Villa Borghese - Roms grüne Lunge


Viele Städte der Welt beeindrucken uns ungemein. Doch Rom ist für uns die Stadt der Superlative. An ihr können wir uns nicht sattsehen. Kreuzfahrten, die wir von Roms Hafen Civitavecchia aus antreten, nutzen wir regelmäßig für einen Aufenthalt in der italienischen Hauptstadt.

Ende Mai 2017 testen wir die Celebrity Reflection auf einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer. Die Reise der Celebrity Reflection startet und endet in Civitavecchia. Das bietet uns die Möglichkeit, vor Reiseantritt Rom weiter zu „entdecken“. Vieles haben wir bislang noch nicht gesehen, und manche Sehenswürdigkeiten der „Ewigen Stadt“ verdienen es, erneut betrachtet zu werden. Ein solches Ziel ist die in einer großen Parkanlage gelegene Villa Borghese.

Villa Borghese – ein fürstlicher Sommersitz

Obwohl der Park ziemlich im Zentrum Roms liegt, besuchten wir bislang nie die weitläufige Parkanlage. Diesmal aber nutzen wir die Gelegenheit die Villa Borghese zu erkunden, schließlich wohnen wir im Ludovisi Palace Hotel. Von dort gelangen wir nicht nur in kürzester Zeit zur Spanischen Treppe sondern auch zu einem der vier Eingänge des Parks, zur Porta Pinciana. Das Hotel liegt in einem der gehobenen Stadtteile Roms, in der Via Ludovisi. Die stößt auf die Via Vittorio Veneto, der Federico Fellini im Film „La Dolce Vita“ 1960 ein bleibendes Denkmal setzte.

Die Spanische Treppe


Die Spanische Treppe


Porta Pinciana


Porta Pinciana 


Die Villa Borghese ist eine der weitläufigsten Parkanlagen der Metropole. Eine penibel gepflegte Gartenlandschaft mit kurz geschnittenem, englischen Rasen sollte der Besucher allerdings nicht erwarten. Vielmehr präsentiert sich uns auf ungefähr fünf Quadratkilometern Fläche eine abwechslungsreiche mediterrane Landschaft. Der Park ist zum einen mit dem Museo e Galleria Borghese die Heimstatt einer weltberühmten Kunstsammlung. Zum anderen ist er ein gärtnerisches Juwel mit Teichen, Brunnenanlagen, kleinen Tempeln, einem Obelisken und anderem mehr. Gepflegte Wege durchziehen das Gelände; selbst ein Reitplatz und ein Kinderhort sind vorhanden. An den Park grenzt der Bioparco, Roms Zoologischer Garten. 

Mit dem heute gebräuchlichen Begriff einer „Villa“ hat der zu Beginn des 17. Jahrhunderts angelegte Park nichts gemein. In jener Zeit stand der Begriff für den Landsitz einer bedeutenden Persönlichkeit. Eine solche war Kardinal Scipione Caffarelli Borghese, ein Neffe Papst Pauls V. Der adelige Kirchenmann erwarb im Jahr 1605 Weinberge, Gärten, Ställe, eine Wagenremise sowie einen Tiergarten, um sich daraus einen standesgemäßen Sommersitz errichten zu lassen. Etwas konfisziertes Vermögen einer anderen Familie mag auch zur Größe des Parkgeländes beigetragen haben. Der Kardinal ließ das Terrain ein wenig herrichten, und auch eines prachtvollen Wohnsitzes bedurfte es. Der wurde zwischen 1613 und 1616 erbaut. Das Gebäude ist heute der Standort des Museo e Galleria Borghese.

Museo e Galleria Borghese

Museo e Galleria Borghese


Museo e Galleria Borghese

Der Kardinal war offenbar ein begeisterter Kunstsammler. Außerdem war er vermögend. Er trug am Sommersitz eine wertvolle Antiken- und Skulpturensammlung zusammen. Die der Fürstenfamilie Borghese gehörenden Ölgemälde weltberühmter Künstler hingen zu jener Zeit noch im Stadtpalast in Rom. Die außergewöhnliche private Kunstsammlung wurde später in der Galleria Borghese zusammengeführt. Seit dem Jahr 1903 befindet sich die Anlage im Besitz der Stadt Rom.

Parkanlage der Villa Borghese - Skulpturengruppe

Parkanlage der Villa Borghese - Skulpturengruppe


In eingängigen Internetforen überschlagen sich die positiven Kritiken. Allerdings ist auch nachzulesen, dass die tägliche Besucherzahl limitiert ist. Ferner ist der Besuch der Ausstellung auf maximal zwei Stunden limitiert. Es ist empfehlenswert, Eintrittskarten vorher im Internet zu kaufen. 

Die Kunstsammlung besuchen wir bei einem Kurzbesuch in Rom nicht. Für einen Rundgang durch die weitläufige Parkanlage bleibt uns allerdings genügend Zeit.

Rundgang durch die Parkanlage der Villa Borghese

Von unserem Hotel gehen wir wenige Hundert Meter zum Largo Federico Fellini. Dort passieren wir die imposante Porta Pinciana. Der mehr als 1.600 Jahre alte Bau wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und verstärkt. Dem Torgebäude gegenüber liegt einer der Eingänge zur Villa Borghese. Auf beiden Seiten dieser Straße flankieren die „Propilei delle Aquile“, die „Propyläen der Adler“ den Zugang zur Parkanlage. Hinter den Propyläen öffnet sich der Blick auf die mit hohen Pinienbäumen bewachsene Parkanlage.

Porta Pinciana


Porta Pinciana


Propilei delle Aquile


Propilei delle Aquile 


Die Viale del Museo Borghese führt auf direktem Weg zum Museum. Die Kunstsammlung ist ein mächtiger, repräsentativer Bau mit fünf Rundbögen im Eingangsbereich. Hinter dem Gebäude öffnet sich eine gepflegte Gartenanlage mit kunstfertig angelegten Beeten, Buchsbaumarrangements sowie anderen Pflanzen, einer Vielzahl von Skulpturen und einem Venusbrunnen.

Viale del Museo Borghese
Viale del Museo Borghese
Museo e Galleria Borghese - Rückseite
Museo e Galleria Borghese - Gartenanlage

Als Nächstes gehen wir auf die in einer Linie mit der Galleria liegende „Voliere“ zu. In den Käfigen auf dem Dach des Gebäudes wurden seltene Vögel gehalten. Als nächstes Gebäude folgt das „Edificio de la Meridiana“. Es schloss die an der Galleria beginnenden sogenannten „Geheimen Gärten“ ab.

Parkanlage der Villa Borghese - Voliere
Parkanlage der Villa Borghese - Meridiana
Parkanlage der Villa Borghese - Meridiana - Rückseite
Blick von der Meridiana zur Voliere

Kurz darauf liegt der Piazzale dei Cavalli Marini vor uns. In der Mitte des Platzes steht ein Brunnen: Vier im Wasser sitzende Pferde balancieren über ihren Häuptern eine Brunnenschale.

Parkanlage der Villa Borghese - Fontana dei Cavalli Marini

Parkanlage der Villa Borghese - Fontana dei Cavalli Marini


Danach folgt die Piazza di Siena. Auf dem Reitplatz wird jährlich im Mai das internationale Springreitturnier „CSIO Rome“ ausgetragen. Bei unserem Besuch laufen die Vorbereitungen für die Veranstaltung.

Hinter der Reitanlage steht die Casina di Raffaello. Der Reiseführer Marco Polo schreibt dazu, dass Kindern zwischen drei und zehn Jahren in der Casina ein Spielhaus und Kinderkino geboten werden.

Parkanlage der Villa Borghese - Casina di Raffaello

Parkanlage der Villa Borghese - Casina di Raffaello


Nur wenige Schritte sind es von der Casina di Raffaello zum Diana Tempel, einem von acht Säulen getragenen Rundbau.

Parkanlage der Villa Borghese - Tempel der Diana

Parkanlage der Villa Borghese - Tempel der Diana


Unser Weg führt danach in Richtung der Terrazza del Pincio. Von diesem hochgelegenen Aussichtspunkt erblicken Besucher die Piazza del Popolo, den Petersdom und die Vatikanstadt. Um zu der Aussichtsplattform zu gelangen, nehmen wir die Viale Goethe. Am Ende des Weges steht zudem ein monumentales Goethe-Standbild. Es zeigt den Literaten, wie er in achtunggebietender Haltung in die Ferne blickt. Kaiser Wilhelm II. hat es gestiftet; das erklärt die Dimensionen des Denkmals.

Parkanlage der Villa Borghese - Goethe Monument

Parkanlage der Villa Borghese - Goethe Monument


An der nachfolgenden Piazza Bucarest ragt einer von insgesamt 13 Obelisken Roms in die Höhe. Diese Steinsäule ist kein Monoblock wie es ägyptische Obelisken im Allgemeinen sind, sondern er besteht aus vier Platten, die auf einer zentralen Säule stehen. Der Obelisk ist mehr als neun Meter hoch, und gekrönt wird er von einem Stern.

Parkanlage der Villa Borghese - Obelisk


Parkanlage der Villa Borghese - Obelisk


Parkanlage der Villa Borghese - Spitze des Obelisken


Parkanlage der Villa Borghese - Spitze des Obelisken 


Neben dem Pfeiler sehen wir die zwischen 1818 und 1837 erbaute Casina Valadier. Heute wird das elegante, neoklassizistische Gebäude als Café und Restaurant genutzt.

Parkanlage der Villa Borghese - Casina Valadier

Parkanlage der Villa Borghese - Casina Valadier


Terrazza del Pincio - Einer der schönsten Blicke über Rom

Die auf dem gleichnamigen Hügel befindliche Terrazza del Pincio bietet einen herrlichen Blick auf die tiefer gelegene Piazza del Popolo, den Vatikan, den Petersdom und unzählige Kirchen. Wenn wir noch weiter nach links blicken, sehen wir das gerundete Dach des Pantheons und den riesigen Altare della Patria, das monumentale, König Vittorio Emanuele ll. gewidmete Denkmal. Es liegt auf dem Kapitolshügel am Ende der Via del Corso zwischen der Piazza Venezia und dem Forum Romanum.

Blick von der Terrazza del Pincio
Petersdom und Vatikanstadt
Petersdom und Vatikanstadt
Altare della Patria

Auf dem Rückweg zum Hotel passieren wir mit der „Villa Medici“ ein weiteres prächtiges Gebäude. Es wurde im 16. Jahrhundert auf dem Pincio-Hügel errichtet. Seit 1803 beherbergt es die französische Akademie in Rom. Ein weiterer Blickfang ist die Kirche Trinità dei Monti. Kurz darauf stehen wir vor unserem Hotel in der Via Ludovisi.

Villa Medici


Villa Medici


Trinità dei Monti


Trinità dei Monti 


Es steht fest, dass wir bei unserem Rundgang durch die Villa Borghese nur einen Teil des weitläufigen Geländes und der Bauten entdeckt haben. Wir werden alles unternehmen, um auch noch den Rest zu sehen. Es lohnt sich!

November 2022 

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