Die zur Toskana gehörende Insel Elba scheint speziell für Naturliebhaber, Wanderer, Wassersportler und Freunde des Agrotourismus geschaffen worden zu sein. Eine einmalig schöne Landschaft und angenehmes, mediterranes Klima mit moderaten Sommertemperaturen ziehen viele Urlauber an.

Elbas LandschaftElbas Landschaft

Die im Tyrrhenischen Meer zwischen dem italienischen Festland im Osten und Korsika im Westen gelegene Insel ist vorrangig ein Ziel von Individualtouristen. Denen wird auf 224 km² Fläche viel geboten. Aber auch Kreuzfahrtschiffe laufen Elbas Haupthafen Portoferraio in der Zeit zwischen April und November an. Mehr als 50 Anläufe jährlich verzeichnet Portoferraios Schiffskalender.

Bei Anreise mit einem Kreuzfahrtschiff stellt sich für den Besucher die Frage, ob und was man auf der Insel unternehmen soll. Es ist ein hoffnungsloses Unterfangen die Insel an einem Tag sehen zu wollen. Wer keinen organisierten Ausflug gebucht hat und nicht nur einen der vielen schönen Strände besuchen möchte, muss sich entscheiden, welche der Sehenswürdigkeiten er auf Elba ansteuert. Empfehlenswert sind in jedem Fall ein Rundgang durch Portoferraios Altstadt sowie eine Halbtagestour mit dem Linienbus auf der westlichen Route mit Halt am Monte Capanne.

Portoferraio - Forte StellaPortoferraio - Forte Stella 


Rundgang durch Portoferraio

In den acht Gemeinden der Insel leben insgesamt 32.000 Einwohner, davon etwa 12.000 in Portoferraio. Die an einer weitläufigen, geschützten Bucht, der Rada di Portoferraio, gelegene Stadt ist nicht nur der wichtigste Hafen Elbas sondern auch die „Hauptstadt“ der Insel. Der Hafen wurde vermutlich schon von den Römern angelegt. Sarazenische Piraten zerstörten die Stadt später. Danach wurde sie wegen ihrer bevorzugten Lage erneut aufgebaut.

Der Namensbestandteil „Ferraio“ (Eisen) lässt den ursprünglichen Verwendungszweck des Hafens erahnen. Bereits in der Antike wurden von dort die auf der Insel gewonnenen Eisenerze zur Verhüttung auf dem Festland verschifft. Erstmalig befestigt wurde der Ort unter der Herrschaft der Medici Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Insel erlangte Bekanntheit, als Napoléon I. von 1814 an in Portoferraio ein zehn Monate dauerndes Exil verbrachte.

Portoferraio - Die Tafel erinnert an Napoleon Portoferraio - Die Tafel erinnert an Napoleon 

Eisenerze wurden auf Elba noch bis in das Jahr 1982 abgebaut und von Portoferraio aus an das Festland verbracht. Wegen mangelnder Rentabilität wurden die Minen geschlossen und die Stadt zu einem Touristenziel entwickelt. In dem geschützten Hafen legen die Fähr- und Kreuzfahrtschiffe an. Ab und zu ist die in Hanglage auf einer Felszunge errichtete Altstadt das Ziel von Super-Yachten.

Die höheren Stadtlagen und die oberhalb der Stadt thronenden Festungen sind durch Straßen und teils steile Treppengassen mit der Hafenregion verbunden. Im Hafenbereich gibt eine Schautafel Hinweise auf zwei Rundgänge zu den Itinerario Mediceo und den Itinerario Napoleonica. Die wesentlichen Stationen dieser Rundgänge werden im Folgenden vorgestellt.

Portoferraio - PanoramaPortoferraio - Panorama


Sehenswertes in Portoferraio

Sakralbauten

Der Dom mit dem komplizierten Namen  Duomo Chiesa Arcipretale Parrocchia Natività della Beata Vergine Maria wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf Order des Medici-Herrschers Cosimo I. erbaut und 1554 geweiht. Gewidmet ist er der Jungfrau Maria. Das gefällig wirkende Gotteshaus war zuerst einschiffig errichtet worden. Später wurde es um zwei Seitenschiffe erweitert. Der Marmor-Altar stammt aus Portoferraios ehemaliger Karmeliterkirche. 

Portoferraio - Dom Portoferraio - Dom - Mittelschiff Portoferraio - Dom - Seitenschiff


Festungsbauten

Portoferraio liegt an einem weiträumigen Naturhafen, der Rada dei Portoferraio. Vor der Altstadt liegt ein kleines, sicheres Hafenbecken die Darsena Medicea. Zum Schutz des Bassins wurde beginnend im Jahr 1548 das Forte della Linguella auf der dem Meer zugewandten Halbinsel über römischen Ruinen angelegt. Wesentlicher Bestandteil dieser Bastion ist der oktogonale Martello-Turm.

Nachdem dort ein Attentäter über 10 Jahre die Folgen seines Attentats auf den italienischen König Umberto I. unter extrem schlechten Bedingungen absitzen musste, wird der Turm nach dem Namen des Verbrechers auch Torre Passanante genannt. Im Festungskomplex wurde das Museo Archeologico della Linguella eingerichtet. In diesem archäologischen Museum werden Amphoren und sonstige Fundstücke aus der Zeit der Etrusker aufbewahrt.

Portoferraio - Festung la Linguella mit Torre del Martello Portoferraio - Festung la Linguella mit Torre del Martello Portoferraio - Festung la Linguella mit Torre del Martello

Der Linguella-Festung gegenüber liegt die mit einem kleinen Wachturm bebaute Molo del Gallo. Zwischen beiden Türmen konnte bei drohender Gefahr eine schwere Eisenkette zum Schutz des inneren Hafenbeckens Darsena Medicea gespannt werden. Der von einem Hahn gekrönte Wachturm wurde als Schutzturm, zum Aufbewahren von Salz und Thunfischen, aber auch schon einmal als Gefängnis genutzt. Nach 1977 wurde er renoviert; heute trägt er ein Leuchtfeuer. Geöffnet ist er bei freiem Eintritt im Zeitraum zwischen April bis Anfang November.

Portoferraio - Molo del Gallo mit WachturmPortoferraio - Molo del Gallo mit Wachturm

Oberhalb der Altstadt wurden auf zwei Hügeln zum Schutz des Hafens und der westlichen und nördlichen Meeresregion von 1548 an die Festungen Forte Stella und Forte Falcone angelegt. Dank dieser Bollwerke galt Portoferraio von See als nicht einnehmbar.

Forte Stella, die „Sternfestung“, erhebt sich vom Hafen aus gesehen rechts oberhalb der Stadt. Der auf dem Areal der Festung befindliche Leuchtturm ist einer der ältesten europäischen Leuchttürme. Er wurde dem Ensemble im Jahr 1788 auf Geheiß von Großherzog Leopold von Lothringen zugeordnet.

Portoferraio - Forte Stella Portoferraio - Forte Stella Portoferraio - Forte Stella mit Leuchtturm

Die Portoferraio auf der anderen Seite der Hügelkette überragende, weitläufige Forte Falcone, die „Falkenfestung“ ist das am meisten beeindruckende Kastell Elbas. Es besitzt mehrere Bastionen und bietet miteinander verbundene Gänge und Terrassen. Erbaut wurde es, um den Hafen vor Piratenüberfällen zu schützen. Beide Festungen können gegen Entgelt besichtigt werden. Die Zuwege sind ordentlich beschildert.  

Portoferraio - Forte Falcone Portoferraio - Forte Falcone

Zwischen dem Fort Falcone und der Hafenregion liegt das schwer einzusehende Fortezze Medicee.

Portoferraio - Fortezze Medicee Portoferraio - Fortezze Medicee


Weltliche Bauten

Das Nationalmuseum Palazzo Villa dei Mulini diente Kaiser Napoléon I. während seines ersten Exils in den Jahren 1814 und 1815 als Wohnsitz. Benannt war das Gebäude nach einigen Mühlen in der Nachbarschaft, die heute nicht mehr existieren. Das Museum bietet Erinnerungen an den Feldherren und ersten Kaiser Frankreichs. Der schöne Garten öffnet sich zur Felsküste.

Die kombinierte Eintrittskarte zum Museum und für den außerhalb Portoferraios gelegenen Landsitz Napoléons, die Villa San Martino, kostet 8 Euro. Napoléons Schwester, Pauline Bonaparte, schenkte Napoléon das einfache Landhaus. Der größte Teil des Bauwerks wurde erst nach der Abreise Napoleons von Elba vollendet.

Portoferraio - Villa dei MuliniPortoferraio - Villa dei Mulini

In den Darsena-Hafen ragt die Molo Mediceo hinein. Ihr gegenüber befindet sich das mächtige Stadttor Porta a Mare. Durch das Tor gelangt man auf die Piazza Cavour. An deren östlichem Ende steht die Markthalle La Galeazza.

Portoferraio - Porta a MarePortoferraio - Porta a Mare

Das Rathaus liegt zwischen der Piazza Cavour und der Piazza della Repubblica. Es besitzt einen interessanten Innenhof und im dritten Stock des Gebäudes ist die nach einem Sohn der Insel benannte Foresi-Bibliothek untergebracht. An die 27.000 Bände widmen sich ausschließlich der Inselgeschichte.

Das Teatro dei Vigilanti war ursprünglich die im Jahr 1618 gebaute Karmeliterkirche „Chiesa della Misericordia“. Später wurde das Gotteshaus entweiht und anderweitig genutzt, zuletzt als Lagerhaus. Napoléon I. ließ das Gebäude nach seiner Ankunft in ein Theater umwandeln. Es ist Elbas einziges Theater und wird noch heute bespielt. Gelegen ist es an der Piazza Gramsci.

Portoferraio - Forte Falcone mit Teatro di Vigilanti (Bildmitte links)Portoferraio - Forte Falcone mit Teatro di Vigilanti (Bildmitte links)


Plätze

Portoferraios Dom steht an der Schmalseite der Piazza della Repubblica. Die Mitte des Platzes nimmt ein martialisches den Gefallenen des Ersten Weltkriegs gewidmetes Denkmal ein. Auf dem Platz ließ Napoléon I. während seines zehnmonatigen Exils sein 1.000 Männer umfassendes Privatheer exerzieren.

Portoferraio - Piazza della RepubliccaPortoferraio - Piazza della Republicca 


Elba Sehenswertes außerhalb

Elba ist gesegnet mit kleinen, schön gelegenen Ortschaften. Das kristallklare Wasser und Strände in Felsbuchten locken Wassersportler. Wanderer finden viele Wanderwege in Elbas Wäldern. Höhere Lagen bieten beinahe überall fantastische Ausblicke auf die vorgelagerten Inseln des Toskanischen Archipels.

Elbas Küste Elba - Marciana Marina

Elba - Fetovaia Elba - Strandabschnitt bei Fetovaia

Bei guten Wetterbedingungen ist eine Seilbahnfahrt auf den höchsten Berg der Insel, den 1.019 Meter hohen Monte Capanne, unbedingt zu empfehlen. Der Einstieg liegt an der Landstraße bei circa 350 Höhenmetern zwischen dem an der Nordküste liegenden Ort Marciana Marina und dem in 375 Meter Höhe liegenden 2.000-Seelen Bergort Marciana Alta. Die Busse des regionalen Busunternehmens CTT halten in der Nähe der Seilbahn. Die 1963 von Doppelmayr errichtete Cabinova-Seilbahn wirkt archaisch. Bis zu zwei Personen steigen in 346 Meter Höhe in einen gelben Metallgitterkorb und lassen sich in einer 18 Minuten dauernden Fahrt auf 963 Meter Höhe bringen. Wem das zu unsicher erscheint, dem sei versichert, dass die Körbe in kaum mehr als fünf Meter Höhe über dem Gelände umlaufen.

Von der Bergstation sind noch circa 50 Höhenmeter bis zum Gipfel zu überwinden. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Auf dem Berg wartet eine Hütte mit Aussichtsterrasse auf Besucher. An der Nordseite des Berges erstrecken sich ausgedehnte Kastanienwälder. Die Südseite wirkt dagegen rau und kahl. Wer möchte, kann nach unten wandern. Nach der Rückkehr vom Monte Capanne bietet sich ein Imbiss im herrlich gelegenen Marciana Alta an. Die Rundfahrt mit dem Bus auf der westlichen Route ohne Ausstieg dauert circa 2 ½ Stunden.

Elba - Marciana AltaElba - Marciana Alta

Die Haltestelle der Linienbusse der CTT in Portoferraio liegt in der Viale Elba. Der Busbahnhof ist nur wenige Minuten Fußweg vom Kreuzfahrtschiff entfernt. Die Busse fahren mehrmals täglich die Runde in östlicher und westlicher Richtung ab. Die westliche Richtung mit Haltepunkten in Procchio, Marciana Marina, Poggio, Marciana Alta, Pomonte und Fetovaia ist vorzuziehen. Im Jahr 2015 kosten Tageskarten 8,50 Euro. Man kauft sie in einem Büro der CTT am Busbahnhof.

Elba - Linienbus der CTTElba - Linienbus der CTT 


Strände

Strände gibt es viele auf Elba. Den längsten Strand weist der 17 km von Portoferraio entfernte, von Pinienwäldern umgebene Fischerort Campo nell’Elba auf. Parallel zum Strand verläuft eine Strandpromenade. Malerische Häuser und Gassen lassen an der Bucht des Golfo di Campo viel Atmosphäre aufkommen. 

Elba - Campo nell'ElbaElba - Campo nell'Elba 


Bootstour

Von Portoferraios Hafen fahren Glasbodenboote zu ausgewählten Punkten im Naturpark des Arcipelago Toscano. Fahrgäste erleben an Bord der Schiffe die mannigfaltige Unterwasserwelt ohne dabei nass zu werden.

Portoferraio - Yachthafen mit KreuzfahrtschiffPortoferraio - Yachthafen mit Kreuzfahrtschiff