Wie unter Barbados Sehenswertes ausgeführt, bietet Barbados uns Gästen ausreichend Gelegenheit, die Attraktionen der Insel kennenzulernen und bestimmte Aktivitäten auszuüben. Mehr als der Besucher in einem Urlaub absolvieren kann. Richtig schlecht ergeht es uns Kreuzfahrern, denn wir müssen unser Pensum an nur einem Tag schaffen. Und nicht immer wollen wir den einen Liegetag mit einer Inselrundfahrt füllen. Der Autor bekennt an dieser Stelle, dass er einer fixen Idee aus seiner Jugendzeit folgend, nur Bridgetown sehen will. Strände und Landschaft sind ihm in diesem Fall gleichgültig. Den meisten Kreuzfahrern mag es da wohl anders ergehen.

Die Schiffsführung hat in der vergangenen Nacht die Steuerleute ordentlich arbeiten lassen. Als wir aufstehen, liegt Mein Schiff ordentlich vertäut im Hafenbecken von Bridgetown. Das Schiff rührt sich nicht mehr. An Bord rührt sich nur noch die Mannschaft. Außer unserem Cruiser hat kein weiteres Schiff Bridgetown heute auf der Agenda.

Gegen 9.00 Uhr am Morgen verlassen wir Mein Schiff und passieren das Welcome Centre am Kopfende des Hafenbeckens. Wir haben uns sagen lassen, dass im Großraum Bridgetowns schätzungsweise 80.000 Menschen leben. Der eigentliche Stadtkern mit seinen ca. 8.000 Einwohnern ist eher klein dimensioniert. Die Entfernung zwischen Hafen und Zentrum ist somit überschaubar. Barbados ist verkehrstechnisch bestens erschlossen. Ein Taxi oder einen Bus zu nehmen, erscheint uns unter den Bedingungen einer kurzen Distanz überflüssig. Wir entscheiden uns für den Fußweg.

Barbados - Staatsflagge

Bald nach Verlassen des Kreuzfahrt-Terminals befinden wir uns auf einer Uferpromenade, an der Palmen, Hibisken, Frangipani und andere uns nicht bekannte Bäume sporadisch Schatten spenden. Im stadtnahen Bereich führt uns der Weg dann an Gewerbeobjekten vorbei, die uns den Blick auf den Fischereihafen versperren. Vorbei ist es mit dem schönen Weg entlang des Meeres.

Barbados - Frangipani

An der Wharf Road, d. h. bei der Careenage, einem kleinen Hafenbecken, betreten wir einen gepflegten Boardwalk. Auf ihm gehen wir weiter in Richtung des Zentrums. Im Hafenbecken liegen Sportboote, Ausflugskatamarane und Fischerboote. Gegenüber sehen wir das an der Cavans Lane liegende bekannte und als Touristenmagnet bezeichnete Waterfront Café.

Barbados - Brigetown Wharf

Auf Höhe des National Heroes Square gehen wir über die Chamberlain Bridge und sehen uns erst einmal den Unabhängigkeitsbogen und The Pledge, die Statue mit dem öffentlichen, an die Staatsbürger gerichteten Treuegelöbnis an. Von hier, wir sind gerade einmal eine gute halbe Stunde unterwegs, wären es nur noch wenige Minuten Fußweg bis zum feinsandigen Strand der Carlisle Bay. Heute wollen wir aber nicht baden, denn wir haben ja bereits geduscht.

Zurück geht es wieder über die aus dem Jahr 1872 stammende Chamberlain Bridge. Wir queren den National Heroes Square und stehen vor dem im neugotischen Stil erbauten Parlament. Wer will, kann hier das Museum of Parliament & National Heroes Gallery besuchen. Das interessiert uns weniger, wir erfreuen uns mehr an der klassischen Architektur der Parlamentsgebäude. Unser nächstes Ziel ist die etwa 250 Meter entfernte anglikanische St Michaels Cathedral. Im Vergleich zur Kathedrale von Canterbury nimmt sich das Bauwerk wie ein Kirchlein aus. Aber Kathedrale bleibt Kathedrale. Im Inneren ist es etwas dämmerig, viel Holz, einige Buntglasfenster und eine ehrfürchtige Atmosphäre.

Barbados - Parlament

Barbados - Hauptschiff der Kathedrale

Wir müssen noch einmal zurück zum National Heroes Square. Hier steht die Nelson Statue aus dem Jahr 1813 oder 1815, die Angaben hierzu variieren. Fakt ist, dass diese Bronzestatue des englischen Seehelden nahezu 30 Jahre vor der wesentlich bekannteren Statue auf dem Trafalgar Square in London errichtet wurde.

Damit wäre das Sehenswerte von Bridgetown „abgehakt“. Wir streifen noch ein wenig durch die Straßen. Historische Bauten wechseln sich mit modernen Zweckbauten ab. Wir vermissen Kettenläden, wie wir sie in Deutschland und anderswo im europäischen Ausland regelmäßig sehen, nicht wirklich. Stattdessen sind es die kleinen Läden und Gewerbe, die hier um Kundschaft werben. Am einfachsten machen es sich die Obsthändler. Sie stellen ihr Obst vor das Ladenlokal auf die Straße. Dort präsentiert es sich besser. - Wie sieht es nun mit dem Duty-free-Paradies Barbados aus? Näheres dazu erfahren wir beim Besuch der Broad Street, der Hauptstraße von Bridgetown. Hier bestimmen Banken, Warenhäuser und Duty-free-Shops das Bild. Und hier finden wir dann wieder die vertrauten Shop-Namen, die auch auf anderen Karibikinseln zum Kaufen verführen.

Barbados - Strassenszene

Wir kommen zum Ende. Wir haben gesehen, was wir sehen wollten. Vom Tag ist noch genügend Zeit übrig geblieben. Wir könnten ohne weiteres noch andere Glanzlichter der Insel ansehen. Wir sind jedoch schlecht vorbereitet und verfügen heute nicht über alternative Pläne. Das wird uns ein nächstes Mal nicht passieren. Unser Fazit: Bridgetown ist sehenswert, aber etwas enttäuscht sind wir schon. Wir hätten vielleicht doch eher eine Inselrundfahrt organisieren oder an den Strand gehen sollen?