Bonaire

Bonaire


Bonaire gehört wie die Nachbarinseln Sint Eustatius und Saba zu den Karibischen Niederlanden. Seit dem 10. Oktober 2010 ist Bonaire eine „Besondere Gemeinde der Niederlande“. Staatsoberhaupt ist König Willem-Alexander, der vor Ort durch einen Gouverneur vertreten wird.

Mit 288 Quadratkilometern Fläche ist Bonaire die zweitgrößte der niederländischen ABC-Inseln, zu denen Aruba, Bonaire und Curaçao zählen. Geologen ordnen die ABC-Inseln wegen ihrer Lage auf dem südamerikanischen Festlandsockel Südamerika zu.

Bonaire – der erste Eindruck

Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Die Oberfläche ist mit Kalkstein bedeckt. Besucher nehmen die Insel als zweigeteilt wahr. Der nördliche Teil Bonaires wirkt grün und hügelig. Dieser Landstrich weist vielfältige Fauna und Flora auf. Im Gegensatz dazu empfinden Besucher die flache Südhälfte eher als Kakteenwüste. Im Süden liegen auch die natürlichen Salzpfannen, aus denen im Laufe von Jahrhunderten die ertragreichen Salinen entstanden.

Bonaire - Landschaft im Inselnorden


Bonaire - Landschaft im Inselnorden


Bonaire - Kakteen ersetzen Zäune


Bonaire - Kakteen ersetzen Zäune


Bonaire – etwas Geschichte

Es besteht keine Klarheit, wem die Entdeckung Bonaires zu verdanken ist. Historiker gehen davon aus, dass entweder der Spanier Alonso de Ojeda oder der Florentiner Amerigo Vespucci als erste Europäer den Boden der Insel betraten. Beide standen in spanischen Diensten, und für Spaniens Krone nahmen sie im Jahr 1499 die drei ABC-Inseln in Besitz.

Da die Eroberer auf den Inseln weder Bodenschätze noch andere Reichtümer fanden und sich diese zudem auch nicht für die Landwirtschaft zu eignen schienen, erhielten sie den Namen „Islas Inútiles“, was so viel wie „nutzlose Inseln“ bedeutet.

Wegen der natürlichen Salinen war Bonaire dennoch nicht so nutzlos, wie es den Entdeckern zunächst schien. Aus holländischer Sicht eignete sich das auf Bonaire geerntete Meersalz gut für die Konservierung von Lebensmitteln und auch für die Keramik- und Glasproduktion. Folglich übernahmen die Niederlande im Jahr 1636 die Insel.

Bonaire - Meersalz in Hülle und Fülle

Bonaire - Meersalz in Hülle und Fülle


Die spanische Krone hat das offenbar wenig gestört, da Bonaire in jener Zeit immer noch als „nutzlos“ galt. Später, gegen Ende des 18. Jahrhunderts, wurde Bonaire für eine Übergangszeit von Großbritannien annektiert. Mit der Unterzeichnung des „Britisch-Niederländischen Vertrags“ im Jahr 1814 fiel die Insel wieder an die Niederlande.

Bonaire – Wissenswertes

Die Länge der Insel beträgt 39 Kilometer. Ihre Breite variiert zwischen vier bis elf Kilometern. Kralendijk fungiert als Inselhauptstadt. Deren Einwohnerzahl wurde Stand Januar 2023 auf 22.000 geschätzt. Diese Zahl beinhaltet die Einwohnerzahlen fünf weiterer Gemeinden. Stadtstatus besitzt ebenfalls das im Norden gelegene Rincon. Diese Ortschaft war die erste Stadtgründung auf Bonaire und ursprünglich auch die Inselhauptstadt. Die Zahl aller Inseleinwohner wird auf 24.000 Menschen geschätzt.

Bonaire - im Zentrum von Kralendijk

Bonaire - im Zentrum von Kralendijk


Bonaire – wirtschaftliche Belange

Ausschlaggebend für die regionale Wirtschaft sind der Tourismus und die Salzgewinnung. Bonaire besitzt einen internationalen Flughafen. Außerdem ist die Insel ein Paradies für Wassersportler. Surfer, Taucher und Schnorchler finden auf Bonaire ideale Bedingungen vor. Mit 80 ausgewiesenen Tauchplätzen zählt Bonaire zu den schönsten Tauchgebieten weltweit.

Bonaire - Revier der Wassersportler
Bonaire - Revier der Wassersportler


In Zusammenhang mit der Einrichtung des Bonaire Marine Parks im Jahr 1971 wurden strenge Regeln zum Schutz der Unterwasserwelt erlassen. Ein weiteres Schutzgebiet ist der im Nordwesten der Insel eingerichtete Washington Slagbaai Nationaal Park mit dem Gotomeer, einer als Sammelplatz der Flamingos bekannten Süßwasserlagune. Der National Park schützt etwa 20 Prozent der Inselfläche.


Gotomeer - Paradies der Flamingos


Gotomeer - Paradies der Flamingos


Bonaire - Wassersportler


Bonaire - Wassersportler


Bonaire – Ziel der Kreuzfahrtschiffe

Zuletzt machten ungefähr 170 Kreuzfahrtschiffe jährlich im Hafen von Kralendijk fest. Maximal konnten drei große Schiffe anlegen. Im Saisonverlauf besuchten etwa 300.000 Gäste die Insel mit Kreuzfahrtschiffen.

Bonaire - Kreuzfahrtschiff am Pier in Kralendijk
Bonaire - Kreuzfahrtschiff am Pier in Kralendijk


Zum Schutz der Natur und der Meeresumwelt sowie zur Entwicklung des lokalen Bildungswesens, der Wirtschaft, Kultur und der Infrastruktur gilt seit dem Sommer 2022 eine Servicegebühr in Höhe von 98 US-Dollar für ausländische Besucher. Der Wert beinhaltet eine Einreisegebühr von 75 US-Dollar. Hinzu kommt seit Januar 2023 eine zusätzliche Einreisegebühr von 10 US-Dollar für Gäste, die mit Kreuzfahrtschiffen einreisen, und aus Gründen des Umweltschutzes darf nur noch ein großes Kreuzfahrtschiff pro Tag auf Bonaire anlegen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Maßnahmen den Kreuzfahrttourismus beeinträchtigen.

Kralendijk besitzt kein Kreuzfahrtterminal. Eine Uferpromenade führt am Schiffsanleger entlang zur Hauptstraße. In der South Pier Mall finden Besucher die Touristeninformation und verschiedene Läden.

Zahlungsmittel: Obwohl Bonaire zum Königreich der Niederlande gehört, ist seit dem 1. Januar 2011 der US-Dollar das offizielle Zahlungsmittel der Insel. Der Antillen-Gulden ist an den US-Dollar gekoppelt.

Offizielle Landessprache ist Niederländisch, Gebräuchliche Spräche der Einheimischen ist das Papiamentu. Englisch ist gängige Sprache der touristischen Dienstleister.

Was Besucher auf Bonaire bei einer Inselrundfahrt zu sehen bekommen, beschreiben wir unter Ein Tag auf Bonaire.

Update Mai 2024

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