Cartagena / Kolumbien

Cartagena / Kolumbien


Cartagena wird als eine der schönsten südamerikanischen Städte und als interessanteste Stadt Kolumbiens gepriesen. Kreuzfahrt-Reedereien „verkaufen“ die Kreuzfahrtdestination allgemein als Höhepunkt einer Karibik-Kreuzfahrt.

Cartagena ist die Hauptstadt des Departementos Bolivar. Die Stadt liegt im Nordwesten Kolumbiens am Karibischen Meer. Die Einwohnerzahl wird auf 914.600 (Stand 30. Juni 2020) geschätzt. Der Name der Stadt leitet sich von der spanischen Stadt Cartagena ab. Um Verwechselungen auszuschließen, erhielt die kolumbianische Stadt den Namenszusatz „de Indias“.

Blick auf Cartagena

Blick auf Cartagena


Cartagena – Geschichte

Der spanische Eroberer Pedro de Heredia gründete Cartagena im Jahr 1533 auf den küstennahen Inseln. Cartagena entwickelte sich schnell zu einem führenden Handelshafen. Von dort verschifften die Konquistadoren zweimal im Jahr die in den Ländern der Region zusammengerafften Edelmetalle, Perlen und Edelsteine ins spanische Mutterland.

Cartagena wurde außerdem in kurzer Zeit Zielhafen der Sklavenschiffe. Neben spanischen Schiffen nutzten niederländische und englische Schiffe den Standort zum Entladen ihrer menschlichen Fracht. Der aus diesen Geschäften erwachsende Wohlstand lockte zwangsläufig Piraten an. Nach einem Überfall des englischen Freibeuters Sir Francis Drake wurde Cartagena massiv befestigt. Es wurden imposante Wallanlagen und 29 Forts angelegt. Die Probe auf die Widerstandskraft der Verteidigungsanlagen lieferte im Jahr 1740 der Ansturm einer aus 186 Schiffen und 18.000 Soldaten bestehenden britischen Flotte. Cartagenas Festungen widerstanden dem Ansturm. Die Stadt wurde in der Folge als uneinnehmbar bezeichnet.

Cartagena - Castillo San Felipe de Barajas

Cartagena - Castillo San Felipe de Barajas


Cartagena – Klima

Beim Stadtrundgang durch Cartagena braucht niemand zu frieren. Das gesamte Jahr über pendeln die Temperaturen zwischen tropischen 25 und 32 Grad Celsius. Die relative Luftfeuchtigkeit schwankt um 90 Prozent.

Cartagena – ökonomisch gesehen

Der Sklavenhandel ist finstere Vergangenheit: Cartagenas Hafen ist Kolumbiens wichtigster Hafen. Kolumbiens Marine machte die Stadt zu ihrem Haupthafen. Cartagenas Einwohner leben von Fischerei, der Hafenwirtschaft, Raffinerien, der petrochemischen Industrie sowie dem internationalen Tourismus. Der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor der Stadt. Sonnenhungrige Urlauber zieht es in die vor der ummauerten Altstadt liegende Hotelzone Bocagrande.

Cartagena - Hotelzone Bocagrande

Cartagena - Hotelzone Bocagrande


Cartagena – Kultur und Wissenschaft

Cartagena ist Universitätsstadt und Sitz eines Erzbischofs. Seit dem Jahr 1984 steht die Stadt in der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Sehenswert ist das historische ummauerte und gepflegte Stadtzentrum mit dem Festungsring und den vielen im andalusischen Stil erbauten Häusern.

Cartagena – ein wichtiges karibisches Kreuzfahrtziel

Kreuzfahrt-Schiffe legen in Cartagena am Terminal de Cruceros auf der Isla de Manga an. Trotz anderslautender Berichte fühlen wir uns in Cartagena gut aufgehoben. Überall sind Videokameras angebracht und gut ausgerüstete Polizisten samt ihrer Drogenhunde sind nicht zu übersehen.

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Cartagena

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Cartagena


Was erwartet uns und unsere Mitreisenden in Cartagena? Armut, Straßenraub, Drogenhandel? Wir glauben nicht, dass es in Cartagena um vieles gefährlicher ist als beispielsweise in Berlin, Frankfurt oder Hamburg. Als wir Kolumbien im Jahr 1999 zum ersten Mal besuchten, empfahlen uns wohlmeinende Kolumbianer nicht durch Bogota zu laufen. Sie warnten uns mit aufgeregter Stimme vor Straßenräubern: „They shoot you for nothing“. Cartagena ist nicht Bogota. Ganz allgemein ist es heute in Kolumbien mit der Sicherheit besser bestellt. Speziell in Cartagena wird an Tagen, an denen Kreuzfahrt-Schiffe den Hafen anlaufen, die Präsenz der Ordnungskräfte und der Touristenpolizei sichtbar verstärkt. Also wovor sollten wir Passagiere uns fürchten?

Cartagenas historische Altstadt liegt sechs Kilometer vom Pier der Kreuzfahrtschiffe entfernt. Besucher, die wie wir zu individuellen Touren neigen, sind in Hinblick auf die tropischen Temperaturen gut beraten, für den Weg in die Stadt ein Taxi zu nehmen. Am Terminal warten genügend Taxifahrer. Taxameter sind ungebräuchlich. Über den Fahrpreis wird vor Antritt der Fahrt verhandelt. Gezahlt wird in Pesos. US-Dollars werden ebenfalls akzeptiert. In diesen Fällen besteht allerdings die Neigung, Touristen beim Umrechnungskurs zu übertölpeln. Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil.

Was es in Cartagena zu sehen und zu erleben gibt beschreiben wir unter Cartagena – Sehenswürdigkeiten.

Update April 2021