fall sind unter anderem Behörden aus Kap Verde, den Niederlanden, Spanien, der Schweiz, Südafrika und dem Vereinigten Königreich sowie die WHO eingebunden.

Für Kreuzfahrtgäste bedeutet das nicht, dass klassische Kreuzfahrten grundsätzlich problematisch sind. Expeditionsreisen folgen jedoch oft besonderen Routen, führen in abgelegene Gebiete und verlangen deshalb ein besonders hohes Maß an medizinischer Vorbereitung, Notfallplanung und transparenter Kommunikation.

Häufige Fragen zum Hantavirus-Fall auf der m/v Hondius

Ist die m/v Hondius ein Kreuzfahrtschiff?

Die m/v Hondius ist ein Expeditionsschiff von Oceanwide Expeditions. Solche Schiffe werden für Expeditionskreuzfahrten in entlegene Regionen eingesetzt, unter anderem in Polar- und Südatlantikgebiete.

Wie viele Hantavirus-Fälle gibt es auf der m/v Hondius?

Nach Angaben der WHO wurden mit Stand 8. Mai 2026 insgesamt acht Fälle im Zusammenhang mit der Reise gemeldet. Sechs Fälle wurden laborbestätigt, zwei gelten als wahrscheinliche Fälle. Alle sechs laborbestätigten Fälle wurden als Andes-Virus identifiziert.

Gab es Todesfälle an Bord der m/v Hondius?

Ja. Im Zusammenhang mit der Reise wurden drei Todesfälle gemeldet – ein niederländisches Ehepaar sowie eine deutsche Staatsangehörige. Nicht bei allen Todesfällen ist nach den offiziellen Mitteilungen abschließend geklärt, ob sie ursächlich mit dem Hantavirus zusammenhängen.

Kann Hantavirus von Mensch zu Mensch übertragen werden?

Bei den meisten Hantaviren gilt eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung nicht als typisch. Für das Andes-Virus wurde eine begrenzte Übertragung bei engem und längerem Kontakt beschrieben. Im Fall der m/v Hondius geht die WHO aufgrund der bisherigen Datenlage von möglichen anschließenden Mensch-zu-Mensch-Übertragungen an Bord aus. Weitere Untersuchungen laufen.

Wo befindet sich die m/v Hondius aktuell?

Nach Angaben von Oceanwide Expeditions vom 12. Mai 2026, 18:00 Uhr MEZ, befindet sich die m/v Hondius weiterhin auf dem Weg nach Rotterdam. Die Ankunft wird voraussichtlich am Sonntag, 17. Mai, oder Montag, 18. Mai 2026, erwartet.

Wer befindet sich aktuell noch an Bord der m/v Hondius?

Nach Angaben von Oceanwide Expeditions befinden sich derzeit 27 Personen an Bord: 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Mitarbeiter, die vom RIVM bereitgestellt wurden. Bei keiner dieser Personen treten Symptome im Zusammenhang mit dem Hantavirus auf.

Was passiert nach der Ankunft in Rotterdam?

Bei der Ankunft in Rotterdam soll die gesamte Besatzung von Bord gehen und die von den niederländischen Behörden und dem RIVM festgelegten Quarantäneverfahren befolgen. Anschließend soll die m/v Hondius gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Die genauen Protokolle werden laut Oceanwide Expeditions in Abstimmung mit dem RIVM und dem GGD Rotterdam fertiggestellt.

Was ist in Granadilla passiert?

In Granadilla wurden alle Gäste und eine begrenzte Anzahl von Besatzungsmitgliedern von Bord gebracht. Insgesamt wurden 122 Personen in ihre Heimatländer beziehungsweise in die Niederlande zurückgebracht. Dabei handelte es sich um 87 Gäste und 35 Besatzungsmitglieder.

Was passiert mit dem Gepäck der Gäste?

Das Gepäck aller Gäste verbleibt nach Angaben von Oceanwide Expeditions weiterhin an Bord der m/v Hondius. Die Reederei steht nach eigener Darstellung mit allen Gästen in Kontakt, auch bezüglich der Rückgabe des Gepäcks nach der Ankunft der m/v Hondius in Rotterdam.

Was sagt Oceanwide zu dem Video der Borddurchsage vom 12. April?

Oceanwide Expeditions erklärte am 7. Mai 2026, dass das Video eine Durchsage zum Todesfall vom 11. April 2026 zeige. Nach Angaben der Reederei war die Todesursache zu diesem Zeitpunkt unbekannt. Es habe damals keine Hinweise auf ein Virus oder eine Ansteckung an Bord gegeben. Nach der medizinischen Evakuierung eines erkrankten Gastes am 27. April wurden Tests angefordert und der SHIELD-Reaktionsplan eingeleitet.

Wie viele Gäste waren an Bord der m/v Hondius?

Nach aktualisierten Angaben von Oceanwide Expeditions befanden sich bei der Abfahrt aus Ushuaia am 1. April 2026 insgesamt 114 Gäste und 61 Besatzungsmitglieder an Bord. Am 15. April 2026 stiegen in Tristan da Cunha sechs weitere Gäste zu. Auf St. Helena gingen am 24. April 2026 insgesamt 32 Gäste von Bord; diese Zahl wurde von zuvor gemeldeten 30 angepasst.

Einordnung: Vorsicht vor Spekulationen

Zum jetzigen Zeitpunkt sind mehrere Fragen offen: die genaue Infektionsquelle, mögliche Übertragungswege an Bord und der Zusammenhang einzelner Todesfälle mit dem bestätigten Hantavirus-Nachweis. Offiziell bestätigt ist eine schwere medizinische Lage im Zusammenhang mit der Reise der m/v Hondius, bestätigt sind Hantavirus-Nachweise beim Andes-Virus bei einzelnen Personen, und bestätigt ist die laufende internationale Koordination der medizinischen Maßnahmen.

Die Stellungnahme von Oceanwide Expeditions zur Borddurchsage vom 12. April 2026 ergänzt die Chronologie um einen wichtigen Punkt: Nach Darstellung der Reederei lagen zum Zeitpunkt des ersten Todesfalls keine Hinweise auf ein Virus oder eine Ansteckung an Bord vor. Der erste bestätigte Hantavirus-Fall wurde laut Oceanwide erst am 4. Mai 2026 gemeldet.

Die Mitteilung vom 12. Mai 2026, 18:00 Uhr MEZ, präzisiert die aktuelle Lage auf der Überfahrt nach Rotterdam: Die m/v Hondius ist weiterhin unterwegs, an Bord befinden sich 27 Personen, davon zwei medizinische Mitarbeiter des RIVM. Bei keiner der Personen an Bord treten Symptome im Zusammenhang mit dem Hantavirus auf. Die Ankunft in Rotterdam wird für den 17. oder 18. Mai 2026 erwartet.

Weitere Details sollen nach Angaben von Oceanwide Expeditions veröffentlicht werden, sobald sie geprüft und bestätigt sind.

Quellen und weiterführende Informationen

Aktuelle Position m/v Hondius