Curaçao

Curaçao


Das „Land Curaçao“ ist einer von vier autonomen Gliedstaaten des Königreichs der Niederlande. Curaçao besitzt mit dem Antillen-Gulden (ANG) eine spezielle Währung sowie eine eigene Nationalhymne. Die Antillen-Insel ist 444 Quadratkilometer groß und gehört neben Aruba und Bonaire zu den ABC-Inseln.

Curaçao - Blick vom Mirador Kaya Guinea

Curaçao - Blick vom Mirador Kaya Guinea


Der Westen der Insel besteht vorwiegend aus wenig erschlossener Landschaft. Die Region wird vor allem von Kaktussteppe mit drei bis fünf Meter hohen Sukkulenten dominiert. Der Osten um Willemstad herum ist dicht besiedelt. Dort leben die meisten der rund 160.000 Einwohner Curaçaos, die aus 65 Nationen stammen. Viele Einheimische sprechen mehrere Sprachen. Offizielle Sprachen sind Holländisch, Englisch und die Kreolsprache Papiamentu.

Willemstad - Sint Annabaai mit der Koningin Emmabrug

Willemstad - Sint Annabaai mit der Koningin Emmabrug


Curaçao – ehemals Zentrum des karibischen Sklavenhandels

Entdeckt wurden die ABC-Inseln im Jahr 1499 von dem in den Diensten der spanischen Krone stehenden Seefahrer Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci. Anders als erwartet fanden sie nichts Nutzen Bringendes auf den drei Inseln vor. Sie bezeichneten die Inseln kurz und bündig als „Islas inútiles“, „nutzlose Inseln“.

Ganz nutzlos waren Curaçao und die beiden Nachbarinseln in der Folgezeit offensichtlich nicht. Im Jahr 1634 machte die Niederländische Westindien-Kompanie Curaçao zum Zentrum des karibischen Sklavenhandels. Das Geschäftsmodell währte mehr als 200 Jahre. Erst mit der Abschaffung der Sklaverei am 1. Juli 1863 endete der Sklavenhandel. In der Folge verlor der Betrieb von Plantagen aus wirtschaftlichen Gründen an Bedeutung. 

Curaçaos Ökonomie

Nach dem Ende der Plantagenwirtschaft verarmten die Bewohner der Insel. Andere Wirtschaftszweige mussten gefunden und entwickelt werden. Erdöl war ein Schlüssel zum Erfolg. Seit den frühen 1920er Jahren wird venezolanisches Rohöl auf Curaçao verarbeitet. Die Tagesproduktion macht 340.000 Barrel (54 Millionen Liter) aus.

Willemstad - Ölraffinerien am Schottegat

Willemstad - Ölraffinerien am Schottegat


Die Hauptstadt Willemstad besitzt mit dem Schottegat einen großen und geschützten Naturhafen. Die holländische Administration gestattete der Firma Royal Dutch Shell, am nördlichen Ufer des landschaftlich attraktiven Schottegats eine Erdölraffinerie zu errichten. Die Raffinerie-Anlagen passen zwar nicht in die Landschaft; sie sorgen zusammen mit dem Hafen für Beschäftigung und Wohlstand auf Curaçao.

Tourismus ist Curacaos zweitwichtigster Wirtschaftszweig. Ungeachtet der von der Erdölraffinerie ausgehenden Umwelt-Belastungen besuchten im Jahr 2017 insgesamt 399.000 Touristen die Insel. Sie gaben mehr als eine halbe Milliarde Euro aus. Die mit Kreuzfahrtschiffen anreisenden Tagesgäste sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Willemstad - Stadtteil Punda- Breedestraat

Willemstad - Stadtteil Punda- Breedestraat


Neben der Verarbeitung von Rohöl und dem Tourismus machte sich Curaçao einen Namen als Steueroase und Offshore-Banking-Paradies.

Curaçaos Klima

Curaçao ist sonnig und trocken. Die durchschnittliche Temperatur liegt das Jahr über bei 28 °Celsius. Konstante Passatwinde garantieren geringe Luftfeuchtigkeit. Regen fällt vorwiegend in den Monaten November und Dezember. Und, was wichtig ist, Curaçao liegt außerhalb des karibischen Hurrikan-Gürtels. 

Die Inselhauptstadt Willemstad

Die Inselhauptstadt Willemstad ist das Touristen- und Wirtschaftszentrum Curaçaos. Daneben ist Willemstad der administrative, geistliche und kulturelle Mittelpunkt der Insel. Die quirlige, attraktive und saubere Stadt wirkt auf den ersten Blick wie ein karibisches „Holland en miniature“. Bauten im Curaçao-Barockstil, Klappbrücken und Märkte erinnern an das Mutterland. Den Unterschied zu Holland machen die die karibische Sonne, die angenehmen Temperaturen und die farbenfroh gestrichenen Bauten.

Willemstad - Handelskade an der Sint Annabaai

Willemstad - Handelskade an der Sint Annabaai


Willemstads UNESCO Weltkulturerbe

Seit 1997 steht ein Teil Willemstads unter dem Schutz des UNESCO Weltkulturerbes. Die Stadt ist eine von wenigen UNESCO Welterbestätten im karibischen Raum. Ausgewählt wurde das historische Stadtzentrum, das die Entwicklung einer multikulturellen Gemeinschaft im Verlauf von drei Jahrhunderten widerspiegelt.

Willemstad - der Gouverneurspalast mit dem Waterfort und der Fort Kirche

Willemstad - der Gouverneurspalast mit dem Waterfort und der Fort Kirche


Mit dem Schottegat besitzt Willemstad einen der größten Naturhafen der westlichen Hemisphäre. Der zwei Kilometer lange Stichkanal Sint Annabaai verbindet das Schottegat mit dem Meer. Eine drehbare Pontonbrücke sowie eine Hochbrücke queren den breiten Kanal zwischen Willemstads Stadtteilen Punda und Otrobanda.

Willemstad - Koningin Emmabrug halboffen

Willemstad - Koningin Emmabrug halboffen


Willemstad – ein hochgeschätztes Kreuzfahrtziel

Während der Saison laufen täglich drei oder vier Kreuzfahrtschiffe die beiden Cruise Terminals in Willemstad an. Im Jahr 2018 wurden 297 Schiffe und 761.000 Passagiere gezählt. Laut Raul Manatos, COO of Curacao Ports, werden innerhalb von fünf Jahren mehr als eine Million Menschen der Stadt und der Insel einen Besuch mit Kreuzfahrtschiffen abstatten.

Willemstad - Mega Pier mit Carnival Horizon
Willemstad - Mathey Wharf mit MS Rotterdam - dahinter die Koningin Julianabrug

 

Den Schiffsgästen bietet Curaçao vielfältige Erlebnisse. Es empfiehlt sich, bei einem Erstbesuch Curaçaos ausschließlich die Hauptstadt Willemstad zu erkunden. Willemstad besitzt zwei Kreuzfahrt-Terminals. Beide liegen in fußläufiger Entfernung vom Stadtzentrum. Unter Curaçao Sehenswürdigkeiten benennen wir einige der Highlights.

Update Januar 2020