Landausflug in den Tsingy Rouge Park


Kreuzfahrtschiffe besuchen in den europäischen Wintermonaten gelegentlich die im äußersten Norden Madagaskars gelegene Stadt Antsiranana. Die Großstadt bietet nach unserer Ansicht keine erwähnenswerten Sehenswürdigkeiten; viele das Stadtbild prägende historische Bauten aus der Kolonialzeit sind leider dem Verfall preisgegeben

Antsiranana - Schaulustige bewundern ein Kreuzfahrtschiff


Antsiranana - Schaulustige bewundern ein Kreuzfahrtschiff



Antsiranana - Verfall wohin das Auge blickt 


Antsiranana – zwei schöne Landschaftsziele

Madagaskar hat sich im Norden des Landes seine beeindruckende tropische Vulkanlandschaft bewahrt. Mit dem hochgelegenen Nationalpark Montagne d’Ambre und dem an die Ostküste Madagaskars grenzenden Tsingy Rouge Park bietet das Land Reisenden zwei außerordentlich interessante touristische Ziele.

Die Montagne d’Ambre sind ein von üppigem Regenwald bedecktes, hügeliges Vulkanmassiv mit sechs Kraterseen und drei Wasserfällen, unter anderem der über 80 Meter hohen Antomboka-Kaskade. Das Gelände ist ein Paradies für Pflanzen und Tiere. Es liegt 30 Kilometer von Antsiranana entfernt.

Das zweite Ziel sind die Sandsteinformationen der Tsingy Rouge. Das Naturwunder liegt ungefähr 50 Kilometer südöstlich von Antsiranana am Rande des Nationalparks Analamerana. Das deutsche Reisemagazin GEO zählte vor Jahren die Tsingy Rouge zu den 17 spektakulärsten Felsformationen der Erde.

Die Sandsteinformationen von Tsingy Rouge


Wer sich für die Tsingy Rouge entscheidet, trifft keine schlechte Wahl, zumal es auf dem Weg zu den Sandsteinformationen viel zu sehen gibt. Die Fahrt im Geländewagen, man braucht ein solches Fahrzeug im unwegsamen Gelände vor Tsingy Rouge, nimmt mit kurzen Zwischenhalten mehr als zwei Stunden Zeit in Anspruch.

Antsiranana Hafen - die Geländewagen warten


Impressionen der Fahrt zum Tsingy Rouge Park

Wir verlassen Antsiranana, die Hauptstadt der Region, und gelangen zur Nationalstraße 6. Die Fahrt führt durch üppiges, tropisches Grün. Je näher wir dem am Wege liegenden Montagne des Francais-Reservat kommen, desto schöner wird die Landschaft.

Madagaskar - am Montagne des Fancais Reservat


Zwischen 100 bis 450 Meter Meereshöhe gedeiht dank ausreichender Niederschläge artenreicher Laubwald. Neben der Straße liegen Zuckerrohr- und Reisfelder. Wir sehen Bauern, die mit Ochsen in den Reisfeldern arbeiten und Frauen, die ihre Lasten in Wannen auf dem Kopf tragen. Wir glauben sogar eine Gruppe von Baobab-Bäumen zu entdecken; doch der uns begleitende Guide stellt dazu fest, dass wir uns täuschten. In dieser Region seien Baobabs rar; später würde er uns jedoch in Antsiranana noch zwei dieser Bäume zeigen.

Madagaskar - Montagne des Francais-Reservat
Madagaskar - Gehöft im Montagne des Francais-Reservat
Madagaskar - Reisterrassen
Madagaskar - Reisbauern bei Nosimbary
Madagaskar - Beförderung von Lasten


Madagaskar - Beförderung von Lasten



Madagaskar - spektakuläre Baumgruppen 


Ab und zu passieren wir kleine Siedlungen mit armseligen Hütten, Scheunen und winzigen Läden. Für uns ist es schwer vorstellbar, wie und unter welchen Umständen, die dort lebenden Menschen ihr Leben fristen. Madagaskar gehört laut eines im Herbst 2023 veröffentlichten Berichts des IWF zur Gruppe der zehn ärmsten Länder der Welt.

Madagaskar - einsames Gehöft
Madagaskar - Nachbarschaftsladen
Madagaskar - abgelegene Siedlung
Madagaskar - ländliche Delikatessen
Madagaskar - Landleben


Madagaskar - Landleben


Madagaskar - Gehöft


Madagaskar - Gehöft 


Tsingy Rouge – Hunderte einmalige Sandsteinnadeln

Die letzten Kilometer zu den Tsingy Rouge legen die Geländewagen auf einer schwer befahrbaren Lehmpiste zurück. Von nun an wissen wir, warum unsere Reisegruppe in Geländewagen kutschiert wird. Am Ziel angelangt, halten die Wagen auf einem Hochplateau. Um uns herum sehen wir braune Erde sowie grüne Bäume und Büsche. In der Ferne liegt Madagaskars Ostküste mit der Bucht von Irodo.

Madagaskar - vor den Tsingy Rouge


Madagaskar - vor den Tsingy Rouge


Madagaskars Ostküste - die Bucht von Irodo


Madagaskars Ostküste - die Bucht von Irodo


Von der Höhe steigen wir hinab in einen Talkessel, in dem Hunderte der bizarren Tsingys aufragen.

Weg zum Tsingy Rouge Park


Tsingys sind kleine und große Sandsteinnadeln aus eisenoxidhaltiger Lateriterde. In einem stetigen Prozess lassen während der Monsunzeit heftige Regenfälle und starke Winde die weißen und roten Sandsteinspitzen durch Erosion entstehen und vergehen. Die Steinnadeln sind ein Weltwunder. Es gibt sie nur an diesem einen Ort am Rand des Nationalparks Analamerana.

Madagaskar - Sandsteinnadeln der Tsingy Rouge
Madagaskar - Tsingy Rouge
Madagaskar - Tsingy Rouge
Madagaskar - Tsingy Rouge

Bevor sich die Kolonne der Geländewagen auf den Rückweg nach Antsiranana macht, sehen wir von unserem Hochplateau in einem Canyon noch viel mehr der Sandsteinnadeln. Allerdings ist jenes Areal deutlich schlechter zugänglich.

Madagaskar - Tsingy Rouge - benachbarter Canyon


Cruise Center Hamburg Altona


Madagaskar - Tsingy Rouge - benachbarter Canyon


Cruise Center Altona mit Kreuzfahrtschiff 


Anmerkung: Die Tour ist insgesamt nicht für Personen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet!

Antsirananas Zuckerhut – der Pain de Sucre

Die Kolonne der Geländewagen nähert sich Antsiranana. Bevor wir am Schiff anlangen, zeigt uns unser Guide den traditionell heiligen Ort der Madagassen, den Pain de Sucre, den wir von einem erhöhten Standort aus der Ferne betrachten können.

Der Zuckerhut von Antsiranana


Der aus dem Wasser aufragende, gleichmäßig geformte Felsen erinnert keineswegs an Rio de Janeiros Zuckerhut. Dennoch ist die in der Bucht von Andovobazaha gelegene vulkanische Felsinsel Saupari Dunghar eine bemerkenswerte Landmarke. Den Namen Pain de Sucre ließen sich die Franzosen einfallen. Zugleich sehen wir von unserem Standort in Meeresnähe auch zwei Baobab-Bäume. Unser Guide hat Wort gehalten.

Antsiranana - zwei kleine Baobab-Bäume


Den Rest des Tages nutzen wir, um eines der historischen Viertel der Stadt zu erkunden. Nähere Einzelheiten dazu sind unserem Beitrag Antsiranana Sehenswürdigkeiten zu entnehmen.

Update März 2024