Huế Sehenswürdigkeiten

Huế Sehenswürdigkeiten

Autor: Anne Plau

In und um Huế gibt es beeindruckende Sehenswürdigkeiten von kulturellem und geschichtlichem Wert. In der ehemaligen Kaiserstadt Huế zählen dazu die Zitadelle mit dem Kaiserpalast und der Verbotenen Stadt sowie die buddhistische Thien Mu Pagode mit Klosteranlage und -garten. Außerhalb von Huế sind sehenswerte Grabmale früherer Kaiser, überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert, zu besichten. Viele dieser Sehenswürdigkeiten liegen am Huong Giang, dem Parfümfluss, der durch Huế fließt.

Der Parfümfluss von einer Anhöhe gesehen

Der Parfümfluss von einer Anhöhe gesehen


Zitadelle und Verbotene Stadt

Ein wichtiges Wahrzeichen von Huế ist die Zitadelle aus dem 19. Jahrhundert. Die Zitadelle war einst Staat in der Stadt: Die kaiserliche Residenz der vietnamesischen Nguyen-Dynastie. Der ausgedehnte Komplex ist umgeben von einem breiten Graben und einer elf Kilometer langen wallartigen Steinmauer. Er umfasst die Kaiserstadt mit Torhaus, Palästen und Tempeln sowie die Verbotene purpurne Stadt, den kaiserlichen Wohnsitz. Die Architektur lehnt sich eng an traditionelle chinesische Bauten an. Vorbild für die Anlage war die Verbotene Stadt in Peking. Die Regeln der Geomantik, chinesisch: Fengshui, wurden streng beachtet. Während des Vietnamkriegs wurden die meisten Gebäude des Kaiserpalastes und der Verbotenen Stadt zerstört. Seit 1993 gehört die Zitadelle zum UNESCO Weltkulturerbe und wird nach und nach wieder aufgebaut.

Flaggenturm der Zitadelle
Haupttor der Zitadelle - Rückseite
Palast mit dem Kaiserthron
Kaiserliches Theater

Viele der ursprünglich rund 300 Gebäude liegen noch in Trümmern. Trotzdem lohnt eine Besichtigung. Die erhaltenen oder bereits wieder restaurierten Paläste und Tempel, das kaiserliche Theater, das Torhaus, die Gärten, Teiche und Brücken sind überaus sehenswert. Schon die Bezeichnungen der Bauten, wie: „Tor der Menschlichkeit“, „Halle der Höchsten Harmonie“, „Brücke des Goldenen Wassers“, „Pavillon der Frischen Luft“ oder „Haus der Fünf Generationen“ laden zum Erkunden ein.

Die Zitadelle steht für das Vietnam der Kaiserzeit, für Prunk und Pracht, aber auch für Harmonie und Ruhe.

Thien Mu Pagode

Es gibt zahlreiche Tempel und Pagoden in Huế. Die Thien Mu Pagode gilt als die bedeutendste. Sie ist auch ein buddhistisches Kloster, das 1601 gegründet wurde. Die Thien Mu Pagode liegt etwa fünf Kilometer von Huế entfernt auf einer Anhöhe am nördlichen Ufer des Huong Giang.

Drachenboote vor der Thien Mu Pagode

Drachenboote vor der Thien Mu Pagode


Am Eingang steht der im Jahr 1844 erbaute siebenstöckige Pagodenturm, der 21 Meter hoch ist. Die Thien Mu Pagode ist damit die höchste Vietnams. Wenn man mit dem Boot ankommt, führt eine Treppe bis zum Eingang. In einem Pavillon neben dem Turm befindet sich eine 2,50 Meter hohe, 3.285 Kilo schwere Bronzeglocke, die im Jahr 1710 für die Pagode gegossen wurde. Im hinteren Teil der Anlage liegen der Haupttempel mit einer großen Buddha-Statue und die Wohngebäude der Mönche. Umgeben ist alles von einer wunderschönen Gartenanlage und einer hohen Mauer.

Turm der Thien Mu Pagode
Garten der Thien Mu Pagode
Im Garten der Thien Mu Pagode
Symbolträchtiger Austin

In einer Garage im Seitentrakt wird der Wagen ausgestellt, mit dem der Mönch Thich Quang Duc im Jahr 1963 nach Saigon fuhr. Dort verbrannte er sich aus Protest gegen die Verfolgung der Buddhisten durch das damalige diktatorische Regime. Ein Foto im Wagen zeigt die Selbstverbrennung.

Kaisergräber der Nguyen-Dynastie

In der Stadt und in der Umgebung von Huế gibt es etliche riesige Grabanlagen. Grund dafür ist der familiäre Ahnenkult, der in Vietnam einen hohen Stellenwert hat. Familien verschulden sich sogar, um ihren verstorbenen Angehörigen auch über den Tod hinaus einen angemessenen Platz zu geben.

Besonders üppig und prunkvoll sind die Kaisergräber der vietnamesischen Nguyen-Dynastie.

Minh Mang Grab

Die Grabanlage von Minh Mang wurde in der Zeit von 1840 bis 1843 erbaut. Sie liegt 12 Kilometer von Huế entfernt in einem Landschaftspark am Huong Giang. Sie umfasst eine Fläche von 28 Hektar und ist mit einer 1700 Meter langen Schutzmauer umgeben. Minh Mang hat seine Grabanlage selbst geplant, starb jedoch ein Jahr vor der Fertigstellung. Sein Sohn vollendete die Grabanlage.

Grundriss der Minh Mang Grabanlage
Ein Pavillon der Grabanlage
Tiergestalten vor den Minh Mang Kaisergräbern
Zum Kaisergrab führende Bücke
 

Das Grab von Minh Mang ist berühmt für seine architektonische Gestaltung. Es wurde gebaut wie ein Palast, nur kleiner. Die Bauten – Torhaus, Empfangsgebäude, Tempel, Pavillons, Ehrenhof - sind symmetrisch entlang einer 700 Meter langen Mittellinie angeordnet. Aus der Vogelperspektive sieht die Anlage wie ein menschlicher Körper aus. Die Grabstätte des Kaisers liegt „im Kopf“ und ist umgeben von einem See und einer Steinmauer.

Unter den Kaisergräbern in Huế ist das Minh Mang Grab das eindrucksvollste. Seit 1993 gehört es zum UNESCO Weltkulturerbe.

Huong Giang - Parfümfluss

Mitten durch Huế fließt der Huong Giang. Angeblich duftet der Fluss häufig sehr angenehm und hat daher seinen Namen. Befahren wird der Huong Giang von Drachenbooten, die wegen ihrer farbenfrohen Verziehrungen hübsch anzusehen sind.

Drachenboot auf dem Huong Giang

Drachenboot auf dem Huong Giang


Mit den Drachenbooten kann man die außerhalb der Stadt am Fluss liegenden Sehenswürdigkeiten erreichen, bspw. die Thien Mu Pagode oder das Minh Mang Grab. Aber auch eine Bootstour entlang der kleinen Dörfer bietet sich an. Auf der südlichen Seite des Flusses gibt es eine Uferpromenade, die zu einem Spaziergang einlädt. Und jeden Abend findet am Fluss ein kleiner Nachtmarkt statt.

Unser Landausflug nach Huế

Im Verlauf einer Kreuzfahrt von Hongkong nach Singapur legt unser Kreuzfahrtschiff Celebrity Millennium im Hafen von Chan May an. Wir nutzen den eintägigen Aufenthalt, um uns die Kaiserstadt Huế anzusehen. Den detaillierten Bericht finden Sie in unserem Beitrag Landausflug in die Kaiserstadt Huế.

Update März 2024