Neptunbrunnen

Ein Nachmittag und Abend in Rom


Der aktuelle „ADAC Reiseführer Rom“ weist in der aktuellen Ausgabe für die am Tiber gelegene Stadt Dutzende sehenswerte Objekte aus. Aus einschlägiger Erfahrung sind wir überzeugt, dass der Guide längst nicht alle Attraktionen der annähernd 2,8 Millionen Einwohner zählenden Metropole nennt. Es würde mehrere Wochen Zeit beanspruchen, um Rom und seine Wunder auch nur halbwegs zu erkunden. Dafür fehlt uns leider die Zeit. Wir beschränken uns darauf, die Stadt im Rahmen von in Civitavecchia beginnenden oder endenden Kreuzfahrten zu entdecken.

Anlässlich einer Reise mit Royal Caribbeans Mariner of the Seas starten wir im September 2011 von Civitavecchia aus zu einer Kreuzfahrt im östlichen Mittelmeer. Am Vortag reisen wir früh genug an, um den Nachmittag und den Abend in Roms Zentrum zu verbringen. Folgende Ziele der „ewigen Stadt“ stehen auf unserer Liste: 

Mariner of the Seas

Mariner of the Seas


Piazza della Repubblica

Die nahe an unserem Hotel gelegene Piazza della Repubblica besuchten wir zuvor noch nie. Das allein ist Grund genug, um den weitläufigen Platz mit dem riesigen Kreisverkehr anzusehen. Im Westen wird der Platz von zwei imposanten, bogenförmigen Gebäuden mit herrlichen Arkaden begrenzt. Die Bauten liegen links und rechts der vom Platz abgehenden Via Nazionale. Im Osten des Platzes liegt die Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri. Als römische Titelkirche wird die Pfarrkirche von einem Kardinal (Kardinalpriester) geleitet. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde sie über den Ruinen der „Diokletiansthermen“ erbaut. Im Zentrum des Platzes zieht der Najadenbrunnen die Blicke der Besucher auf sich. Der im Jahr 1901 eingeweihte Brunnen zeigt „Najaden“ genannte Wassernymphen, die mit allerlei Wassertieren spielen.

Bauwerk an der Piazza della Repubblica


Bauwerk an der Piazza della Repubblica


Der Najadenbrunnen an der Piazza della Repubblica


Der Najadenbrunnen an der Piazza della Repubblica 


Piazza di Spagna

Als Nächstes fahren wir mit der Metrolinie 2 zur Station Piazza di Spagna im Stadtteil Marsfeld. Der Platz ist nach der Botschaft Spaniens beim Heiligen Stuhl benannt. Über Jahrhunderte war der Platz ein exterritorialer Besitz Spaniens. An der einen Seite führt die berühmte „Spanische Treppe“ hinauf zur Kirche Trinità dei Monti. Unterhalb der Treppe liegt die Brunnenanlage der Fontana della Barcaccia. Mit dem Bau des eigenwillig geformten Brunnens wurde im Jahr 1627 begonnen.

Piazza di Spagna


Piazza di Spagna


Fontana della Barcaccia


Fontana della Barcaccia 


An der anderen Seite der Piazza liegen die Kongregation für die Förderung des katholischen Glaubens in der Welt, die Botschaft Spaniens und die Colonna dell'Immacolata, die „Säule der Unbefleckten“.

Kongregation für die Förderung des Glaubens & Säule der Unbefleckten

Kongregation für die Förderung des Glaubens & Säule der Unbefleckten


Von der Spagna zum Augustus-Mausoleum

Die Umgebung der Piazza di Spagna gilt allgemein als Zentrum der römischen Mode. Insbesondere in der vom Platz abgehenden Via Condotti sind die bekanntesten italienischen Modelabel vertreten. Mode interessiert uns momentan nicht, schließlich möchten wir noch bei Tageslicht mehr von Rom sehen. Deshalb schlendern wir durch die parallel zur Via delle Carrozze verlaufende Via Frattani in Richtung des Tibers. Auch in dieser Straße gibt es einige Modeläden sowie viele Bars und Restaurants. Die Straße präsentiert sich allerdings familiärer und entspannter als die berühmte Nachbarstraße.

Via delle Carrozze

Via delle Carrozze


Das in Tiber-Nähe gelegene Augustusmausoleum erweist sich in diesem Jahr als Baustelle. Augustus, der erste römische Kaiser, wusste, dass er sterblich war, vergessen sollte man ihn nicht. Daher ließ er im Jahr 29 vor Christus für sich, seine Familienmitglieder und einige Nachfolger eine angemessen große Grabstätte errichten. Die Maße werden mit 87 mal 40 Metern angegeben.

Mausoleum des Augustus


Mausoleum des Augustus


Museo dell’Ara Pacis Augustae


Museo dell’Ara Pacis Augustae 


Für das neben dem Tiber errichtete Museo dell’Ara Pacis Augustae fehlt die Zeit. An sich wäre der Besuch dieses Museum sehr interessant. Es beinhaltet den Ara Pacis Augustae, den glanzvollen „Altar das Friedens des Augustus“. Den ließ der römische Senat seinem Kaiser nach Siegen über Spanien und Gallien errichten. 

Wir folgen stattdessen dem Lauf des Tibers bis zur Ponte Umberto I. Von dort blicken auf den prächtigen Justizpalast, die Engelsburg und die Kuppel des Petersdoms. Inzwischen ist die Abenddämmerung angebrochen; der Petersdom ist nur noch schwer zu erkennen. Es ist an der Zeit, zur mit Leben erfüllten Piazza Navona hinüberzuwechseln.

Justizpalast Sacro Cuore del Suffrago


Justizpalast Sacro Cuore del Suffrago


Der Tiber mit  der Kuppel des Petersdoms


Der Tiber mit der Kuppel des Petersdoms 


Die drei Brunnen der Piazza Navona

Dazu laufen wir von der Brücke circa 500 Meter geradewegs in Richtung des Platzes. Ursprünglich war der erst in der Barockzeit angelegte Platz ein Stadion, später eine Arena, in der den römischen Massen Spiele und Gladiatorenkämpfe geboten wurden.

Piazza Navona

Piazza Navona


Später wurde im Stadion eine erste Kirche errichtet. Im Mittelalter kamen im Bereich der Anlage einige Häuser hinzu und 1477 zog ein Markt vom Kapitol zur Piazza Navona um. Mitte des 17. Jahrhunderts erhielt der Platz seine heutige Form. Und was uns Nachgeborenen dort geboten wird, ist wirklich sehenswert.

Umgeben von Kirchen und Profanbauten, darunter Brasiliens Botschaft, sowie vielen Restaurants, sehen wir auf dem Platz einen Obelisken und drei Brunnenanlagen. Der bedeutendste der Brunnen ist der in der Mitte des Platzes gelegene „Vierströmebrunnen“. Dessen Männergestalten symbolisieren die großen Flüsse in vier Erdteilen: die Donau, den Ganges, den Nil und den Rio della Plata.

Vierströmebrunnen - Symbol der Donau


Vierströmebrunnen - Symbol der Donau


Vierströmebrunnen - Symbol des Rio de la Plata


Vierströmebrunnen - Symbol des Rio de la Plata 


Flankiert wird der Vierströmebrunnen von der Fontana del Moro und dem Neptunbrunnen. Fachleute würdigen die Piazza Navona als eines der schönsten Ensembles italienischer Stadtlandschaften. Unter Rom an einem Tag haben wir den Platz bereits vorgestellt.

Fontana del Moro


Fontana del Moro


Neptunbrunnen


Neptunbrunnen 


Zum Schluss: Pantheon, Hadrianstempel und Fontana di Trevi

Von der Piazza Navona gehen wir in fünf Minuten hinüber zur Piazza della Rotonda. An der steht das Pantheon. Das unter Kaiser Hadrian ursprünglich als Tempel aller römischen Götter vollendete Bauwerk (128 nach Christus) wurde vermutlich im Jahr 609 nach Christus in eine Kirche umgewandelt. Das Bemerkenswerteste am Pantheon ist die Kuppel, deren Innendurchmesser 43,35 Meter beträgt. Dieses Maß entspricht zugleich der Innenhöhe des Baus. Am Innendurchmesser gemessen war die Kuppel mehr als 1.700 Jahre die ausladendste Kuppelkonstruktion der Welt. Es wundert uns immer wieder, wie eine solche technische Meisterleistung ohne die heute üblichen Bautechniken im zweiten Jahrhundert nach Christus errichtet werden konnte.

Das Pantheon am Abend


Das Pantheon am Abend


Das Pantheon - innen


Das Pantheon - innen 


Nach einer Pause bei „unserem“ Lieblings-Italiener schlendern wir durch die Via dei Pastini hinüber zu den Resten des Hadrianstempels. Er liegt an der Piazza di Pietra und ist dem vergöttlichten römischen Kaiser Hadrian gewidmet. Dessen Nachfolger ließ in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts nach Christus ein 45 Meter langes und 27 Meter breites Heiligtum erschaffen. In den darauf folgenden 1.800 Jahren erging es dem Tempel wie vielen antiken Bauten Roms. Er diente als Lieferant von Baumaterialien, denn letztendlich musste überall etwas gebaut oder verschönert werden. Immerhin konnten elf der ehemals vermutlich dreizehn korinthischen Säulen gerettet werden. Sie zieren die Fassade eines gegenwärtig von der römischen Börse und der Handelskammer genutzten Verwaltungsgebäudes.

Der Hadrianstempel bei Nacht


Der Hadrianstempel bei Nacht


Model des Hadrianstempels


Model des Hadrianstempels 


Vierhundert Meter trennen den Hadrianstempel von der Fontana di Trevi. Der größte Brunnen Roms misst in der Breite ungefähr 50 Meter und in der Höhe bemerkenswerte 26 Meter. Dreißig Jahre wurde an der Fassade, dem vorgesetzten Triumphbogen und den sich in einer Felslandschaft tummelnden Meeresgestalten gearbeitet, bevor die Arbeiten im Jahr 1762 erfolgreich abgeschlossen wurden. Die Legende macht uns glauben, dass wir wieder nach Rom zurückkehren, wenn wir eine Münze in den Brunnen werfen.

Fontana di Trevi


Fontana di Trevi


Fontana di Trevi


Fontana di Trevi 


In den letzten Jahren kamen jeweils mehr als eine Million Euro an Münzgeld zusammen. Bis zuletzt wurde das Geld der Caritas gespendet. Vom Jahr 2018 an wird es im römischen Haushalt untergehen.

Der Trevi-Brunnen wurde oftmals als Filmkulisse genutzt. Für alle Filme steht La Dolce Vita, „Das süße Leben“. Im Film  nehmen Anita Ekberg und Marecello Mastroianni bei Nacht ein Bad im Trevi-Brunnen.

Basilika Santa Maria Maggiore 

Am Vormittag des Folgetags fahren wir vom Hauptbahnhof Roma Termini mit der Regionalbahn 5 nach Civitavecchia. Unser Hotels liegt ideal. Wir rollen den Koffer bequem zum Bahnhof und nehmen den Zug ins 70 Kilometer entfernte Civitavecchia.

Bevor wir jedoch Rom verlasen, nutzen wir die uns verbleibende Zeit und besuchen noch die Basilika Santa Maria Maggiore. Die Kirche liegt in Bahnhofsnähe. Das in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts errichtete Gotteshaus ist eine der vier Patriarchalbasiliken Roms. Zugleich ist sie die größte der mehr als 40 Marienkirchen Roms. Auf dem weitläufigen Platz vor der Kirche steht eine über 14 Meter hohe Mariensäule; und auf der Piazza Esquilino hinter der Basilika ragt einer der 13 Obelisken Roms in die Höhe.

Basilika Santa Maria Maggiore


Basilika Santa Maria Maggiore


Die Mariensäule vor der Basilika Santa Maria Maggiore


Die Mariensäule vor der Basilika Santa Maria Maggiore 


 Update November 2022