Meyer Werft: MSC sichert sich Kapazitäten für bis zu sechs neue Kreuzfahrtschiffe

Meyer Werft: MSC sichert sich Kapazitäten für bis zu sechs neue Kreuzfahrtschiffe


15. Dezember 2025 – Die Meyer Werft hat den erwarteten Großauftrag von MSC Cruises in trockene Tücher gebracht – zumindest vorläufig: Beide Seiten haben eine Absichtserklärung für den Bau von vier bis sechs Kreuzfahrtschiffen unterzeichnet. Das Auftragsvolumen liegt laut Bundeswirtschaftsministerium bei bis zu zehn Milliarden Euro.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sprach von einem Signal für den maritimen Standort Deutschland und sieht die Auslastung der Werft „bis weit ins nächste Jahrzehnt“ gesichert. Aus Landespolitik und Branche kommt ebenfalls Rückenwind: Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies nannte die Vereinbarung ein starkes Signal für die Region Papenburg und die maritime Zulieferkette.

Meyerr Werft - Ausdocken der Ovation of the Seas

Meyerr Werft - Ausdocken der Ovation of the Seas


Nach Angaben aus dem Umfeld der Unterzeichner geht es nicht nur um die Neubauten selbst, sondern auch um zusätzliche Optionen: Neben den fest avisierten Schiffen wurden zwei weitere Optionen kommuniziert, verbunden mit einer neuen Schiffsklasse (New Frontier). Diese Einheiten sollen Platz für rund 5.400 Passagiere bieten und – sofern die Optionen gezogen werden – ab 2030 in einem jährlichen Rhythmus ausgeliefert werden.

Der Deal ist auch industriepolitisch brisant: Bund und Land Niedersachsen waren Ende 2024 als Gesellschafter mit je rund 40 Prozent bei der Werft eingestiegen, flankiert von 400 Millionen Euro Eigenkapital sowie einem durch die öffentliche Hand abgesicherten Kreditrahmen von 2,6 Milliarden Euro. Ziel bleibt die wirtschaftliche Stabilisierung bis 2028 – und perspektivisch die Reprivatisierung. Die IG Metall begrüßte den Auftrag, verbindet damit jedoch klare Erwartungen an die Beschäftigungssicherung in Papenburg.

Einordnung zur Kreuzfahrt-Praxis-News vom 13.12.2025: Bereits am Samstag hatten wir über übereinstimmende Berichte zu vier MSC-Neubauten und eine für Montag angekündigte Vorstellung in Berlin berichtet – damals noch ohne offizielle Bestätigung und mit offenem Preisschild. Mit der nun unterzeichneten Absichtserklärung wird aus der Spekulation ein belastbarer Rahmen, der allerdings erst in den kommenden Schritten in verbindliche Verträge überführt werden muss. Parallel bleibt der angekündigte Führungswechsel relevant: André Walter soll zum 1. Juli 2026 die Geschäftsführung übernehmen; Bernd Eikens übergibt die Leitung planmäßig.