Autor: Karl W. P. Beyer

Dubrovnik aus der Vogelperspektive„Those who seek paradise on earth, should come to Dubrovnik“ schrieb der irische Schiftsteller George Bernhard Shaw. Wir wissen nicht, was ihn zu dieser Aussage bewogen hat, noch wann er sie getan hat. Von etwas aber sind wir überzeugt, Dubrovnik kommt von seiner Lage am adriatischen Meer und seinem geschlossenen Stadtbild einem paradiesischen Ort recht nah.

Im Jahr 1979 wurde Dubrovnik in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Dass es dazu kam, datiert lange zurück. Siedlungsanfänge im 3. Jahrhundert v. Chr. sind nachgewiesen. Voran ging es Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr., als Dubrovnik befestigt und ein Bischofssitz eingerichtet wurde.

Gut 1000 Jahre später, Dubrovnik war inzwischen zur Stadtrepublik aufgestiegen, konkurrierte es mit dem damals omnipräsenten Venedig um die Handelskontakte im Mittelmeerraum. Die Handelsflotte Dubrovniks umfasste sagenhafte 160 Schiffe. Einige Quellen berichten sogar von 300 Schiffen. Der Handel im Mittelmeer und mit dem Osmanischen Reich generierte immensen Reichtum. Wie zu allen Zeiten davor und danach wurde den weniger erfolgreichen Städten durch Errichtung repräsentativer Bauten der eigene Wohlstand angezeigt.

Da solcher Reichtum zu allen Zeiten Begehrlichkeiten Dritter weckte, wurde nicht allein in repräsentative Bauten investiert. Die Stadt wurde zudem massiv befestigt. Die begehbare Stadtmauer Dubrovniks mit ihren Bastionen, Bollwerken und Forts gilt heute noch als beispielhaft unter Europas Festungsbauten.

Hochbetrieb auf der Festungsmauer

Hochbetrieb auf der Festungsmauer


 

Rückläufige Handelsaktivitäten und das für die Region desaströse Erdbeben des Jahres 1667 schadeten der Stadt sehr. Im Jahr 1806 nahmen Napoleons Truppen die Stadt ein. Wenig später, man schrieb das Jahr 1814, wurde Dubrovnik an Österreich weiter gereicht. Auch danach blieb die Stadtgeschichte wechselhaft. Zuletzt litt Dubrovnik unter den Folgen des Kroatienkrieges. In den Jahren 1991/1992 wurde die Altstadt ohne Rücksichtnahme auf ihren Weltkulturerbe-Status von serbisch-montenegrinischen Truppen beschossen und stark beschädigt.

20 Jahre später ist in der Altstadt von den Kriegsschäden nichts mehr zu sehen. Die Stadt wurde perfekt restauriert. Die mit Marmor belegten Straßen und Plätze wirken einzigartig. Die gewaltige Stadtmauer mit ihren vielen Stufen, die von ihr eingeschlossenen Kirchen, Paläste und Museen faszinieren die Besucher. Jährlich besuchen allein eine Million Kreuzfahrt-Passagiere die Altstadt von Dubrovnik.

Dubrovnik aus der Vogelperspektive

Dubrovnik aus der Vogelperspektive


Das heutige Dubrovnik ist Sitz einer Bezirksverwaltung (Gespanschaft) und Residenz der katholischen Diözese Dubrovnik. Annähernd 45.000 Einwohner leben in der kroatischen Mittelstadt. Die wesentlichen touristischen Attraktionen finden sich unter Dubrovnik Sehenswertes.