Ein Tag auf Cozumel


Die Celebrity Equinox dockt im Hafen von San Miguel am International Pier, der auch Fiscal Pier genannt wird. Von der Pierzone bis ins geschäftige San Miguel läuft man ca. eine ¾ Stunde. Das ist bei hohen Temperaturen und einer hohen Luftfeuchtigkeit ein mühsames Unterfangen. Mit dem Taxi sind es nur 5 Minuten. In der Pierzone übernehmen wir von Alamo den in Deutschland gebuchten Chevrolet Tracker. Gut zu wissen, die Vermieter haben Übergabestationen am International und am Punta Langosta Pier, die entsprechend der Schiffsankünfte geöffnet werden. Nur ein paar Schritte, und schon ist das Auto angemietet. Wichtig zu wissen ist ferner, dass die Ersatzwährung der Touristen auf der Insel der überall akzeptierte US-Dollar ist.

Der Autovermieter gibt noch einige nützliche Hinweise und bestätigt die Richtigkeit unserer Routenplanung. Diese sieht wie folgt aus: Von San Miguel geht es in südlicher Richtung zum Punta Sur Eco Park / Faro Celarain. Es ist sehr lohnenswert, dieses Naturschutzgebiet zu besuchen. Nach Umrundung der Südspitze Cozumels geht es wieder nach Norden, vorbei an der wilden Ostküste. Nach mehreren Miradores führt die Straße in einem 90° Winkel nach Westen, wieder in Richtung San Miguel. Auf halben Wege zweigt eine Straße nach San Gervasio zu den Maya-Ruinen ab. Nach Besuch der Maya-Stätte geht es wieder zurück zur Hauptstraße und hinüber nach San Miguel.

Unser Tag gestaltet sich danach im Einzelnen wie folgt:

Obwohl mit unserem Schiff bereits drei Schiffe im Hafen liegen, die Celebrity Solstice sollte sich im Laufe des Tages als 4. Schiff dazugesellen, waren wir gegen halb neun am Morgen nahezu allein auf der Straße. So ist es den Tag über auch geblieben. Dann und wann ein paar Black Vultures (Geier), ansonsten nur Landschaft. Hier im Westen der Insel liegen die bekanntesten und schönsten Strände. Wir passieren das bekannteste Strandareal Chankanaab und diverse andere Beach Clubs (s. hierzu Cozumel Sehenswertes). Etwas später geht es nach links ins Gelände in Richtung El Cedral, der kleineren und weniger bedeutenden Maya-Stätte der Insel. Diesen Umweg ersparen wir uns.

Cozumel - Black Vultures

Dann taucht rechts die Einfahrt zum 1.000 ha großen Punta Sur Eco Park auf. An der Pforte zahlen wir 12 US$ Eintritt und schon sind wir auf einer befestigten Piste. Hier bewährt sich unser Chevrolet Tracker, der wie ein extrem kompakter SUV daherkommt. Ein Jeep wäre auch nicht schlecht. Nicht zu gebrauchen ist hier ein tiefergelegter Porsche oder was auch immer.

An der Colombia Lagune machen wir den ersten Stopp. Hier finden irgendwelche Sanierungsarbeiten in der Küstenzone statt. Sofort nimmt uns ein Ranger in Beschlag, es ist an diesem Morgen offenbar verflixt wenig tun. Das Übliche: Woher seid Ihr? Was soll ich Euch zeigen? Wollt Ihr auf den Aussichtsturm und Cocodrilos (Krokodile) ansehen? Natürlich wollen wir. Also führt uns der gute Mann auf den Turm, benennt im Vorübergehen verschiedene Reiherarten und sucht „seine“ Krokodile. Dabei pfeift er durchdringend. Das soll die Tiere anlocken. Wir blicken derweil auf die Lagune. Der Ausblick über weite Teile des Brackwassers macht Freude. Inzwischen müht sich zu unseren Füßen ein ordentliches Krokodil aus dem Wasser. Zwei weitere, deutlich größere, ziehen es dagegen vor, sich weiter im warmen Wasser zu suhlen. Wir sind nur von geringem Interesse.

Cozumel - Krokodil in der Colombia Lagune

Interessant ist dagegen der Vortrag des Rangers, der über die Schildkrötengelege berichtet, die im nahe gelegenen Strand verborgen sind. Außer den Rangern, die hier den unsäglichen Plastikmüll einsammeln müssen, den die kräftigen Wellen anspülen, ist es niemandem gestattet, die Region zu betreten.

Cozumel - Schutzzone für Schildkröten

Nach diesem Zwischenhalt geht es wieder auf die Piste in Richtung des Leuchtturms Faro Celarain. Auch hier besitzen wir sozusagen beinahe ein Alleinstellungsmerkmal. Nur wenige andere Gäste verirren sich dorthin. Am Abend hören wir, dass Mitreisende vom Schiff auch dort gelandet sind. Die Besucher sind aber wohl zu zählen. Zumal heute wegen der aufgewühlten See das Schnorcheln am vorgelagerten Riff ausfallen muss. Man möchte ja etwas sehen und heute sieht man unter Wasser gar nichts. Wieder werden wir auf das Freundlichste begrüßt. Überwältigend die Freundlichkeit, die uns die Menschen hier entgegen bringen.

In einem Gebäude neben dem Leuchtturm gibt es ein interessantes Dokumentationszentrum und ein kleines Museum. Ordentliche Toilettenanlagen sind auch vorhanden. Uns wird auch dringend empfohlen, die mehr als 130 Stufen des Leuchtturms zu besteigen. Getreu dem Motto, wo ein Turm ist, müssen wir hinauf, bewältigen wir die gut 130 Stufen. Schwierig ist für einen 190 cm großen Mann dann schon der Weg auf die offene Brüstung des Leuchtturms. Dazu ist es erforderlich, durch eine schmale, enge Luke zu klettern. Unsere Empfehlung, der Turm ist nichts für Menschen mit irgendwelchen Handicaps oder für Ängstliche. Unter solchen Umständen tut man sich mit der Turmbesteigung keinen Gefallen. Wir anderen aber genießen den wundervollen Ausblick über zig Kilometer Strand, Biotope, die Lagune und alle möglichen Vögel.

Cozumel - Blick vom Leuchtturm

Cozumel - Anderer Blick vom Leuchtturm

Nachdem wir wieder Normal null erreicht haben, besteigen wir das Auto und weiter geht es über geschätzt 3 Meilen zum Bade- und Schnorchelstrand. Hier wird langsam gefahren, denn ordentlich große Leguane queren dann und wann die Straße. Und wir wollen ihnen ja nichts antun. Am Strand ist Totenstille. Wegen des starken Windes fallen Schnorcheltouren heute aus.

Cozumel - Strand und Snackbar am Chunchacab Riff

Wir haben uns lang genug im Park aufgehalten. Wir verlassen ihn und wenden uns nach rechts, um den Rest der Südspitze zu umrunden. Danach geht es wieder nach Norden. Die Küste ist wildromantisch. Nur selten ein Strand, der sich zum Schwimmen eignet. Gefährlich ist es hier wegen der starken Strömungen allemal. Wir passieren mehrere Miradores (Aussichtspunkte) sowie einige Restaurants. Von einem Küstenhotel aus kann man einen spektakulären Ausblick genießen.

Cozumel - Die wilde Ostküste

Cozumel - El Diablo an der Ostküste

Irgendwann endet die Straße abrupt. Ein paar Häuser stehen im Weg und die Straße führt nun im Winkel von 90 Grad nach links ins Landesinnere und weiter nach San Miguel. Auf halbem Weg zweigt rechts die Straße zu den Maya-Ruinen von San Gervasio ab. Die Piste ist sehr schlecht. Mit mehr als 40 km/h geht es nicht voran. Die Entfernung beträgt ca. 5 Meilen. Am Ziel bietet ein großer Parkplatz Autos und Bussen genügend Platz. Zu anderen Zeiten werden hier wohl Massen an Besuchern erwartet. Wir zahlen 8 US$ Eintritt und dürfen uns die Anlage mit ca. 20 Ruinenbauten ansehen. Was erhält man für sein Geld? Die gesamte Anlage ist hervorragend in Schuss. Die gesamte Anlage ist gut zu begehen. Die Ruinen selbst sind bei Weitem nicht so spektakulär wie z. B. die in Lamanai / Costa Rica. Die Beschreibungen der einzelnen Objekte sind sehr gut gemacht. Parkführer stehen Interessierten zur Verfügung. Die Anlage ist ein Eldorado für Schwarze Leguane. Wohin man schaut, überall sehen wir diese Echsen.

Cozumel - San Gervasio -El Altar

Cozumel - Schwarzer Leguan

Wir erreichen wieder den Eingangsbereich. Hier finden sich noch einige Läden sowie eine ausgezeichnete Toilettenanlage, die sogar mit einem Fußwaschbecken ausgestattet ist. Die weibliche Begleitung bewertet dieses mit großem Wohlwollen. Generell möchten wir feststellen, ein Besuch in San Gervasio schadet überhaupt nicht. Steht jedoch im Rahmen einer Kreuzfahrt eine Destination wie z. B. Lamanai auf dem Programm, so wäre dieser unbedingt der Vortritt zu lassen. Damit kommt San Gervasio nicht mit.

Alles endet einmal. Vor allem der Aufenthalt auf der Insel ist begrenzt. Wir müssen zurückfahren nach San Miguel. Im Ort machen wir noch einmal einen Umweg in Richtung Norden in die Flughafen- und Hotelzone der Stadt am Playa San Juan. Hier oben liegt auch der Golfplatz. Alles nicht so furchtbar interessant. Hier endet auch die Straße. Das Schönste, die Landschaft im Süden der Insel, haben wir gesehen. Wir kehren um und fahren zurück in Richtung Schiff. Im Vorüberfahren stellen wir fest, dass das Stadtzentrum bis zur Plaza Benito Juarez interessant sein könnte. Man darf nicht vergessen, dass Cozumel als Duty-free-Zone sehr bekannt ist.

Der Tank des Wagens muss noch aufgefüllt werden. Praktischerweise liegt die Tankstelle in Blickweite des Piers. Für 10 US$ Treibstoff hatten wir viel Freude an Cozumel. Jetzt, am Nachmittag, dürfen wir uns nach Rückgabe des Fahrzeugs auch ein angenehmes Sol Bier in einer Bar im Bereich des Piers gönnen. Hiernach geht es zurück aufs Schiff. Mit Freude stellen wir fest, dass neben uns ein zweites Schiff der Celebrity Cruises gedockt hat. Es ist die baugleiche Celebrity Solstice. Willkommen. Was sind wir doch für Glückspilze, so eine Tour erleben zu dürfen.

Cozumel - Celebrity Solstice

(Karl Beyer)