Autor: Karl W. P. Beyer

Curaçao und Venezuela trennen 60 Kilometer. Das „Land Curaçao“ ist einer der vier autonomen Gliedstaatendes Königreichs der Niederlande mit eigener Währung und Nationalhymne. Die Antillen-Insel misst 444 km² und gehört neben Aruba und Bonaire zu den ABC-Inseln.

Curaçao

Curaçao


Anders als das benachbarte, 288 km² große Bonaire mit circa 18.000 Einwohnern, weist Curaçao etwa die zehnfache Einwohnerzahl auf. Die meisten Menschen leben im Ballungsraum Willemstad.

Curaçao - Willemstad

Curaçao - Willemstad


Entdeckt wurden die ABC-Inseln im Jahr 1499 von den in den Diensten der spanischen Krone stehenden Seefahrern Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci. Da diese nichts Nutzen Bringendes auf den drei Inseln vorfanden, bezeichneten sie diese kurz und bündig als „Islas inútiles“, „nutzlose Inseln“.

Ganz nutzlos waren Curaçao und die beiden anderen Inseln in der Folgezeit offenbar doch nicht. Im Jahr 1634 machte die Niederländische Westindien-Kompanie Curaçao zum Zentrum des karibischen Sklavenhandels. Das Geschäftsmodell währte mehr als 200 Jahre. Erst mit der Abschaffung der Sklaverei am 1. Juli 1863 endete der Sklavenhandel und der Betrieb von Plantagen verlor an Bedeutung.

Um dem darauf folgenden wirtschaftlichen Niedergang zu begegnen, mussten andere Wirtschaftszweige gefunden und entwickelt werden. Erdöl war der erste Schlüssel zum Erfolg. Seit den frühen 1920er Jahren wird venezolanisches Rohöl auf Curaçao verarbeitet. Die Tagesproduktion soll 340.000 Barrel (54 Millionen Liter) ausmachen.

Curaçao - Erdöllraffinerie

Curaçao - Erdöllraffinerie


Neben der Raffination von Erdöl ist der Tourismus Curacaos zweitwichtigster Wirtschaftszweig. Ungeachtet der von der Erdölraffinerie ausgehenden Umwelt-Belastungen besuchen pro Jahr mehrere Hunderttausend Touristen die Karibikinsel. Viele der Besucher kommen mit Kreuzfahrtschiffen.

Curaçao - Rif Fort mit Kreuzfahrtschiff

Curaçao - Rif Fort mit Kreuzfahrtschiff


Diese laufen die Inselhauptstadt Willemstad an. Die quirlige, attraktive und sehr saubere Stadt wirkt auf den ersten Blick wie ein karibisches „Holland en miniature“. Bauten im Curaçao-Barockstil, Klappbrücken und Märkte erinnern an das Mutterland. Den Unterschied machen die Palette farbenfroher Häuser und die karibische Sonne.

Curaçao - Das Penha Gebäude Curaçao - Klappbrücken Curaçao - Marktstand

Seit 1997 stehen Teile Willemstads unter dem Schutz des UNESCO Weltkulturerbes. Die Stadt ist eine von nur sechs UNESCO Welterbestätten im karibischen Raum. Ausgewählt wurde das historische Stadtzentrum, das die Entwicklung einer multikulturellen Gemeinschaft im Verlauf von drei Jahrhunderten widerspiegelt.

Curaçao - Handelskade

 Curaçao - Handelskade


Mit dem Schottegat besitzt Willemstad den größten Naturhafen der westlichen Hemisphäre. Der breite, mittels einer drehbaren Pontonbrücke zu überquerende Stichkanal Sint Annabaai verbindet den Hafen mit dem Meer.

Curaçao - Pontonbrücke

Curaçao - Pontonbrücke


Den mit Kreuzfahrtschiffen anreisenden Besuchern bietet Curaçao vielfältige Erlebnisse. Es empfiehlt sich bei einem Erstbesuch Curaçaos ausschließlich die Hauptstadt Willemstad zu erkunden. Unter Ein Tag in Willemstad auf Curaçao präsentieren wir einiger der städtischen Highlights.