Autor: Karl W. P. Beyer

DominicaDie Republik Dominica, nicht zu verwechseln mit der Dominikanischen Republik auf Hispaniola, ist ein eigenständiger karibischer Inselstaat, der dem Commonwealth of Nations angehört.

Unter dem Wahlspruch „Nach Gott das Land“ lebt es sich zwischen den französischen Karibikinseln Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden nicht wie Gott in Frankreich. Es lebt sich in dem von der Natur so verschwenderisch bedachten Land eher bescheiden. Die Statistik weist das kleine Dominica als eines der ärmsten Länder der Region aus.

Wer anders als Kolumbus kann die Insel am 3.11.1493, einem Sonntag, entdeckt haben? Die Namensgebung fiel ihm nicht schwer. Dominica wurde der Einfachheit halber nach dem Tag des Herrn benannt. Spanien konnte den Besitz an der Insel auf Dauer nicht halten. England und Frankreich balgten sich mit wechselndem Erfolg um Dominica. Nach diversen Händeln musste Frankreich Dominica den Engländern übergeben. Das war im Jahr 1783. Die Verbindung zum Mutterland hielt bis ins Jahr 1978. Dann erklärte das Land Dominica seine Unabhängigkeit von Großbritannien. Seit dieser Zeit wirtschaftet Dominica unter schwierigen Bedingungen.

Die Fachleute streiten, ob Dominica den Leeward Islands (Inseln über dem Winde) oder den Windward Islands (Inseln unter dem Winde) zuzurechnen sei. Ein eher akademischer Streit. Unstrittig ist, dass die Insel ihren Beinamen „The Nature Island“ zu recht trägt. Dominica verkörpert eine ungezähmte Natur. Es wird in nordsüdlicher Richtung von einer 900 Meter hohen Bergkette durchzogen. Der höchste Berg der Insel ist der 1.447 Metern hohe Morne Diablotin. Mehr als 300 Flüsse, unzählige Bäche, 12 Wasserfälle und einige Seen prägen die Landschaft.

Eine Besonderheit Dominicas ist der durch vulkanische Tätigkeit bis fast zum Siedepunkt erhitzte, zweitgrößte „kochende See“ der Welt. Er wird Boiling Lake genannt. Schwefelquellen, Schlammlöcher und heiße Thermalbäche vervollständigen das insuläre Inferno.

Das Inselklima ist tropisch. Dichter Regenwald überzieht die Insel. Ein idealer Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Im Regenwald wurden 170 Vogelarten und mehr als 1.000 Arten blühender Pflanzen gezählt. 74 Orchideenarten und mehr als 200 verschiedene Farnarten wurden gezählt. Tief im Wald sollen die Boa Constrictor, Leguane und Kaiseramazonen ihr zuhause haben. Es wundert nicht, dass ein Teil des Landes, der Nationalpark Morne Trois Pitons, ob dieser Vielfalt zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde.

 

Und wem das alles nicht reicht, der sollte ins Meer steigen und sich die Welt unter Wasser ansehen. Dabei wird er möglicherweise auch ein paar große Fische sehen. Bootstouren zur Walbeobachtung werden ebenfalls angeboten.

Hauptstadt und zugleich Haupthafen der Republik ist Roseau im Süden der Insel. Hier leben etwas 16.000 Menschen. Roseau ist Fährhafen. Von hier gehen die Fähren nach Guadeloupe und Martinique ab. Roseau ist aber auch ein Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe. Wöchentlich landen mehrere Schiffe an. Mit ihnen gelangt der größte Teil der Touristen ins Land. Ein Pauschaltourismus, wie er sich an anderen Plätzen der Karibik entwickelt hat, ist hier (noch nicht) entstanden.

Dominica - Roseau

Dominica bietet sich dem Kreuzfahrer nicht für einen faulen Strandtag an. Dominica will erobert werden. Es hat viel Sehenswertes zu bieten.