Landausflug in den Norden Katars

Landausflug in den Norden von Katar

Autor: Anne Plau

Zwei Tage haben wir Zeit um das Emirat Katar zu erkunden. Nachdem wir gestern in der Hauptstadt Doha unterwegs waren, haben wir für vormittags eine private Tour über die Plattform GetYourGuide gebucht. Es geht in den Norden von Katar, zum Hafen Al Khor, zu den Mangroven bei Thakira und zu den Welterbestätten von Al-Zubarah. Der Nachmittag bleibt uns für weitere Entdeckungen in Doha. Details zu den Attraktionen auf unserem Rundgang finden Sie in unserem Beitrag Doha / Katar Sehenswürdigkeiten.

Privattour mit Fahrer und Reiseleiter

Pünktlich um 9:00 geht es in einem kleinen Geländewagen los. Der Fahrer Musy, der Reiseleiter Aram und wir beiden. Al-Khor liegt gut 50 Kilometer nördlich von Doha. Wir fahren um die Bucht von Doha herum und passieren dann Lusail. Während der Fahrt sehen wir einige der eklatanten Stadion-Bauten, in denen die Spiele der Fußball-WM 2022 ausgetragen wurden. So wurde beispielsweise das Stadion 974 aus 974 recycelten Schiffscontainern gebaut.

Doha - Stadium 974


Doha - Stadium 974



Doha - Stadium 974


Der Hafen Al-Khor 

Al-Khor war früher Fischereihafen und Station der Perlentaucher. Jetzt dient der Hafen nur noch der Fischerei, in geringem Umfang auch dem Tourismus. Al-Khor ist ein malerischer Hafen, in dem viele alte Dhaus dümpeln und Besucher traditionelle Formen des Fischfangs sehen können. Wir bleiben nicht lange. Die Mangrovenwälder liegen gegenüber von Al-Khor auf der anderen Seite der tief ins Land einschneidenden Bucht.

Fischerboote im Hafen von Al-Khor


Mangroven und Purple Island 

Nach 20 Minuten Fahrtzeit verlassen wir den Wagen im geschützten Mangroven-Gebiet. Von dort aus geht es über Holzstege bis zur Insel Bin Ghannam, auch genannt Purple Island. Die Stege führen über die Mangrovenwälder. Wir sehen Fische und Krebse, die in dem flachen Wasser und zwischen den Wurzeln der Mangroven ziemlich ungestört heranwachsen können.


Mangroven auf der Insel Bin Ghannam



Mangrovenlandschaft auf der Insel Bin Ghannam


Das Fort Al-Zubarah 

Als Nächstes queren wir die Halbinsel nach Nordwesten. Etwa 70 Kilometer sind es bis Al-Zubarah. Die Strecke führt fast ausschließlich durch Stein- und Geröllwüste, ab und zu sehen wir einen kleinen Ort, eine Moschee oder eine Dattelfarm

Die Festung Al-Zubarah wurde im frühen 20. Jahrhundert erbaut und diente dem Schutz der Küste. Sie liegt außerhalb der archäologischen Stätte Al-Zubarah und gehört wie diese zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Festung wurde aufwändig restauriert und dient heute als Museum. Die Besucher sehen Artefakte aus der Region und werden über die Geschichte informiert. Die Ausstellung ist sehr informativ, besonders interessant sind die Beiträge über Wassergewinnung in dieser trockenen Region. Auch die Mauern und Türme sind zugänglich. Der Eintritt ist frei (Dezember 2023).

Fort Al-Zubarah 


Fort Al-Zubarah 



Blick vom Fort Al-Zubarah


Wir besichtigen die Ausgrabungen Al-Zubarah

In unserem Tourenplan ist jetzt eine Fahrt nach Jumail vorgesehen. Das ist ein verlassener Ort nördlich von Al-Zubarah. Unser Reiseleiter schlägt uns dagegen vor, die nahegelegene archäologische Ausgrabungsstätte zu besichtigen. Das ist nicht an jedem Tag möglich. Besucher werden im Rahmen einer geführten Tour mit einem Shuttlebus in das abgesperrte Gelände gefahren und von einem Reiseführer begleitet. Wir nehmen dieses Angebot gern an. Ein Militärposten lässt unseren Bus passieren, und war fahren etwa 1 ½ Kilometer bis zu einer Art Basislager. Von dort führen Holzstege auf Metallstützen durch die weitläufige Anlage.

Ausgrabungen von Al-Zubarah


Die ummauerte Küstenstadt Al Zubarah am Persischen Golf war im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert für einen Zeitraum von etwa fünfzig Jahren ein bekanntes Perlen- und Handelszentrum im arabischen Raum. Der Ort wurde um 1810 zerstört, im 20. Jahrhundert endgültig verlassen und unter angewehtem Sand begraben. Heute umfasst die archäologische Stätte eine Fläche von rund 60 Hektar mit Resten von Häusern, Moscheen und einem Markt. Seit 2013 gehört Al Zubarah zum UNESCO Weltkulturerbe. Bisher wurde nur ein geringer Teil ausgegraben.


Ausgrabungsstätte von Al-Zubarah



Ausgrabungsstätte von Al-Zubarah


Die Besichtigung der Ausgrabungen dauert etwa eine Stunde. Mit dem Bus geht es zurück zur Festung Al Zubarah. Eine interessante Führung, die man bei sich bietender Gelegenheit nicht versäumen sollte.

Fazit unserer Tour in den Norden 

Unser Rückweg nach Doha führt wieder quer über die Halbinsel Katar, dann nach Süden. Viereinhalb Stunden nach Beginn der Tour sind wir zurück am Hafen.

Wüste bei Al-Zubarah


Der Ausflug hat uns gut gefallen: Ein bequemer Wagen, ein umsichtiger Fahrer und ein kenntnisreicher Reiseleiter. Das Preis-Leistungsverhältnis war in Ordnung. Wir haben schöne Landschaften gesehen. Die Eindrücke sind ganz anders als in der Hauptstadt Doha, aber nicht weniger interessant. Und dank unserer Begleiter haben wir viel über das Land Katar und die dort lebenden Menschen erfahren.

Februar 2024