Ein Tag in Amsterdam

Ein Tag in Amsterdam


Amsterdam ist eine interessante und weltoffene Stadt. Alle Ziele von Interesse sind vom modernen Kreuzfahrt-Terminal bequem zu Fuß zu erreichen, oder man nutzt eine der gut getakteten Straßenbahnen. Ganz gleich, für was man sich entscheidet, bei entsprechender Vorbereitung ist eine Stadtführung überflüssig.

Amsterdams Kreuzfahrtterminal

Amsterdams Kreuzfahrtterminal


Der Dam – eine der Hauptattraktionen Amsterdams

Nach dem Verlassen des Cruise-Terminals passieren wir die Liegeplätze der Fluss-Kreuzfahrtschiffe, bevor wir Amsterdams Hauptbahnhof erreichen. Er ist ein sehenswertes Gebäude. Anderen Orts sehen so die Königsschlösser aus.

Von der Centraal Station führt die Straße Damrak in Richtung des Dam. Er ist der Zentralplatz der Hauptstadt. Vom Damrak zweigen Straßen in das daneben liegende Szeneviertel ab. Pannekoeken, leckere Brodjes, Coffeeshops oder Grolsch-Bier, all das ist für Geld zu haben.

Am Damrak

Am Damrak


Am Damrak liegt die Beurs van Berlage, die alte Börse. Das repräsentative Handelshaus wird heute als Konferenzzentrum genutzt. Nach kurzer Zeit ist der Dam erreicht. Den Platz prägen der Königliche Palast, die Nieuwe Kerk und das Nationalmonument. Sehenswert sind außerdem das Grand Hotel Krasnapolsky, das Amsterdam Diamond Center sowie das noble Kaufhaus de Bijenkorf.

Amsterdams Königlicher Palast

Amsterdams Königlicher Palast


Der Königliche Palast ist zur Besichtigung freigegeben. Wegen Zeitmangels verzichten wir auf einen Rundgang in dem weitläufigen Bau. Stattdessen besuchen wir die im Jahr 1408 geweihte Nieuwe Kerk. Der monumentale Bau ist seit 1814 die Krönungskirche aller niederländischer Monarchen. In der Gegenwart dient das Gebäude Ausstellungszwecken und Konzerten. Der riesige Innenraum, mächtige Buntglasfenster und verschwenderische Schnitzereien lassen die alte Pracht der ehemaligen Kirche noch erahnen.

Was hat es mit dem Nationalmonument in Sichtweite des Schlosses auf sich? Das aus einem Obelisken und einer Mauer bestehende Monument gilt als Symbol für Freiheit und Frieden. Es wurde zur Erinnerung an die Opfer der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs errichtet. Der Obelisk hat 22 Meter Höhe. In das Mahnmal sind Skulpturen integriert. Sie symbolisieren den Krieg, den Frieden und den Widerstand.

Das Nationaal Monument

Das Nationaal Monument


Zwischen dem Königlichen Schloss und der Nieuwe Kerk gibt eine Straßenlücke den Blick frei auf das am Nieuwezijds Voorburgwal liegende Einkaufszentrum Magna Plaza. Das ehemalige Hauptpostamt vereinigt gotische und romanische Stilelemente. Seit 1992 wird es als Einkaufszentrum genutzt.

Einkaufszentrum Magna Plaza

Einkaufszentrum Magna Plaza


Amsterdams Historisches Museum und der Beginenhof

Wir verlassen den Dam und folgen der Kalverstraat bis wir Amsterdams Historisches Museum erreichen. Es repräsentiert 700 Jahre der niederländischen Geschichte. Vom friedlichen Innenhof des Museums gehen wir hinüber zum Beginenhof. Die gepflegte Wohnanlage ist ein Kleinod im Zentrum der Stadt. Der Beginenhof wurde von 1346 an als Wohnort alleinstehender, gläubiger Frauen errichtet. Die Frauen, die nicht als Nonnen leben wollten, übernahmen die Armen- und Krankenpflege. An den Beginenhof schließt die kleine Englische Reformierte Kirche an. Das Gotteshaus ist keinesfalls spektakulär; einen Blick ist die Kirche jedoch wert.

Die Englisch Reformierte Kirche - Kirchenschiff

Die Englisch Reformierte Kirche - Kirchenschiff


 

 

Amsterdams Bloemenmarkt und der Rembrandtplein

Unser Weg führt weiter zur Singelgracht und zur Straße Singel. Vorbei an der Oude Lutherse Kerk und dem Koningsplein gehen wir zu unserem nächsten Ziel, dem einzigartigen, schwimmenden Bloemenmarkt. Allem Anschein nach bieten die Marktstände alles, was das Herz des Blumenfreundes begehrt. Entsprechend belebt ist die Gegend um die Stände.

Der Bloemenmarkt am Singel

Der Bloemenmarkt am Singel


Unser nächstes Ziel ist der Rembrandtplein. Am Weg liegen der Muntplein und und das 5-Sterne-Luxushotel de L’Europe. Der Rembrandtplein ist wegen des Monuments der Nachtwache sehenswert. Zwei russische Künstler haben nach Rembrandts berühmtem Gemälde 22 lebensgroße Bronzefiguren geschaffen. Wir kennen die im Rijksmuseum ausgestellte Nachtwache und empfehlen ebenfalls das dreidimensionale Erlebnis der Nachtwache vom Rembrandtplein.

Die Nachtwache am Rembrandtplein

Die Nachtwache am Rembrandtplein


Waterlooplein, Rembrandthaus und Zuiderkerk

Danach kommen wir zum Amstel-Fluss und zum Waterlooplein. Der Waterlooplein bietet mit Het Muziektheater, der über die Amstel führenden Blauwbrug sowie einer Anzahl Hausboote gleich mehrere Attraktionen. Het Muziektheater ist Sitz des Amsterdamer Tanztheaters und der Oper.

Hinter dem Theater liegt die im klassizistischen Stil erbaute Mozes en Aäronkerk. Wenig später erreichen wir das Rembrandthaus in der Jodenbreestraat. Im Kunstmuseum Het Rembrandthuis werden Radierungen des berühmten Malers sowie Gemälde seiner Zeitgenossen ausgestellt. Das Museum ist sehenswert.

Das Rembrandthaus

Das Rembrandthaus


Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt an der Sint Antoniesluis das Café De Sluyswacht. Die Schleuse reguliert den Wasserstand der Oudeschans-Gracht. Etwas entfernt liegt der 48 Meter hohe Montelbaanstoren. Im Jahr 1516 wurde er anfänglich als Beobachtungs- und Verteidigungsturm im Bereich der Stadtmauer errichtet. Seit 1606 dient Montelbaanstoren anderen Zwecken. Derzeit nutzt eine LGBT-Stiftung den Bau.

Sint Antoniesluis und Montelbaanstoren

Sint Antoniesluis und Montelbaanstoren


Einhundert Meter weiter liegt die Zuiderkerk. Sie war die erste Kirche, die in den Niederlanden für Protestanten errichtete wurde. Die dreischiffige Basilika wird aktuell vom Amsterdamer Wohnungs- und Planungsamt als Informationsstätte genutzt. Der 80 Meter hohe Kirchturm ist zur Besichtigung freigegeben. Der Blick von oben reicht bis zum IJsselmeer.

Der Turm der Zuiderkerk

Der Turm der Zuiderkerk


Ein Fehltritt, ein Sturz – auf Amsterdams Feuerwehr ist Verlass

Getreu dem Motto, jeder Kirchturm gehört uns, besteigen wir mit einer Begleitperson den Kirchturm. Wir erreichen nicht die Aussichtsplattform; der Autor dieser Zeilen verunglückt bei seinem Aufstieg. Ein Sturz auf eine mehrere Meter tiefer liegende Plattform führt zur Bewusstlosigkeit und zu einer einstündigen Rettungsaktion der Amsterdamer Feuerwehr. Sie muss zuerst den Glockenschacht öffnen, um den Verletzten aus der Höhe abzuseilen. Die anschließende Fahrt im Rettungswagen zur Klinik kostet einem Auto den Rückspiegel. Die Amsterdamer Rettungskräfte und die neurologische Klinik verdienen ein großes Kompliment.

Wie geht man auf einem Kreuzfahrtschiff mit einer solchen Situation um? Es ist auszuchecken und die Kabine ist zu räumen; darum kümmert sich die Begleiterin. Diese Aktion läuft, unterstützt von Hilfskräften, ohne Probleme ab. In der Zwischenzeit ergeben die intensiven Untersuchungen in der Klinik, dass noch nicht das letzte Stündlein des Autors geschlagen hat. Wider besseren Wissens und gegen den Willen der Ärzte, entlässt er sich aus der Klinik. Auch in dieser Lage zeigt sich, dass Holländer mit einer solchen Situation pragmatisch umgehen. Ebenso lösungsorientiert läuft der Rest des Tages ab. Der benachrichtigte Agent der Reederei, es handelt sich um ein MSC-Kreuzfahrtschiff, verschafft uns wieder Zutritt zum Schiff. Wenige Minuten vor dem Ablegen erreicht der Autor in einem Rollstuhl das Kreuzfahrtschiff.

Unter Amsterdam Sehenswürdigkeiten benennen wir viele der Attraktionen, die diese beeindruckende Stadt ihren Besuchern bietet.

Update Oktober 2020