Autor: Karl W. P. Beyer

Amsterdam – Mehr als nur einen Besuch wert

In Amsterdam kann der Reisende an einem Tag allerhand erleben. Unser letzter Besuch in Amsterdam im September 2008 endete mit einem schweren Unfall des Autors. Die fest eingeplante Grachtenrundfahrt musste unterbleiben.

Im Juni 2012 rief Costa Crociere Reisebüro-Expedienten zu einer Besichtigung der Costa Deliziosa nach Amsterdam, und wir durften uns der Gruppe anschließen. Es macht bei einem solchen Angebot viel Sinn, am Vortag anzureisen, das Hotel aufzusuchen und danach ins Amsterdamer Leben einzutauchen. Hinzu kam, dass wir ja noch eine Grachtenfahrt nachzuholen hatten.

Kreuzfahrtterminal Amsterdam mit Costa Deliziosa

Kreuzfahrtterminal Amsterdam mit Costa Deliziosa

Die Schiffsbesichtigung war für uns kurzfristig angesetzt worden. Deshalb reisten wir mit dem Auto an. Diejenigen, die ihre Termine länger vorausplanen können, sind aus unserer Sicht gut beraten, mit der Bahn anzureisen. Wir erachten den Verkehr in Amsterdam zwar als unkritisch, die Parkprobleme in der Stadt mit 30 bis 40 Euro Parkgebühren für einen Tag gefallen uns jedoch nicht.

Botel - Witzige Alternative zu den Hotels in Amsterdam

Botel - Witzige Alternative zu den Hotels in Amsterdam


Wir starten mit einer Grachtenfahrt

Von wo der Gast zur Grachtenfahrt startet, hängt von der Lage des gebuchten Hotels ab. Wir können die Fahrt in der Nähe der Centraal Station aufnehmen. Unter Centraal Station versteht der Amsterdamer den mächtigen, rot geklinkerten Hauptbahnhof. Im Übrigen haben wir uns für den halben Tag nichts Aufregendes vorgenommen. Wir wollen uns jenseits von Kultur und Unterhaltung bewegen. Einfach nur Schlendern, Beobachten und Entspannen. Mit dem Schiff Angereiste gehen vom Cruise Terminal ein paar Minuten zur Centraal Station und starten ebenfalls von dort aus ihre Grachtenfahrt.

Centraal Station - Amsterdams Hauptbahnhof

Centraal Station - Amsterdams Hauptbahnhof


Dem Bahnhof gegenüber liegt Smits Koffiehuis. In dem weißen Gebäude sind das Restaurant, die niederländische Fremdenverkehrszentrale und ein Kartenverkauf für Grachtentouren untergebracht. Dort buchen wir unsere Grachtentour. Wir entscheiden uns für Holland International Rondvaart, jene Gesellschaft, deren Boote das TUI-Logo tragen. Für die einstündige Grachtenfahrt sind 14 Euro pro Person zu zahlen.

Tourist Office und Kaffeehaus am Hauptbahnhof

Tourist Office und Kaffeehaus am Hauptbahnhof


Um einem ordentlichen Regenschauer auszuweichen und um uns zu stärken, starten wir mit einem kleinen Lunch in Smits Koffiehuis. Gestärkt gehen wir danach zum Anleger an der Prins Hendrikkade und besteigen das Grachtenboot.

Die Grachtenboote

Die Grachtenboote


Amsterdams Grachten stehen auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Innerhalb einer Stunde wird dem Touristen das Wesentliche der Amsterdamer Grachten präsentiert. Bevor es in die Grachten hineingeht, fährt das Boot eine kurze Zeit auf dem IJ in Richtung Muziekgebouw aan’t Ij, dem kulturellen Treffpunkt vor dem Cruise Terminal Amsterdam.

Kreuzfahrtterminal und Muziekgebouw aan’t Ij

Kreuzfahrtterminal und Muziekgebouw aan’t Ij


Kurz davor geht es im rechten Winkel in die Grachten hinein. Auf der linken Seite steht das NEMO, eines der vielen Museen Amsterdams. Das grüne, wie ein Schiffsrumpf vom Stararchitekten Renzo Piano gestaltete Gebäude beherbergt wissenschaftliche und technische Einrichtungen, die vor allem Kinder zwischen sechs bis sechzehn Jahren zur Teilhabe an Experimenten einladen.

NEMO

 

NEMO


Danach wird die Prins Hendrikkade unterquert. Von da an wird es gemütlicher; Hausboote mit Pflanzenschmuck, bezaubernde Brückendurchsichten, die drei wichtigsten Grachten Amsterdams, vor allem die Herengracht mit ihren imposanten Gebäuden, gefallen dem Touristen. Viele Informationen in verschiedenen Sprachen begleiten die Fahrt. Insgesamt eine lohnende Angelegenheit und gut investiertes Geld.

Grachtenfahrt
Grachtenfahrt


Rundgang durch Amsterdams altes Zentrum

Nach dem Verlassen des Boots erkunden wir das alte Zentrum Amsterdams. Zu den sehenswerten Objekten zählt die St. Nicolaaskerk, an der Prins Hendrikkade 73.

Nicolaaskerk

Nicolaaskerk


Sie ist die bedeutendste katholische Kirche der Stadt. Die Kirche wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Neobarockem und Neorenaissance Stil errichtet. Die Fassade nehmen zwei Türme mit einem Rosettenfenster dazwischen ein. Sie ist dem Heiligen Nikolaus, der zugleich Patron der Stadt Amsterdam ist, gewidmet.

Unser Rundgang führt uns zu Grachten, Brücken, Schleusen, Hausbooten, mit Pflanzen geschmückten Gassen, Cafés und Coffeeshops. Highlights sind der Nieuwmarkt mit der Waag und die Zuiderkerk.

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De Waag am Nieuwmarkt

De Waag am Nieuwmarkt


Ein guter Platz um nach so vielen Eindrücken ein wenig zu verschnaufen, ist das neben dem nh Doelen Hotel gelegene, hochgelobte Café de Jaren in der Nieuwe Doelenstraat 20-22. Es ist der Klassiker unter Amsterdams Cafés. Innen modern und edel, draußen auf der neben der Gracht verlaufenden Terrasse gemütlich und urban. Innen liegen die wichtigsten internationalen Zeitungen aus. Eine gute Karte, gute Getränke und freundliche Servicekräfte erfreuen die Gäste.


Café de Jaren

Café de Jaren
 

 

Noch mehr Sehenswertes

Sehenswert ist der schwimmende Blumenmarkt. Er ist leider geschlossen, als wir dort endlich ankommen. Doch ihn sahen wir bereits Jahre zuvor.

Bloemenmarkt am Singel

Bloemenmarkt am Singel


Wir blicken von einer Brücke auf die Herengracht und die angrenzenden herrschaftlichen Häuser. Selbst die Preise am Parkticketautomaten sind bemerkenswert. Euro 5,00 / uur lesen wir dort voller Staunen. Es wundert nicht, dass zur Zahlung der Parkgebühren gängige Kreditkarten eingesetzt werden dürfen. Zwischendurch ein Hausgiebel, der die Jahreszahl AD 1665 trägt. Dann wären da noch die Straßen Singel und Spui. Sehenswert ist auch der gemütlich wirkende Amsterdamse Academische Club an der Anschrift Grimburgwal und Oudezijds Achterburgwal als Anhängsel der Amsterdamer Universität. Leider ist er nur Mitgliedern und deren Gästen vorbehalten.

Der Amsterdamse Academische Club

Der Amsterdamse Academische Club


Das Königliche Palais am Dam, das gegenüber liegende National-Monument, das berühmte Hotel Krasnapolsky und Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Nicht weit entfernt der Rotlicht-Distrikt Amsterdams.

Kneipenszene im Rotlichtviertel am Zeedijk

Kneipenszene im Rotlichtviertel am Zeedijk


Das Fazit unseres Rundgangs

Für jeden Geschmack ist auf unserem Rundgang etwas dabei. Apropos Geschmack: Es ist Zeit für das Abendessen im Grand Café Mynt in der Niewendijk. Wir werden nicht enttäuscht.

Der Königliche Palast

Der Königliche Palast


 (Update März 2018)