Dublin, die Hauptstadt der Republik Irland, ist eine der interessantesten und schönsten Metropolen die wir kennen. Unter Dublin Sehenswürdigkeiten haben wir die bedeutendsten Attraktionen der Stadt benannt. Hier zeigen wir auf, in welcher Reihenfolge Dublins Highlights besucht werden sollten.

Unseren Dublin-Rundgang beginnen wir im Stadtzentrum

Das historische General Post Office (GPO) in der O’Connell Street ist unser erstes Ziel. Es war das Hauptquartier der irischen Freiheitskämpfer gegen die englische Besatzungsmacht während des Osteraufstandes im Jahr 1916.

Die O'Connell Street in Dublins Zentrum Giebel des General Post Office

 

Südlich des GPO, in Richtung des Liffey Rivers, steht die Statue des Daniel O’Connell. Der Politiker trat in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Gleichberechtigung der Katholiken und die Loslösung Irlands von Großbritannien ein.

Das O'Connell Denkmal

Das O'Connell Denkmal


Der eigentliche Blickfang der O’Connell Street ist nach unserer Ansicht aber The Spire, eine 121 Meter hohe, nach oben spitz zulaufende Metallsäule. Bei Dunkelheit wird sie beleuchtet.

The Spire

The Spire


Wir müssen weiter: Daher wenden uns nach Süden und erreichen schnell die O’Connell Bridge. Die Brücke ist etwas Besonderes: Sie ist so breit, wie sie lang ist. Erbaut wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts. Damals wie heute war und ist sie eine der wichtigsten Brücken über die Liffey. Der Fluss trennt die Stadt in einen nördlichen und südlichen Teil.

Auf der Südseite des Liffey Rivers liegt der Stadtteil Temple Bar. Um dorthin zu gelangen, folgen wir am nördlichen Flussufer dem Bachelors Walk. Wieso die Flusspromenade nach den „Junggesellen“ benannt wurde, wüssten wir nur allzu gern.

Bachelors Walk & Ha'penny Bridge

Bachelors Walk & Ha'penny Bridge


Wir nehmen die Ha’penny Bridge, um den Fluss zu überqueren. Ihren Namen erhielt die kleine, filigrane Fußgängerbrücke von dem halben Penny, der einst als Brückenzoll zu entrichten war.

Das Szeneviertel Temple Bar

Wir verlassen die Ha’penny Bridge und gehen direkt auf das gepflegte „Merchants Arch“ zu. Das Restaurant ist eines von vielen Restaurants, Bars und Pubs des Szeneviertels Temple Bar. Das Areal erstreckt sich zwischen der Liffey und dem Universitätsviertel. Wir vergaßen es zu erwähnen: Auch Nachtklubs, Kunstgalerien und anderes mehr machen den Reiz des Stadtteils aus.

Temple Bar - Brewery Lane Temple Bar - nur einer von vielen Pubs Temple Bar - das Fresh Temple Bar - Parliament Hotel

 

Noch ist es zu früh am Tag, um solchen Reizen zu erliegen. Wir gehen zum Verwaltungssitz der Bank of Ireland. Bevor ihn die Großbank bezog, wurde das erhaben wirkende Gebäude von 1729 an als Parlamentsgebäude genutzt.

Verwaltungssitz der Bank of Ireland

Verwaltungssitz der Bank of Ireland


Die St. Andrews Church, deren Turm zwischen zwei Häuserfronten auf der gegenüber liegenden Straßenseite hervorlugt, ersparen wir uns. Ebenso das in der Grafton Street neben dem Tourist Office gelegene Irish Whiskey Museum. Wir sind überzeugt, für einige Whiskey-Liebhaber hätte dort der Rundgang sein Ende genommen.

Unterwegs im Universitätsviertel

Wir wenden uns stattdessen dem Trinity College auf der anderen Straßenseite zu. Gegründet wurde die Hochschule im Jahr 1592 für protestantische Studenten. Der Campus ist frei zugänglich. Auffallend sind der circa 30 Meter hohe, Kampanile genannte Glockenturm und die aus dem 18. Jahrhundert stammende Old Library mit dem Book of Kells. Im Jahr 2011 wurde diese einmalige Handschrift zum Weltdokumentenerbe erklärt. Das Buch stammt wohl aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Es enthält die vier Evangelien des Neuen Testaments. Wer es sehen möchte, muss Geduld mitbringen, die Warteschlangen sind beträchtlich.

Trinity College - Anstehen zum Book of Kells

Trinity College - Anstehen zum Book of Kells


Gefallen hat uns Arnaldo Pomodoros Skulptur Sphere within a Sphere. Sie steht auf dem Campus-Gelände vor der Berkeley Library. Sie ist ein Gegenstück der im Battery Park von Manhattan/New York aufgestellten Skulptur „The Sphere“. Die stand ursprünglich am World Trade Center und wurde beim Terroranschlag auf das Geschäftszentrum unter Schuttmassen begraben und beschädigt.

Sphere within a Sphere

Sphere within a Sphere


Hinter dem College befinden sich der große College Park und der Rugby Ground. Am Park verlassen wir das College-Gelände.

Moyne Institute & College Park

Moyne Institute & College Park


Sehenswertes im Regierungsviertel

Auf den Campus folgt das Regierungsviertel mit dem Parlamentsgebäude, den Government Buildings und den Museen. Reizvoll sind in diesem Umfeld die mehrgeschossigen, aneinandergereihten Stadthäuser. Alle Häusern haben eines gemeinsam: die prächtigen Dublin Doors. In vergangenen Zeiten sagten sie viel über den Status ihrer Eigentümer und Bewohner aus. Die meisten Türen sind aufwendig mit Vorbauten, Fenstern und teilweise imposanten Türklopfern versehen.

Dublin Doors

Dublin Doors


Über Leinster Street und Clare Street wandern wir zum Merrion Square. Das Viereck ist ein weitläufiger, rechteckiger Park mit historischen Straßenlaternen und diversen Skulpturen. Auffällig ist die Statue des Oscar Wilde. Sie stellt den Literaten in dandyhafter Pose auf einen Findling gelehnt dar. Der irische Dichter wohnte in der Nachbarschaft des Merrion Square. – Am Rande des Parks sehen wir auch das Irish War Memorial mit der ewigen Flamme.

Merrion Square - die Oscar Wilde-Skulptur

Merrion Square - die Oscar Wilde-Skulptur


Merrion Square gegenüber liegt die National Gallery. Der in der Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffene Bau beherbergt eine Sammlung europäischer und speziell irischer Malerei.

National Gallery

National Gallery


An die National Galerie schließt das Natural History Museum an. Besucher können aus der Fülle von mehr als 10.000 präparierten Tieren, ihre Favoriten auswählen.

Es folgen die Government Buildings. Das Finanzministerium und vor allem der Sitz des Premierministers fallen uns auf. Am gleichen Tag wie wir besucht der japanische Regierungschef Irland. Wegen der damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen ist das Gelände für Besucher gesperrt.

Haupteingang der Government Buildings

Haupteingang der Government Buildings


Nebenan liegt Leinster House. Es war ursprünglich die Sommerresidenz des Earl of Kildare. Seit 1922 ist das Gebäude Sitz des irischen Parlaments.

Leinster House - Parlamentssitz

Leinster House - Parlamentssitz


Leinster House wird vom National Museum und der National Library of Ireland eingerahmt. Mehr als zwei Millionen Objekte zu Irlands Geschichte wurden im National Museum zusammengetragen.

Noch ein Park und Dublins Einkaufsmeile

Wir wechseln hinüber in den an das Regierungsviertel angrenzenden St Stephens’s Green Park. Im Eingangsbereich an der Merrion Row erinnert das Great Famine Memorial an die Hungersnot und das Elend der Menschen in Irland Mitte des 19. Jahrhunderts. Davon abgesehen ist der Park aber wunderschön. Wir sehen alte Bäume, zwei Wasserflächen, ein weitflächiges Wegenetz, allerlei Wassergetier und Hunderte Menschen, die sich auf den Rasenflächen entspannen.

St Stephen's Green Fusiliers Arch

 

Durch den mächtigen „Fusiliers‘ Arch“ verlassen wir den Park und wechseln hinüber in die Grafton Street. Sie ist Dublins bekannteste Einkaufsstraße. Der Disney Logoshop, Straßenkünstler, Bewley’s Café und das edle Brown-Thomas-Kaufhaus mit dem Doorman bieten uns viel Abwechslung.

Fassaden in der Grafton Street Straßenkunst in der Grafton Street Grafton Street - Bewley's Oriental Grafton Street - Kaufhaus Brown Thomas

 

Dann stehen wir vor der Skulptur der Molly Malone. Der Plastik nach zu urteilen, war Molly Malone ein hübsches Landeskind des 17. Jahrhunderts. Tagsüber verkaufte sie Fische; des Nachts ihren Körper. Ihr ist ein populäres irisches Lied gewidmet.

Die Molly Malone-Skulptur

Die Molly Malone-Skulptur


Dublin Castle und drei Kathedralen

Dublin Castle ist unser nächstes Ziel. Um dahin zu gelangen, gehen wir erneut zur Bank of Ireland und von dort durch die Dame Street zur Dublin City Hall.

Hinter dem schönen, repräsentativen Bau liegt etwas versteckt Dublin Castle. Anglo-Normannen bauten zuerst eine Burg, von der nur noch der gewaltige Rundturm vorhanden ist. Die restlichen Palastbauten entstammen vorwiegend dem 17. Jahrhundert. Wir dürfen wegen einer offiziellen Veranstaltung das Areal leider nicht betreten. Wir können Teile der imposanten Anlage somit nur von außen bewundern.

 Portal an Dublin Castle

Portal an Dublin Castle


Auf City Hall folgt die Christ Church Cathedral. Die ursprünglich römisch-katholische Kathedrale gehört heute der Church of Ireland. Der aktuelle Bau entstand im 16. Jahrhundert.

Christ Church Cathedral

Christ Church Cathedral


Bis zur benachbarten St. Patrick’s Cathedral gehen wir weitere 500 Meter. Auch diese Kathedrale gehört zur Church of Ireland. Allerdings ist nicht sie, sondern die kleinere Christ Church Cathedral der Sitz des Erzbischofs. Mit 91 Meter Länge ist St. Patrick’s Irlands größte Kirche.

Grabsteine neben der St Patrick's Cathedral

Grabsteine neben der St Patrick's Cathedral


Im Schatten der St. Patrick’s Cathedral liegt die unscheinbare Marsh’s Library. Sie wurde 1707 eröffnet und nach ihrem Gründer, Bischof Marsh, benannt. Sie ist die älteste öffentliche Bibliothek Irlands.

Auf dem Rückweg kommen wir nicht umhin, schnell noch einmal durch St. Patrick’s Park zu streifen. Die um diese Zeit gut besuchte Grünanlage grenzt an die Kathedrale an.

St Patrick's Park

St Patrick's Park


Es ist an der Zeit, einen kleinen Imbiss in einem Pub einzunehmen. Wir machen es wie die Angestellten der umliegenden Bürogebäude: Wir begnügen uns mit einem warmen Sandwich und einem dunklen Bier vom Fass. Lecker!

Nach dem Lunch passieren wir das bombastische Verwaltungsgebäude des Dublin City Council und gehen hinüber zu den Four Courts am Liffey River. Das Gebäudeensemble war ursprünglich Sitz der vier höchsten irischen Gerichte. Heute residieren nur noch drei Gerichte in dem ehrwürdigen Gebäude.

Die Four Courts Die Four Courts - Inschrift im Giebel

 

Docklands – unser letztes Tagesziel

Mittlerweile haben wir an diesem Tag in Dublin viele historische Bauten angesehen. Moderner geht es in dem Docklands genannten, sanierten und umgestalteten Hafenviertel zu. Dort ragen kühne und üppig dimensionierte Hochhäuser in den Himmel, und großartige, von Stararchitekten geschaffene Brückenbauten überspannen die Liffey.

Um dorthin zu gelangen, nehmen wir in der Nähe der Four Courts die Straßenbahn. Die kostest uns pro Person gerade einmal 1,60 Euro. Vermutlich hätten wir für diesen Preis wer weiß wohin fahren können. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert in Dublin einfach prächtig. Am Haltepunkt „Busáras“ verlassen wir die Bahn. Auf dem Weg zu den Docklands sehen wir am Custom Quay das prächtige Customs House. Die ehemalige, Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Zollstelle dient heute dem irischen Umweltministerium als Dienstsitz.

Custom House

Custom House


Wir erreichen die Docklands: Was ehemals ein Hafenviertel war, ist heute eine trendige Adresse. Im Hafenbezirk wurden zu beiden Seiten der Liffey Bürohäuser errichtet. Vor allem Finanzinstitute haben sich dort repräsentative und groß dimensionierte Geschäftsbauten zugelegt. In diesem Viertel wird die Liffey von zwei modernen, futuristischen Brücken überbrückt. Die eine ist die Sean O’Casey Bridge. Benannt wurde sie nach dem irischen Dramatiker und Politaktivisten Sean O’Casey. Die Zweite, die Samuel Beckett Bridge, ist wegen ihrer Konstruktion der „Eye Catcher“ schlechthin. Ihr Pylon ragt 48 Meter in die Höhe.

Seán O'Casey Bridge Samuel Beckett Bridge mit der Bark Jeani Johnston

 

Bevor wir aber zu den Brücken gelangen, sehen wir das zweite Great Famine Memorial. Es steht am Customs House Quay. Die im Denkmal verewigten Hungergestalten erinnern erneut an die große durch Kartoffelfäule verursachte Hungersnot der Jahre 1845-1849. In Sichtweite des Denkmals liegt der Nachbau der Jeanie Johnston. Das Original der Jeanie Johnston, eine Dreimastbark, war eines der „Famine Ships“ die während der Hungersnot Millionen Auswanderer vor allem in die neue Welt brachten. Wie berichtet wird, machte die originale Jeanie Johnston 16 Reisen und brachte dabei 2.500 Menschen nach Amerika.

Great Famine-Denkmal am Custom House Quay Dreimastbark Jeanie Johnston

 

Fazit

In annähernd sieben Stunden haben wir bei unserem Rundgang wichtige Sehenswürdigkeiten von Dublin gesehen. Mit dem Taxis fahren wir zu Dublins Cruise Terminal. Wir sind nämlich, wie sollte es auch anders sein, mit der MS Astor, einem Kreuzfahrtschiff, nach Dublin gereist. Die Hauptstadt der Republik Irland wird uns gut in Erinnerung bleiben.

(Update März 2019)