Antwerpen auf eigene Faust entdecken

Antwerpen auf eigene Faust entdecken


Wir besuchen mit dem Kreuzfahrtschiff WORLD VOYAGER die flämische Hafenstadt Antwerpen. Die zweitgrößte Stadt Belgiens war bereits im 14. Jahrhundert einer der führenden Handelsplätze und eine der reichsten Wirtschaftsmetropolen Europas. Zu jener Zeit entstanden gewaltige Kirchen, historische Plätze und unzählige profane Bauten, die in der Gegenwart Zeugnis vom ehemaligen Reichtum der Stadt ablegen. Unser Schiff liegt den Tag über am Cruise Ponton Antwerpen hinter Het Steen. Der Liegeplatz ist nur wenige Hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt. Wäre unser Kreuzfahrtschiff wesentlich größer, müsste es mit einem Liegeplatz im Industriehafen vorliebnehmen. Diese Lage würde zeitaufwendige Transfers mit Shuttlebussen bedingen. Der Zubringerbus bleibt uns glücklicherweise erspart.

Cruise Ponton Antwerpen


Cruise Ponton Antwerpen


Zuiderterras - Liegeplatz größerer Kreuzfahrtschiffe


Zuiderterras - Liegeplatz größerer Kreuzfahrtschiffe 


Unser erstes Ziel – der Grote Markt

Hinter dem Anleger der Kreuzfahrtschiffe am Schelde-Fluss ragt Het Steen auf, eines von ehemals drei Torgebäuden der Antwerpener Stadtmauer. In Het Steen liegt das „Visitor Center“. Eine zuvorkommende Mitarbeiterin versorgt uns mit aktuellem Kartenmaterial und gibt uns einige zusätzliche Informationen zu Zielen abseits der „ausgetretenen“ Pfade.

Het Steen   Fassadendetail

Het Steen - Fassadendetail


Mit diesen Informationen beginnen wir unseren Rundgang am Jordaenskaai, der Straße vor Het Steen. Wir passieren das Museum Vleeshuis und wenden uns in Richtung des Grote Markt. Das zu Beginn des 16. Jahrhundert erbaute Vleeshuis war das Gildehaus der Schlachter. Es ist der typische Beweis, dass Handwerk zu jeder Zeit „goldenen Boden“ hatte. Wir verlassen die Vleeshouwersstraat, folgen der Braderijstraat für kurze Zeit und stehen kurz danach auf dem Grote Markt.

Jordaenskaai mit dem Museum Vleeshuis


Jordaenskaai mit dem Museum Vleeshuis


Museum Vleeshuis - Gildehaus der Fleischer


Museum Vleeshuis - Gildehaus der Fleischer 


Eine Seite des zentral gelegenen Grote Markt nimmt Antwerpens prachtvolles Rathaus ein. An den anderen Seiten ließen reiche Kaufleute und die Zünfte sich ebenso prächtige Bauten errichten. Die schönsten Gildehäuser sind De Oude Waag, das Haus der Tuchmacher, das Haus der Gerber und das mit De Mouwe bezeichnete Haus der Kupferschmiede.

Antwerpens Rathaus
Antwerpen - Rathausturm
Gildehäuser am Grote Markt
Häuser am Grote Markt

In der Mitte des Grote Markt steht der Brabobrunnen. Unter Antwerpen Sehenswürdigkeiten widmen wir uns eingehend der martialischen Brunnenanlage.

Grote Markt - Brabobrunnen

Grote Markt - Brabobrunnen


Unser nächstes Ziel – der Sint-Annatunnel

Den Grote Markt und den Handschoenmarkt trennt nur ein Katzensprung. An diesem dreieckigen Platz steht eine der Hauptsehenswürdigkeiten Antwerpens: die Liebfrauenkathedrale. Die besuchen wir zu einem späteren Zeitpunkt. In der Mitte des Platzes befindet sich die Figurengruppe von Nello & Patrasche, einem Waisenjungen und seinem Hund. Den traurigen Hintergrund beider Figuren beschreiben wir ebenfalls unter Antwerpen Sehenswürdigkeiten.

Handschoenmarkt - Figurengruppe Nello & Patrasche

Handschoenmarkt - Figurengruppe Nello & Patrasche


Auf den Handschoenmarkt folgt der Oude Koornmarkt mit vielen Restaurants und Kneipen, deren Sitze im Freien zumeist gut frequentiert sind.

Vom Alten Koornmarkt geht der wenig bekannte Vlaeykensgang ab. Früher lebten dort die Ärmsten der Armen; in der Gegenwart nutzen Antiquitätengeschäfte, Kunstgalerien und ein exklusives Restaurant die verborgene Adresse.

Vlaeykensgang


Vlaeykensgang


Vlaeykensgang


Vlaeykensgang 


Vom Grote Markt bis zum Sint-Annatunnel gehen wir ungefähr einen Kilometer. Der Tunnel verbindet in 34 Meter Tiefe die zu beiden Seiten der Schelde gelegenen Stadtteile. Der im Jahr 1933 eröffnete Tunnel besitzt hölzerne Rolltreppen, die seit annähernd 90 Jahren noch immer ihren Dienst versehen. Der Sint-Annatunnel wird von Fußgängern und Radfahrern genutzt.

Sint-Annatunnel - historische Rolltreppe


Sint-Annatunnel - historische Rolltreppe


Unterwegs im Sint-Annatunnel


Unterwegs im Sint-Annatunnel 


Nicht versäumen – das Plantin-Moretus-Museum

Vom Ausgang des Sint-Annatunnel bis zum Plantin-Moretus-Museum am Vrijdagmarkt gehen wir 300 Meter. Die Zeit reicht leider nicht für einen Besuch des Museums und der Privaträume der Druckerfamilie Plantin-Moretus. Die Familie begründete die erste industrielle Druckerei Antwerpens. Das Museum – es ist UNESCO Weltkulturerbe – zeigt alte Drucktechnik sowie die erlesen gestalteten Privaträume der Druckerfamilie.

Plantin-Moretus-Museum

Plantin-Moretus-Museum


Das Rubenshuis – eine weitere Ikone Antwerpens

Unser Weg zum Rubenshuis führt uns über den Groenplaats und den Schoenmarkt zur Fußgängerstraße Meir. Der weitläufige Groenplaats gewährt Blicke auf die Liebfrauenkathedrale. Auf dem Platz steht außerdem das Standbild des Malers Peter Paul Rubens.

Groenplaats mit Antwerpens Kathedrale


Groenplaats mit Antwerpens Kathedrale


Groenplaats - Denkmal des Peter Paul Rubens


Groenplaats - Denkmal des Peter Paul Rubens 


Die Meir ist nicht eine x-beliebige Fußgängerzone. Wir sehen zwar Kettenläden, Fast Food Restaurants, internationale Modelabel etc. Drei Dinge sind jedoch bemerkenswert: Der Boerentoren, das Paleis op de Meir und das noble Einkaufszentrum Stadsfeestzaal. Näheres dazu lesen Sie unter Antwerpen Sehenswürdigkeiten.

Fußgängerzone Meir


Fußgängerzone Meir


Paleis op de Meir


Paleis op de Meir 


Von der Meir ist es wiederum nur eine kurze Wegstrecke zum Wapper mit dem Rubenshuis-Museum. Die Sammlung gewährt Einblicke in das Wirken eines großen Künstlers, der neben der Malerei als Architekt, Diplomat, Sammler und Gelehrter Anerkennung fand.

Rubenshuis


Rubenshuis


Rubenshuis - Innenhof


Rubenshuis - Innenhof 


Theaterplein, Stadspark, Diamantenviertel und Antwerpens Hauptbahnhof

Vom Rubenshuis gehen wir 200 Meter bis zum Mehrspartentheater Stadsschouburg. Dessen modernes Gebäude liegt am Theaterplein. Auf diesem Platz treffen sich an Samstagen die Antwerpener auf dem Zaterdagmarkt. Neben Blumen und landestypischen Produkten wie Käse sorgen Imbissstände für das leibliche Wohl der Besucher des „Samstagsmarktes“.

Stadsschouburg am Theaterplein


Stadsschouburg am Theaterplein


Theaterplein und Graanmarkt


Theaterplein und Graanmarkt 


Wir wechseln hinüber zum – aus der Vogelperspektive – dreiseitigen Stadspark. Im Grand Café Capital legen wir eine wohlverdiente Pause ein. Danach geht es hinüber zum Diamantenviertel. Wir haben nicht bedacht, dass in dem an sich geschäftigen Stadtteil an Samstagen die Arbeit ruht. Außer ein paar wenigen Juweliergeschäften ist nichts geöffnet. Es ist zum Sterben langweilig.

Skulptur Jong Meisje met Geit an der Rubenslei neben dem Stadspark

Skulptur Jong Meisje met Geit an der Rubenslei neben dem Stadspark


Weniger langweilig ist es an der Antwerpen Centraal Station, dem Hauptbahnhof der Stadt. Als Erstes sehen wir uns in der mehr als 160 Meter langen Bahnsteighalle um. Deren gläserne Dachkonstruktion ist 43 Meter hoch. Allein die Bahnsteighalle ist fantastisch anzusehen. Noch imposanter wirkt die Bahnhofshalle. Wir verstehen, weshalb die Antwerpener ihren Hauptbahnhof voller Stolz „Eisenbahnkathedrale“ nennen. Wir empfehlen, diesen großartigen Bahnhof von innen und außen zu bewundern. Vom Koningin Astridplein hat man den besten Blick auf die Centraal Station. An den Bahnhof grenzt im Übrigen der zoologische Garten.

Bahnsteighalle der Centraal StationBahnsteighalle der Centraal Station


Antwerpens Beginenhof

In der belgischen Stadt Brügge und in Amsterdam lernten wir in der Vergangenheit Beginenhöfe kennen. Das erklärt, warum wir auch den Antwerpener Beginenhof sehen möchten. Bis zum Antwerpener Begijnhof gehen wir einen Kilometer. Auf dem Weg passieren wir zu unserer Überraschung den Torbogen, der Antwerpens Chinatown ankündigt.

Antwerpen - Torbogen zur Chinatown

Antwerpen - Torbogen zur Chinatown


Der Beginenhof von Antwerpen ist eine altehrwürdige Einrichtung, die sich hinter hohem Mauerwerk verbirgt. Beginen waren Frauen, die vom Mittelalter an in ordensähnlichen Wohngemeinschaften lebten, ohne jemals ein Klostergelübde abgelegt zu haben. Sie verrichteten karitative Tätigkeiten. Antwerpens Beginenhof ist eine aus kleinen, historischen Häusern bestehende Wohnlage. Im Zentrum liegt ein weitläufiger, durch Obstbäume und Sträucher beschatteter Garten. An der Schmalseite des Gartens steht die Sint-Catharinakerk. Die Anlage ist ohne jeden Zweifel ein Ort der Stille.

Antwerpens Beginenhof
Antwerpens Beginenhof
Antwerpens Beginenhof
Antwerpens Beginenhof

MAS | Museum aan de Stroom

Das rote, vor elf Jahren eröffnete MAS am Willemdok ist dank seiner futuristischen Architektur ein Blickfang. Vom Beginenhof gehen wir eine Viertelstunde bis zum Museum. Auf dem Weg passieren wir in der Falconrui das Hessenhuis, ein historisches Lagerhaus. Das ansehnliche, im 16. Jahrhundert erbaute Lagerhaus war nach Fuhrleuten benannt, die aus dem hessischen Ort Frammersbach stammten. Die Fuhrleute transportierten Waren zwischen Nürnberg und Antwerpen. Doch das ist eine andere Geschichte.

Historisches Lagerhaus Hessenhuis

Historisches Lagerhaus Hessenhuis


Am MAS angekommen, bleibt uns für die unterschiedlichen Sammlungen keine Zeit. Allerdings nutzen wir die Gelegenheit, mit den Rolltreppen auf das verglaste Panoramadach hinaufzufahren. Auf dem Weg zum Dachbereich passieren wir das schneidige „Salutierende Admiralspaar“, ein wahrer Blickfang. Aus 60 Meter Höhe genießen wir danach kostenlose Panoramablicke auf das ehemalige Lotsengebäude an der Schelde, die Stadt und das unter uns liegende Willemdok. Unter Antwerpen Sehenswürdigkeiten widmen wir uns dem MAS.

Museum aan de Stroom und Willemdok
Museum aan de Stroom
Museum aan de Stroom - Skulptur Salutierendes Admiralspaar
Museum aan de Stroom - Panoramablick

Wir wollen nicht versäumen, den „Amsterdamer Flüsterer" zu erwähnen. Vom Panoramadach des MAS sehen wir am Godefriduskaai auf dem Dach eines ehemaligen Speicherhauses den Antwerpener Flüsterer stehen. Er flüstert einer neben dem Willemdok am Boden sitzenden Figur eine Nachricht zu. An der Fassade des Speicherhauses klettern drei weitere Personen hinauf. Der Sinn erschließt sich uns nicht. Möglicherweise wollen sie ebenfalls die geflüsterte Nachricht ebenfalls hören.

Figurengruppe Antwerpener Flüsterer


Figurengruppe Antwerpener Flüsterer


MAS und Einzelgestalt der Antwerpse Fluisteraar


MAS und Einzelgestalt der Antwerpse Fluisteraar 


Kathedrale Onze Lieve Vrouwe

Unser nächstes Ziel ist die siebenschiffige Liebfrauenkathedrale, die wir zuletzt vor zehn Jahren besucht haben. Zu Recht hat die UNESCO diese herrliche gotische Kathedrale auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Vor etwas mehr als 500 Jahren wurde die Kirche fertiggestellt. Ein Großbrand, die Bilderstürme der calvinistischen Eiferer und Plünderungen sowie Zweckentfremdungen des Gotteshauses durch napoleonische Truppen führten wiederholt zu Schäden und Verlusten zahlreicher Kunstschätze. Die Kathedrale besitzt allein vier Rubens-Gemälde und eine Vielzahl anderer Kunstwerke. Als neue Objekte lernen wir eine moderne „Hommage“ an die Kreuzabnahme des Peter Paul Rubens und die Skulptur des „Mannes, der das Kreuz trägt“ kennen. Zu den Eintrittskosten und den Öffnungszeiten siehe Antwerpen Sehenswürdigkeiten.

Portal der Liebfrauenkathedrale
Deckengewölbe der Liebfrauenkathedrale
Liebfrauenkathedrale - Rubensgemälde und dessen Hommage
Liebfrauenkathedrale - Skulptur des Mannes, der das Kreuz trägt

Zum Abschluss schauen wir nochmals am Grote Markt vorbei. Im Gegensatz zum frühen Vormittag herrscht nun Hochbetrieb. Wir verlassen den Platz und gehen durch die Suikerrui – vorbei am prachtvollen Geschäftshaus Hansa Huis – die wenigen Meter zurück zum Liegeplatz unseres Schiffes. Vor Het Steen bestaunen wir das Standbild des „Lange Wapper“, das wir ebenfalls noch nicht kennen.

Hansa Huis an der Suikerrui


Hansa Huis an der Suikerrui


Het Steen mit dem Standbild Lange Wapper


Het Steen mit dem Standbild Lange Wapper 


Die Statue stellt einen Riesen dar, um den in der flämischen Folklore mehrere Legenden ranken. Die ursprünglich geplante Fahrt mit der kostenlosen Fähre „DeWaterbus“ zum gegenüberliegenden linken Ufer der Schelde verschieben wir auf den nächsten Aufenthalt in Antwerpen.

Antwerpen - Scheldekaaien

Antwerpen - Scheldekaaien


Stattdessen werden wir nach dem Ablegen die Fahrt auf der Schelde bis zur Nordsee genießen. Ein Vergnügen, das der Fahrt auf der Elbe von Hamburg bis Cuxhaven gleichkommt. Das Ablegen in Antwerpen verfolgen viele Zuschauer. Möglicherweise liegt das aber auch an einer Kapelle, die uns mit flotter Musik verabschiedet.

Juli 2022

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