Brilliance of the Seas - Hinter den Kulissen


Kreuzfahrtschiffe sind komplexe Systeme. Nur wenigen Gästen der großen, internationalen Veranstalter ist es vergönnt, einen Blick hinter die Außenfassade ihres Schiffes zu werfen. Royal Caribbean bietet solches als All Access Tour-Paket zum Preis von 150 US$ an. Das ist eine Menge Geld. Als Gegenleistung wird ein etwa vierstündiger Streifzug durch die Bereiche Brücke, Maschinenleitstand, Küche und Backstagebereich des Theaters geboten.

Auch wir durften – nach vorheriger Abstimmung mit Royal Caribbean Deutschland und dem HQ Miami – im kleinen Kreis einen Blick hinter die Kulissen werfen. Besucht wurden:

Die Kommandobrücke

Die Brücken aller großen Schiffe ähneln sich. Die Ausmaße sind mächtig. In der Mitte der Brücke liegt die eigentliche Kommandozentrale. Mittels zweier unspektakulärer, mit Computertechnik vollgestopften Arbeitsplätzen wird das Schiff geführt. Signifikant sind vor allem die Monitore im Blickfeld der Verantwortlichen. Mindestens einer der beiden Plätze ist ständig mit einem Schiffsoffizier besetzt. In kritischen Situationen wird an beiden Plätzen gearbeitet. – Zwei Außensteuerstände mit ähnlicher technischer Ausstattung werden bei An- und Auslaufmanövern genutzt. Sie bieten nach vorn, zur Seite und nach unten beste Sichtbedingungen.

Hinter diesen Kommandoständen befindet sich der zweite Brückenbereich. In diesem sehr geräumigen Arbeitsbereich wird mit dem Kartenmaterial hantiert, wird der Kapitänsblog für das Bord-TV aufgezeichnet oder schlichtweg Verwaltungsarbeit erledigt.
Übrigens, unser Besuch des Brückenbereichs wurde ständig von zwei Security-Mitarbeitern der Brilliance überwacht. Nach den Vorstellungen der Reedereien sind Schiffsgäste offenbar eine gefährliche Spezies.

Steuerstand der Brilliance of the Seas

 

Die Galley

Auf der Brilliance of the Seas wird, sofern wir richtig gezählt haben, in sieben Küchen Essen zubereitet. Beinahe noch interessanter als der Besuch auf der Brücke war ein Blick in den riesigen Küchenbereich des Hauptrestaurants. Auf zwei Ebenen (Deck 4 und 5) werden die Speisen und Backwaren für das Minstrel Hauptrestaurant und für das Windjammer SB-Buffetrestaurant zubereitet. In dieser Küche arbeiten 107 Arbeitskräfte. Eine separate Küche wird für die Crew auf Deck 3 unterhalten.

Bei Küchenbesichtigungen darf von den Gästen aus Hygienegründen nur der den „Waitern“ zugängliche Bereich betreten werden. Ein Blick in die Kühlräume ist nicht gestattet. - Auf Deck 4 fällt der Blick des Besuchers zuerst auf die an beiden Schiffsseiten im Eintrittsbereich platzierten riesigen Geschirrwaschautomaten.

Danach folgt jener Bereich, in denen die diversen „Starters“ vorbereitet werden. Gewaltig von den Ausmaßen sind die Brat- und Kochstationen sowie die Kühlanlagen in der Küchenzone. Hier lagern u. a. die vorbereiteten, kunstvollen Obstschnitzereien, die die Gäste an den Buffets erfreuen. Die Kunst des Obstschnitzens und des Ice-Carvings praktizieren an Bord der Brilliance die indischen Köche.

Zubereitung der VorspeisenBratstationen

Beeindruckend sind auch die Rühr- und Knetwerke, die zu passieren waren. Weniger Raum nehmen die Arbeitsplätze der Soßenköche ein. Ihnen folgen die der Dessertzubereitung vorbehaltenen Plätze und die Getränkestationen, von denen die Kellner die Getränke holen.
Eine Küchenmitarbeiterin ist den lieben lang Tag mit dem Schneiden und Zubereiten von Wurst und Schinken beschäftigt. Der Bereich Kabinenservice beschäftigt zur Organisation der Bestellungen zwei Mitarbeiterinnen. Backwaren werden auf Deck 5 hergestellt.


Sehr ernst genommen wird dem Anschein nach die Zubereitung der gluten- und laktosefreien Speisen. Zu erfahren war auch, dass nach der Vor- und Zubereitung sämtlicher Speisen, diese vom Küchenchef einer Geschmacksprobe unterzogen werden, bevor sie zur Ausgabe freigegeben werden.

BäckereiKaltmamsell

Die Bühne

Ausstattung und Technik des dreistöckigen Bordtheaters wären sicherlich die Freude eines jeden Theaterintendanten einer beliebigen deutschen Mittelstadt. Bühnentechnik, Licht- und Tontechnik sind von hohem Niveau. Teile des Bühnenbodens lassen sich absenken. Auch ein Schnürboden ist vorhanden.

Zur Hardware gehört die passende Software. Mit dieser sind die Sänger, Tänzer und das vielseitige, gut eingestellte Bordorchester gemeint. Letzteres kann bei Bedarf um weitere Bordmusiker der Bereiche Unterhaltungsmusik und Klassik verstärkt werden. Das Niveau der gebotenen Aufführungen entspricht auch höheren Erwartungen.