Ein Tag in Cartagena

Autor: Anne Plau

Cartagena ist eine schöne Stadt. Damit meine ich die von Mauern umgebene Altstadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Das gesamte Ensemble gefällt mir: Die Häuser und Plätze sind liebevoll restauriert, immer wieder blickt man in tropisch bewachsene, schattige Innenhöfe, und die Aussicht von den Festungsmauern ist beeindruckend. 

Cartagena - Inquisitionspalast


Cartagena - Inquisitionspalast


Baluarte - Santa Cruz


Baluarte - Santa Cruz 


Cartagena ist Touristenmagnet

Dazu kommen die freundlichen Menschen, die sauberen Straßen und ein starkes Gefühl der Sicherheit. Die Polizei ist sehr dezent überall präsent. Cartagena ist Touristenmagnet und Devisenbringer und soll das auch bleiben.

Wir erreichen Cartagena morgens um 9.30 Uhr. Es ist bemerkenswert, wie schnell dieses doch sehr große Kreuzfahrtschiff die Anlagemanöver absolviert und die Freigabe durch die Behörden erreicht, nicht nur heute. Schon um 10.00 Uhr verlassen wir das Schiff. Es ist heiß, über 30° (Celsius), leicht diesig. Die hohe Luftfeuchtigkeit wird durch den Wind etwas gemildert.

Mit dem Taxi zur Altstadt von Cartagena

Kreuzfahrt-Schiffe docken im Containerhafen, daher müssen wir 300 m – 400 m bis zum Hafenausgang und Kreuzfahrt-Terminal gehen. Die Anlagen dort sind sehr hübsch gestaltet mit hohen Bäumen und Wasserflächen, auf abgeteilten Freiflächen gibt es Flamingos und Papageien. Alles ist ordentlich und sauber. Am Taxistand herrscht schon großer Andrang. Die Preise für Fahrten sind an einer Tafel angezeigt: 10 US$ bis zur Altstadt, 20 US$ für eine Stunde.

Cartagena - Kreuzfahrtschiffe


Cartagena - Kreuzfahrtschiffe


Empfangskommando im Kreuzfahrtterminal von Cartagena


Empfangskommando im Kreuzfahrtterminal von Cartagena 


Die Fahrt zur Altstadt dauert etwa 15 Minuten. Nach einigen Minuten Wartezeit haben wir den heute inoffiziell verlangten Fahrpreis zur Altstadt von 20 US$ – Angebot und Nachfrage! - auf 15 US$ herunter gehandelt und noch einen Mitfahrer gefunden. Alles wäre sehr einfach, wenn Touristen etwas disziplinierter in Bezug auf Preise wären.

Start unseres Rundgangs an der Puerta de Reloj

Wir starten unseren Altstadt-Rundgang an der Puerta de Reloj (Uhrenturm), die Einlass durch die mächtige Stadtmauer gewährt, und erreichen die Plaza de los Coches, auf der früher Sklaven verkauft wurden. Detaillierte Information finden Sie in unserem Beitrag: Cartagena Sehenswürdigkeiten.

Plaza de los Coches und Puerta de Reloj


Plaza de los Coches und Puerta de Reloj


Plaza de los Coches und Heredia-Denkmal


Plaza de los Coches und Heredia-Denkmal 


Gegenüber und rechts der Mauer befinden sich Häuser, teilweise mit Arkaden, unter denen Händler ihre Waren anbieten. Links geht es weiter zur Plaza de la Aduana mit dem Kolumbusdenkmal. Auch hier sind alle Häuser ringsum wunderschön restauriert, der Platz selbst wird gerade erneuert und ist teilweise gesperrt. Weiter geht es in Richtung Iglesia de San Pedro Claver, zu der auch ein Kloster und ein Museum gehören. Auf dem Platz vor der Kirche und dem Museum stehen in lockerer Folge Metallskulpturen, die vor allem frühere Bewohner Cartagenas darstellen. Da gibt es die Näherin, den Bergarbeiter, den Friseur und die Dominospieler. Es gibt Bänke zum Ausruhen; überall in Cartagena sollte man sich Zeit nehmen nur zum Schauen und Staunen.

Kunstwerk an der Plaza de San Pedro Claver

Kunstwerk an der Plaza de San Pedro Claver


Auf der Plaza de Bolivar

Vor der Kirche halten wir uns rechts und gehen weiter zur Plaza de Bolivar, dem zentralen Platz der Altstadt. Der Platz ist eigentlich ein kleiner Park mit Schatten spendenden Bäumen, vielen Bänken und natürlich vielen Straßenhändlern. Die gibt es überall in Cartagena, es werden Hüte, Uhren, Schnitzereien, T-Shirts, Früchte, Getränke etc. angeboten. Ein freundliches „no thank you“ reicht, dann wird man nicht weiter bedrängt. Während unseres Stadtrundgangs sehen wir nur zwei Bettler; in Cartagena wird gearbeitet, nicht gebettelt. Das muss man bedenken, wenn der 20. oder auch 40. Straßenhändler seine Ware anpreist.

Plaza de Bolívard
Simon Bolívar hoch zu Ross
Ein Teilbereich des Inquisitionspalastes
Mittelschiff und Decke der Kathedrale


Rund um die Plaza de Bolivar liegen die Kathedrale, das Museo del Oro und der Inquisitionspalast mit dem prächtigen Eingangstor. Wir besichtigen die Kathedrale, müssen dafür 5US$ Eintritt zahlen und erhalten eine sehr gute Audiopräsentation, allerdings in Englisch. Für spanische Ursprünge ist die Kathedrale sehr schlicht. Es ist ruhig hier, nur wenige Touristen sind anscheinend bereit, für die Besichtigung einer Kirche Geld auszugeben. Auch in anderen Städten, die wir besucht haben, ist mir das aufgefallen.

Auf den Stadtmauern

Weiter geht es in Richtung Stadtmauer. Kurz vor der Bastion de Cartagena machen wir eine Rast in der Café-Bar Teatrino.

Café und Bar Teatrino


Café und Bar Teatrino


Café und Bar Teatrino - Innenhof


Café und Bar Teatrino - Innenhof 


Das Haus ist 400 Jahre alt und besteht aus verschiedenen Gebäudeteilen, die durch Gänge und Innenhöfe verbunden sind. Wir müssen uns alles ansehen, die Inhaber sind – zu Recht – sehr stolz auf dieses schöne Objekt. Alles ist sehr liebevoll restauriert mit hohen Balkendecken, alten Fliesen und Kunstobjekten. Abends gibt es hier Life-Musik. Das muss ein Erlebnis sein.

Wir gehen auf der Festungsmauer bis zum Heredia-Theater und von dort weiter zur Klosterkirche Santo Domingo. Auch der Platz vor der Kirche, die Plaza Santo Domingo, ist ein Kleinod. Etliche Bars und Restaurants laden zum Verweilen ein.

Festungsmauer


Festungsmauer


Baluarte de Santiago


Baluarte de Santiago 


Bummel durch die Altstadt

Unser Altstadt-„Programm“ haben wir erledigt. Jetzt schlendern wir durch die Straßen, gehen in die Höfe und lassen Cartagena auf uns wirken. Ich hatte vor der Reise genug über diese Stadt gelesen und wusste in groben Zügen, was mich hier erwartet. Cartagena hat die Erwartungen übertroffen.

Bevor wir die Altstadt durch die Puerta de Reloj wieder verlassen, stoppen wir noch im Eco-Bistro des 4*Hotels Urban Royal del Reloj. Man trinkt und tafelt hier umweltbewusst, auch in Kolumbien durchaus an der Tagesordnung. Das Lokal ist supermodern eingerichtet, durch bis zum Boden reichende Fenster kann man das Leben auf der Plaza de los Coches beobachten.

Plaza und Klosterkirche Santo Domingo


Plaza und Klosterkirche Santo Domingo


Plaza San Pedro Claver


Plaza San Pedro Claver 


Das Taxi zurück zum Schiff kostet 10 US$, Angebot und Nachfrage sind wieder auf normalem Stand. Eigentlich wollten wir noch zum Castillo San Felipe, von dem aus man einen besonders guten Blick über Cartagena haben soll, aber die Hitze ist inzwischen schwer zu ertragen. Es ist zudem immer noch diesig, so dass auch die Sicht auf die Stadt eingeschränkt ist.

Fazit

Superschön, sauber, nette Menschen, zu Recht von den Kreuzfahrt-Gesellschaften als Highlight in Zentralamerika gepriesen. Ich weiß nicht, ob ich noch einmal nach Cartagena kommen werde, aber ich werde mich sicher nicht dagegen wehren.

Update April 2021