Cartagena – Sehenswürdigkeiten


Cartagena de Indias ist mit 914.600 Einwohnern die fünftgrößte und zweifellos die interessanteste Stadt Kolumbiens. Die von gewaltigen Festungsmauern umgebene, und von mehr als 20 Forts geschützte historische Hafenstadt zählt zu den am häufigsten besuchten touristischen Zielen Südamerikas.

Tagestouristen nehmen nur wenige der Sehenswürdigkeiten der Stadt wahr. Sehenswertes gibt es in Hülle und Fülle: Cartagenas Altstadtbezirk ist seit mehr als 50 Jahren nationales Kulturerbe und steht seit dem Jahr 1984 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Unsere Empfehlungen richten sich speziell an Tagesgäste, die mit Kreuzfahrtschiffen nach Cartagena kommen. Im historischen Stadtzentrum EL Centro erwarten sehenswerteste Plätze, Kirchen sowie Profanbauten die neugierigen Gäste.

Plaza de los Coches und Heredia-Denkmal

Plaza de los Coches und Heredia-Denkmal


Forts, Bollwerke und Stellungen

Cartagenas Altstadt ist von gewaltigen Festungsmauern umgeben. Die Bauarbeiten an den Befestigungen dauerten zwei Jahrhunderte. Drei Forts schützen die Stadt. Das bekannteste Fort ist das auf dem San Lorenzo Hügel errichtete Castillo San Felipe de Barajas. Es wurde im 16. Jahrhundert gebaut, und wird als größte spanische Festung außerhalb Europas bezeichnet. Von der Höhe des Kastells genießen Besucher Ausblicke auf die Altstadt und die Bucht von Cartagena. Unter Castillo San Felipe und Convento de la Popa beschreiben wir einen Besuch des Kastells.

Castillo San Felipe de Barajas

Castillo San Felipe de Barajas


Zu den sehenswerten Bollwerken des Zentrums zählen die Bastión de Cartagena und die Baluarte Santo Domingo. Wir empfehlen, die Stadtmauer zu erklettern und auf die Stadt und die Bucht zu schauen.

Baluarte Santa Cruz


Baluarte Santa Cruz


Baluarte Santa Cruz


Baluarte Santa Cruz 


Die schönsten Plätze in der Altstadt

Auf dem Weg durch die Altstadt passieren Besucher viele attraktive und gepflegte Plätze. Zu unseren Favoriten zählen die Folgenden:

Plaza del Reloj

Die Plaza del Reloj ist der erste innerstädtische Platz, den Cartagenas Besucher zu sehen bekommen. Wir empfehlen den Gästen der Kreuzfahrtschiffe mit einem Taxi bis zum Teatro Colón im Stadtteil Getsemaní zu fahren und von dort, vorbei am Camellón de los Mártires auf den Uhrenturm Torre de Reloj zuzugehen. Das Denkmal Camellón de los Mártires ist Freiheitskämpfern gewidmet, die für die Unabhängigkeit von Spanien kämpften. Linkerhand liegt die Muelle de los Pegasos. Die Kaianlage ist seit den 1920er-Jahren mit zwei riesigen Skulpturen geflügelter Pferde geschmückt.

Puerta y Torre del Reloj und Camellón de los Mártires


Puerta y Torre del Reloj und Camellón de los Mártires


Pferdeskulpturen an der Muelle de los Pegasos


Pferdeskulpturen an der Muelle de los Pegasos 


Die Puerta del Reloj trennt die Plaza del Reloj von der Plaza de los Coches. Ursprünglich war die monumentale Toranlage der Hauptzugang zu der befestigten Stadt. Die Seitenteile des Gebäudes wurden ursprünglich als Kapelle und Munitionslager genutzt. Die Anlage ist von einem Uhrenturm gekrönt.

Puerta y Torre del Reloj

Puerta y Torre del Reloj


Plaza de los Coches

Hinter der Puerta del Reloj liegt die dreieckige, von Häusern mit Laubengängen gesäumte Plaza de los Coches. Der Platz war einstmals der Sklavenmarkt. In der Mitte des Platzes steht das Monumento a Pedro de Heredia, das Standbild des Stadtgründers.

Arkaden an der Plaza de los Coches

Arkaden an der Plaza de los Coches


Plaza de la Aduana

An die Plaza de los Coches schließt die Plaza de la Aduana an. „Aduana“ steht im Spanischen für „Zollbehörde“. Tatsächlich erhielt der Platz seinen Namen vom königlichen Zollhaus, der Casa de la Aduana. Von der Zollbehörde wurden in Kolonialzeiten alle Waren inspiziert, die auf dem Seeweg in die Stadt kamen. Die den Platz flankierenden Bauten wurden im Kolonialstil errichtet. Der Platz wird vom Kolumbusdenkmal beherrscht. 

Plaza San Pedro Claver

Auf die Plaza de la Aduana folgt die Plaza San Pedro Claver. Der Platz ist nach der gleichnamigen Kirche benannt. Restaurants und Ladengeschäfte säumen die Plaza. Auf dem von fliegenden Händlern stark frequentierten Platz stehen eine Statue des jesuitischen Missionars San Pedro Claver sowie mehrere moderne, aus rohem Metall gefertigte Figuren.

Plaza San Pedro Claver


Plaza San Pedro Claver


Plaza de la Aduana


Plaza de la Aduana 


Plaza de Bolívar

Nur wenige Schritte gehen wir von der Plaza San Pedro Claver zur zentral gelegenen Plaza de Bolívar. Der nach dem südamerikanischen Freiheitskämpfer Simon Bolivar benannte Platz ist von Palmen und Laubbäumen umstanden und angenehm schattig. Er lädt bei den für uns schwer zu ertragenden tropischen Temperaturen zur Rast ein. Auf dem Platz erinnert eine Statue an Simon Bolívar. Sie zeigt den Freiheitshelden in stolzer Haltung auf einem Pferd sitzend.

Simon Bolívar hoch zu Ross


Simon Bolívar hoch zu Ross


Plaza de la Proclamación


Plaza de la Proclamación 


Plaza de la Proclamación

Von der Plaza de Bolívar zweigt die Plaza de la Proclamación ab. Der nach der Unabhängigkeitserklärung von Spanien benannte Platz grenzt an Cartagenas Kathedrale und das Quartier der Provinzregierung.

Plaza de Santa Domingo

Ein weiterer anziehender und lebendiger Platz ist die Plaza de Santa Domingo. Sie wurde nach der Klosterkirche Santo Domingo benannt. Bars, Restaurants und Straßencafés umgeben die Plaza. Der Blickfang des Platzes ist die Gertrudis-Skulptur des weltberühmten kolumbianischen Bildhauers Fernando Botero. Er schenkte der Stadt die 650 Kilogramm schwere Bronzeskulptur. Sie trägt offiziell die Bezeichnung „Liegende Figur 92“. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Figur „dicke Gertrudis“ genannt. Die blanken Flächen der Skulptur markieren jene Stellen, die Einheimische und Touristen besonders gern berühren.

Plaza und Klosterkirche Santo Domingo


Plaza und Klosterkirche Santo Domingo


Plaza Santo Domingo - Boteros Gertrudis


Plaza Santo Domingo - Boteros Gertrudis 


 

 

Kirchen

Das Stadtbild Cartagenas ist von unzähligen Kirchen geprägt. Bemerkenswerte Gotteshäuser im Zentrum sind die Kathedrale, das Santuario de San Pedro Claver und Klosterkirche Santo Domingo.

Cartagenas Kathedrale

Die Catedral de Santa Catalina de Alejandría steht an der Plaza de la Proclamación. Cartagenas Kathedrale ist Teil des UNESCO Welterbes und einer der ältesten Bischofssitze Kolumbiens. Das Gotteshaus ist die dritte Bischofskirche am Standort. Im Jahr 1577 wurde mit dem Bau begonnen. Eine wesentliche Verzögerung der Fertigstellung gab es, als im Jahr 1586 der britische Pirat Francis Drake Cartagena überfiel. Bei dem Überfall wurde der weit fortgeschrittene Bau schwer beschädigt. Die Fertigstellung erfolgte erst im Jahr 1612. Im 20. Jahrhundert wurde das Gotteshaus umgebaut und der Turm errichtet.

Kathedrale von Cartagena - Mittelschiff und Altar
Kathedrale von Cartagena - Mittelschiff, Arkaden und Decke
Kathedrale von Cartagena - Seitenschiff
Kathedrale von Cartagena - Kapelle


Die Kirche besitzt drei Schiffe, das Mittelschiff ist von Arkaden getragen. Der Kirchenraum ist für katholische Verhältnisse relativ einfach dekoriert, abgesehen von der aus Carrara-Marmor gefertigten Kanzel und dem vergoldeten Altar. Auf beiden Seiten des Kirchenschiffs sehen wir gemeißelte Kreuzwegstationen.

Touristen zahlen für den Besuch der Kathedrale einen angemessenen Eintrittspreis.

Santuario de San Pedro Claver

Der Komplex der Kirche umfasst die Kirche de San Pedro Claver, ein Kloster und ein archäologisches Museum. Die Ende des 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebaute Kirche wurde im spanischen Kolonialstil errichtet. Die Kuppel wurde im 20. Jahrhundert erneuert. Der Altar birgt in einer Urne aus Bronze und Glas die sterblichen Überreste des Missionars Pedro Claver. Der im Jahr 1654 gestorbene Heilige widmete sein Leben vorwiegend der Missionierung und dem Freikauf der nach Kolumbien verfrachteten Sklaven.

Santuario de San Pedro Claver


Santuario de San Pedro Claver


Fassade der Klosterkirche Santo Domingo


Fassade der Klosterkirche Santo Domingo 


Klosterkirche Santo Domingo

Santo Domingo ist eine der ältesten und eindrucksvollsten Kirchen Cartagenas. Die Arbeiten an der Kirche begannen im 16. Jahrhundert. Die fünf Bauabschnitte nahmen mehr als 200 Jahre in Anspruch. Die Hauptmerkmale der von Dominikanern erbauten Klosterkirche sind der schiefe Turm und die über die Straße hinausragenden Stützwände. Sie wurden erforderlich, nachdem die ursprünglichen Wände nachgaben. Ein holzgeschnitztes Christusbild sowie ein Bildnis der Jungfrau Maria zieren den Barock-Altar. Die Krone der Maria ist aus Gold und Smaragden gefertigt.

Standort: Calle 35

Convento de la Popa

Das Convento de la Popa liegt in 148 Meter Höhe auf dem Cerro de la Popa oberhalb des Castillo San Felipe de Barajas. Der Popa-Hügel wird von den Einwohnern Cartagenas das „Heck der Galeere“ genannt. Die Kirche des Klosters ist der Virgen de la Candelaria, der Jungfrau von Candelaria geweiht. Die „schwarze Jungfrau“ beschützte die Stadt vor der Pest und vor den Piraten. Am 2. Februar pilgern Kolumbianer zum Kloster hinauf. Unter Castillo San Felipe und Convento de la Popa beschreiben wir das Heiligtum.

Convento de la Popa

Convento de la Popa


Profanbauten und Museen

Museo del Oro Zenú

Neben der Plaza de Bolívar präsentiert das kleine, von der kolumbianischen Staatsbank eingerichtete Museum präkolumbianische Goldobjekte des Indianervolks der Zenú.

Casa de la Inquisición

Auf der anderen Seite der Plaza de Bolívar befindet sich der im Jahr 1770 fertiggestellte Inquisitionspalast. Der im Baustil an die spanische Kolonialarchitektur angelehnte Palast erinnert an ein dunkles und schauriges Kapitel spanischer Kolonialgeschichte. Ein großes und prächtiges Eingangsportal ziert den Eingangsbereich. Holzbalkone schmücken die Fassade. Im Inneren des Gebäudes befanden sich die Gefängnisse und Folterkammern. In dem Gebäude lief die spanische Inquisition bis zur Erlangung der Unabhängigkeit Kolumbiens von Spanien auf Hochtouren.

Inquisitionspalast


Inquisitionspalast


Portal des Inquisitionspalastes


Portal des Inquisitionspalastes 


Der schaurige Palast birgt heutzutage ein historisches Museum in dem Folterwerkzeuge ausgestellt und Foltermethoden beschrieben werden. Das alles passt überhaupt nicht zu der friedvollen Umgebung der Plaza de Bolívar.

Universidad de Cartagena

Einen Straßenzug nördlich der Klosterkirche Santo Domingo liegt an der Calle 36 die Universität von Cartagena. Im geschlossenen, grünen Innenhof dürfen sich Touristen umschauen und ausruhen.

Cartagena - Innenhof der Universität

Cartagena - Innenhof der Universität


Teatro Heredia

Zwei Querstraßen weiter, steht an der Calle 38 das nach dem Stadtgründer benannte Heredia-Theater. Es erhebt sich über den Überresten der im Jahr 1625 erbauten Kirche de la Merced. Das Theater wurde im Stil europäischer Opernhäuser geplant und errichtet. Die Besucherplätze wurden in Hufeisenform gestaltet.

Teatro Heredia

Teatro Heredia


Museo de Arte Moderno Cartagena

Das seit 1979 bestehende Museum für moderne Kunst nutzt zwei historische Gebäude. Das Kunstmuseum ist den unterschiedlichen Erscheinungsformen der bildenden Kunst gewidmet, wobei Werke zeitgenössischer kolumbianischer Künstler im Vordergrund stehen.

Standort: Plaza San Pedro Claver

Museo Naval del Caribe

Seit dem Jahr 1988 stellt Cartagenas Marinemuseum seine Schätze in einem ehemaligen Jesuitenkloster aus. Es präsentiert in der 70 Meter langen „republikanischen Halle“ die Geschichte der Hafen- und Handelsstadt. Außerdem beschreibt es die Befestigungen der Stadt, die Folgen der Piratenüberfälle und die spanischen Galeonen.
Im Obergeschoss des Gebäudes wird die Geschichte der kolumbianischen Marine interpretiert.

Standort: Calle de San Juan de Dios
Für die Besichtigung der Ausstellungen sind im Normalfall drei Stunden einzukalkulieren.

Tipps für Gäste von Kreuzfahrtschiffen

In guten Jahren steuern jährlich bis zu 200 Kreuzfahrtschiffe das Terminal Maritimo de Cartagena an. Die Stadt ist Start- und Zielort von Kreuzfahrten und dient noch mehr als Zwischenhalt bei Kreuzfahrten im Karibischen Meer. Zwischen den Liegeplätzen der Kreuzfahrtschiffe und dem Hafenausgang verkehren kostenlose Shuttlebusse.

Im Kreuzfahrthafen von Cartagena/Kolumbien


Im Kreuzfahrthafen von Cartagena/Kolumbien


Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Cartagena/Kolumbien


Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Cartagena/Kolumbien 


Das Kreuzfahrtterminal liegt in einer kleinen von Flamingos und Papageien bewohnten Grünanlage. Passagiere, die nicht an organisierten Ausflügen teilnehmen, besuchen die Stadt auf eigene Faust. Die Distanz zum historischen Stadtzentrum beträgt sechs Kilometer. Vor den Hafentoren warten Taxifahrer auf Fahrgäste. Ziel der Fahrt ist die Puerta del Reloj, das ehemalige Haupttor der Stadtmauer. 

Cartagena ist, anders als vielfach behauptet, eine sichere Stadt. Mord und Totschlag mögen in Drogenregionen vorkommen; nicht in Cartagena. An Tagen, an denen Kreuzfahrt-Schiffe den Hafen anlaufen, wird die Präsenz der Ordnungskräfte und der Touristenpolizei sichtbar verstärkt.

Ambulante Händler an der Plaza de San Pedro Claver


Ambulante Händler an der Plaza de San Pedro Claver


Plaza de San Pedro Claver - Zeit für ein Schwätzchen


Plaza de San Pedro Claver - Zeit für ein Schwätzchen


Als aufdringlich und nervend empfinden wir allerdings die vielen fliegenden Händler, die ihre Waren mit Nachdruck an die Frau und den Mann bringen wollen. Doch sie müssen vom Verkauf ihrer Waren leben, Nachsicht ist somit geboten!

Update April 2021