Autor: Karl W. P. Beyer

Akaba (Aqaba), Jordaniens einziger Seehafen, liegt am Golf von Akaba, dem nordöstlichen Seitenarm des Roten Meers. Die Stadt grenzt an das benachbarte israelische Eilat, und auch Ägypten und Saudi Arabien liegen in unmittelbarer Nähe. Zur Landseite bilden karstige, zerklüftete Felsen eine natürliche Grenze. Sie sind auf vormalige vulkanische Aktivitäten zurückzuführen.

Blick auf Akaba Außenbezirk von Akaba - Dahinter Felsen

Die Ursprünge der Stadt gehen zurück bis in die Zeit von 4.000 v. Chr. In Akaba trafen nach Afrika, Asien und Europa führende Verkehrswege zusammen, und seit ewigen Zeiten ist Akaba auch eine Hafenstadt. Die Region musste im Laufe der Zeit - angefangen bei den Edomitern und endend als britisches Mandatsgebiet - eine Vielzahl von Besatzungsmächten erdulden. Was die Briten anbelangt, spielte dabei auch ein britischer Leutnant, der sich „Lawrence von Arabien“ nannte, eine Schlüsselrolle. Er leitete bei dem von der britischen Regierung unterstützten Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich mehrere Himmelfahrtskommandos.

Akaba - Blick auf die Liegeplätze der Kreuzfahrtschiffe

Akaba - Blick auf die Liegeplätze der Kreuzfahrtschiffe


Akaba ist heute eine bedeutende Hafenstadt, von der vor allem Phosphatdünger exportiert wird. Regelmäßig laufen auch Kreuzfahrtschiffe den in Zentrumsnähe gelegenen Hafen an. Außerdem besitzt die Stadt einen schwach frequentierten internationalen Flughafen, der in der Saison von europäischen Charterfluggesellschaften angeflogen wird. Besonders europäische Urlauber zieht es in der Zeit zwischen Herbst und Frühjahr an das Rote Meer. Dessen lange Strände, erstklassige Hotels und Tauchbasen wecken vor allem das Interesse von Wassersportlern.

Akaba - Verladung von Phosphatdünger Hafenzone mit Blick auf Akaba Akaba - Blick auf die Hotelzone

Zur Förderung der regionalen wirtschaftlichen Belange wurde im Jahr 2000 eine Freihandelszone eingerichtet. Sie soll einen Strukturwandel in der Region bewirken. Und tatsächlich schreitet die Modernisierung der Stadt schnell voran. Touristikfachleute und Stadtplaner möchten Akaba über die Freihandelszone hinaus zu einer arabischen Version von Miami Beach entwickeln; zumindest die klimatischen Bedingungen beider Regionen sind ähnlich. Um mit Miami gleichzuziehen, sollte mittels des Megaprojekts Marsa Zayed das alte Hafenviertel der Stadt in ein 3,2 Millionen Quadratmeter umschließendes Luxusareal mit Kreuzfahrthafen umgewandelt werden. An alles wurde gedacht: Apartmenthäuser, ein Clubhaus, eine 2.000 Gläubige fassende Moschee, Villen usw. Der erste Bauabschnitt sollte bereits 2016 abgeschlossen sein. Es kam jedoch anders: Außer dem Ausweis großflächiger Baugebiete und der Errichtung weitläufiger Bauzäune ist diese Vision noch nicht vorangekommen.

Akaba - Sitz der Freihandelszonen-BehördeAkaba - Sitz der Freihandelszonen-Behörde


In Akabas Hotelzone, dort sind die namhaftesten internationalen Hotelgruppen vertreten, entsteht unterstützt von den Vereinigten Arabischen Emiraten ein gewaltiger Wohnkomplex. Auch dessen Realisierung bereitete zwischendurch Probleme. Immerhin gehen die Arbeiten voran. In der Nähe der Hotelzone plant ein italienisches Konsortium zudem weitere gigantische Investitionen.

Akaba - Moevenpick Hotel Akaba - Hotelzone - Saraya Projekt

Akaba selbst mangelt es an Sehenswertem. Stattdessen ist die nach neuesten Informationen 185.000 Einwohner zählende Stadt ein Ausgangspunkt für Entdeckertouren. In 60 Kilometer Entfernung liegt das weltberühmte Wadi Rum.

Akaba - Felsformation im Wadi RumAkaba - Felsformation im Wadi Rum


Weiter ist es nach Petra, der legendären, aus Felsen gehauenen Stadt. Die wurde im Jahr 2007 in die Gruppe der Sieben Weltwunder der Neuzeit aufgenommen. Was Gäste von Kreuzfahrtschiffen in Akaba sehen können, lesen Sie unter Akaba – Sehenswürdigkeiten.