4 Stunden in Barcelona

4 Stunden in Barcelona


Die MSC Poesia bringt uns im März 2011 von Fort Lauderdale nach Genua. In Barcelona legt das Schiff einen kurzen Zwischenstopp ein. Für einen Stadtgang bleiben uns vier Stunden: von der Freigabe des Schiffes bis zum Zeitpunkt „alle an Bord“ um 12:30 Uhr. Das ist sehr wenig Zeit für diese prachtvolle Stadt. Unsere aus praktischen Erfahrungen resultierenden Empfehlungen für einen mehrstündigen Stadtrundgang bestehen neun Jahre später unverändert fort.

Basilika Sagrada Familia

Wir wüssten gern, welche Fortschritte der monumentale Bau seit unserem letzten Aufenthalt gemacht hat. Seit dem Jahr 1882 wird die Kirche gebaut. Ein bereitstehendes Taxi bringt uns vom Kreuzfahrtterminal zur Sagrada Familia, dem legendären Spätwerk des vielseitigen Architekten Antoni Gaudí. Im Jahr 2026 jährt sich der Todestag des Meisters zum 100. Mal. Die gegenwärtigen Planungen sehen eine Fertigstellung der Kirche im Jubiläumsjahr vor. Bereits heute zählt die Sagrada Familia zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Barcelona Panorama mit der Basilika Sagrada Familia

Barcelona Panorama mit der Basilika Sagrada Familia


Zehn Minuten später setzt uns der Taxifahrer an der Kirche ab. Wir sind nicht die ersten Besucher. Vor uns warten 25 Personen auf den Einlass. In Hinblick auf unser enges Zeitfenster entscheiden wir uns, die im Jahr 2010 von Papst Benedikt geweihte Basilika zuerst weitläufig zu umrunden. Ganz gleich, aus welchem Blickwinkel wir die Kirche betrachten, wir sehen Ungewohntes und Fantastisches.

Basilika Sagrada Familia - Fassadendetail
Basilika Sagrada Familia - Fassadendetail
Basilika Sagrada Familia - Fassadendetail
Basilika Sagrada Familia - Fassadendetail

Eine halbe Stunde später beschließen wir, nicht auf den Eintritt zu warten. Die Zahl der Wartenden hat sich mittlerweile auf geschätzt 150 Personen vervielfacht.

Unter Auf den Spuren von Antoni Gaudí beschreiben wir unsere Eindrücke eines Besuchs der Sagrada Familia im Jahr 2017.

Zwei weitere bedeutende Gaudí-Bauten am Passeig de Gracia

Wir gehen hinüber zur nahe gelegenen Metrostation Sagrada Familia. Von dort fahren wir mit der Linie 2 bis zum Prachtboulevard Passeig de Gràcia (Metro-Station Diagonal). Nach wenigen Schritten stehen wir vor der Casa Milà, die von den Katalanen La Pedrera genannt wird. „La Pedrera“ steht im Spanischen für „Steinbruch“. Auf den ersten Blick wirkt das von Antoni Gaudí entworfene Gebäude wie ein Felsen. Im Inneren präsentiert es sich alles andere als statisch. 500 Meter trennen La Pedrera von der Casa Batllo, einem weiteren stilprägenden Bau des Antoni Gaudí. Beide Gebäude zählen zum UNESCO Weltkulturerbe.

Casa Milà - La Pedrera
Casa Battlo

Plaça de Catalunya

Eine halbe Stunde, wir sind nicht auf der Flucht und in Barcelona gibt es viel zu sehen, gehen wir von der Metro Station Diagonal bis zur Plaça de Catalunya. Der weitläufige Platz ist das Bindeglied zwischen Barcelonas Alt- und Neustadt. Zugleich ist er ein wichtiger ober- und unterirdischer Verkehrsknotenpunkt.

Barcelona - Plaça de Catalunya

Barcelona - Plaça de Catalunya


Den mit monumentalen Skulpturen geschmückten Platz säumen rundum im neoklassizistischen Stil erbaute Geschäftshäuser. Bars, Cafés und Restaurants warten auf Gäste. An der Plaça de Catalunya beginnt die gut eineinhalb Kilometer lange Rambla. Die in der Straßenmitte mit Bäumen bestandene Flaniermeile führt in südlicher Richtung zur Kolumbussäule an der Plaça Portal de la pau, kurz vor dem Hafen.

Barcelona - Bürohaus an der Plaça de Catalunya

Barcelona - Bürohaus an der Plaça de Catalunya


 

 

Barcelonas Triumphbogen

Uns zieht es in eine andere Richtung. Vom Passeig de Gracia gehen wir zum Passeig de Lluis Companys. Dort steht Barcelonas Triumphbogen, der Arc de Triomf. Der aus Ziegelsteinen erbaute und mit Skulpturenfriesen reichhaltig dekorierte monumentale Bau wurde als Tor zur Weltausstellung des Jahres 1888 errichtet. Seine Höhe beträgt mehr als 30 Meter.

Barcelona - Arc de Triomf

Barcelona - Arc de Triomf


Barcelonas Parc de la Ciutadella 

Wir passieren den Bogen und folgen dem Passeig de Lluis Companys in Richtung des Parc de la Ciutadella. Als Vorlage der mehr als 17 Hektar großen Anlage diente der Jardin du Luxembourg in Paris. Die Parkanlage war der Standort der Weltausstellung des Jahres 1888. Große Grünflächen, Bäume, ein See sowie die märchenhafte Cascada Monumental machen den Park zu einem Anziehungspunkt für Jung und Alt. Der mit Inseln durchsetzte See im Zentrum des Parks eignet sich für Fahrten mit Ruderbooten. Die Parkanlage beherbergt den Sitz des katalanischen Parlaments sowie mehrere Museen.

Barcelona - Parc de la Ciutadella - Cascada Monumental
Barcelona - Parc de la Ciutadella

Barcelonas Kathedrale

Als nächstes führt uns unser Weg zum Convent de Sant Agusti. Südlich des Convents verläuft die Carrer de la Princesa, der wir bis zur Metrostation Jaume I folgen. Zwischenstation auf unserem Weg zu Barcelonas Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia ist die Plaça d’Antoni Maura. In der Taverna del Bisbe gönnen wir uns einen Espresso. Dann stehen wir vor der Kathedrale von Barcelona.

Barcelona - Vorplatz der Kathedrale mit der Casa de l‘Ardiaca

Barcelona - Vorplatz der Kathedrale mit der Casa de l‘Ardiaca


Das im gotischen Stil errichtete Gotteshaus wurde im Jahr 1448 fertiggestellt. Der mächtige Mittelturm wurde wesentlich später, in den Jahren zwischen 1906 bis 1913 hinzugefügt. Sehenswert sind die Kathedrale, ihre Dachebene, die Krypta und der Kreuzgang. Der Kreuzgang gefällt uns wegen der Seitenkapellen, der Gartenanlage und wegen der dort lebenden Gänse. Ihnen fiel in früherer Zeit die Wächterfunktion zu. Der Besuch der Kathedrale kostet Eintritt.

Barcelonas Flaniermeile La Rambla

Wir verlassen den Vorplatz der Kathedrale und gehen auf direktem Weg hinüber zur Flaniermeile La Rambla. Der folgen wir in Richtung des Hafens. Am Weg liegen die Markthalle St. Josep und das Theater del Liceu. Auf der Höhe des Hotels Husa Oriente gehen wir links durch die Carrer de Colom zur Plaza Reial. Der mit Palmen bepflanzte Platz beeindruckt durch seine geraden Linien und sein südliches Flair. Die Mitte nimmt ein gusseiserner Brunnen ein. Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Der Einladung möchten wir gern folgen; leider fehlt die Zeit.

Barcelona - La Rambla - Palau de la Virreina
Barcelona - Blumenstand an der Rambla
Barcelona - die Plaza Reial
Barcelona - die Plaza Reial

Von der Plaza Reial gehen wir 500 Meter zur Kolumbussäule. Das Monumento a Colon wurde gleichfalls zur Weltausstellung 1888 aufgestellt. Mit einem winzigen Lift fahren wir auf die 60 Meter über dem Platz liegende enge, geschlossene Plattform. Menschen mit Höhen- oder Platzangst raten wir von diesem Vorhaben ab. Obwohl: Ihnen entgehen spektakuläre Ausblicke auf die Stadt, den Hafen, das umliegende Land, den Montjuïc sowie die Rambla. Der Eintrittspreis ist den Besuch der Aussichtsplattform in jedem Fall wert.

Barcelona - im Zentrum das Monumento a Colon
Barcelona - Blick von der Kolumbussäule auf die Rambla

Die Säule steht auf der Plaça Portal de la pau. Von dort werfen wir noch einen Blick auf das im schönsten Zuckerbäckerstil errichtete Gebäude der Hafenverwaltung. Danach nehmen wir den direkt an der Plaça haltenden Shuttle-Bus und fahren zurück zum Schiff.

Barcelona - Promenade am Terminal Drassanes
Barcelona - Standort der Hafenverwaltung

Im Verlauf dieses Kurzbesuchs sahen wir wenige der Sehenswürdigkeiten der katalanischen Metropole. Tatsache ist: Barcelona ist wegen der Fülle der Attraktionen und nicht zuletzt wegen der mediterranen Lebensart eine Stadt, die längere Aufenthalte erfordert.

Update Mai 2020