Autor: Karl W. P. Beyer

Im Juni 2012 besuchen wir Amsterdam, die Hauptstadt der Niederlande. Für uns ist es das zweite Mal, dass wir mit einem Kreuzfahrtschiff am modernen Kreuzfahrtterminal von Amsterdam anlegen. Als Erstes werden wir eine Grachtenfahrt unternehmen, die wir bei unserem vorherigen Besuch nicht mehr absolvieren konnten. Im Anschluss daran werden wir einfach durch Amsterdam schlendern.

Amsterdams Kreuzfahrtterminal

Amsterdams Kreuzfahrtterminal


Zur Grachtenfahrt starten wir von der Centraal Station, dem mächtigen, rot geklinkerten Hauptbahnhof. Vom Cruise Terminal gehen wir etwa 15 Minuten zum Bahnhof. Eine Option wären die Straßenbahnen der Linie 26. Sie halten in Sichtweite des Terminals und danach erst wieder an der Centraal Station.

Amsterdams Hauptbahnhof

Amsterdams Hauptbahnhof


Ihr gegenüber liegt „Smits Koffiehuis“. In dem weißen Gebäude sind das Restaurant, die niederländische Fremdenverkehrszentrale und ein Kartenverkauf für Grachtentouren untergebracht. Dort buchen wir unsere Grachtentour. Um einem kräftigen Regenschauer zu entgehen und um uns zu stärken, starten wir zuerst mit einem frühen Lunch im Café. Danach gehen wir gestärkt und trockenen Fußes zum Anleger an der Prins Hendrikkade und besteigen das Grachtenboot.

Touristeninformation am Bahnhof

Touristeninformation am Bahnhof


Amsterdams Grachten – UNESCO Weltkulturerbe

Amsterdams Grachten stehen auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Innerhalb einer Stunde werden den Touristen die wesentlichen Grachten präsentiert. Bevor es in die Grachten hineingeht, fährt das Boot eine kurze Zeit auf dem IJ in Richtung Muziekgebouw aan’t IJ, dem kulturellen Treffpunkt vor dem Cruise Terminal Amsterdam. Kurz davor geht es im rechten Winkel in die Grachten hinein. Auf der linken Seite steht das NEMO, eines der vielen Museen Amsterdams. Das grüne, wie ein Schiffsrumpf vom Stararchitekten Renzo Piano gestaltete Gebäude beherbergt wissenschaftliche und technische Einrichtungen, die vor allem Kinder zwischen sechs bis sechzehn Jahren zur Teilhabe an Experimenten einladen. Und hinter dem NEMO liegt das Scheepvartmuseum, Amsterdams beispielloses Marinemuseum.

Blick auf das Kreuzfahrtterminal NEMO Museum Scheepvartmuseum Die Royal Barge des Scheepvartmuseum

 

Sobald wir die erste Gracht erreicht haben, wird es beschaulicher: Wir sehen Hausboote mit Pflanzenschmuck und bezaubernde Brückendurchsichten. Wir kommen nicht umhin, die drei wichtigsten Grachten Amsterdams, allen voran die Herengracht, mit ihren imposanten Gebäuden zu bewundern. Informationen in verschiedenen Sprachen begleiten die Fahrt. Eine Grachtenfahrt bietet definitiv lohnende Ausblicke.

Gracht mit Hausbooten Gracht am Kloveniersburgwal Singelgracht Herengracht

 

Rundgang durch Amsterdams altes Zentrum

Nach dem Verlassen des Grachtenboots erkunden wir das alte Zentrum Amsterdams. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt die St. Nicolaaskerk, an der Prins Hendrikkade.

Sie ist die bedeutendste katholische Kirche der Stadt. Die Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Der Baustil ist eine Mischung aus Neobarock und Neorenaissance. Die Fassade nehmen zwei Türme und ein Rosettenfenster ein. Sie ist dem Heiligen Nikolaus, dem Patron der Stadt, gewidmet.

St. Niclaaskerk

St. Niclaaskerk


Auf unserem Rundgang folgen wir keinem festen Plan. Wir sehen Grachten, Brücken, Schleusen, Hausboote, mit Pflanzen geschmückte Gassen, Cafés und Coffeeshops. Highlights sind der Nieuwmarkt mit der Waag und die Oude Kerk am Oudekerksplein. Die liegt sinnigerweise in Amsterdams ausgedehntem Rotlichtviertel.

Eines von vielen Hausbooten Die Walter Sueskindbrug De Waag Oude Kerk

 

Ein guter Platz um nach so vielen Eindrücken ein wenig zu verschnaufen, ist das neben dem nh Doelen Hotel gelegene und bekannte Café de Jaren in der Nieuwe Doelenstraat 20. Es ist der Klassiker unter Amsterdams Cafés. Innen modern und edel, im Außenbereich auf der neben der Gracht verlaufenden Terrasse gemütlich und urban. Innen liegen internationale Zeitungen aus. Wir genießen die guten Getränke und die freundlichen Servicekräfte.

Café de Jaren

Café de Jaren


Noch mehr Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist der schwimmende Blumenmarkt am Singel. Er ist leider geschlossen, als wir dort endlich ankommen. Doch ihn sahen wir bereits Jahre zuvor. Wir blicken von einer Brücke auf die Herengracht und die angrenzenden herrschaftlichen Häuser. Selbst die Preise am Parkticketautomaten sind bemerkenswert. Euro 5,00 / uur lesen wir dort voller Staunen. Wir schreiben das Jahr 2012! Wie mag es sechs Jahre später im Jahr 2018 aussehen? Egal, es wundert nicht, dass zur Zahlung der Parkgebühren gängige Kreditkarten eingesetzt werden dürfen. Zwischendurch ein Hausgiebel, der die Jahreszahl AD 1665 trägt.

Pferdekutsche im Zentrum

Pferdekutsche im Zentrum


Dann wären da noch die Straßen Singel und Spui. Sehenswert ist auch der gemütlich wirkende Amsterdamse Academische Club an der Anschrift Grimburgwal und Oudezijds Achterburgwal als Anhängsel der Amsterdamer Universität. Leider ist er nur Mitgliedern und deren Gästen vorbehalten.

Der Amsterdamse Academische Club

Der Amsterdamse Academische Club


Es folgen das Königliche Palais am Dam, das gegenüberliegende National Monument, das Hotel Krasnapolsky und das Luxuskaufhaus De Bijenkorf. Wären wir an Wachsfiguren interessiert, könnten wir auch der Amsterdamer Dependance von Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett einen Besuch abstatten.

Der Königliche Palast Das National Monument Der Dam mit dem Bijenkorf Madame Tussaud

 

Das Fazit unseres Rundgangs

Für jeden Geschmack ist auf unserem Rundgang etwas dabei. Kein Wunder, Amsterdam ist eine der weltoffensten Städte, die wir kennen. Bei unserem nächsten Aufenthalt besuchen wir den Museumplein mit dem weltberühmten Rijksmuseum, dem Stedelijk Museum und dem Van Gogh Museum.

(Update Oktober 2018)