Autor: Karl W. P. Beyer

cartagenaCartagena de Indias, so hieß die Stadt ursprünglich, wurde im Jahr 1533 von spanischen Eroberern gegründet. Errichtet wurde sie auf den küstennahen Inseln. Schnell entwickelte sich der Ort zu einem führenden Handelshafen, von dem aus die spanischen Machthaber zweimal im Jahr die in den Ländern der Region zusammengerafften Edelmetalle, Perlen und Edelsteine ins Mutterland verschifften.

Bereits in diesen frühen Jahren waren die Siedler und Eroberer auf äußerste Sicherheit bedacht. Woran man sich eben erst bereichert hatte, das wollte man nicht leichtfertig an Freibeuter und Piraten verlieren. Die spanische Militärarchitektur setzte deshalb Zeichen, indem sie Cartagena mit mächtigen Wallanlagen und insgesamt 29 Forts befestigte. Die Anlagen hielten selbst dem Ansturm einer britischen Flotte von 186 Schiffen und 18.000 Soldaten im Jahr 1740 erfolgreich Stand.

Cartagena - Baluarte de Santiago

Cartagena - Castillo San Felipe de Barajas

Heute wird Cartagena als eine der schönsten südamerikanischen Städte und als sehenswerteste Stadt Kolumbiens gewürdigt. Von den Kreuzfahrt-Reedereien wird sie uns häufig als Höhepunkt einer Karibik-Kreuzfahrt „verkauft“.

Kreuzfahrt-Schiffe legen am Terminal Maritimo de Cartagena an. Nebenbei gesagt, Cartagenas Hafen gilt als einer der modernsten Häfen Südamerikas. Für Kolumbien ist es der wichtigste Hafen. Und nach dem Motto „the evil is always and everywhere“, wird hier mit moderner Technik versucht, dem Bösen entgegen zu wirken. Überall sind Videokameras angebracht und gut ausgerüstete Polizisten samt ihrer Drogenhunde sind nicht zu übersehen. Uns sollte das nicht stören.

Cartagena - Der Kreuzfahrthafen von Cartagena

Cartagena - Die bessere Seite des Kreuzfahrthafens

Was erwartet den Kreuzfahrt-Teilnehmer in Cartagena? Armut, Straßenraub, Drogenhandel? Ehrlich gesagt, wir glauben nicht, dass es in der Weltkulturerbe-Stadt Cartagena so viel gefährlicher ist als beispielsweise in Berlin, Frankfurt oder Hamburg. Was die Gefahren anbelangt, das war noch ein ganz anderer Schnack, als wir 1999 Kolumbien das erste Mal besuchten. Da wurden wir noch von wohlmeinenden Kolumbianern mit den erhellenden Worten „they shoot you for nothing“ gewarnt, durch Bogota zu laufen. Cartagena ist nicht Bogota. Und Bogota war früher. Heute ist es in Kolumbien mit der Sicherheit besser bestellt. An Tagen, an denen Kreuzfahrt-Schiffe den Stadthafen anlaufen, wird zudem die Präsenz der Ordnungskräfte und der Touristenpolizei in Cartagena sichtbar verstärkt. Also wovor sollten wir uns fürchten?

Eines ist unbedingt sicher. Beim Stadtrundgang durch Cartagena müssen wir nicht frieren. Das gesamte Jahr über pendeln hier die Temperaturen zwischen tropischen 25 und 32 Grad. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt um die 90 Prozent. Das ist jedoch kein Grund, sich in einen klimatisierten Tourbus zu verkriechen und durch die Stadt kutschieren zu lassen.

Die historische Altstadt, deretwegen wir diese Stadt besuchen, liegt etwa vier Kilometer vom Kreuzfahrt-Pier entfernt. Wie so oft sprechen wir uns auch in Cartagena für eine individuelle Tour aus. Sicherlich ist es, schon in Hinblick auf das Klima, nicht anzuraten, den Weg in die Stadt zu Fuß zurückzulegen. Am Terminal warten genügend Taxifahrer auf Kundschaft. Taxameter sind ungebräuchlich. Über den Fahrpreis wird vor Antritt der Fahrt verhandelt. Offiziell kostet die Fahrt bis zur Muelle de los Pegasos nur 10 US$. Im Frühjahr 2012 wurden allerdings 15 US$ für diesen Weg verlangt. Der Rückweg war wieder für 10 US$ zu haben. Da hatte sich der Hype offenbar schon gelegt.

Was es in Cartagena zu sehen und zu erleben gibt, dazu mehr unter Cartagena – Sehenswertes.