4 Stunden in Barcelona


Für Barcelona bleibt uns nicht einmal ein halber Tag. Richtig gerechnet sind es nur 4 Stunden von der Freigabe des Schiffes bis zum Zeitpunkt „alle an Bord“ um 12.30 Uhr. Das ist zu wenig für diese Millionenstadt. MSC bietet uns keine attraktiven Touren. Folglich ist - bei den vielfältigen Möglichkeiten, die diese Stadt bietet - wieder einmal die eigene Kreativität gefragt.

Wir nehmen vom Schiff aus ein Taxi zur Sagrada Familia, der legendären Gaudi-Kirche. Die Fahrt kostet uns 16 Euro. Nach zehn Minuten hält das Taxi vor der Kirche. Wir sind nicht die ersten Besucher. Es stehen etwa 25 Personen vor uns an, die das Bauwerk, an dem seit 1882 gearbeitet wird, von innen sehen möchten. Wir entscheiden in Hinblick auf unser enges Zeitfenster, die bis heute unvollendete und im Jahr 2010 geweihte Basilika erst einmal weitläufig zu umrunden. Ganz gleich, aus welchem Blickwinkel wir die Kirche betrachten, wir sehen Ungeheures. Nach heutigen Prognosen könnte die Kirche 2026 fertig gestellt sein. Das möchte man noch erleben. Der Eintrittspreis beträgt übrigens 12,50 Euro.

Sagrada Familia Ausschnitt Türme
Sagrada Familia Rückseite
Sagrada Familia Ausschnitt
Sagrada Familia Ausschnitt Rückansicht
Barcelona Mont Blanc La Pedrera
Casa Batllo

Eine halbe Stunde später wissen wir, dass wir uns nicht zu den inzwischen vielleicht 150 Wartenden gesellen werden. Wir gehen zur nahe gelegenen Metro-Station Sagrada Familia und fahren mit der Linie 2 drei Stationen bis zur Avinguda Diagonal (Metro-Station Diagonal). Auf der Straße halten wir uns östlich.

Nach ein paar Minuten Fußweg stoßen wir in Höhe des Mont Blanc-Stores auf den Passeig de Gracia, in den wir nach rechts einbiegen. Der Blick fällt sofort auf die Casa Milà auf der gegenüberliegenden Straßenseite, eines der von Gaudi entworfenen Häuser.
Bald darauf folgt (in Laufrichtung) auf der rechten Seite ein zweites Gaudi-Haus, die Casa Batllo. Könnte es sein, dass Hundertwasser bei seinen Gebäuden von Gaudi „abgekupfert“ hat.

Barcelona Plaza CatalunyaEine halbe Stunde, wir sind ja nicht auf der Flucht und es gibt viel zu sehen, dauert es vom Mont Blanc Store bis zur imponierend großen und schön gestalteten Plaza Catalunya. Dieser zentrale Platz ist das Bindeglied zwischen der Altstadt und der Neustadt. Zugleich ist der Platz ober- und unterirdisch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Der Platz wird gesäumt von Geschäftshäusern, die im neoklassizistischen Stil erbaut wurden. Außerdem warten Restaurants, Bars und Cafés auf Gäste. Von hier führt die 1,6 km lange Rambla nach Süden in Richtung Hafen.

Uns drängt es in eine andere Richtung. Am unteren Ende des Platzes queren wir den Passeig de Gracia und gehen die Carrer de Fontanella hinauf bis wir die Plaza Urquinaona erreichen. Hier biegen wird halbrechts in die Ronda de Sant Pere ein. Diese gehen wir entlang bis wir rechter Hand in einer großzügigen Anlage den am Passeig de Lluis Companys gelegenen Arc de Triomf sehen.

Arc de Triomf Promenade
Barcelona Barrio 9
Barcelona Plaza d'Antoni Maura

Der aus Ziegelsteinen gebaute Triumphbogen wurde zur Weltausstellung im Jahr 1888 errichtet. Seine Höhe beträgt mehr als 30 Meter. Wir gehen durch den Bogen in Richtung des weiter südlich liegenden Zoologischen Gartens.

Auf dieser extrem breiten Promenade könnte man Truppenaufmärsche stattfinden lassen. - Die Grenze des Zoologischen Gartens verläuft entlang des Passeig de Pujades. Diesen gehen wir bis zum Convent de Sant Agusti.

Südlich des Convents verläuft die Carrer de la Princesa, der wir so lange durch das Barrio folgen, bis wir die Metro-Station Jaume I erreichen. Hier gehen wir nach rechts in die Via Laietana. Wir folgen der Straße ca. 200 Meter bis zur Plaça d’Antoni Maura. Eine sichere Wegmarke ist das 4*Grand Hotel Central. Dort gehen wir nach links.

Am Weg liegt die Taverna del Bisbe. In dieser angenehmen Bar gönnen wir uns einen Espresso. Kurz darauf stehen wir vor der Kathedrale von Barcelona.

Das im gotischen Stil errichtete, der Märtyrerin Eulalia gewidmete Gotteshaus, wurde im Jahr 1448 fertig gestellt. Der mächtige Mittelturm wurde dagegen erst in den Jahren zwischen 1906 bis 1913 hinzugefügt. Neben der Kathedrale ist auch der Kreuzgang sehenswert. Nicht allein wegen der Kapellen, des Gartens und der Brunnen, sondern wegen der Gänse, die hier leben. Ihnen fiel in historischer Zeit die Wächterfunktion zu. Der Besuch der Kathedrale kostet Eintritt.

Wir gehen jetzt auf direktem Weg durch die Carrer de la Portaferrissa zur La Rambla. Hier wenden wir uns nach links und gehen weiter südlich in Richtung des Hafens. Vorbei an der Markthalle St. Josep und dem Theater del Liceu. Dann, auf der Höhe des 3*Hotels Husa Oriente, gehen wir links durch eine Gasse, die Carrer de Colom, hinüber zur Plaza Reial. Der mit Palmen bepflanzte Platz, in der Mitte steht ein gusseiserner Brunnen, beeindruckt durch seine Gradlinigkeit und sein südliches Flair. Cafés und Restaurants laden zum Ausruhen in dieser Atmosphäre ein.

Barcelona Rambla Blumenstand
Rambla Flaneure
Plaza Reial Arkaden

Von der Plaza Reial ist es nun nicht mehr weit bis zur Kolumbussäule. Auch dieses Denkmal wurde zur Weltausstellung 1888 aufgestellt. Mit einem winzigen Lift gelangen wir auf die 60 Meter über dem Boden liegende enge, geschlossene Plattform. Menschen mit Höhen- oder Platzangst sei von dieser Erfahrung abgeraten. Obwohl, ihnen entgehen spektakuläre Ausblicke auf die Stadt, den Hafen, das umliegende Land, den Montjuïc, die Rambla usw. Der 4 Euro betragende Eintrittspreis ist den Besuch der Säule allemal wert.

Barcelona Häusermeer mit Rambla
Barcelona Hafenpromenade
Barcelona Hafen

Zu Füßen der Säule liegt die Plaza del Portal de la Pau. Hier werfen wir noch einen Blick auf das im schönsten Zuckerbäckerstil errichtete Gebäude der Hafenverwaltung. Danach entern wir den direkt an diesem Platz haltenden Shuttle-Bus und fahren zurück zum Schiff.

Barcelona HafenverwaltungWir haben während dieses Kurzbesuchs nur einen winzigen Teil Barcelonas kennen gelernt. Dies reicht aus, um die Stadt ein zweites Mal auf die Liste der noch einmal zu besuchenden Orte zu setzen.

(Karl Beyer)