Schon einmal haben wir uns mit Cartagena de Indias beschäftigt. Unter Ein Tag in Cartagena sangen wir ein Loblied auf die Stadt. In diesem Beitrag soll es um die wichtigste Festung der Stadt Castillo San Felipe de Barajas und um das Convento de la Popa gehen.


Castillo San Felipe de Barajas

Heutzutage gilt Cartagena als Kolumbiens bedeutendster Hafen. Doch schon 500 Jahre zuvor, im 16. Jahrhundert, besaß Cartagenas Hafen allergrößte Bedeutung. Von Cartagena aus wurden zweimal jährlich die in Zentralamerika zusammengerafften Schätze ins Mutterland Spanien verschifft. Das war ein außerordentlich riskantes Unterfangen. Auch die allgegenwärtig lauernden Freibeuter und Piraten hatten ihre Terminkalender gut im Griff.

Um die angesammelte wertvolle Beute nicht zu verlieren, wurde Cartagena von spanischen Militärs wirkungsvoll befestigt. Die Wallanlagen der „alten“ Stadt sind heute noch ein beredtes Beispiel dieses Könnens. Zur wohl effektivsten Verteidigungsanlage wurde seit Mitte des 16. Jahrhunderts Castillo San Felipe de Barajas ausgebaut. Über mehr als zwei Jahrhunderte investierte Spanien in sieben Bauabschnitten Unmengen Geldes in die hochgelegenen Verteidigungslinien auf dem Lazaro-Hügel. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Festung war uneinnehmbar. Zudem gilt sie als wichtigster Militärbau außerhalb Spaniens.

Das Kastell liegt zwei bis drei Kilometer von der Altstadt Cartagenas entfernt. Auch sportlichen Besuchern wird bei den vorherrschenden heißen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit geraten, das Fort mit einem Taxi anzusteuern. Die gigantische Anlage ist von außen und von innen zu besichtigen. Die Außenbereiche beeindrucken mit verblüffenden, unerwarteten Wechseln der Architektur, mit spitzen Winkeln und überhängenden Verteidigungslinien, die die Einnahme der Festung unmöglich machen sollten. Im Inneren weist die Festung unterirdische Gänge von, wie es heißt, vier Kilometern Länge auf.

Es ist empfehlenswert, früh am Tag eine Außenbesichtigung zu starten. Die Temperaturen sind zu dieser Zeit erträglicher als in der Mittagshitze. Im zur Versorgung und zur Evakuierung gebauten Tunnelsystem ist es die ganze Zeit über schön kühl. Im Bereich des Kastells fehlt ein Besucher-Leitsystem. Die Miete eines Audioguides und die Verwendung einer Karte der Anlage (die gibt es kostenlos) sind daher von großem Nutzen.


Impressionen Castillo San Felipe de Barajas

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Convento de la Popa

Das im Jahr 1606 gegründete Convento de la Popa liegt etwas weiter von der Stadt entfernt als das Castillo San Felipe. Das Kloster liegt in 148 m Höhe auf dem Cerro de la Popa oberhalb des Kastells. Der Popa-Hügel wird in Cartagena auch das Heck der Galeere genannt. Die Kirche des Klosters ist der Virgen de la Candelaria geweiht. Sie beschützte die Stadt vor der Pest und vor den Piraten.

Bei der Errichtung des Bauwerks wurde nicht gespart. Dem Hörensagen nach wurden vom Jahr 1606 an über 6 Jahre 15.000 Dukaten investiert. Für damalige Zeiten eine gewaltige Summe. Dafür bekamen die Bauherren ein Gebäude, das von fern ob seiner massiven Erscheinung einer Burg glich. Das führte dazu, dass uneinsichtige Piraten das religiöse Bauwerk als weltliches Ziel einschätzten, das immer wieder einmal angegriffen werden musste.

Die Höhenlage und die Befestigungen verhinderten zwar das Schlimmste. Doch nach jedem Angriff waren aufwendige Reparaturen vonnöten. Hart traf es die Stadt und das Kloster während der gegen die Spanier gerichteten Unabhängigkeitskriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Das Kloster und die Kirche erlitten schwerste Zerstörungen.

Heute stehen Kloster und Kirche weit vorn auf der Liste der Sehenswürdigkeiten Cartagenas. Diesen bevorzugten Platz haben ihnen einerseits die herausragende Lage mit dem schönsten Blick auf Cartagena und andererseits die imposanten Mauern und Säulen verschafft. Die Pracht des Innenhofs ist augenfällig. Heute ist im Gebäude ein Museum eingerichtet. Und auch die Kirche ist einen Besuch wert.

 

Impressionen Convento de la Popa

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