Bordeaux - Unser Landausflug

Bordeaux - Unser Landausflug


Wir fahren mit dem Kreuzfahrtschiff WORLD VOYAGER von Lissabon nach Hamburg. Eine Etappe der Reise ist für den Besuch der Stadt Bordeaux und der Weinbauregion des Haut-Médoc reserviert. Auf die mögliche Flusspassage nach Bordeaux wird aus Zeitgründen verzichtet. Das Schiff liegt stattdessen vor Port Médoc am Golf von Biskaya auf Reede. Um Bordeaux und die Weinbauregion zu sehen, nehmen wir an einem organisierten Bus-Ausflug teil. Er führt uns zuerst nach Bordeaux und danach in die Landschaft des Médoc.

Bordeaux – Stationen unseres Stadtrundgangs

Bevor wir den Bus im Stadtzentrum nahe der Place de la Comédie verlassen, passiert der Bus die Place de Tourny. Dort erinnert ein lebensgroßes Monument an die Herrschaft des Marquis von Tourny. Der Adelige war im 18. Jahrhundert Intendant der Provinz. Unter seiner zwölfjährigen Regentschaft wurde Bordeaux von einer Festungsstadt in eine offene Stadt umgewandelt.

Place de Tourny


Place de Tourny


Standbild des Marquis von Tourny


Standbild des Marquis von Tourny 


Église Notre-Dame und das Grand-Théâtre

Unter seiner Ägide entstanden phänomenale Bauten, Straßen und Plätze, von denen wir einige bei unserem individuellen Rundgang bewundern. Wir starten an der Église Notre-Dame und dem benachbarten Cour Mably. Beide Bauwerke haben ihre Ursprünge in einem im 13. Jahrhundert errichteten Dominikanerkloster. Die Klosterkirche wurde bei Aufständen im Jahr 1675 zerstört. Der darauf folgende Neubau im Stil des Barock orientierte sich in der Gestaltung an der Chiesa del Gesù in Rom. Von außen betrachtet wirkt Notre-Dame überladen; im Inneren ergibt sich ein anderer Eindruck. Das Kirchenschiff ist schlicht gehalten. Bemerkenswert sind die Kapellen: Sie täuschen mit malerischen Mitteln real wirkende bautechnische Effekte vor.

Église Notre-Dame


Église Notre-Dame


Église Notre-Dame - Kirchenschiff


Église Notre-Dame - Kirchenschiff 


Der benachbarte Cour Mably, das ehemalige Kloster, wird zum Teil von einem regionalen Finanzgericht genutzt. Außerdem findet der Bau als Kunstmuseum und für Veranstaltungen Verwendung. Vor dem Gebäude erinnert eine Statue an den spanischen Maler Francisco de Goya. Der in seinem Heimatland in Ungnade gefallene Maler und Grafiker lebte und starb in Bordeaux.

Cour Mably - Fassade


Cour Mably - Fassade


Monument des Francisco de Goya


Monument des Francisco de Goya 


Neben dem Portal der Église Notre-Dame laden Tische und Stühle eines Cafés vor der Passage Sarget zur Pause ein. In der kleinen Passage haben einige schicke Läden und Restaurants ihr Domizil. Die Ursprünge der Passage mit dem Glasdach gehen auf das Jahr 1833 zurück. Am Cours de l’Intendance verlassen wir den Durchgang und gehen hinüber zum Grand-Théâtre. Bevor wir dort ankommen, werfen wir noch einen Blick in Rue Louis Combes. Das Wetter ist schön, und in der Straße laden mehrere Bistros zum Verweilen ein.

Passage Sarget neben Église Notre-Dame

Passage Sarget neben Église Notre-Dame


Das im Jahr 1780 eröffnete Grand-Théâtre ist unbestritten das Wahrzeichen der Stadt Bordeaux. Der imposante Bau erinnert an einen griechischen Tempel. An der der Place de la Comédie zugewandten Stirnseite zieht ein von zwölf Säulen getragener Portikus die Blicke auf sich. Die neun griechischen Musen sowie drei Göttinnen zieren die Balustrade über den Säulen. Das Theater wird für Oper- und Operettenaufführungen, Sprechtheater, Tanztheater und Konzerte genutzt. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 tagte die Pariser Nationalversammlung im Grand-Théâtre. Dem Theater gegenüber steht das nicht minder repräsentative Intercontinental Grand Hotel.

Grand-Théâtre


Grand-Théâtre


Intercontinental Grand Hotel


Intercontinental Grand Hotel 


Und ein weiteres sehenswertes Gebäude liegt in Sichtweite des Grand-Théâtre: das Maison Gobineau. Bordeuax‘ Touristeninformation vergleicht es mit dem New Yorker Flatiron Building. Hinsichtlich der Optik besteht tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit dem dreieckigen Flatiron Building. Was die Höhe anbelangt, unterscheidet es sich allerdings erheblich von dem New Yorker Original. Während das Maison Gobineau lediglich sieben Stockwerke besitzt, ist das an der Fifth Avenue gelegene New Yorker Wahrzeichen 91 Meter hoch.

Maison Gobineau

Maison Gobineau


Und noch etwas fällt ins Auge: die Sculpture Sanna. Sie steht an der Ecke Place de la Comédie und Rue du Chapeau Rouge. Die von dem katalanischen Künstler Jaume Plensa geschaffene Skulptur steht bis zum März 2027 als „Nießbrauchspende“ an ihrem gegenwärtigen Standort.

Sculpture Sanna

Sculpture Sanna


Zwei schöne Plätze und ein Wasserbecken

Wir kommen zur Place du Parlement. Der Platz ist wegen seines „italienischen“ Stils bekannt und beliebt, was die vielen Bars und Restaurants erklärt.

Place du Parlement


Place du Parlement


Place du Parlement


Place du Parlement 


Von der Place du Parlement ist es nur ein Katzensprung bis zur Place de la Bourse. Von diesem Platz nahm in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Umgestaltung der Festungsstadt in eine offene Stadt ihren Anfang. Es wurde beschlossen, einen „Königlichen Platz“ zu schaffen. Gesagt, getan: Das Ergebnis war ein großer, rechteckiger, von repräsentativen Bauten umgebenen Platz. Zwei symmetrische Gebäude, die Börse und das Zollhaus, flankieren den Platz zu beiden Seiten. Das Palais de la Bourse ist heute ein Veranstaltungszentrum. Das alte Zollhaus beherbergt in der Gegenwart das Musée National des Douanes.

Place de la Bourse


Place de la Bourse


Place de la Bourse - Palais de la Bourse


Place de la Bourse - Palais de la Bourse 


Im Zentrum der damaligen Place Royale stand bis zur Französischen Revolution ein Reiterstandbild von König Ludwig XV. Das Monument wurde von den Revolutionären zerstört. An seiner Stelle wurde in der Folgezeit der Brunnen der Drei Grazien errichtet. Die drei Grazien, Töchter des Zeus, sind die Symbole für Schönheit, Freude und Fülle.

Fontaine des Trois Grâces

Fontaine des Trois Grâces


Der Place de la Bourse gegenüber liegt der Miroir d’eau, das weltweit größte Reflexionsbecken. Das 3.450 Quadratmeter große Wasserbecken ist nur wenige Zentimeter tief. Sein städtebaulicher Zweck besteht darin, die Konturen der klassizistischen Bauten der Place de la Bourse zu spiegeln. Dabei bleibt es nicht allein: Das Becken ist Treffpunkt der Bordelais, der Einwohner Bordeaux‘. Kinder spielen an Sonnentagen unter Aufsicht ihrer Mütter im Wasser. Menschen jeden Alters genießen es, barfüßig durchs Wasser zu stapfen.

Mirroir d'eau


Mirroir d'eau


Mirroir d'eau - mit dem Palais de la Bourse


Mirroir d'eau - mit dem Palais de la Bourse 


Pont de Pierre und die Porte Cailhau

Der Miroir d’eau liegt zwischen der Place de la Bourse und der Garonne. Wir folgen dem Fluss wenige Hundert Meter bis wir zur Porte Cailhau gelangen. Während des Weges durchqueren wir die schönen Jardins des Lumières und bewundern die Bauten am parallel verlaufenden Quai Richelieu. Bevor wir die Porte Cailhau erreichen, blicken wir auf die Pont de Pierre. Die historische, im Jahr 1822 errichtete Brücke überspannt die Garonne. Das 487 Meter lange Bauwerk besteht aus 17 Bögen. Die Mitte des vergangenen Jahrhunderts verbreiterte Brücke ist für den Autoverkehr gesperrt. Trambahnen, Fußgänger und Radfahrer dürfen allerdings das historische Bauwerk nutzen. Bordeaux verdankt die Brücke einer Weisung des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte.

Les Jardins des Lumières


Les Jardins des Lumières


Pont de Pierre


Pont de Pierre 


Unser Ziel ist nicht die Brücke sondern die neben dem Quai Richelieu gelegene Porte Cailhau. Das 35 Meter hohe, gotische Bauwerk ist das prächtigste und besterhaltene Stadttor. Es war ursprünglich ein Bestandteil der Stadtmauer. Die Porte Cailhau ist mehr als 500 Jahr alt. Sie wurde im Jahr 1495 zu Ehren König Karl VIII. erbaut. Von einer 23 Meter hoch gelegenen Aussichtsplattform ergeben sich Panoramablicke über die Stadt, den nahen Fluss und das gegenüberliegende Ufer.

Porte Cailhau

Porte Cailhau


Die Kathedrale – unser nächstes Ziel

Hinter der Porte Cailhau liegt die Place du Palais, ein kleiner, baumbewachsener Platz mit einladenden Bistros und Restaurants. Ein knapper Kilometer Fußweg liegt vor uns, bis wir die Kathedrale an der Place Pey Berland erreichen.

Place du Palais


Place du Palais


Place du Palais


Place du Palais 


Bereits im Jahr 1096 wurde eine erste Bischofskirche in Bordeaux geweiht. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der 124 Meter langen, gotischen Kathedrale Saint-André begonnen. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche viele Umbauten; das einschiffige Langhaus blieb unverändert. Der an das Langhaus anschließende Umgangschor entstammt der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Kathedrale Saint-André

Kathedrale Saint-André


Während der Französischen Revolution wurde die Inneneinrichtung der Kathedrale zerstört, und die Kirche wurde als Scheune zweckentfremdet. Im Jahr 1998 setzte die UNESCO das Bauwerk auf die Liste des Weltkulturerbes. Ausschlaggebend hierfür war, dass es ein Bestandteil des französischen Jakobsweges ist. Leider können wir die Kathedrale nicht besichtigen. Sie ist zur Mittagszeit geschlossen.

Der 66 Meter hohe Glockenturm Pey-Berland ist dem Chor der Kathedrale vorgelagert. Seit dem Jahr 1863 trägt er eine Marienstatue. Der Kirchturm darf bestiegen werden. Er bietet seinen Besuchern Panoramablicke über Bordeaux. Vor diesem Vergnügen ist zuerst eine enge Wendeltreppe mit 231 Stufen zu bewältigen.

Tour Pey Berland

Tour Pey Berland


Bordeaux‘ historisches Rathaus

Bevor wir die Place Pey Berland verlassen, gehen wir hinüber zum Hôtel de Ville. Das ehemals „Palais Rohan“ genannte Rathaus ließ sich Erzbischof Mériadec de Rohan als Bischofspalast bauen. Der Prachtbau entstand zwischen den Jahren 1771 und 1784. Bordeaux‘ kirchliche Würdenträger nutzten das imposante Palais und seine verschwenderisch gestalteten Innenräume nur wenige Jahre. Während der Französischen Revolution (1789/90) war der Bau Treffpunkt der Revolutionäre. Als Rathaus wird das Palais Rohan seit dem Jahr 1837 genutzt. An das Rathaus schließt der Jardin du Palais Rohan an. Die Bauten des Gartens sind Heimstatt des Musée des Beaux-Arts de Bordeaux.

Hôtel de Ville – Palais Rohan


Hôtel de Ville – Palais Rohan


Statue des Jacques Chaban Delmas auf der Place Pey Berland


Statue des Jacques Chaban Delmas auf der Place Pey Berland 


Impressionen am Wege

Es ist an der Zeit, zum Ende unseres Rundgangs zu kommen. In Kürze startet unser Bus zum nächsten Programmpunkt. Wir verlassen die Place Pey Berland und gehen hinüber zur Place Saint Projet und biegen in die Fußgängerzone Rue Sainte-Catherine ein. Der folgen wir bis zur Galerie Bordelaise, einer als „Monument historique“ unter Denkmalschutz stehenden Galerie. Das Bauwerk verbindet die Fußgängerzone Rue Sainte-Catherine mit der Rue de la Maison Daurade. Es ist verschwenderisch mit Stuck und aufwendigen Dekorationen ausgestattet. Attraktive, zum üppigen Umfeld passende Ladengeschäfte fehlen bedauerlicherweise.

Rue Sainte-Catherine


Rue Sainte-Catherine


Galerie Bordelaise


Galerie Bordelaise 


Cité Mondiale du Vin

An der Place de la Comédie besteigen wir den wartenden Bus. Die Weiterreise führt an der Garonne entlang, und bevor wir die Stadt verlassen, erhaschen wir noch einen Blick auf die Cité Mondiale du Vin. Der riesig wirkende Glasbau steht in Chartrons, dem Viertel der Weinhändler. Auf 13.350 Quadratmetern Fläche, verteilt über zehn Stockwerken, erfahren Besucher alles Wichtige zum Thema Wein. Wir hätten uns gewünscht, noch annähernd zwei Stunden Zeit für die Besichtigung des Komplexes zur Verfügung zu haben. Dann hätten wir vermutlich im 35 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt der Cité Mondiale du Vin eine Weinprobe nehmen können.

Cité Mondiale du Vin

Cité Mondiale du Vin


Route des Châteaux

Bordeaux ist von mehr als 1.000 Quadratkilometern Rebfläche umgeben. Die Stadt ist der ideale Ausgangspunkt für einen Besuch einzelner der insgesamt 37 in der Umgebung geografisch definierten Weinbaugebiete. Die Franzosen sprechen, was die Weinregionen des Landes anbelangt, von Appellationen. Zwischen dem Mündungsarm der Gironde und der Atlantikküste liegen auf einer dreiecksförmigen Halbinsel einige der bekanntesten Weinregionen der Welt. Unser Ziel ist die Appellation Haut-Médoc. Sie erstreckt sich auf ungefähr 16.000 Hektar Fläche südlich der Gironde. Weinkenner schätzen die Grand-Cru-Weine und Crus Classés dieser Region.

Weingut im Médoc
Chateau Rauzan-Gassies in Margaux
Kirche Saint Michel in Margaux Canteac
Weingut in der Region Margaux

Unser Reisebus fährt von Bordeaux über annähernd 60 Kilometer durch die Ortschaften mit den weitläufigen Weinlagen. Das Fahrtziel ist der Ort Saint-Laurent-Médoc mit dem Weingut Château de Camensac.

Château de Camensac
Weinreben vor dem Château de Camensac
Château de Camensac - Gärtanks
Château de Camensac - Tanks

Einzelne Weingüter, wie das Château de Camensac, sind für Besucher geöffnet. Die Weine des Chateaus sind seit der Klassifikation des Jahres 1855 als Cinquieme Grand Cru Classé eingestuft. Wir besichtigen das Gutshaus, die Keller mit den Gärtanks sowie das riesig scheinende Lager mit den Barrique Fässern. An die Besichtigung schließt sich eine Weinprobe an.

Château de Camensac - alte Schätze

Château de Camensac - alte Schätze


Mit dem Besuch des Weinguts nähert sich unser Ausflug seinem Ende zu. Eine Stunde nach dem Ende der Weindegustation endet der Tagesausflug im Seglerhafen von Port Médoc.

Port Médoc


Port Médoc


Port Médoc - Treffpunkt der Segler


Port Médoc - Treffpunkt der Segler 


Ein Tenderboot bringt uns zurück zum WORLD VOYAGER. Dort verarbeiten wir in der gepflegten Atmosphäre des Schiffs bei gutem Essen und guten Getränken die neuen Eindrücke des Tages.

Juni 2022

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