Autor: Karl W. P. Beyer

Dublin – der erste Eindruck

Irlands Metropole Dublin präsentiert sich ihren Besuchern auf den ersten Blick als kompakte, übersichtliche und gepflegte Großstadt. Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten der etwa 565.000 Einwohner zählenden Großstadt liegen auf engem Raum.

O'Connell Street und O'Connell Denkmal

O'Connell Street und O'Connell Denkmal


Dublin- unverzichtbare Stadtbezirke für Besucher

Unsere Favoriten für einen Tagesaufenthalt in Dublin sind …

das Zentrum
das Szeneviertel Temple Bar
das Regierungsviertel
die Hafenregion Docklands mit modernen Verwaltungsgebäuden und avantgardistischen Brücken.

Das Zentrum beeindruckt durch sehenswerte, repräsentative Bauten. Der Liffey River und seine alten Brücken empfehlen sich ebenso für einen Spaziergang wie der einstmals einfache Stadtteil Temple Bar, der in ein reizvolles Szenequartier verwandelt wurde. Im überschaubaren, volksnah wirkenden Regierungsviertel liegen Regierungsgebäude und Museen dicht beieinander. Ein Symbol für den Aufbruch Irlands in eine neue Zeit ist das Hafenviertel mit seinen Bauten und Brücken. Für Lebensqualität stehen Dublins botanischer Garten, öffentliche Parks und Grünanlagen.

Stadtteil Temple Bar - Brewery Lane

Stadtteil Temple Bar - Brewery Lane


Dublins Brücken

Der Liffey River teilt Dublin in einen nördlichen und einen südlichen Stadtteil. Es bereitet eine Menge Spaß, zu Fuß den Flusspromenaden zu folgen. Auf Höhe der Docklands wird der Fluss merklich breiter. Dort verbinden schöne alte und spektakuläre neue Brücken beide Flussufer.

Für herausragende historische Brückenbauten halten wir ...

die O’Connell Bridge
Dublins wichtigste Brücke ist so lang wie breit.

O'Connell Bridge

O'Connell Bridge


die Ha’penny Bridge
In früheren Zeiten war für deren Nutzung ein halber Penny Brückenzoll zu entrichten.

Ha'penny Bridge

Ha'penny Bridge


Fulminante neue Brücken sind ...

die Seán O’Casey Bridge
Die etwa 100 Meter lange Brücke ist in der Hälfte geteilt. Die Brückensegmente können für die Durchfahrt von Schiffen um 90 Grad geschwenkt werden.

Seán O'Casey Bridge

Seán O'Casey Bridge


die Samuel Beckett Bridge
Der Pylon der spektakulären 120 Meter langen Schrägseilbrücke ragt 48 Meter in den Himmel. Ihr Schöpfer ist der spanische Stararchitekt Santiago Calatrava. Der Meister hat viele Brücken entworfen. Diese Brücke gleicht der „Puente de la Mujer“ in Buenos Aires.

Samuel Beckett Bridge

Samuel Beckett Bridge


Bauten, die man sehen sollte

General Post Office (GPO)

Die irischen Freiheitskämpfer erkoren das historische GPO im Osteraufstand von 1916 zu ihrem Hauptquartier.

General Post Office

General Post Office


Government Buildings

Dazu zählen das irische Parlament „Leinster House“, der Regierungssitz und das Finanzministerium;

 Innenhof der Government Buildings

Innenhof der Government Buildings


City Hall

Dublins mit Säulen geschmücktes Rathaus wurde zwischen 1769 und 1779 errichtet.

Dublins City Hall

Dublins City Hall


Four Courts

Der mächtige Bau mit den korinthischen Säulen und seiner Kuppel gleicht eher einer Kirche oder einem Kloster. Tatsächlich aber nutzen die höchsten Gerichte Irlands den Bau. Die Four Courts entstanden zwischen den Jahren 1786 und 1802.

Four Courts - die obersten Gerichte

Four Courts - die obersten Gerichte


Custom House

Das ursprünglich als Zollamt genutzte, klassizistische Bauwerk entstand zwischen 1781 und 1791. Derzeit wird es vom Umweltministerium und der Stadtverwaltung genutzt.

Custom House

Custom House


Dublin Castle

Auf den Grundmauern einer Wikingerfestung ließ Englands König Johann Ohneland die Burganlage Dublin Castle erbauen. Nach einem verheerenden Brand im 17. Jahrhundert wurde anstelle der Burg ein Palast errichtet. Mittelpunkt der Anlage ist der aus normannischer Zeit stammende Record Tower. Dublin Castle ist der geeignete Ort für offizielle Staatsakte der Republik.

Custom House

Custom House


Trinity College

Dublin besitzt mehrere Universitäten und Hochschulen. Sehenswert ist insbesondere das Trinity College aus dem Jahr 1592. Die ursprünglich für protestantische Studenten eingerichtete Hochschule liegt zwischen dem Stadtteil Temple Bar und dem Regierungsviertel.

Trinity College Trinity College - Regent House  & Parliament Square Trinity College - Theater Moyne Institute & College Park

 

Adresse: College Green

Der Campus der Hochschule ist frei zugänglich. Die Highlights unter den klassizistischen Bauten sind der circa 30 Meter hohe Kampanile und die 64 Meter lange und 12 Meter hohe Halle der Old Library. In dieser Bibliothek werden das aus dem 8. Jahrhundert stammende Book of Kells und die älteste Harfe Irlands aufbewahrt. Wer die zum Weltdokumenterbe zählende Handschrift sehen möchte, muss viel Geduld mitbringen. Die Warteschlangen vor dem Gebäude wollen nicht enden.

Anstehen zum Book of Kells

Anstehen zum Book of Kells


Dublins Kathedralen

Dublin besitzt drei Kathedralen. Allein zwei gehören der Church of Ireland. Die kleinere der beiden, die Christ Church Cathedral, ist der heutige Bischofssitz. Mit dem Bau wurde im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts begonnen. Ihr aktuelles Aussehen erhielt sie im 16. Jahrhundert.

Christ Church Cathedral

Christ Church Cathedral


Adresse: Christchurch Place

Die andere ist St. Patrick’s Cathedral. Sie ist deutlich größer als die Christ Church Cathedral. Mit 91 Meter Länge ist sie die größte Kirche Irlands.

St Patrick's Cathedral

St Patrick's Cathedral


Adresse: St. Patrick’s Close

Die Dritte ist St. Mary’s Pro-Cathedral. Sie ist die Bischofskirche der römisch-katholischen Kirche. Der klassizistische Bau entstand zwischen 1814 und 1825.

Adresse: 83 Marlborough Place

Marsh’s Library

Versteckt hinter St. Patrick’s Cathedral liegt die im Jahr 1701 von Erzbischof Narcissus Marsh gegründete älteste öffentliche Bibliothek Irlands. Sie überdauerte die 300 Jahre ihres Bestehens nahezu unverändert. Ihre Merkmale: kostbare alte Bücher, Manuskripte und Karten sowie „Käfige“ für die Leser. Die Käfige wurden zum Schutz des wertvollen Lesestoffs gegen Diebstahl eingerichtet.

Marsh's Library

Marsh's Library


Adresse: Saint Patrick’s Close

Dublins bedeutendste Museen und Galerien

Zu den wichtigsten Museen Dublins zählen unter anderem die National Gallery, das Irish Museum of Modern Art sowie das ehemalige Gefängnis Kilmainham Gaol. 

National Gallery of Ireland

Die National Galerie beherbergt eine bedeutende Sammlung europäischer und speziell irischer Malerei.

National Gallery

National Gallery


Adresse: Merrion Square West & Clare Street

Natural History Museum

Menschen jedes Alters zieht es in den „Zoo der toten Tiere“. Über 10.000 präparierte Lebewesen werden gezeigt. Das Konzept der Sammlung ist seit 150 Jahren kaum verändert.
Adresse: Merrion St. Upper

Kilmainham Gaol

Das größte ungenutzte Gefängnis Europas ist der Geschichte des irischen Unabhängigkeitskampfes gewidmet. Die Haftbedingungen in der 1795 erbauten und 1924 geschlossenen Strafanstalt müssen grauenhaft gewesen sein. Bei Führungen erfahren Besucher mehr darüber.
Adresse: Inchicore Road, im Vorort Kilmainham

Dublins Parkanlagen und Gärten

Im Minimum können sich Dublin-Besucher zwischen elf öffentlichen Parks und Gartenanlagen entscheiden. Zwei Parkanlagen empfehlen wir Tagesgästen besonders. Es sind der Merrion Square im Regierungsviertel und der St. Stephen’s Green Park.

Die Parkanlage Merrion Square ist ein schöner, rechteckig angelegter Park. Historische Straßenlaternen und Skulpturen schmücken die Anlage. Eine stellt den irischen Dichter Oscar Wilde in dandyhafter Pose auf einem Felsen lümmelnd dar. Das muss man gesehen haben. Seine Skulptur findet man im nordwestlichen Teil des Gartens.

Merrion Square - die Oscar Wilde-Skulptur

Merrion Square - die Oscar Wilde-Skulptur


Im südwestlichen Zipfel liegt das War Memorial: In einer steinernen Pyramide brennt eine ewige Flamme. Auf der anderen Straßenseite liegen das National Museum of Ireland, die National Gallery und etwas versetzt und getrennt von einer Grünanlage Leinster House.

An der Merrion Row und vor der Grafton Street erstreckt sich St. Stephen’s Green. Auf circa 200 mal 150 Meter Fläche sieht man alte Bäume und Sträucher, Blumenwiesen, Wasserflächen, allerlei Wassergetier und viele Menschen, die an schönen Tagen dort ihre Zeit verbringen. Es ist kaum vorstellbar, dass an diesem friedlichen Ort im 18. Jahrhundert öffentliche Hinrichtungen stattfanden.

 St Stephen's Green

St Stephen's Green


Dublins Denkmäler & Skulpturen

Eindrucksvoll und zugleich erschreckend wirken auf uns die beiden Denkmäler, die an die Leiden und Opfer der Großen irischen Hungersnot, the Great Famine, zwischen 1845 und 1849 erinnern. Eines der Memorials liegt im Eingangsbereich des St. Stephen’s Green. Das andere findet sich am Custom House Quay zwischen Custom House und der Sean O’Casey Bridge.

St Stephen's Green - Great Famine-Denkmal Great Famine-Denkmal am Custom House Quay

 

Im Stadtzentrum Dublins steht auf der Kreuzung O’Connell Street Upper und N East Street die The Spire genannte und nicht zu übersehende Metallsäule. Das 121 Meter hohe, sich nach oben verjüngende Objekt wurde 2003 im Nachgang zu den Millenniumsfeiern errichtet. Offiziell heißt es „Monument of Light“. Kein Wunder, bei Nacht wird die Edelstahlnadel beleuchtet.

The Spire

The Spire


Weltweit hat der italienische Bildhauer Arnaldo Pomodoros variierende Skulpturen mit dem Namen Sphere within Sphere geschaffen. Ein Exemplar steht auf dem Gelände des Trinity College vor der Berkeley Library. Es ähnelt der im Battery Park von Manhattan/New York aufgestellten Skulptur „The Sphere“. Diese stand ursprünglich am World Trade Center. Beim Anschlag auf den Hochhauskomplex wurde sie von den Schuttmassen der einstürzenden Wolkenkratzer begraben und stark beschädigt. Nach ihrer Bergung erhielt sie, beschädigt wie sie war, im Battery Park einen neuen repräsentativen Platz.

Sphere within a Sphere

Sphere within a Sphere


Ein unverzichtbares Wahrzeichen Dublins ist die Skulptur der Molly Malone. Sie stellt die junge, hübsche und offenherzige Fischhändlerin Molly Malone dar. Der Überlieferung nach lebte sie im 17. Jahrhundert in Dublin. Tagsüber verkaufte sie Fische und Muscheln und in der Nacht sich selbst. Man findet ihr Standbild an der Ecke Grafton/Suffolk Street.

Molly Malone

Molly Malone


Grafton Street – Dublins Einkaufsmeile

Grafton Street ist Dublins bekannteste Einkaufsmeile. Interessante Läden, Straßenkünstler, das weit über Dublin hinaus bekannte „Bewley’s Café“ und das Nobelkaufhaus „Brown Thomas“ mit seinem formvollendet auftretenden Doorman ziehen Besucher und Käufer aus aller Welt an.

Grafton Street - Kaufhaus Brown Thomas Doorman vor dem Kaufhaus Brown Thomas

 

Bier und Irish Whiskey – für Kenner und Liebhaber unverzichtbar

Guinness Bier und Jameson Whiskey gehören zu Dublin. Im Guinness Storehouse und in der Jameson Distillery werden seit jeweils mehr als zweihundert Jahren Bier und Whiskey hergestellt. Beide Unternehmen organisieren Führungen und Verkostungen gegen Entgelt.

Adressen und Ticketpreise:
Guinness Storehouse: St. Jame’s Gate
Tickets: ab 18,50 Euro bei Vorausbuchung

Jameson Distillery: Bow Street 7
Tickets: 19 bis 60 Euro

Dublin für Gäste der Kreuzfahrtschiffe

Die für Kreuzfahrtschiffe reservierte Kaianlage liegt nahe zum Zentrum. Mit dem Taxi gelangen Besucher in wenigen Minuten in die City. Im Verlauf eines Schiffsliegetages ist es möglich, die maßgeblichen Sehenswürdigkeiten ohne Hetze anzusehen. Bei sorgfältiger Vorbereitung der Stadtbesichtigung bedarf es auch keiner geführten Tour. Wie es gelingt, die genannten touristischen Orte im Verlauf eines Rundgangs sinnvoll aneinanderzureihen,, verraten wir unter Ein Tag in Dublin.