Rundfahrt durch Akaba


Im Verlauf unserer mit der Azamara Quest von Dubai/VAE nach Athen führenden Kreuzfahrt sieht die Routenplanung einen Zwischenstopp in Akaba / Jordanien vor. Die Liegezeit dauert von 13:00 Uhr des Ankunftstages bis 21:00 Uhr des Folgetages. Der Aufenthalt bietet den Schiffsgästen am ersten Tag ausreichend Zeit für den AzAmazing Evening im Wadi Rum und am Folgetag für Ausflüge in die 2½ Stunden Fahrtzeit entfernte Weltkulturerbe-Stadt Petra oder ans Tote Meer.

Jeeptour im Wadi Rum Felsenstadt Petra - Urnengrab

Am Nachmittag des ersten Tages nehmen wir den Shuttlebus in das Zentrum von Akaba. Die Distanz beträgt maximal drei Kilometer; den Passagieren wird ein kostenloser Bustransfer angeboten. Wir möchten uns ein wenig mit der Stadt vertraut machen, die wir am nächsten Tag erkunden wollen. Am späten Nachmittag und am Abend steht das AzAmazing Event, der von Azamara Club Cruises für alle Gäste organisierte Ausflug zu den Zalabia-Beduinen im Wadi Rum, auf der Tagesordnung.

Akaba - Straßenzug im Zentrum Akaba - Stadtansicht Akaba - König-Hussein-Straße

Trotz der vermutlich sechstausend Jahre zurückreichenden Geschichte der Region Akaba bietet die Stadt Besuchern nur wenig Sehenswertes. Akaba lebt neben der Hafenwirtschaft hauptsächlich vom Fremdenverkehr. Bevorzugte touristische Ziele sind die bereits erwähnte Felsenstadt Petra, das Wadi Rum und das Tote Meer. Wassersportler genießen das ganze Jahr über Strände, Sonne und ausgezeichnete Tauchgründe.

Akaba - Hafen Akaba - Hafen - Verladung von Phosphatdünger Akaba - Strand am Fischereihafen

Wir kennen Petra, das Wadi Rum und das Tote Meer von früheren Aufenthalten in Jordanien. Akaba kennen wir dagegen noch nicht. Das holen wir am zweiten Liegetag nach. Wir nehmen eine der grünen Taxen und stimmen mit dem Englisch sprechenden Fahrer die Route ab. Der orientiert sich vorwiegend an der Fahrtstrecke des Sightseeing-Busses, hält, wo es uns gefällt und zeigt uns auch jene verschwiegenen Ecken, die der Bus nicht besucht.

Akaba - Taxen, verlässliche Verkehrsmittel Akaba - Taxen, verlässliche Verkehrsmittel


Die Fahrt beginnt am Haltepunkt des vom Hafen kommenden Shuttlebusses. Dort warten die Taxen. Als Erstes werden die am Platz der Großen Arabischen Revolte gelegenen Reste der Festung von Akaba besucht. Vermutlich haben Kreuzfahrer im 13. Jahrhundert die erste Festung errichtet. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Verteidigungsanlage unter der Herrschaft des Mamluken-Sultans Qansur al-Ghuri ausgebaut. Eine zusätzliche Erweiterung erfuhr der Bau während der darauffolgenden Besatzung durch die Ottomanen. Die Festung wurde später von ägyptischen Pilgern auf dem Weg nach Mekka als Karawanserei (Khan) genutzt.

Akaba Fort - Torhaus Akaba Fort - Mauer Akaba Fort

Unterhalb der Festung liegt das Akaba Museum. Es nutzt das ehemalige Haus des Al-Sharif Hussein bin Ali, des Urgroßvaters des regierenden Königs Abdullah II. In den Räumen werden Fundstücke der umliegenden archäologischen Plätze ausgestellt.

Akaba - Das Haus von Sharif Hussein bin Ali Akaba - Das Haus von Sharif Hussein bin Ali - Innenhof

Vor dem Akaba Museums steht in Meeresnähe Akabas Flaggenmast. Mit 130 Metern Höhe ist er einer der höchsten der Welt (2016: Rang 6). Er trägt eine riesige jordanische Flagge, die an den Aufstand der Araber gegenüber den Ottomanen während des Ersten Weltkriegs erinnert. Bei der Konstruktion des Mastes wurde darauf Wert gelegt, dass er auch von den drei benachbarten Ländern Ägypten, Israel und Saudi Arabien gut sichtbar ist. 

Akaba - Die Bucht von Akaba mit dem Fahnenmast Akaba - Die jordanische Fahne

Oberhalb des Hafens wird erneut gehalten. Der Standort bietet einen vorzüglichen Blick über den Seehafen, den kleinen Fischereihafen und den Fahnenmast. Außerdem sind die an den Golf von Akaba angrenzenden Stadtteile mit der Hotelzone und das gegenüberliegende israelische Eilat gut zu sehen.

Akaba - Blick auf den Hafen Blick auf die Bucht von Akaba

Blick auf Akaba Akaba - Blick auf Eilat/Israel

Danach folgt das Taxi der Mekka-Straße. An der Sheikh Zayed Moschee wird ein kurzer Fotostopp eingelegt. Die neu erbaute Moschee liegt im Schutz der Gebirgskette und wird abends und bei Nacht effektvoll beleuchtet. 

Akaba - Sheik Zayed Moschee Akaba - Sheik Zayed Moschee

Hinter der Moschee beginnt eine uneinheitliche Bebauung. Der Fahrer biegt in eine Seitenstraße ab, der Haltepunkt ist so gewählt, dass wir in ein Tal des Küstengebirges mit schrundigen Felsen und einigen Viehställen von Beduinen hinunterblicken können.

Außenbezirk von Akaba Akaba - Tal mit Viehställen

Mehr sehen wir beim Blick auf den Golf und die Stadt Akaba. Im Hintergrund liegt Eilat, die südlichste israelische Hafenstadt; deren Stadtbild von einer bemerkenswerten Anzahl von Hochhäusern geprägt wird. Ein weites Niemandsland trennt Israel von Jordanien.

Akaba - Im Hintergrund Eilat/IsraelAkaba - Im Hintergrund Eilat/Israel


Unser Fahrer nimmt nun Kurs auf den King Hussein International Airport. Ihn erreicht man über eine vierspurige, mit Palmen gesäumte Schnellstraße. Außer einem Militärkrankenhaus und einem Verwaltungsgebäude, der Fahrer spricht von der Stadtregierung, wir lesen Special Economical Zone Authority, tut sich neben uns eine weitgehend unbebaute, wüstenähnliche Fläche auf.

Akaba - Schnellstraße zum Flughafen Akaba Akaba - Verwaltungsgebäude

Der Versuch, bis zur israelischen Grenze zu fahren, schlägt leider fehl. Infolge des Fehlens unserer Pässe, sie liegen sicher im Safe der Azamara Quest, werden wir am jordanischen Grenzübergang von schwer bewaffneten Posten an der Weiterfahrt gehindert.

Akaba ist bemüht, das „Miami der Arabischen Halbinsel“ zu werden. Die klimatischen Bedingungen sind dafür nicht so schlecht, schließlich trennen nur vier Breitengrade die beiden Regionen voneinander. Allerdings ist das Megaprojekt Marsa Zayed, das vorsah, Akabas altes Hafenviertel in ein 3,2 Millionen Quadratmeter großes Luxusareal mit Kreuzfahrthafen umzuwandeln, noch nicht weit gediehen. Die Planung sieht vor: Apartmenthäuser, ein Clubhaus, eine 2.000 Gläubige fassende Moschee, Villen usw. Der erste Bauabschnitt sollte bereits 2016 abgeschlossen sein. Es kam jedoch anders: Außer der Errichtung weitläufiger Bauzäune und der Räumung großflächiger Baugebiete ist diese Vision noch nicht vorangekommen.

Anders sieht es mit dem Saraya-Projekt aus. Im Anschluss an Akabas Hotelzone wird trotz zwischenzeitlicher Finanznot mit Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate ein gewaltiger Wohn-, Hotel- und Geschäftskomplex entwickelt. Im Übrigen plant auch ein italienisches Konsortium nahe der Hotelzone zusätzliche Investitionen von erheblichem Umfang.

Akaba - Blick auf die Hotelzone Akaba - Hotelzone - Saraya-Projekt

In der Blütezeit Roms war das damals Ayla genannte Akaba ein bedeutender Hafen außerhalb des Mittelmeerraums. Und auch in den Erzählungen aus Tausendundeine Nacht wird Ayla wiederholt genannt. Die Stadt wurde ursprünglich innerhalb eines 170 x 145 Meter messenden, befestigten Geländes angelegt. Die Stadtmauern waren 2,60 Meter dick und 4,50 Meter hoch. Die kärglichen Überreste Aylas können auf einem frei zugänglichen Gelände nahe der Hotelzone besichtigt werden. Archäologische Fundstücke werden im Museum von Akaba und im Jordanischen Archäologischen Museum in Amman ausgestellt.

Akaba - Ruinen von Ayla Akaba - Ruinen von Ayla

Nach zwei Stunden endet die Rundfahrt. Inklusive eines angemessenen Trinkgelds zahlen wir 35 Euro. Ein abschließender Rundgang führt uns durch das arabische Geschäftszentrum nahe der Sportboot-Marina.

Außerdem sehen wir den nach der zweiten Tochter des jordanischen Königspaars benannten Princess Salma Park; eine ansprechende, mit Bäumen und Büschen bestandene Gartenanlage, die unter der allgegenwärtigen Trockenheit leidet. Besucher Jordaniens sollten allerdings auch nicht die gepflegten Kurparks deutscher Staatsbäder erwarten.

Akaba - Princess Salma Park Akaba - Princess Salma Park

Die an der vom Zentrum zum Kreuzfahrtschiff führenden König-Hussein-Straße gelegene Al-Sharif Al-Hussein bin Ali-Moschee wirkt von außen respektabel. Besichtigen werden wir sie nicht. Wir mutmaßen, dass sie Nicht-Muslimen nicht zugänglich ist.

Akaba - König-Hussein-Straße Akaba - Al-Sharif Al-Hussein bin Ali-Moschee

Rechts und links des Fahnenmastes finden sich einfache Stadtstrände mit Wassersportangeboten. Unser Schiff liegt in Sichtweite. Da es nichts Weiteres von Interesse mehr zu sehen gibt, schlendern wir zurück ins Zentrum und nehmen den Shuttle-Bus zurück zum Schiff.

Akaba - Stadtstrand und dahinter das Kreuzfahrt-Terminal

Akaba - Stadtstrand und dahinter das Kreuzfahrt-Terminal


Fazit:

Akaba ist ein besonders geeigneter Ausgangsort für Fahrten ins Wadi Rum und in die Felsenstadt Petra. Ansonsten dürfen mit Kreuzfahrtschiffen anreisende Tagesbesucher, nicht allzu viel Sehenswertes erwarten.